Ochsenblut Dielen neu streichen mit gleicher Farbe

25.05.2010



Hallo Leutchen,
sitze seid Stunden und suche...
In einem Raum das Wir jetzt fertig machen wollen, sind Dielen micht Ochsenblut gestrichen.
Würden es sehr gerne diese Dielen, auf die gleiche Art und weise wieder Streichen. Zustand ist gut, alter Anstrich zum Teil etwas abgetragen (Laufstrassen).
Muss ich diese noch vorschleifen oder Ähnliches? Was sollten Wir beachten?
Kann mir bitte Jemand ein Hinweis geben - wo ich diese Farbe bekomme?
Finde leider nichts. Nur dass es zum Teil aus Rost besteht... Denke ist einfach nicht sehr gefragt.Wir haben sehr viel überlegt ob wir diesen Boden schleifen, wachsen, ölen...aber... diese Original Farbe passt einfach zu diesen Raum.
Ich bedanke mich für jede Unterstützung:-)

Habe ein Bild geladen- (der Raum mit der alten Kommode)



Ochsenblut



Hallo,

meine erste Frage dazu: Wann wurden die Dielen zum letzten Mal gestrichen worden. Vor ca. 80 Jahren?
Also Ochsenblut wurden tatsächlich einmal als Anstrichmittel eingesetzt, meist aber nur als billiger Ersatzstoff bzw. Pigment. Durch den natürlichen Verwesungszustand begann dieses unangenehm zu riechen und verschwand zumeist vom Anwender. Im ländlichen kann es natürlich vorkommen das es länger verwendet wurde.

Heute wird der Begriff "Ochsenblut" nur noch für eine Farbtonrichtung, meist Oxydrot, verwendet.

Vorgehen würde ich ganz normal. Schleifen und einlassen mit Öl. Der Farbton ist sicher über den Fachhandel zu erhalten.
Dazu werden sicherlich andere Mitglieder mehr zu sagen können, den ich persönlich habe ein Defizit zur Industrie und stelle mein Material meist selbst her.

MfG
T.Menges



Auf Ihren Dielen...



...ist mit Sicherheit kein Ochsenblut. Es wäre ein Farbton von sehr geringer Dauerhaftigkeit und ohne belastbares Bindemittel.

Sie werden da einen spitituslöslichen, Öl- oder Kunstharzlack haben, wahrscheinlich aber mehrere Schichten verschiedener Lacke, mit Zwischenschichten von Bohnerwachs.

Für eine haltbare Beschichtung kömmen Sie um einen vollständigen Schliff nicht herum. Wählen Sie anschließend einen Öllack (z.B. Kreidezeit) oder eine Öllasur (z.B. Natural). In letzterem Falle haben Sie den rötlichen Farbton, und sehen trotzdem das Holz.

Strapazierfähiger sind aber farblos geölte Böden.

Thomas



Irgendwie



kommt mir das Thema bekannt vor.
Unter dem Namen Ochsenblut firmieren überwiegend Leinölfarben, teils mit Rinderblut, teils mit diversen Eisenoxydpigmenten. Kremer Pigmente hat beispielsweise passende Rezepte im Internet. Wachs muß natürlich weg wenn welches drauf ist. Es gibt von div. Herstellern Wachsentferner.

Dann würde ich die Oberfläche mattschleifen und mit der gewünschten Farbe überstreichen. Acryl- und Kunstharzlacke dürften aufgrund ihrer Sprödigkeit eher ungünstig sein.

Mit dem Osmo-Naturharzlack müßte man beispielsweise mit Nordisch Rot und Braun ganz gut eine farbliche Entsprechung des alten Anstrichs hinkriegen. Im Übrigen variiert die Bandbreite dessen was man als "Ochsenblut" kennt vom bläulichen Dunkelrot der echten Rinderblut-Ölfarbe über Rotbraun bis zu schlichtem Rostbraun.



Legenden um Ochsenblut



Der Farbton der sogenannten "Ochsenblutfarbe" stammt in keinem Fall vom Blut, sondern von Eisen-Pigmenten.

Grüße

Thomas



Achso?



http://kremer-pigmente.de/ochsenblutr.htm

Ist zugegebenermaßen keine Ölfarbe, das hatte ich falsch in Erinnerung, aber eindeutig ist Rinderblut der Hauptbestandteil.



Genau lesen,



was da steht bei Kremer. Es wird aus Blut nach dem Absetzen Blutserum gewonnen, und das ist nicht rot, sondern durchscheinend gelblich. Und nur das Serum wird verwendet.

Das Serum zusammen mit dem Kalk wird so etwas Kaseinähnliches bilden, als Bindemittel ganz brauchbar, mäßig wasserfest. Die Farbe kommt von Eisenoxiden.

Grüße

Thomas



Ok,



so interpretiert ergibt das Sinn. Ist etwas verwirrend dargestellt finde ich.



Ochsenblut? Dielen restauration



Hallo,
wir Danken für so viele Informationen. Haben Ihre Antworten gelesen und experimentiert.
Versuch mit Schleifpappier in handarbeit- das Papier blieb "sauber", ich entfernte etwas- sah wie rost aus...
Versuch mit bandschleifer- Papier innerhalb kürzeste Zeit voll! Es kann wirklich sein dass es sich um Bonerwachs handelt. Lackschichten- haben Wir keine entdeckt.
Kann es sein, dass der erste Anstrich Ochsenblut war; danach Menge an Bonerwachs- immer neu drauf gekommen ist???
Das Problem ist- egal was drauf soll , müssen wir schleifen- wenn wir es richtig verstanden haben.


Habe gerade paar Bilder gemacht. Eines gleich hier. Der jetzt Zustand von diesem Raum- wird ein Bastelzimmer...

Noch mal Herzlichen Dank