Zwischensparren-Dämmung aus Lehm

04.05.2006



Bei der Sanierung eines ca. 110 Jahren alten Hauses haben wir festgestellt, dass der Dachstuhl über einer Dämmung aus ca. 100mm Lehm verfügt. Nun würden wir gerne die Dämmwerte verbessern und eine Inneschale anbringen.
Geplant ist die Anbringung von 50mm Latten auf die Sparren und dazwischen 50mm Dämmung, Konterlattung und Gipskartonverkleidung.
Welche Dämmung wäre dazu geeignet? Ist sie überhaupt notwendig oder Sinnvoll?
Brauchen wir eine Dampfsperre oder sollten wir auf die Fähigkeit der Lehmschicht, Feuchtigkeit zu speichern und wieder abzugeben vertrauen?
Wäre langfristig betrachtet eine Entfernung der Lehmschicht und Erstellung eines "konventionellen" Dachaufbau sinnvoller?
Über eine Antwort und Euren Anregungen würde ich mich sehr freuen.
Roberto



optimal wäre, den Lehm zu belassen



und die Wärmedämmung ca 12-14cm oben drauf zu packen.
So hätten Sie einen sehr guten sommerlichen Hitzeschutz und ein tolles Raumklima im Dachgeschoß. Allerdings müßten dazu die Ziegel runter und die Sparren aufgedoppelt werden.
Wenn das zu Kompliziert sein sollte, wäre eine Vollsparrendämmung mit Lüftungsebene anzuraten. Zwecks Raumklima-Optimierung kann z.B. innen eine 2cm dicke Lehmbauplatte auf Lattenrost montiert werden,wird mit 5mm Lehmfeinputz incl. Gewebeeinlage veputzt.



Bilddokument



Ein Bilddokument wäre sinnvoll, um sich noch genauer in Ihre Konstruktion hineindenken zu können.
Ansonsten ist die bereits angesprochene Variante mit Dämmstoff auflegen ebenfalls sinnvoll (Zellulose, Holzfasern geblasen).

Grüße aus der Lausitz

Udo Mühle



Dämmung



Welche Art Lehm habt Ihr als Dämmung?
Beobachtet doch einmal das Klima im Dachboden jetzt im Sommer, vielleicht müsst Ihr garnichts mehr ändern.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Zwischensparren-Dämmung die zweite



Vielen Dank für die Antworten; hier ein paar Ergänzungen:
Der Dachaufbau sieht folgender Maßen aus: Schieferdeckung (äußeres Erscheinungsbild Denkmalgeschütz)/Unterspannbahn (nicht Diffusionsoffen)/Holzschahlung ca.20mm/Sparren 100mm/dazwischen Lehm mit Stroh (welches genau kann ich nicht beurteilen), es handelt sich nicht um Lehmplatten oder -ziegeln sondern wurde offensichtlich vor Ort eingegossen oder "reinmodelliert"/Lattung ca. 20mm. Eine Aufsparrendämmung kann ich nicht anbringen, da das Gebäude denkmalgeschützt ist und die ganzen Anschlüssen zu Traufe (Fries), Gauben und Giebeln ziemlich scheußlich werden würden. Eine zusätzliche Dämmung wäre also nur von der Innenseite möglich. Wäre es nicht das Beste, "konventionelle" Dämmplatten (samt Lattung und Dampfsperre) anzubringen?

Roberto



Keine Dampfsperre!!



Wenn, dann höchstens nur Dampfbremsen Baupapiere).
Nach Ihren Schilderungen könnte es sich um eine Spalierfüllung (Stakeneinschübe) handeln, ähnlich den histor. Fachwerkausfachungen. Somit wäre hier eigentlich nur eine Windichtungsverbesserung in Betracht zu ziehen und eine vernünftige dazu passende Innenbeplankung (Holzweichfaserplatten, Lehmtrockenbauplatten etc.). Darüber Lehmfeinputz (naturell und gestrichen oder Farbfinishputz).

Grüße Udo



Mein Vorschlag wäre



direkt auf die Sparren eine diffusionsoffene Dampfbremspappe (wg. Winddichtung),darunter auf Lattenrost eine ca 8cm dicke Holzweichfaserplatte, oberflächengestaltet wahlweise mit 3-4mm LehmFeinputz mit LehmFarbenanstrich oder 2-3mm farbigem Lehmedelputz. Die Plattenstösse verspachteln und ein feines Malervließ( auch "Mullbinde" oder in Fachsprache ATP-Gitterstreifen genannt) einarbeiten.