Dachsparren abschleifen

26.03.2021 Minifutzi


Hallo,

wir möchten bei unserem 70 Jahre alten Haus aus den Dachstuhl ausbauen. Dabei sollen die Dachsparren sichtbar bleiben.
Diese sind sägerauh und haben über die Jahre viel Staub und Dreck angesetzt, sodass sie mittlerweile mehr grau als Holzfarben sind. Ich wollte sie deshalb gerne abschleifen.
Dabei ist die Schwierigkeit, dass es sich bei den Sparren (wie damals üblich) nicht um akkurat geschnittene Balken handelt, sondern jeder krumm und schief ist (was ja gerade den Reiz ausmacht).
Mit einem Hobel lässt sich daher nicht besonders gut arbeiten weil immer wieder Flächen "übergangen" werden und mit dem Bandschleifer geht es überhaupt nicht vorwärts (damit würde es wohl eine Jahresaufgabe).
Ich hatte daher an eine Flex mit Schruppscheibe gedacht, allerdings habe ich da früher schonmal die Erfahrung gemacht, dass das Holz regelrecht verbrennt und ich nachher überall schwarze Striemen habe.
Hab ihr vielleicht noch eine Idee oder einen Werkzeugtipp wie ich hier vorgehen kann?



Elektrohobel



Ich habe bei mir den gleichen Fall. Mit einem Elektrohobel klappt das sehr gut. Bei Mulden muss man halt mal winklig quer drübergehen. Nur bis in die Ecken kommt man nicht.



Welches Modell?



Hm, dann scheinst du einen besseren Hobel zu haben als ich.
Welches Modell benutzt du denn?



Ein Trennschleifer mit Schruppscheibe...



produziert Entsetzlich viel Lärm und Staub, und das Arbeitsergebnis sieht dann auch noch Entsetzlich aus. Die zusammenfassende Formel dafür lautet: E³

:-)

Ein drehender Exzenterschleifer wir z.B. die Rotex von Festool, kombiniert mit einem leistungsfähigen Staubsauger, bringt auf alle 3 Ebenen bessere Resultate. Mit der Körnung würde ich mit 40er antesten, mit 80er oder 100er später noch 'mal darübergehen.

Um eine Anschmutzung Ihrer Mühen zu reduzieren und eine leichtere Reinigung zu ermöglichen, würde ich hinterher ein Möbelhartöl sättigend auftragen oder eine Wachslasur verwenden.

Grüße

Thomas

Ein Hobel produziert, besonders bei unebenen Flächen, zu viel Materialabtrag. Das ist keine Frage des Modelles, sondern der Geometrie. Weiterer Nachteil: Hat man gelegendlich Fraßgänge, werden diese freigelegt. Das sieht nicht toll aus. Beim oberflächlichen Schleifen passiert das in weit geringerem Maße.



Meiner



Meiner ist von Makita. Bei mir ist der Materialabtrag gewollt, da an den Fehlkanten Rinde, Splintholz mit Fraßgängen und reichlich Mehl noch von den Frischholzschädlingen vorhanden ist. Die ersten Balken hatte ich von Hand mit Hobel und Zugmesser gemacht. Das sieht dann schön rustikal aus aber ist sehr anstrengend.



Bei mir



Bei mir hadelt es sich um den Dachstuhl aber ohne die Sparren, die sind nicht mehr sichtbar.



@Thomas



Hallo Thomas, das Gerät klingt sehr interessant. Ich suche was, um Fensterrahmen abzuschleifen. Mit Deltaschleifer ist es zu mühsam. Was kannst du mit enpfehlen?



Fensterrahmen...


Fensterrahmen...

Ein alter Lack ist meistens recht spröde. Da nehme ich erst den Hartmetallschaber. Gibts auch für den Falz als Dreikantschaber. Der lässt die Kanten heil, produziert erstmal keinen Staub, und mit einem scharfen Messereinsatz bekommst Du nahezu anstrichfertige Flächen.

Die große Rotex kippelt wohl zu sehr, um danach den Feinschliff zu machen. Die 150mm große Schleifscheibe ist denn auch besser für größere Flächen wie eben Balken. Es gibt weitere "Rotexen" mit 125 und 90mm Scheibendurchmesser, und letztlich auch andere Hersteller. Festool ist sehr gut, ich sehe die Maschinen des Preises wegen aber eher im Profisegment.

Grüße

Thomas

P.S. Mit dem Zugeisen? Das ist, auf die Menge hin betrachtet, schon eine erhebliche Schinderei.



Danke



Ich danke euch schonmal für die vielen Tipps und werde sie alle mal ausprobieren.



(Nachtrag)



Ich habe meine Balken gebürstet mit einer auf die Flex aufschraubbaren Nylonrolle. Benötigt aber eine drehzahleinstellbare Flex. Nicht so brachial wie eine Drahtrolle, holt nur ein wenig die harten Jahresringe hervor.

Eignet sich gut für "krumme" Balken, bringt aber durchaus Fraßgänge zum Vorschein (war bei mir gewollt).



Danke auch für den Tipp



Habe erstmal Profischaber bestellt



Statik beachten?



ich habe bei zwei Häusern (1961 und 1964) statische Berechnungen machen lassen. Beides Mal mit dem Ergebnis, dass die Balken so dünn sind, dass selbst eine leichte Isolierung nur geht, wenn es nicht mehr schneit. Mit einem größeren Abtrag wäre ich daher vorsichtig.