Dachboden Aufbau

18.08.2014 zimbo122



Hallo hier nun mein neuer Thread.
Also ich bin dabei ein Fachwerkhaus Bj 1836 zu Sanieren. Ich habe nun die Decke vom 1 OG zum Dachboden abgerissen und möchte nun diesen so aufbauen das ich die Balken von unten Sichtbar habe. Der Dachboden soll dann gedämmt und wieder begehbar sein und als Stauraum genuntzt werden.
Ich hatte mir gedacht als erstes Gipskartonplatten zu legen damit ich nachher nicht das gestückel von unten zwischen den Balken habe. Auf den Gipskarton dann OSB Platten(damit ich den Boden kurzfristig begehen kann um Strom und Heizung zu legen) dann eine Dampfbremse, Lattung mit Dämmung (Steinwolle) und dann Wieder OSB.
Ist dieser Aufbau so zu Empfehlen oder würdet ihr was Diffusionsoffeneres nehmen und wenn ja wie und warum?
Würde mich über zahlreiche meinungen freuen.
Vielen Dank schonmal dafür.
Gruß Eike



Deckenaufbau



Meine Alternative:
Balken unten säubern, glätten, farblich behandeln,
Dachlatten als Auflage an die Balkenflanken schrauben,
OSB passgerecht auflegen und verschrauben,
Rieselschutz auflegen,
30 mm Betongehwegplatten verlegen,
Zwischenräume mit trockenem Sand (am besten geglüht oder frisch aus der Grube)auffüllen,
Rauhspund oben auf die Balken nageln,
trittfeste Holzfaserdämmung auflegen,
Gipskarton passgenau zuschneiden und von unten an die Traglattung schrauben,
Balkenflanken abkleben,
Fugen GK/GK spachteln,schleifen,
Fugen zum Holz mit Acryl schließen.
Damit das nicht so aalglatt aussieht können Sie den GK mit einem Roll- oder Streichputz behandeln.

Ich würde statt dem Gipskarton in den Balkenfeldern die Deckenunterseite mit Trockenbauabhängern, Traglattung und Gipskarton flächig schließen denn die Übergänge zum Holz sind potentielle Fehlerquellen.
So ein gefakter halber Windelboden (so hieß das früher mal) wird immer nach Disney oder Eckkneipe aussehen.



Deckenaufbau



Das war doppelt.



Hier also die vom anderen thread herübergeholten Vorschläge:



Eine steife UND brüchige Platte ist als Auflage nicht geeignet. Ich würde eine geschliffene OSB passender Stärke direkt auf die Balken nivelliert legen. OSB in Nut und Feder verklebt. Dann Streichen oder lasieren, oder, wenn's ultraglatt werden soll, erst Vlies Kleben und dann streichen. Weiterbau nach oben Holzweichfaser mit Lagerhölzern und Dielung oder Rauhspund, je nach Nutzung. Damit wäre nach oben ein Dampftransport aus dem FB-Aufbau möglich.

Mit den sichtbaren Balkennuten muß man dann eben leben. Reinigung der Balken geht gut mit el. Balkenbürste.

Wie soll das Dachgeschoß genutzt werden?

Grüße

Thomas



@ Thomas



Der Dachboden ist nur als 2.te Abstellfläche genutzt ansonsten steht mein Sicherungskasten und in Zukunft ein Heizungsverteiler da.
Kann ich auf OSB direkt Vliestapete verkleben oder einen feinen Putz?
Erlaubt OSB den Dampftransport?
Gruß Eike



@ Georg böttcher



Das ist mir leider ein bisschen aufwendig ausserdem möchte ich die komplette Balken Höhe nutzen da die Räume später sonst so drückend wirken weil ich nur ca 2.1m Deckenhöhe unteterkannte Balken habe. Vielleicht haben Sie ja noch weitere Ideen. Vielen Dank
Gruß Eike



Deckenaufbau



Leider kann ich da nicht weiterhelfen,
ich bin Bauingenieur und kein Heimwerker. Deshalb habe ich Ihnen eine Lösung angeboten die Bestand hat und die Forderungen an den Schall,- Brand- und Wärmeschutz erfüllt. Ordentlich bauen ist nun mal aufwändig. Die nächste Generation bzw. Ihr Nachfolger wird es Ihnen danken. Billig bauen wird teuer.



