Wärme- und Schalldämmung

10.01.2003



In unserem sich in der Renovierung befindlichem Fachwerkhaus bestehen bestehen die Zwischengeschoßdecken zur Zeit nur aus 2 Lagen Dielenbrettern, die mit Dachpappe dazwischen direkt auf die Trägerbalken genagelt sind. Nun wollen wir zwischen den Trägerbalken mit einem ökologisch einbarfreiem Werkstoff schall- und wärmedämmen. Die Einbauhöhe beträgt dabei ca. 8 cm. Wer hat Vorschläge bezüglich des Werkstoffes?



Dämmung



Hallo,
sinnvoll wäre die Dämmung mit Zellulose, aber um ein sinnvolles Flächengewicht zu erreichen ist es sinnvoll ein Einschub mit Schalung einzubauen wo dann entweder mit Schüttlehm oder einfach mit Sand den vorhandenen Raum von dem Einschub bis zu den Dielen aufzuschütten. Das Gewicht der Decke ist notwendig damit die Decke nicht schwingt. Lehm wäre auch aus der Sicht empfehlenswert da er gleichzeitig auch Wärme speichert und auch schalldämmend ist.

MFG Thomas



Wärme- und Schalldämmung



Die Empfehlung von Thomas Kunze kann ich nur unterstützen. Falls - bspw. bei zwei getrennten Wohnungen - baurechtlich entsprechende Mindeststandards einzuhalten sind, sind die physikalischen Werte der gewählten Konstruktion zu berechnen und nachzuweisen.
Architekt Stefan C. Würzner www.oekologie-und-bauen.de



Wärme und Schalldämmung



Ich habe meine Decken mit Bituperl aufgefüllt nachdem ich einen Einschub mit Schalung erstellt habe. Nähere Infos Verarbeitungstips und Datenblätter auf der Herstellerseite.
Adresse : www.perlite.de



Dämmung



Sehr geehrter Herr von Marschall,

ich halte den Einsatz von Zelluloseflocken in Kombination mit einer Masseschüttung (Kalksteinsplitt) für Sinnvoll. Somit ist die Dämmung mit entsprechender Masseschüttung erfüllt und ergibt ein effektives Ergebnis hinsichtlich Wärme- und Schallschutz.

Mit freundlichen Grüßen.

Stefan I. Akkulak
Baubiologe IBN



Wärme- und Schalldämmung



Sehr geehrter Herr Marschall!
Um einen wirksamen Schallschutz zu erzielen braucht es Masse, für eine effiziente Wärmedämmung aber einen eher leichten Baustoff in dem viel Luft eingeschlossen ist. Nun haben sie aber relativ wenig Einbauhöhe. In diesem Fall könnte man entweder nur naturharzimprägnierte Holzweichfaserplatten die es von Pavatex, Gutex, Funder, oder Leitgeb gibt verwenden. Diese bringen neben guten Wärme- u. Schalldämmeigenschaften relativ viel Masse ein. Denkbar wäre auch die Kombination mit einem Dämmfilz aus Hanf, Flachs oder Schafwolle auf dem dann die Lehmschüttung aufgebracht wird. Auf alle Fälle würde ich die Teerpappe durch ein Rieselschutzpapier ersetzen, oder Sie lassen es überhaupt ganz weg. Wenn Sie oberhalb der Zwischendecke die Schlafräume anlegen dann empfiehlt sich die 2. Möglichkeit mit Lehm und Dämmfilz. Der Dämmfilz bringt die Schallentkopplung und die Lehmschüttung, für die Sie auch humusfreien Bauaushub verwenden können, die Masse. Dadurch erzielen Sie in den Schlafräumen, wenn unten geheizt wird, eine ideale Temperatur, die um etwa 3-4° C unter der der unteren Räume liegt.
Wichtig ist nur, daß die Lehmschüttung austrocknen kann (dauert bei erdfeuchtem Einbau ca. 3 Wochen) bevor sie dann den weiteren Bodenaufbau, im Ideal mit einem Schiffboden, den Sie nur Ölen und wachsen, durchführen.
Sollten Sie noch Fragen haben erreichen Sie mich auch unter c.rauch@lehm.at

Mit freundlichen Lehmbau-Grüßen

Christian A. Rauch



Deckenaufbau



Unzählige vertretbare Varianten gibt es eben da, Herr v. Marschall. Doch welche Sie bevorzugen möchten, hängt einmal von der vorgegebenen Einbauhöhe ab, den Spannweiten der Decken und dann auch vor allem von Ihrem eigen Gefühl zu den verschiedensten Baustoffe, die Ihnen da vorsuggeriert werden. Die Variante des Herrn Kurze ist völlig akzeptabel, da ich in seinem Bauvorhaben die kompletten Ausbaustufen mit durchführe und er mir seine Gedanken somit vorgibt und wir uns dann gemeinsam über die geeignetste Lösung einigen. Mitlerweile habe ich ein komplettes Aufbausystem aus Holzwerkstoffen kennengelernt, welches gerade bei Holzbalkendecken ein sehr gutes Ergebnis zeigt. MfG aus der wunderschönen Oberlausitz, die Lehmbude