Wärmedämmung an Innenwand

14.02.2005



Hallo liebe Fachwerk-Freunde,
die Außenwände unseres Fachwerkhauses wollen wir von innen dämmen. Sämtliche Informationen, die wir dazu gesammelt haben bringen mehr Verwirrung als Lösungen. Nachdem uns nun klar geworden ist, dass man sich bei einem Fachwerkhaus nicht nach dem Glaser-Verfahren richten darf, da man sonst mehr zerstören kann als einem lieb ist, hatten wir nun folgenden Wandaufbau geplant: 15cm Fachwerkwand mit alten Backsteinen ausgemauert, 8cm Cellulosedämmung (mit CSO Sprühverfahren) mit in der Dämmschicht sämtliche Leitungen (Elektro, Sanitär, Heizung), evtl. 1,5cm OSB-Platte oder 1,5cm Living Board Holzfaserplatte, 1,25cm Gipskarton oder Fermacellplatte.
Jetzt haben wir aber gehört, dass die Cellulose die Feuchte aus den Fachwerkwänden nicht richtig aufnehmen kann bzw. dementsprechend wieder abgeben kann und sich auch in unserem Aufbau Schimmel bilden könnte. Uns wurde als Alternative ein Isolierputz empfohlen (kann ich mir nur schlecht auf einer Fachwerkwand vorstellen, denn das Holz arbeitet doch... spätere Risse möglich?). Unsere letzte Alternative währe noch ein Wandaufbau mit Lehm. Zu diesem Thema haben wir uns aber noch nicht informiert. Außerdem denken wir, dass die Kosten dafür sehr hoch sein könnten. Wir sind wirklich verzweifelt. Kann uns vielleicht jemand helfen? Oder kann uns jemand einen Spezialisten im Raum Karlsruhe nennen, der uns zu diesem Thema beraten kann? Wir sind sehr gespannt wieviel Energie wir aus diesem Forum entnehmen können. Habt schon jetzt vielen Dank. Clea und Thierry





Hallo Clea und Thierry,
Innendämmungen sind generell sehr problematisch, insbesondere wie hier in Verbindung mit Fachwerk (Ziegelausfachungen) und mit innenseitiger Cellulosedämmung sowie OSB- bzw.Gipskartonplatten-Beplankung. Mal davon abgesehen, dass ich bezweifle, dass dieser Wandaufbau funktioniert, ist das Wohngefühl ähnlich wie in einem Fertighaus/Schuhkarton o.ä. Da ist dann das Elsass nur noch halb so schön. Von den Folgeschäden und Kosten will ich hier mal absehen.
Eine innenseitige Dämmung mit Lehm funktioniert, besonders jedoch in Verbindung mit Lehmausfachungen. Bei Ziegelausfachungen ist darauf zu achten, dass sperrende Schichten und Altanstriche, welche die Wasserdampfdiffusion hemmen oder die kapillare Leitfähigkeit unterbrechen könnten, grundsätzlich von der Innenseite der vorhandenen Außenwand entfernt werden. Gipsputze können z.B. bei langer Durchfeuchtung faulen.
Eine Innendämmung mit Leichtlehmsteinen, Leichtlehmschüttung oder Dämmplatten aus Lehm funktioniert, in jedem Fall sollte man jedoch eine Taupunktberechnung vornehmen.
Zu den Kosten ist zu beachten, dass hier Folgekosten durch Bauschäden entfallen.
Die Innendämmung mit Dämmplatten ist die etwas günstigere Variante, lange Trocknungszeiten
wie z.B. bei der Leichtlehmschüttung entfallen.
Auch ich komme natürlich gerne mal ins Elsaß.

Mit besten Grüßen aus dem Rheinland


Bernd Kibies



Innendämmung



Hallo oder salut,
Die Sache mit der Innendämmung ist nicht so einfach, daher vielleicht eine gewisse Verwirrung. Erst einmal das Prinzip erkennen. Innen soll es massiv sein wegen der Wärmespeicherung, die eine Strahlungsheizung ermöglicht. Nach außen soll es dämmend sein. Das ganze soll auch noch dampfdiffudierend sein. La quadrature du cercle! Das beste
ist ein Lehmwand innen, aus Leichtlehmziegel. Lehm nimmt Feuchtigkeit auf und gibt es wieder zurück. Leichtlehm dämmt, zwar nicht wie das gesetz es in Deutschland vorschreibt, aber in Frankreich nehmen wir das nicht so ernst. Lehm speichert, nicht viel aber genug um ein angenehmes Klima zu gewährleisten. Aber wie viel platz steht zur verfügung? Wie ist der Bodenaufbau um solch einen Lehmwand tragen zu können? Eine Alternative wäre Holzweichfaserplatten z.B Gutex (Stammen aus dem Badischen)
oder Pavatex (CH). Im Lehm gibt es die Möglichkeit eine Wandheizung einzubauen, aber dafür brauchen Sie einen Spezialisten. Eine Installationsebene kann auch dort installiert werden, dies verlangt eine genaue Planung.
Ich habe noch in meine französische Bauliteratur gelesen, dort wird bei Innendämmung stets der "pare-vapeur" empfohlen
On placera si nécéssaire un pare vapeur ou un freine vapeur du coté chaud de l'isolant. Ce voile sert aussi d'étanchéité à l'air. Dies ist allerdings mit Lehm nicht notwendig. Eine Frage bleibt noch: mit welche Backsteinen wolle Sie ausmauern: Klinker, Hartbrand oder Feldbrand?
Die Frage ist wichtig damit Sie nicht eine Art Dampfsperre aussen einbauen.
So das wäre fürs erste, es werden sich bestimmt noch andere
melden.
mit freundlichen Grüßen
Jean Hamesse



Winddichtheit..



...und Deckenzwischenräume!
Die Deckenzwischenräume müssen bei innenliegenden Dämmmaßnahmen permanent mit in das Maßnahmeprogramm mit integriert werden.
Dies versäumen fast alle Ausführenden und auch Fachbetriebe.
Was nützt mir denn ein teurer Schuh mit hervorragenden Oberleder und Witterungsbeständigkeit, wenn die Sohle ab ist oder nur defekt!!
Dies soll zeigen, daß genau in diesen Konstruktionsebenen der Teufel zu finden ist.
Bei Ihren Maßnahmen müssen Sie also die Decken- und Bodenkonstruktionen in der Breite mit Öffnen, wie stark sich die Dämmebene ausbildet.
Eine innenliegende Dämmung mittels Zellulose oder auch Holzfaser eingeblasen ist im Fachwerkbau möglich und auch durchführbar, doch die Spraymethode sollte nicht Anwendung finden, da sich in Ihrer Betrachtung die Winddichtungsebene
"verflüchtigte". Sie müssen innenseitig auf die zu erstellende Ständerkonstruktion ein sog. Winddichtungspapier aufbringen und durch dieses wird anschließend setzungssicher eingeblasen.

Grüße aus der wieder verschneiten Oberlausitz.



Waermedaemmung an Innenwand



Hallo,
ich wohne bei euch in der Naehe (zwischen Haguenau und Wissembourg).Habe mein Fachwerkhaus mit Lehm renoviert/restauriert.Ich kann gerne Tipps geben.
Gruss Hans



Wärmedämmung innen



Hallo,

auch wir hatten dieses Problem bei einem 250 Jahre alten Fachwerkhaus und haben es mit Holzlehm+Strohmatten+Lehmputz gelöst. Bei Interesse einfach mal melden.
Grüße

Richard Lehner