Lehm-Dämmung




Hallo,

in meinem Haus gibt es in den Fußböden noch die alten Lehmwickel. Im Rahmen der Balkensanierung musste ich die Lehmwickelausbauen. Nun baue ich den Lehm zur Dämmung und Auflast wieder ein. Da dies zwischen Obergeschoss und dem nicht ausgebauten Dachgeschoss passiert möchte ich zusätzlich noch eine Dämmung aufbringen, um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen.

Meine Frage nun: Welche Materialien kann ich dafür verwenden ohne großen Blödsinn anzurichten? Geht jede diffusionsoffene Schüttung? Kann ich auch Steinwolle drauflegen?

Wer kann mir Tips geben, die auch noch kostengünstig sind?



ISOFLOC



Hallo Claudius,

vor 3 Jahren stand ich vor einem vergleichbaren Problem. Die Holzbalkendecke in meiner umgebauten Fachwerkscheune hatte ich ursprünglch mit einer 20 cm starken Schicht aus Sägespäneestrich ausgefüllt. Jetzt erschien mir die Wärmedämmung nicht mehr ausreichend und ich habe eine zusätzliche 20 cm dicke Dämmschicht aus Zelluloseflocken (ISOFLOC) einblasen lassen.
Diese Flocken sind diffusionsoffen und der größte Vorteil ist das einfache Einbringen dieser Dämmung. Die ganze Sache war nach 2,5 Stunden (für 130 qm) erledigt. Da kann man den etwas höheren Preis für das Material eigentlich gut verschmerzen.
Unterm Strich war das nicht ganz billig aber bestimmt die beste Investition. Ich werde dieses Jahr die selbe Art der Dämmung an einem weiteren Altbau vornehmen. Da müsste ich das Dämmmaterial über 4 Etagen die Treppe hochschleppen. Ganz klar daß ich da das hinaufblasen bevorzuge.

Viele Grüße und viel Spass beim weiterbauen.

Oliver



Lehm-Dämmung, Korkschüttung



Also ich habe zur Verbesserung der Dämmung in meinen Geschossdecken teilweise eine Korkschrotschüttung eingebracht, was ich jedem, der einen diffusionsoffenen Aufbau erreichen möchte empfehlen kann. Der Arbeitsaufwand ist vergleichbar mit dem von ISOFLOC, lässt sich aber problemlos selber ausführen und ich denke die Kosten sind ebenfalls vergleichbar. Ein vorteil von der Verwendung von Kork als Dämmung, z.B. auch als Innendämmung von Fachwerkhäusern mit sichtbarer Fachwerkfassade ist die Sorbtionsfähigkeit von Kork, die vergleichbar mit der von Lehmputz oder Lehmausfachungen ist. Der Dämmwert von Korkschrot liegt bei etwa 0,04, also auch vergleichbar.
Habe selber bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht!

PS:durch Eigenleistung im Vergleich viel günstiger!!



Dämmung Aufbau



Manchmal sind die Balken nicht stabil genug oder der Aufbau ist nicht stark genug für eine ausreichende dämmung. Oftmals liegen auch der Balkenen nicht gerade. Dann empfiehlt sich an die vorhandenen Balken Bohlen anzuschrauben oder zu nageln. Das bringt zweierlei
A: Aufbauhöhe und dämmstärke erhöhen sich um das gewünschte Maß
B: Die vorhandenen Balken werden stabilisiert
Die Dämmung kann mit Kork, Schilf oder auch mit Hanfmatten erfolgen.
Hinweis Lehm dämmt nicht -speichert aber vorhandene wärme



Neue Frage



Danke ersteinaml für die Hinweise. Bin auch schon bei der Kostenprüfung.

Was spricht denn dagegen Stein- oder Holzwolle als obere abschließende Schicht auszurollen? Aus kostentechnischer Sicht die einfachste Variante mit einer relativen rechnerischen Sicherheit bezüglich des Wärmedämmwertes.



Steinwolle kein natürlicher Dämmstoff



vom jucken und potentieller Gesundheitsgefährdung einmal ganz abgesehen.
Gunther



Wenn Lehmschüttung als Gewicht eingebaut wird,



kann als Dämmung auch Lehm-Hobelspan-Dämmung verwendet werden.
Diese Dämmung kann geschüttet oder eingeblasen werden.

Grüsse Thomas



Entscheidung



Nach ich das Forum weiter aufmerksam gelesen habe, habe ich mich (auch auch Kostengründen) für eine Zellulosedämmschüttung (gemäß dem Vorschlag von Herrn Topf) entschieden. Leider zum Nachteil der Schalldämmung durch die geringe Auflast. Dennoch habe ich ein sehr günstiges Angebot gefunden und die erfoderlichen Eigenschaften (sehr gute Wärmedämmeigenschaften, einfacher Einbau, Naturmaterial) besitzt es auch.
Des Weiteren besteht möglicherweise die Gefahr der Tauwasserbildung an der Dachfußbodenunterseite (aus Rauhspund). Die Zellulose besitzt die Eigenschaft der problemlosen Feuchtesorption (bis zu einem bestimmten Grad).
Somit dürften alle Aspekte berücksichtigt sein.