Dachisolierung, Unterspannbahn, Dampfsperre und Varianten.

18.09.2013 Herbert40



Hallo Leute,

Ich will nachträglich mein Dach isolieren. Was, Wie, Wo ist soweit klar.
Das einzige was ich nicht verstehe sind die ganzen unterschiede in den Unterspannbahn und den Dampfsperren.
Ist zustand: Das Dach ist gedeckt, dicht und sieht ganz gut aus. Wie alt die Ziegeln sind konnte mir der Verkäufer leider nicht sagen da er es auch nur geerbt hat.
Ich gehe mal davon aus, dass ich es spätestens in 15 Jahre neu decken muss. Somit stelle ich nicht die höchsten Ansprüche an die Unterspannbahn. Muss halt nur die Zeit seinen Zweck erfüllen. Bein neuen decken kommt dann ehe eine neue drauf.
Anders ist es schon bei der Dampfbremse die bleibt ja dann drin.
Isoliert wird mit 160 Klemmfilz und anschließend 40 Holzfaser.
Meine Frage:
Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Faktoren auf die ich bei den Bahnen unbedingt achten sollte und welche normen sie einhalten sollten.
Teuer muss ja nicht immer gut sein und gut nicht immer teuer.
Ich bin für jede Information dankbar die mir bei der Auswahl helfen kann.
Gruß Herbert



Nachträgliche Dachdämmung



Dein Dach ist durch den Mörtel relativ dicht. Du hast keine Konterlattung. Also brauchst Du eine Hinterlüftungsebene im Sparrenfeld mit Zu- und Abluft an Traufe und First.

Mit einer sogenannten "Vario"-Dampfbremse und Steinwolle würde ich an so einem Dach nicht "zaubern" wollen. Rechnerisch lässt sich das vielleicht darstellen. Dummerweise gibt es im wahren Leben aber andere Konstellationen als im Rechnermodell.

Ohne Hinterlüftungsebene wird das Dach auch recht heiß werden. Somit würde ich auf eine 4cm dicke Hinterlüftungsebene achten. Am besten druch eine festere Holzdämmplatte im Gefach und dann den Rest mit einer kapillaraktiven Naturfaser dämmen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural Naturfarben



Hat



mal jemand einen Blick auf die Dimensionierung der Sparren geworfen? Meinem Laienauge nach sieht das aus wie Spielzeugsparren mit relativ großen Abständen.



Nachträgliche Dachdämmung



Hallo Frank,

erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Wie du schon sagtest ist mein Dach durch den Mörtel „relativ“ dicht. Allerdings nur relativ.
An einigen Stellen ist der Mörtel schon sehr lose oder heraus gefallen. Beim Wechseln der Schwelle kam noch einiges runter da ich das ganze etwas anheben musste.
Hinterlüftet sollte es werden und zwar mit Latten 30 x 50 an den Seiten 30 und in der Mitte 50 dieses wird nach außen herausgeführt und mit einer Unterspannbahn bespannt. Die Sparren, 12x12 teilweise Rund und grob behauen, sollen seitlich beplankt werden um die gewünschten 16cm zu erhalten. Hier soll Klemmfilz rein. Danach eine Lattung 40 Stark und Wagerecht. Diese will ich dann mit Holzfaser füllen. Zum Abschluss die Dampfsperre.
Was soll daran Falsch sein oder warum würdest du damit nicht arbeiten.

PS. Die Dachlattung ist 30 x 50



Altdach dämmen



Gut ist ja schon mal, dass Du eine Hinterlüftngsebene berücksichtigen willst.

Praktisch habe ich in der Ausführung noch Bedenken.
Wenn Du eine 30er Latte längs zum Sparren für die Hinterlüftungsebene anbringst, dann bleiben Dir bei gerundeten Sparren von 12cm Dicke u.U. nur noch 5 bis 6 cm für eine ordentliche Verbindung. Dort eine 16cm breiten Bohle anzulaschen, auf der dann alles andere an Aufbau sitzt erscheint mir etwas grenzwertig - aber da sollen sich mal die Zimmersleute melden.

Dann denke ich an die geplante Umdeckung. Wenn Du mal von Außen rangehst, dann wäre es gut, wenn Du nicht auf dieses fluffige Steinwollzeugs noch mehr Last aufbringst. Die drückt Dir ja bis zur querliegenden Latte im Innenraum durch. Ich würde die Hinterlüftungsebene mit einer festeren Holzdämmplatte ausbilden.

Wieweit die Dampfbremse an der genannten Stelle geschützt bleibt, wenn Du dann nach Innen weiter aufbaust, hast Du Dir sicherlich überlegt. Sonst wäre die bei mir unter der Querlattung besser aufgehoben.

Und dann komme was Wolle ... aber bei mir käme die nicht. Ist mir einfach zu kratzert und in den Innenräumen will ich diese Fasern auch nicht haben. Da gibt es leistungsfähigeres Material für den Altbau.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural Naturfarben