Neue Balkonbretter - wie behandeln für Langlebigkeit?

08.07.2005



Wir wollen unsere Balkonbretter (quer) ersetzen.
Bei der Auswahl der Hölzer empfiehlt sich aus Gründen der Langlebigkeit und Kosten offenbar Lärchenholz.

Dieses Holz hat aufgrund seines Harzgehalts einen gewissen natürlichen Schutz und soll sogar unbehandelt über 10 Jahre haltbar sein.

Durch welche Massnahmen kann man die Langlebigkeit weiter erhöhen?

Wegen der Offenporigkeit düfte eine Lasur am geeignetsten sein. Pigmente zum zusätzlichen UV-Schutz. Welche Lasur ist geeignet? Wie oft zu Beginn Streichen und in welchen Abständen später? (Westseite)

Hat jemand Langzeiterfahrungen?



Ich habe bei mir mineralischen Holzschutz draufgestrichen, was bis jetzt einigermaßen funktioniert.



Inzwischen bin ich auf eine schwedische Lasur gestoßen, die schon fünf Jahre Topzustand hat. Details/Bilder auf www.konrad-fischer-info.de/23bausto.htm



Neue Balkon Bretter konstruktiv schützen!!



Guten Tag Klaus Valentin
bei der Holzauswahl haben Sie schon die richtige Entscheidung getroffen
zu Ihrer Frage wie kann man Holz im Außenbereich konstruktiv besser schützen gibt es mehrere Möglichkeiten
1. alle kannten auf ca. 15 Grad abschrägen
damit dort kein Wasser drauf stehen kann und es so schnell wie möglich abgeführt wird
2. wo die Bretter festgemacht werden sollte man konstruktiv entweder ein paar unterlegt Scheiben oder ein schmales Holz zwischenlegen damit dort kein Wasser stehenbleiben kann
3. ich füge ein Bild einen wo man einer Balkonkonstruktion in der Planung sehen kann
4. und selbstverständlich kann man die die Balkonbretter auch mit einer Lasur schützen (man sollte aber daran denken das eine Lasur kein allwunderheilmittel ist)

Ich hoffe ich konnte ihnen hiermit ein bisschen weiterhelfen und hoffe dass sie an ihrem Balkon noch sehr viel Spaß haben

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Langes Leben für's Holz!



Hallo

Konstruktiver Holzschutz! - Überstände; Wasserabfluss gewährleistet

Die Langlebigkeit von Hölzern lässt sich m.E. im Aussenbereich nicht verlängern!
hobeln der Hölzer und natürlich vergrauen lassen
farbliche Veränderungen lassen sich sowieso nicht verhindern
Ich sage immer: "Einmal streichen - immer streichen" und das kann man sich eigentlich sparen.

mfG

Florian Kurz



Balkonbretter -



- wenn schon quer verbaut, sollten folgende Hinweise zum
konstruktiven Holzschutz beachtet werden :
1. Die Schmalflächen der Bretter ( oben und unten )
mindestens im Winkel von 15° ( besser 30° ) anfasen.
Der Querschnitt der Bretter beschreibt dann ein Parallelogramm.
Oben dient die Schräge dazu, daß Regenwasser ablaufen kann.
Die untere spitzwinklige Ecke bildet eine Abtropfkante.
2. Alle Kanten im Radius von min. 3 mm abrunden.
Abrunden deshalb, weil an scharfen Kanten keine Farb/Lasurhaftung möglich ist und diese sehr verletzlich sind - und auch Verletzen können.
3. Die Bretter niemals direkt dicht auf die Pfosten u.dgl.
aufschrauben.
Mindestens 4 mm "Luft" lassen. Also auf "Abstand" befestigen
Dadurch ist das Brett rundum belüftet un kann nach einem Regen wieder allseitig abtrocknen.
4. Edelstahlschrauben verwenden. ( keine Korrosion - dadurch
jederzeit lösbar )
5. Die einzelnen Bretter sollten auch untereinander einen
Abstand haben, damit man sie gelegentlich reinigen und
nachstreichen kann.
---
Anstrich : Offenporige Lasuren oder Farben auf Naturölbasis
verwenden.
z.B Osmo, Leinos, Kreidezet,PNZ u.ä
KEINE Acry- Produkte !!
-
Helle Farbtöne bevorzugen, weil dunkle Anstriche bei
Sonneneinstrahlung sehr sehr heiß werden und das Holz
dadurch enorm leidet.
-
Farblose Anstriche bilden keinerlei UV - Schutz.
Immer pigmentierte Lacke/Lasuren verwenden.
-
Senkrecht verbaute Latten ,Bretter u.s.w. halten immer
länger, sofern sie oben eine Hirnholzschutzleiste
( Verschleißteil ) haben und unten schräg geschnitten sind.
( Abtropfkante )