Eine...



geschliffene OSB-Platte kann tapeziert werden. Bitte beachten: Die OSB im Baumarkt ist meist ungeschliffen. Ich halte das Tapezieren aber für überflüssig, da die Fläche sehr glatt ist. Die OSB ist recht dampfdicht und das ist an dieser Stelle auch gut so. Wichtig ist, das die Decke nach oben zu dampfoffener ist, das wäre mit der Dämmung durch Holzweichfaserplatten möglich, und der Lauffläche aus Rauhspund.

Grüße

Thomas



@ Georg böttcher



Ich will nicht billig bauen und ich wollte auch ihre Meinungen nicht schlecht machen. Ich suche nur eine Lösung die einfach umzusetzen ist und bei der die Balken komplett sichtbar sind. Mir gefällt die Optik und ich brauche die Raumhöhe.
Gruß Eike



Decke



Gut, es muß Ihnen gefallen.
Legen Sie wie Thomas schon beschrieben hat OSB- Platten auf die Balken. Darauf Trittschallplatten Steico underfloor, darauf knirsch verlegt Betongehwegplatten 30 mm dick, darauf 100 mm behgehbare Holzfaserdämmplatten Steicotop.

http://www.steico.com/produkte/ueberblick.html



Decke



Was meinen Sie mit betongehwegplatten und wofür?



Decke



Stinknormale einfache Betongehwegplatten 30 x 30 x 3, die billigsten die es gibt. Sie erfüllen die gleiche Funktion wie die Deckenschüttung bzw. Füllung die einmal in der Decke war. Amplitudendämpfung bei Temperaturschschwankungen, Vorspannung der Decke um Resonanzschwingungen zu brechen und Luftschallschutz, vor allem gegen tiefe Frequenzen.



Decke



Danke euch beiden schonmal für eure Tipps und Ideen. Würde sich eigentlich eine mdf Platte anstatt eine osb Platte Verarbeiten lassen in Sachen streichen, Verputzen oder tapezieren.
Und meint ihr das ich bei einer Holzfaserdämmplatte keine dampfbremse unter der dämmung brauche?
Gruß Eike



OSB ist ziemlich wirksame Dampfbremse...



... wenn man die Fugen abklebt.

22 mm OSB haben einen sd von ca. 4 bis 6 m. Da sollte es keine zusätzliche Dampfbremse brauchen.

MDF hat m.E. nicht die nötige Stabilität.

Die Gehwegplatten könnte man sich wegen der Schwingungsdämpfung auch schenken - schliesslich läuft man nicht ständig auf dem Dachboden herum - aber durch ihre thermische Masse verbessern sie die Temperaturamplitudendämpfung erheblich, sorgen also im Sommer für ein angenehmeres Klima. Man beachte das erhebliche Gewicht.

http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?&d0=2.2&mid0=71&d1=3&mid1=10&d2=10&mid2=252&d3=2.2&mid3=36&bt=0&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=4



Deckenaufbau



Holzbalkendecken werden mit 1,5 kN/m² Eigenlast gerechnet, da ist die Füllung- hier die Gehwegplatten- mit ca. 60kg/m² enthalten.
Andersherum: Die Balken, die OSB- Platte, die Dämmung wiegen so um die 50kg/m². Die Füllung- hier die Gehwegplatten- ist eigentlich zu leicht. Normalerweise nimmt man Betonrechteckpflaster.



3 Schicht - Platten anstelle von OSB



Anstelle der OSB - Platten könnte man auch "3 - Schicht - Platten", 18 mm stark nehmen. Diese übernehmen ebenfalls die Funktion einer Dampfbremse bei (von oben) abgeklebten Fugen, sind aber optisch gefälliger und baubiologisch günstiger, da die Kleberschicht nicht direkt der Raumluft ausgesetzt ist. Nach oben wählt man dann einen diffusionsoffenen Aufbau sowie er schon beschrieben wurde ... Die obere Nutzschicht darf dabei auf keinen Fall OSB oder Spanplatte sein, Rauspund in einer auf den Balkenabstand abgetimmten Stärke ist gut dafür. Nachteil der 3 - Schicht Platten ist, dass man sie nur in den Abmessungen 2 m * 5 m bekommt. Man kann aber auch ganze Platten kaufen und sie bereits zugeschnitten liefern lassen. Die Unterseite kann dann z.B. weiß lasiert werden ... das sieht richtig fein aus.

