Hausbockbekämpfung




Hallo,
ich habe Hausbockbefall in meinem Dachstuhl festgestellt. 3 Sparren weisen mehrere Ausfluglöcher auf. Kann ich mit Abbeilen und einstreichen der sichtbaren Hölzer mit Borsalzen eine Bekämpfung vornehmen ? Ist das Auftragen von Borsalzen schädlich für Menschen ?
Nach diesen Maßnahmen will ich die weitere Entwicklung abwarten.
Ist diese Vorgehensweise sinnvoll ?
Vielen Dank im voraus
Ulrich Balke



Hausbock


Hausbockkäfer 5

Lieber Ulrich

Die Behandlung scheint unter der Vorgabe, dass du ausreichend Zeit und Möglichkeit hast die weitere Befallsentwicklung zu beobachten durchaus sinnvoll. (Rechne bitte mit 2 Jahren)

Ich würde allerdings ein glykolbasiertes Borat wählen (z.B. Boracol 20)
Eine gesundheitliche Gefährdung ist bei fachgerechten Vorgehen nicht gegeben.
Beim Abbeilen ist zu beachten, dass dies sehr, sehr gründlich den Fraßgängen folgend, tief in das gesunde Holz hinein geschieht.

Gruß


Lutz



Großflächige Ausbreitung des Hausbocks



Hallo Ulrich,

was Lutz gesagt hat, ist so weit o.K.
Du solltest aber beachten, dass Hausbockkäfer sehr gut fliegen können und man daher davon ausgeht, wenn ein Befall entdeckt wird (sieht man meist erst, wenn Ausfluglöcher vorhanden sind und es rieselt), dieser großflächig vorhanden ist. D.h. im Klartext, dass es wahrscheinlich ist, dass Du die Behandlung an mehreren verschiedenen Balken zu unterschiedlichen Zeiten durchführen musst. Den Zeithorizont, den Lutz genannt hat ist sehr realistisch, ich würde ihn sogar nach oben korrigieren. Alternativ dazu würde ich mir auch eine Heißluftbehandlung des Dachstuhles überlegen.

Gruß aus Salzburg

B. Schachenhofer



Ökologische Baustoffe Andreas Breuer



Hallo Herr Balke,
den Aufwand mit Heißluftverfahren u.ä. würde ich nur dann machen wenn, keine Aussicht auf Rettung besteht.
Ich würde Ihnen mineralischen Holzschutz empfehlen, was zur Folge hat, dass der Kollege Hausbock das Holz nicht mehr als Holz erkennt und verhungert bzw. es gar nicht mehr anfliegt.Das geniale Produkt " Thüringer Waid " tut ähnliches, es riecht bloß etwas nach Natur(das sollte man wissen).

Mfg Andreas Breuer



Täuschungen


Hausbock (Hylotrupes bajulus)  hier die Larve

Lieber Andreas

Bitte nicht ! Wir hatten das Thema auch oft genug debattiert.
Bei einem bereits bestehenden Befall nützt mir die Verkieselung der Holzoberflächen auch nichts mehr, denn die Larve frißt bereits tief im sicheren Inneren des Holzes!
Ich akzeptiere das Mittel u.U. als vorbeugenden Schutz aber bitte nicht zur Bekämpfung eines aktiven Befalls.

@ Bernhard
Vielen Dank für die Ergänzung.
Du hast natürlich recht, man hat natürlich nicht unbegrenzt Zeit. Der Bursche äh-quatsch, das nicht erwischte Hausbockweibchen kann seine Eier natürlich an einen gänzlich neuen Ort ablegen und dann wird es spannend.

Gruß

Lutz



Ergänzende Frage



Vielen Dank bis hierher für die interessanten Tips.
Sollte ich vielleicht auch vorbeugend den Dachstuhl komplett mit Borsalzen einstreichen, um weiteren Befall zu verhindern ?
Gruß
Ulli



Mikrowellen bei Hausbockbekämpfung



In Ihrem Fall bieten sich eventuell Mikrowellen an (vorab Info siehe www.kohler-automation.de). Können Sie mir Bilder der befallen Bereiche zu mailen (ronny@kohler-automation.de)? Dann können wir Ihnen auch ein qualifiziertes Angebot vorlegen.

MfG

Ronny Boretti
Kohler Automation



Strategien



Lieber Ulrich

Bei einer vorbeugenden Borsalzbehandlung sollten vor allem die Risse, Spalten und zimmermannstechnischen Verbindungen behandelt werden, dies ist im Anstrichverfahren kaum möglich.
Daher:
1. Balken säubern
2. vornässen
3. Mit Hochdruckspritzen (z.B. Airless) gezielt die Risse und Spalten behandeln.