Andreas Milling



Wie wär's mit Eiche?



Eiche ist kaum teurer als Lärche und hält deutlich länger. Eine Oberflächenbehandlung verlängert die Lebensdauer meist nur wenig.



Danke!



Danke für die vielen hilfreichen und interessanten Antworten!

@Konrad Fischer:
Was ist das für ein mineralischer Holzschutz? Vielleicht Chromat? Löst sich der nicht allmählich auf, bei bewitterten Brettern?

Was sind die wirksamen Bestandteile der schwedischen Lasur (bzw. Produktname)?

@Andreas Vollack:
An die Abschrägung der Balkonbretter habe ich auch schon gedacht. Leider sind sie nicht handelsüblich, sondern nur gefaste Kanten. Man müsste es wohl bei einem Schreiner mit einer Oberfräse machen lassen, zumindest auf der oberen Seite des obersten Bretts (von vieren).
Doch welches Profil bei den 25 mm starken Brettern? Vielleicht 45 Grad Abschrägung an beiden oberen Kanten, so dass horizontal noch 5 mm stehen bleiben? Oder rundes Profil? Das stehenbleibende Wasser wird jedenfalls in beiden Fällen stark verringert.

Danke auch für die lehrreiche Zeichnung und für die Guten Wünsche!


@Florian Kurz
Ich denke, dass durch eine Lasur (offenporig) das Eindringen von Wasser behindert sein sollte. Gleichzeitig können Wasserreste durch die Poren wieder verdampfen.
D.h. das Holz müsste mit Lasur im Durchschnitt trockener sein als ohne. Pilze hätten weniger Chancen.
Biozide und Fungizide Bestandteile der Lasur machen es den Pilzen zusätzlich schwer, Fuss zu fassen.
Zum Vergrauen: Das ist nicht jedermanns Geschmack, weshalb die Lasuren auch meist pigmentiert sind. Offenbar kann auch die UV-Strahlung im Laufe der Zeit die Holzoberfläche angreifen. Dann hätten die Pigmente noch eine Schutzfunktion.

Vielleicht kann jemand von vergleichenden Studien berichten?

@Andreas Milling
Ein Abschrägen der Bretter (25 mm), so dass im Querschnitt ein Parallelogramm entsteht ist sicher ein guter konstruktiver Holzschutz gegen stehendes Wasser. Bei einem Winkel von 30 Grad dürfte die Stabilität der (auf mind. 3 mm Radius) abgerundeten Kante noch nicht leiden. Wäre noch zu klären, welche Art der Abschrägung das beste Kosten-Nutzen-Berhältnis aufweist. Die Arbeiten würden ja beim Schreiner ausgeführt.

Die 4 mm Luft zwischen Pfosten und Bretter sollte man wohl mit Kunststoff-Unterlegscheiben realisieren. Ich hoffe, dass diese für VA Schrauben 5x30 handelsüblich sind.
Danke insbesondere für die konkreten Angaben zu den Lasuren und den Tipps zur hellen Farbe und der Hirnholzschutzleiste bei senkrecht verbauten Brettern.

