Gipskartonplatte direkt auf Dampfsperre

12.10.2009



Ein altes Thema würde ich gerne nochmal aufleben lassen.
Spricht beim Dachausbau technisch /bauphysikalisch etwas dagegen auf Lattung/Konterlattung zwischen Klimamembran/Dampfsperre und Rigipsplatte zu verzichten?
Also Aufbau von aussen nach ninnen:
- Ziegel
- Hinterlüftung
- Unterspannbahn, diffusionsoffen
- Dämmung (Zwischensparren)
- Dampfsperre auf Sparren
- Gipskarton direkt auf Sparren

Das Thema gab's vor zwei Jahren schonmal. Die Beantwortung finde ich aber recht unbefriefigend (weil dei Begründung fehlt).

Vielen Dank für Antworten.

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Dampfsperre direkt unter Gipskarton?
Hallo!

Ich will meinen Dachboden dämmen. 12 cm Zwischensparrendämmung, dann nochmal 6 cm Untersparrendämmung. Auf die Lattung der Untersparrendämmung kommt die Dampfsperre. Meine Frage: Kann ich die Gipkartonplatten dann dirket ebenfalls auf die Lattung für die Unterparrendämmung schrauben? Erstens, wäre dann zwischen Dampfsperre und Gipskaton kein Zwischenraum und zweitens wäre die Dampfsperre von tausenden Schnellbauschrauben durchlöchert. Gibt das Probleme?
Arne Nöhre | 24.10.07 | 1143x abgerufen | [ Antwort schreiben ]

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Dampfsperre

Es ist unüblich und falsch,
den GK direkt auf die Dampfsperre zu schrauben.
Auf die Lattung der Untersparrendämmung + Dampfsperre wird normalerweise das Traggerüst für die GK- Platten im Raster und im Höhenausgleich gesetzt. Darauf kommen dann die GK- Platten.
Falls Sie den Dachausbau selber machen wollen:
Als Laie bzw. Anfänger die Dichtigkeit der Dampfsperre (Ich empfehle Ihnen statt dessen eine feuchteadaptive Dampfbremse) und der Dämmlagen hinzukriegen, ist sehr schwer; Fehler sind hier vorprogrammiert.
Lassen Sie sich zumindest beim Einbau der Dämmung und der Dampfbremse von einem damit vertrauten Handwerker helfen. Die Traglattung und den GK können Sie selber einbauen.

Viele Grüße
Georg Böttcher

Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 25.10.07
GiKa direkt auf Dampfsperre

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unüblich schon, aber warum falsch?

Unüblich z.B. weil man oft noch eine Installationsebene für die Elektrik haben will. Vielleicht auch wegen zu grossem Sparrenabstand.

Sonst fällt mir nichts ein, warums falsch sein sollte.
- Taupunktmäßig i.o.
- Schraubenlöcher in Dampfsperre sind mit Schraube gestopft und zwischen GiKa und Sparren geklemmt: nicht grad ein "offenes Diffusionstor".

Falls es doch Gründe dagegen gibt wär ich dankbar dafür.
Andernfalls wird mein Dachboden ab nächster Woche in der Weise gedämmt.

cred | 11.10.09



was spricht dagegen...



... ein Thema wird der Abstand der Traglatten sein. Hier mal die Verarbeitungshinweise für die geplanten Gipskartonplatten lesen. Wenn der Abstand gering ist, grenzt sich wegen evtl. Arbeitsaufwand die Art der Dämmung schon mal ein. Hier auch mal nachlesen, ob etwas über Hinterlüftung steht, um evtl. Schüsselungen der Platten vorzubeugen.

Perforierung der Dampssperre wäre doch noch ein Thema. Es ist nun mal keine "Knautschzone" mehr da. Jede Durchdringung der GKP ist gleich eine Beschädigung der Dampfsperre. Wer weiß nach 20 Jahren noch um die mögliche Gefahr, sich in Sachen Konvektion ein "Eigentor" zu nageln?


Die kraftschlüssige Verbindung zwischen Holz und Holz (Traglatte / Konterlatte) würde ich als besseren Ort für die Dampfsperre sehen. Aber das ist das Gefühl eines Laien. Für den Profi gibt es mittlerer Weile gute Klebebänder von proclima.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Guten Morgen Feunde!



Hinterlüftung Ebenen in Bereichen von Aussenwänden sollte man generell vermeiden, den die sind meist der Tod. Hier im Dach ist es nicht ganz so Brisant. Der für mich richtige Aufbau von Aussen nach Innen ab der Unterspannung:
Diffof. Unterspannung ( Winddicht verklebt); Zwischensparrendämmung z.B. Holzwolle; feuchteadaptive Dampfbremse ( z.B. Pro clima Intello Plus); Lattung z.B. 40x60; dazwischen noch einmal ausgedämmt mit 40er HW; GK.

Begründung: Man vermeidet Hohlräume in dem, im ungünstigsten Fall unkontrolliert Kondenswasser ausfallen "könnte". Wenn man die Lattung ausdämmt erhält man die Homogenität des Schichtenaufbaus. Mit der Kombination der HW als sorptionsfähigen Dämmstoff ist das ideal und nimmt auch keinen Schaden bei der Zwischenlattendämmung, wenn diese nicht zu dick ausgeführt ist ( 40mm ist max.).
So jetzt halten Sie sich bitte alle die Augen zu!
Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass Baustoffe wie z.B. eine Lehmleichtbauplatte( mit Lehmputz) im Innenbereich, die an den Anschlüssen fachgerecht angedichtet ist, so das keine Konvektionströmung entsteht, nicht´s anderes ist wie eine feuchteadaptive Dampfbremse. Denn diese Dampfbremsen arbeiten nur nach dem gegebenen Dampfdruckgefälle. Das macht die Platte auch und lässt den "Dampf" kontrolliert ohne Konvektion in die Dämmebene oder zurück.

