Dachdämmung mit Zellulose oder Stroh?

11.04.2013 Guy



Hallo,

wir wollen einen Teil unseres Hauses dämmen. Es ist ein Satteldach/hinterlüftetes Kaltdach aus Holz, ca. 25-30 Quadratmeter.

Die Dämmung soll auf die oberste Geschossdecke (Holzbalkendecke mit Fehlboden und 40-50 mm Lehmfüllung) - dazu möchten wir einfach ein paar 20 cm hohe Hölzer aufschrauben und den Zwischenraum aufschütten...

Eigentlich wollte ich zum Verfüllen Zellulose nutzen, nun habe ich aber gesehen dass Stroh wohl eine bauaufsichtliche Zulassung (zur Dämmung in der Wand) hat - gilt das auch für das Dach? Und gibt es da Vorschriften für den konkreten Aufbau (insbesondere wegen Feuerschutz, Versicherung...)?

An normales Stroh würde ich quasi kostenlos rankommen.

Mir ist klar, dass der Brandschutz durch die Verpressung des Strohs entsteht - gibt es da auch eine Lösung zum Schütten (Imprägnierung o.ä)? Da oben wird es im Sommer knallheiß.

Gibt es da irgendwelche Infos, Vorgaben, Erfahrungswerte oder kann ich die Idee vergessen?

Vielen Dank!



Die Strohschüttung...



sollten Sie besser vergessen. Das brennt wunderbar, und hat als unbehandelte "Schüttdämmung" keine Zulassung.

Leichte Dämmstoffe wie Zellulose bieten im Winter gute Wärmedämmung, im Sommer aber nur mäßigen Hitzeschutz. Bitte beachten sie ferner, daß die Zellulose eingeblasen werden sollte.

Grüße

Thomas



Hanf-Dämmung



Ich habe noch ein paar m² Hanf-Dämmmatten übrig. GUter Hitzeschutz, gute Dämmung, flexibel,...
Bei Interesse kurze Mail...



Lehmhobelspäne



z.B Jasmin.

Grüße Martin





Falls die Dämmung auf die Bodendielung soll, dann an die Luftschicht zwischen Lehmschüttung und Dielen denken. Die ist normal zu den Seiten hin offen. Eine durchlüftete Luftschicht unter der Dämmung macht einen Großteile der Dämmwirkung zunichte.

Bzgl. Stroh auch daran denken, dass das prima Mäusenester ergibt.

Hanf-Stopfwolle wird mit ungefähr 50Kg/m³ eingebaut und dürfte einen guten Kompromiss aus Dämmwirkung und sommerlichem Wärmeschutz bilden.
Preise habe ich 1,90 €/Kg ab Werk gesehen.

Wenn man die alte Bodendielung entfernt, dann hat sich die Frage der Luftschicht geklärt. Außerdem kann man dann etwas weniger hoch bauen.



Geschossdecke dämmen



Loses Stroh von irgendwoher wäre an dieser Stelle tatsächlich ein Brandbeschleuniger - evtl. auch ein Eintrag von Schimmelsporen.

Zuerst würde ich statisch nochmal durchprüfen, wieviel obenauf abgelegt werden kann. Z.B. hast Du bei einer Lehm-Trockenschüttung schnell mal über 60 kg/m² zusammen (300kg. Rohdichte - 20cm).

Ich unterstelle mal, dass Du wegen mangelnden Wohlbefinden im Winter dämmen willst und nicht wegen dem "Knallheiß" im Sommer - dass sollte bei guter Durchlüftung auch gemindert werden können.

In dem Fall könnte ich mir Dämmwolle von Hanffaser als eine gute Lösung vorstellen. Allerdings frage ich mich, wieso dies nur in einem Teilbereich geschehen soll. Solche Teillösungen belasten u.U. den Rest des Hauses.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Na, ....



da war der Erwin schneller ;-)

Grüße

Frank



...



Danke ersteinmal für die Antworten.

Dann schlage ich mir das mit dem Stroh aus dem Kopf und nutze behandelte Zellulose (Unifloc).

Die meisten anderen Fragen beantworten 2 kleine Bilder ;-) Links und rechts unter der Traufe ist das Dach offen und wird es auch bleiben.

Ich denke, dass die Zellulose offen liegen bleiben wird da man den Dachboden eh nur kniehend betreten kann und niemand darauf rumlaufen muss... also maximal diffusionsoffen.

Wo der Fehlboden und das Lehm fehlt, schütte ich dann Dämmung zwischen die Balken und nagele darüber ein paar Rauhspunddielen Fugen als Abstellfläche.

Frage: Ist eine leichte Dampfsperre (SD <= 2 m) unter der Dämmung notwendig /empfehlenswert wenn nach obenhin sowieso alles offen und durchlüftet bleibt? Untenrum sind die Decken mit 40 mm Holzwolleplatten beplankt. Und gibt's da auch Dampfbremsen die zum Baustoff passen, also nicht aus Plastik sind (Ölpapier o.ä.)?

Viel zusätzliche Masse trägt der Fehlboden, wie auf den Bildern erkennbar, sicher nicht mehr. Hitzeschutz hat aber hier auch nicht Priorität.

Mäuse und Ratten waren da wohl tatsächlich mal, es lagen 3 Dosen Rattengift und einige Ratten und Mäuseskelette herum... auch ganz ohne Stroh ;-)

Ich zahle für Zellulose 36 EUR / m³, da kommt Hanf leider nicht preislich auch nur in die Nähe. Einblasen ebenfalls nicht - sollte sich was setzen, wird einfach nachgeschüttet.

Der Rest des Daches kommt im Sommer dran, nur dieser Teil wird da einfach zu heiß zum Arbeiten.



...



Bild 2



Bei



uns liegt am hinteren Teil des Dachbodens (ebenerdig begehbar dank Hanglage) wohl noch aus der Landwirtschaftszeit loses Stroh und Ballen. Was da alles nistet... immerhin haben wir zur Mäusebeseitigung auch eine Katzenfamilie da oben, aber wenn die die unter dem Stroh offene Lehmschüttung als Katzenstreu verwenden kann das auch nichts.