Bodenfeuchte absperren

05.08.2018 Muskete



Hallo liebe Gemeinde,

Wir haben in unserem Erdgeschoss (Küche) festgestellt, dass die Wände Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen. Wahrscheinlich ist unter dem Mauerwerk keine Absperrung. Es ist eine Lehmziegelwand. Als Fundament wurden Feldsteine vermauert.

-Wie kann man die Wände trocknen?
-funktioniert das System mit dem Löcher bohren und Flüssigkeit einspritzen auch?



Bodenfeuchte unwahrscheinlich



Hallo, wenn da Bruchsteine drunter sind und Ihr Haus nicht in einem See steht, denke ich, Ihre Bedenken sind unbegründet. Wir haben eine Lufttemperatur von ca. 30 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 70%. Die Temperatur auf der Wandoberfläche, gerade im Bodenbereich liegt bei ca. max. 20°C. Was macht da die Luftfeuchtigkeit, sie kondensiert. Man sollte sich mit dieser Problematik tiefgreifender auseinandersetzen. Weil das gleiche Problem taucht ja im Winter wieder auf. Ausführlicher habe ich in meinem Forum darüber geschrieben; //forum.derhausdoktor.net/#post6.
Beschäftigen Sie sich für diesen Fall mal mit Gebäudetemperierung, weil im Winter dann auch andere Wirkungen hinzu kommen können.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Erfahrungen



...meine Erfahrungen sind mittlerweile auch, dass es an vielen Stellen Kondensationsprobleme sind, keine aufsteigende Feuchtigkeit...oder eben im Winter einfach nur kalte Stellen, an denen es wieder kondensiert. Ich habe hier im Umkreis etliche Häuser gesehen, an denen auf verschiedenste Methoden Sperren eingebaut wurden und die Probleme nicht weg waren.

Passt hier nicht her - aber bei vielen Gebäuden ist Spritzwasser (Bürgersteig und Befestigungen bis an die Wand) das Problem



Weitere Schritte



Danke für die Antworten.
Was ihr schreibt klingt für mich einleuchtend und logisch.

Jetzt ist aber mein Frage, wie Bearbeitet man so eine Wand ? Wenn ich da Putz drauf bringe, bröckelt er doch ab?



Gebäudetemperierung



Hallo, ich war gestern bei einem ähnlichen Problem. Da fiel mir auf dem Rückweg ein, wir haben noch nicht geprüft ob es zwischen dinnen und draußen einen Höhenunterschied gibt. Ich will damit ausdrücken es gibt viele Einflußfaktoren und man erkennt sie nicht immer sofort. Also sehen Sie sich auch das Gelände davor an ist es versiegelt (Pflaster), was ist im Spritzwasserbereich an der Außenwand. Das kann zu Folge haben, das ein geringer Feuchteeintrag über Jahre hinweg nicht austrocknen konnte und sich so heute darstellt. Die Experten erkennt man dann sofort, weil sie gleich behaupten, es ist aufsteigende Feuchtigkeit ohne gemessen oder nach recht und links geschaut zu haben und gleich ein Mittelchen anbieten.
Ich hatte es ja schon einige Male erwähnt. Es ist nicht vorteilhaft alle Bauteile gesondert zu betrachten. Wenn es also dann feststeht, das die Hauptursache Kondensation ist, dann müssen Sie das Herabsinken der Oberflächentemperatur vermeiden. Und nun stehen wir vor einem großen Problem, da solche Häuser ja kaputtgehen sollen, damit die Häuslebauer und Architekten Ihre "Hundehütten" an dem Mann oder die Frau bringen können. Es werden physikalischen Prozesse nur halb wiedergegeben und die Industrie verteufelt jede Energieverschwendung per Gesetz, außer bei sich selbst nicht. Man könnte sich jeden Tag totlachen, wenn es nicht so traurig wäre, das unsere Gesundheit und unsere Umwelt damit zu Grunde gerichtet wird. Wer denkt jetzt trägt er aber dick auf, kann auch hier mal nachlesen: http://www.konrad-fischer-info.de/7temp14.htm
Aber Schluß mit Propaganda. Wer den Artikel gelesen hat wird feststellen, dies geht mit den schönen Heizkörpern nicht, weil sie überwiegend Konvektionwärme abgeben. Schon das ist so ein haaresträubender Unsinn, der in Gesetze gegossen wurde. Die Spitze hat fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattgefunden, das Einbauverbot für Niedertemperaturkessel. Wozu soll ich einen Brennwertkessel einbauen, dessen Energieeinsprung ich kaum nutzen kann und der auf Grund der hohen Elektronisierung noch wesentlich störanfälliger ist als NTK. Nichts ist flüchtiger als warme Luft und wir tun alles um sie aufzuhalten, statt wie unsere Vorfahren einfach mit einem Kachelofen die Wände zu erwärmen, denn dann kann keine Kondensation mehr stattfinden und wir erreichen ein Behaglichkeitsgefühl schon bei 18° Raumtemperatur. Sie brauchen als Erstes viel Geduld, denn wenn die Feuchtigkeit sich seit Jahren angesammelt hat, dann will die auch nicht so schnell wieder weg, hat doch ein behagliches Plätzchen gefunden und dann benötigen Sie Strahlungswärme. Dazu und dies meinte ich in Bezug auf BWT, benötigen Sie eine Vorlauftemperatur von wenigstens 65°C, höher ist besser, und die passenden Heizkörper, kompakt mit wenig Fläche, im Idealfall die Fußleistenheizung von Klimapaneel. Die verbindet Heizkörper und Gebäudetemperierung oder die o. e. Gebäudetemperierung, die dann aber ein Fall für den Techniker ist, weil sie zu konzipieren nicht ganz einfach ist .
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Warum



Ich habe eine richtig dicke Wand aus Sandsteinquadern im Erdgeschoss. Ich habe mit Lehm verputzt und die Wand brauchte für die paar Zentimeter Wochen zum Austrocknen. Die Wand war kalt und hat ein gutes Speicherpotential. Also gab es Feuchtigkeit durch die warme und Feuchte Luft von draußen. Aber auch mit der Feuchtigkeit kam der Lehmputz ohne Probleme zurecht. Also nicht zuviel befürchten und einfach Verputzen und etwas länger warten. Wenn kein Wasser an der Wand herunterläuft wird der Verputz auch nicht herunterfallen. Ich denke, dass Lehmputz da viel empfindlicher ist als hydraulisch abbindende Putzsorten.

Auf lange Sicht ist bestimmt eine Heizungsunterstützung durch Wandtemperierung kein Fehler. Ich habe mir das für später aufgehoben. Im Moment wird das Zimmer nur als Abstellkammer verwendet und es gibt keine Feuchtigkeit mehr. Falls es aber notwendig sein sollte ist schnell ein Heizkreis unten an der Wand zur Temperierung verlegt. Im Moment sieht es bei mir so aus, dass durch die gleichmäßige Temperatur, auch die Temperatur der Wand langsam angestiegen ist und damit auch das Feuchteproblem nicht mehr auftritt.

Übrigens tritt dieses Problem bei mir auf obwohl ich mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, dass keine aufsteigende Feuchtigkeit an dieser Innenwand sein kann.