Dampfsperre von außen um/zwischen Dachbalken einziehen - Schäden an Dachbalken durch Feuchtigkeit?

03.04.2006



Hallo!
Wir möchten bei unserem Einfamilienhaus von 1975 das Dach sanieren (besser isolieren). Der jetzige Dachaufbau enthält jedoch keine raumseitige Dampfsperre. Eine Belüftung findet jetzt über einen nicht vollständig isolierten Restdachboden statt.
Da das Dachgeschoss von innen leider schon vollständig renoviert ist (Rigipsplatten unter den Dachbalken + tapeziert), kommt für uns eine Dachsanierung nur von außen in Betracht. Angedacht ist eine Aufdopplung der Dachbalken und das Einbringen neuer (dickerer) Dämmstoffe.

Das Einziehen einer Dampfsperre ist somit aber auch nur von außen möglich. Die Dampfsperre kann also nur wannenförmig zwischen bzw. um die Dachbalken eingezogen werden, so dass die Dachbalken raumseitig nicht gegen Feuchtigkeit geschützt sind.

Jetzt unsere Frage:
Nehmen die Dachbalken dadurch Schaden?
Wie können wir unser Dach evtl. anders neu aufbauen, um eine bessere Isolierung zu erreichen und Schimmelbildung zu vermeiden?



eine Dampfsperre sollte immer innen liegen,



da diese, wie der Name schon sagt, den eindringenden Wasserdampf abbremsen soll.Gleichzeitig wirkt Sie als winddichtende Schicht.Die vhd. innere Gipskartonplatte hat bisher eine Dampfbremse ersetzt.
Wenn der Dämmaufbau jetzt nach oben erhöht werden soll,macht der Einbau einer oben liegenden Dampfbremse keinen Sinn. Wichtig wäre ein Unterdach ,mit oben liegender Belüftung( Luftschicht zwischen Unterdach und Ziegeldeckung)



Spezialdampfbremsen



Guten Tag, es gibt Hersteller, die Spezialdampfbremsen für die von Ihnen beschriebene Anwendung anbieten. Wie gut das wirklich in der Praxis funktioniert weiß ich nicht. Ich habe in Ihrer Frage auch nicht verstanden, wie der Spitzboden das Dach belüften soll. Prinzipiell hat Hr. Schillberg recht, dass die Dampfsperre nach innen gehört. Mit normalen Dampfsperrfolien wird Ihr Vorhaben auf jeden Fall zu Schäden führen, die Spezialbahnen sind moderat sperrende oft feuchteadaptive Bahnen. Das Produkt von Dörken heißt z. B. Delta Sd-Flexx und soll außen auf dem Sparren einen Sd-Wert von ca. 0,2 m, innen in der "Normalfläche" einen Sd-Wert von ca. 5 m haben.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



.... mein...



... Vorschlag... :

von Innen nach Außen:

- "Dasatop" von der Firma Pro-clima verwenden
(www.proclima.de)
- Aufdoppeln der Sparren auf ca. 20-24 cm
- 35 mm Weichfaserplatten als Unterdach (guter sommerlicher Hitzeschutz)
- Konterlattung
- Lattung
- Ziegel

- Hohlraum zwischen Weichfaserplatten(Außen) und Dasatop (Innen) mit Zellulose ausblasen ( klimatec-system.de)

- angenehmes Wohnen geniesen und geringe Heizkosten feststellen

MfG
Horst Paulik

@ Klaus Schillberg : bei einer richtig verlegten Dampfbremse spricht ist der Begriff Luftdichtigkeit besser.
Die äussere Weichfaserplatte hat die Aufgabe der Winddichtigkeit.



Nachtrag



Bitte googeln Sie doch mal zu folgenden Dingen: Fraunhofer Instit für Bauphysik Holzkirchen, ibp370.pdf, ibp309.pdf, Dampfbremsen_bei _der_Altbausanierung.pdf
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Dampfsperre um Dachbalken verlegen



Danke für die Antworten.

Wir wollen ja die Dampfsperre im Prinzip innen einziehen - nur können wir das nicht mehr von der Raumseite her, da diese vollständig bewohnt ist.
Das Dach (Ziegel, Lattung, äußere Folie, Isolierung) wird also von außen komplett entfernt, so dass nur die Dachbalken mit den von innen angebrachten Rigipsplatten übrig bleiben.
Beim Neuaufbau des Daches soll dann als erstes eine neue Dampfsperre (Delta-Sd-Flexx) eingebracht werden, die direkt auf den Rigipsplatten liegt, aber um die Dachbalken herum geführt werden (da von außerhalb gearbeitet wird).
Dann kommt neue Isolierung (20-24 cm) zwischen die Dachbalken, darauf eine wasserabweisende/winddichte Folie (Delta-Maxx-Plus) und letzlich Lattung und Ziegeln.
So liegt innen von der Isolierung die Dampfsperre und außerhalb die Unterdeckbahn. Ein Zwischenraum ist nicht geplant.
Meine Frage betraf nur mögliche Feuchteschäden an den Dachbalken, die von innen (raumseitig) nicht durch die Dampfsperre geschützt sind.