@Mikrowelle
Ronny Boretti hat natürlich recht, eine gründliche Behandlung mit der Mikrowelle wäre hier auch eine ernst zu nehmende Möglichkeit mit guten Aussichten auf Erfolg.
Lasst euch doch ein Angebot unterbreiten.

Gruß


Lutz



Ökologische Baustoffe Andreas Breuer



Zur Nachricht 23007 noch eine Anmerkung,
Ihnen ist sicher die Fa. Kreidezeit ein Begriff. In dem Techn. Merkblatt wird der Hausbock sogar mit Namen genannt
und das Wirkprinzip dargestellt. Mal ´reingucken. Ich kanns sonst auch faxen-. Und von Thüringer Waid haben Sie wohl auch noch nichts gehört?
MfG Andreas Breuer



Informationen



Lieber Andreas

Ich bin immer offen für neue Erkenntnisse und nehme dein Angebot mir aktuelle Unterlagen zuzufaxen gerne an. Um deine ein wenig provizierende Frage zu beantworten: Natürlich sind mir die Produkte auf der Basis von Färberwaid ein Begriff!

Ich muß dir aber auch sagen, ich beschäftige mich einfach schon zu lange und intensiv mit dem Bereich der Holzschädlingsbekämpfung um jedes technische Merkblatt und buntes Werbeversprechen für bare Münze zu nehmen.
Wie allgemein bekannt, gibt es hier einfach gewaltige Unterschiede zwischen den versprochenen Wirkungen der Hersteller diverser Produkte und der Praxisrealität.

Ich kann mich an viele peinliche Momente erinnern, in denen gerade Referenten dieser "biologischen" Produkte auf Fachtagungen beim Thema "bekämpfenden Holzschutz" gewaltig in Stottern geraten sind.
Beim Verkiesselung- und Holzverfremdungsprinzip lässt sich nun einmal leider auch kein theoretisch schlüssiges Bekämpfungskonzept konstruieren.

Es wäre schön, wenn diese Hersteller sich auf ihre teilweise auch nachgewiesene Wirkung im "vorbeugenden Holzschutz" beschränken würden. Ich bin der Ansicht, hier lässt sich bei dem Preis dieser Mittel noch genug verdienen. Ich werde jedoch wirklich sehr ärgerlich, wenn diese Leute in unverantwortlicher Weise den armen vom Holzschädlingen betroffenen Bauherren, mit vordergründigen Geschäftssinn ihr für diesen Bereich völlig ungeeigneten Produkte verkaufen.

Das vergebliche ausgegebene Geld ist hier ein durchaus verschmerzbarer Verlust, aber die Leute verbauen im Vertrauen auf die vermeindliche Wirkung tausende von der Bank geliehenen Euros auf diese Holzuntergründe.
Wer einmal die Tränen und die Verzweiflung der Familien erlebt hat, die alle Ausbauten wieder herausreisen mussten und nicht das Geld für einen erneuten Bau hatten versteht meine klare Haltung zu diesem Thema.

Mit den besten Grüßen


L. Parisek



Produktinformationen



Lieber Andreas

Vielen Dank für deine Produktinformation der Firma Kreidezeit.
In diesem Blatt befinden sich jedoch eine Menge Ungereimtheiten. Hier nur einige davon:

1. Das Mittel wird eingangs als vorbeugendes Mittel deklariert.
Eine Spalte weiter werden aber äußerst dubiose bis vollkommen unsinnige Behandlungsempfehlungen gegen einen aktiven Hausbockbefall gegeben.

2. Es werden zwar die Prüfnormen(EN48,EN113) zitiert, es liegt aber keine aktuelle Zulassung in der aktuellen Holzschutzmittelliste vor.

3. Das Mittel wird als bekämpfendes Mittel gegen Hausschwamm im HOLZ !!!!! empfohlen.

Und hier werde ich richtig sauer. Eine chemische Bekämpfung des Hausschwamms im Holz ist weder nach DIN zugelassen noch ist das technisch in dieser Form möglich. Hier werden wie bereits geschildert, gutwillige Bauherren u.U. in den Ruin getrieben.

Das Blatt strotzt in vielen Punkten vor unsinnigen Empfehlungen und Behauptungen. Die Firma Kreidezeit täte gut daran, sich auf ihre wirklich lobenswerten Produktschwerpunkte zu konzentrieren und nicht so einen Unsinn zu verbreiten.

Mit besten Grüßen

L. Parisek





Wo bitte gib es im Bereich Würzburg einen Holzbockbekämpfer?





@ u.thomas

Auch auf die Gefahr hin, ein Erbsenzähler genannt zu werden, der Kerl heißt: "Hausbock".
Wenn ich euch weiterhelfen kann, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

L. Parisek