@Rainer Stasch
Eiche hat offenbar den Nachteil, dass sie abfärbt und die Korrosion der Stahlpfosten (leider nicht rostfrei) erhöhen kann.



es kommt darauf an, …



… was Sie wollen?

Wollen Sie Langlebigkeit?
oder
Wollen Sie jedes Jahr streichen?

Wenn die Lärche relativ harzreich ist, kann es Ihnen passieren, dass Ihnen Ihre teure Lasur etc. überhaupt keine (oder nur eine schlechte) Haftung bekommt.
Lasuren, pigmentierte Anstriche etc. bilden auf Dauer auch "Schichten" auf dem Holz, die Sie wieder Abschleifen müssen, etc.
… und die 3mm Rundungsphilosophie kommt von den "Schichtbildnern"!
Bei ölhaltigen oder öligen Anstrichen dringt das Mittel in das Holz ein - und da wäre dann eine einfache Fichte sehr gut, da sie relativ "offen" ist!

Wenn Sie dann mit dem "Geschmack" anfangen ist die "Langlebigkeit" sowieso vorbei!
Schauen Sie einfach die "alten" Scheunen an, die bei guter "Konstruktion" locker auf 200 Jahre kommen - ohne Lasur und Konsorten! … und das sind meistens nur "normale" Fichtenbretter!

Beim Verschrauben müssen Sie mit der Sprödigkeit der Materialien rechnen, ein Nagel reicht oft auch aus - und ist wesentlich "flexibler"!

Glück auf

mfG

FK



Produktnennungen will ich hier aus verschiedenen Gründen unterlassen.



Mit Chromat hat die von mir gemeinte Methode aber nix zu tun. Die Lasur soll nach den vorliegenden Erfahrungen das grundsätzlich mögliche (und an meinem Belag erfahrene) "gewisse" Auslösen behindern.



Keine Erhöhung der Langlebigkeit durch Anstriche bei voll bewittertem Holz?



@Florian Kurz
Die Balkonbretter werden voll bewittert, da ein Dachüberstand fehlt. Von der Wirkungsweise her erscheint es mir plausibel, dass eine Lasur unter diesen Bedingungen die Langkebigkeit erhöht. Denn sie weist Wasser ab und Restfeuchte kann durch die offenen Poren nach aussen verdampfen. Hier müsste es doch Ergebnisse aus Langzeitversuchen geben.

Das mit der Haftung der Lasur bei der relativ harzreichen Lärche könnte ein Problem darstellen. Vielleicht kann jemand über Erfahrungen berichten?

Die Alternative eines öligen Anstriches wäre zu prüfen. Über das Langzeitverhalten bei voller Bewitterung ist mir leider nichts bekannt. Jedenfalls ist die unbehandelte Fichte das Holz, das von allen Nadelhölzern gegenüber Pilzen offenbar am anfälligsten ist.

Scheunen ober auch Holzkirchen haben schon Jahrhunderte ohne Lasuren überdauert. Im Gegensatz zu unserem Problem konnte hier in den mir bekannten Fällen, das Holz durch entsprechende Dachüberstände nicht über längere Zeit feucht bleiben.

@Konrad Fischer
O.K., Produktnamen könnten als Schleichwerbung ausgelegt werden, deshalb meine Frage nach den wirksamen Bestandteilen. Wie anders sollte man sonst den bestmöglichen Schutzanstrich diskutieren?



Es sind Alkalien und alkalibeständige synthetische Öle, so viel ich jedenfalls davon weiß.





ein mal im Jahr



behandele ich unsere Treppenanlage und Balkon (beides nicht überdacht, Stufen und Bohlen aus Standartprofilen ohne konstruktive Schutzmassnahmen verbaute Lärche) mit einer selbst gemixten Leinölfirniss (50/50). Das Ergrauen findet statt, und die Hölzer bleiben nun schon nach 8,5 Jahren harter Beanspruchung schön.

Gruß aus Mainz
Klaus