Mit einer Holzfaserdämmung hat man einen gewissen Puffer für einen ungewollten Feuchtigkeitseintrag durch fehlerhafte Ausführung ... diese ist allerdings teurer als herkömmliche Mineralwolle ... aber alles hat halt seinen Preis

Frohes Schaffen, Stefan



Plattenwerkstoffe



Zum Preis und zum Arbeitsaufwand bei Sperrholz im Vergleich zu OSB:
18 mm 3- Schichtplatten: 25 - 35,- €/m², ohne Nut/Feder
22 mm OSB geschliffen ca. 13,- €/m².
Ohne Nut/Feder kann man die Sperrholzplatten nur AUF den Balken stoßen, das ergibt einen Haufen Verschnitt. Die Stöße in den Balkenfeldern müssen mit Lamellos o.ä. nachgearbeitet werden.
OSB- Platten können praktisch ohne Verschnitt verlegt werden.



Es dürften...



die 18mm der Dreischichtplatte schlicht zu schwach sein - bei einem durchschnittlichen Balkenabstand.

Zudem halte ich das nicht für praktikabel, weil das exakte nacharbeiten von Nuten / Einbau Fremdfedern vor Ort wohl kaum befriedigend realisierbar ist.

Grüße

Thomas



passt schon!



Die 3 - Schicht Massivholzplatten haben mich letztes Jahr pro qm 14,66 € netto gekostet, dazu kamen noch 0,95 € netto für den Zuschnitt. Die Platten habe ich auf / über den Balken gestoßen, das Ergebnis ist eine fugenlose Untersicht, welche sich wirklich sehen lassen kann ... mit der weißen Lasur sieht das aus wie "geseift". Wenn ich das mit der sauerkrautartigen Ansicht von OSB vergleiche, fällt mir persönlich die Entscheidung leicht (dies ist natürlich Geschmackssache, weniger aber die Schadstoff - Belastung einer unverkleideten OSB - Platte für den Innenraum, die mein Baubiologie - Freund immer wieder mantraartig anmahnt, ich persönlich auf Grund meiner eher geringen Lebenserwartung als starker Raucher für mich nicht ganz so dramatisch einschätzen würde ... {-;).

Der Zuschnitt erfordert schon eine vernünftige Planung ... bei mir passte es halt gut von den Maßen, der Rest wurde später zu Regalen etc. verbaut, da ist fast nichts mehr übrig. Die Dämmung liegt natürlich zwischen Lagerhölzern die bei mir dann als oberen Bauteil - Abschluss DWD - PLatten tragen (diese sind nur für gelegentliches Begehen und nicht für einen Stauraum geeignet).

Die Holzfaserdämmung in 160 mm Stärke bietet an sich schon einen guten sommerlichen Wärmeschutz und einen gewissen Feuchtigkeits - Puffer ... also ich bin damit rundum glücklich und würde es jederzeit wieder so bauen ... (der Aufbau ist aber sicherlich teurer als GK, Folie und MiWo ...)

Gruß, Stefan



Eine geschliffene OSB - Platte...



ist, deckend gestrichen (keine wasserbasierten Farben!) sehr strukturarm. Sauerkraut? Das ist eine Heraklitplatte :-)

Und 18mm sind denn doch zu dünn. Man kann die Leichbauweise auch übertreiben. Die Decke hat nicht nur eine Deko_funktion, sondern auch eine statische Funktion. Stabiler wird's auch nicht, wenn die Platten längs zu den Balken liegen, wie bei Dir. Und quer, was statisch besser wäre, gibt es jede Menge Fugen!

Wenn's nicht schon eine Beule macht; irgendwann hängt das sicher durch.

Raumlange Platten bekommt man vermutlich gar nicht auf diesen Boden gezaubert.

Grüße

Thomas