MfG Ronny



DG- Ausbau



Auch ich halte die Gefahr von eindiffundierendem Wasserdampf in das Dach für gering, da ein dichter homogener Innenputz, sei es auf Lehmbasis oder als verspachtelter, rissefreier Trockenputz (nichts andees ist Gipskarton) das Eintreten von warmer, feuchter Innenluft verhindert.
Diffusion ist um Größenordnungen kleiner als kapillare Leitung.
Theoretisch.
Das Problem sind die Qualität der Ausführung, Wind und Sturm, und das Lüftungsverhalten der Nutzer.
Bei Wind können erhebliche Druckunterschiede zwischen innen und außen entstehen. Innenluft wird durch kleinste Undichtigkeiten und Risse in die Dämmung gesogen und kondensiert.
Wenn dazu noch große Feuchtemengen in der Raumluft kommen, kann es kritisch werden.
Mein Wohnzimmer im Dachgeschoss habe ich übrigens auch ohne Dampfsperre (Es gibt nur eine winddichte Ebene auf der Dämmung), aber mit Gipskarton ausgebaut, es funktioniert schadensfrei.
Allerdings funktioniert die Belüftung der Schrägen, die Dämmung liegt winddicht, das Feuchteaufkommen in der Raumluft ist gering, der GK ist wind- und luftdicht.
Wenn man gegen die a.aR.d.T. verstößt, heißt das noch nicht zwingend, das es Schäden gibt.
Trotzdem möchte ich anderen abraten, so zu bauen.

Nun zu der eigentlichen Frage:
Wenn der Fragesteller glaubt, das seine Sparren eine völlig ebene, gerade fluchtende Unterseite ergeben, dann soll er doch da drauf schrauben.
Nur gibt es so eine gerade Sparrenlage nicht.
Dann wäre es noch ein großer Zufall, das die Sparren im richtigen Raster liegen.

Viele Grüße



Gipskartondecke entkoppeln



Hallo, ein wichtige Aufgabe von Konterlatte und Latte ist es, das die Bewegung des Dachstuhls nicht unmittelbar zu Rissen in den Fugen der Gipskartonplatten führen, diese doppelte Lattung läßt ein entspanntes Ausrichten zu, und reduziert den i.d.R. zu großen Sparrenabstand für die Befestigung auf das von den Herstellern empfohlene Maß.



Welche Dämmung ist es denn?



@ Georg Böttcher
Welcher Dämmstoff wurde bei der Dämmung ohne Bremse/Sperre verwendet?

Ich habe bei mir auch ganz bewusst auf eine Bremse oder Sperre verzichtet und mit Holzdämmplatten gearbeitet. Ein Winddichtung ist vorhanden - bisher keine Probleme.

@Karl Schmitz
Wenn ich recht lese besteht schon eine Querlattung von 6cm für die Untersparrendämmung. Diese kann ja auch ausgeglichen werden.

@Ronny Herbst
Direkt nach der GKP vor der Dämmung ist doch kaum mit Kondensat und Schimmel zu rechnen.

Grüße aus Frangn

Frank



DG- Ausbau



Ich habe Mineralwolle genommen (Dämmkeile, zeilagig).
Das die kein Kondensat halten kann, habe ich schmerzlich im ersten Winter festgestellt.
Über einem großen Dachfenster lief Wasser durch das hölzerne Futter, die Bretter verwarfen sich und rissen.
Grund war eine Undichtigkeit beim Anschluß des Fensters.
Innenluft gelangte oberhalb des Fensters in die Dämmung, das Kondensat lief nach unten auf das Fensterfutter.
Die Sache wurde in Ordnung gebracht; ansonsten habe ich keine Probleme damit.

Viele Grüße



@ Frank!



Da könntest du Recht haben. Aber was passiert denn, wenn draußen bei - 20°C Nasse die Kapillaren der Unterspannung zufrieren. Der Dämmstoff durch die f-adapt. D-Bremse gesättigt ist und diese zu macht. Wo schlägt sich das Kond.W nieder (ausser am Fenster). An Folien in Hohlräumen kann doch nett sein.Oder?

Bis bald Ronny



Dämmung Dachgeschoß



Wenn Du den bisher dargelegten Überlegungen nicht die notwendige Bedeutung beimißt, dann dämm ab nächster Woche Deinen Dachstuhl nach Deiner Methode. Ich habe mein Dach auch selber komplett erneuert, habe aber mit Grund- und Traglatten gearbeitet - allein schon, um genug Dämmung einzubauen und eine Installationsebene zu bekommen, wo alle Kabel verlegt werden können ohne die Dampfbremse zu beschädigen. Eine Sperre hätte ich mir bei den Anschlußdetails nicht zugetraut. Die Dachhaut wird mit 5 cm Lüftung gegen Sommerhitze und Restfeuchte/Kondensat belüftet. Innen habe ich OSB verwendet, aber auch da sind nicht alle Anschlüsse winddicht, da der Dachstul immer arbeitet - deshalb habe ich die Folie als Bremse mit geplant.

Ich wünsche Dir aber Erfolg bei Deiner Lösung.