Seitenwandaustausch

14.11.2006



Hallo liebe Fachwerker,

es knarrt und knackt mal wieder.
Also mein Fachwerkhaus (1750) hat einen leichten Dachschaden. Dieser sieht so aus:
Die Halbfette (~6m freitragend zwischen Giebelwand und Sprengwerk / direkte Nordseite) ist ungefähr in der Mitte gebrochen. (Feuchteursache und der bekannte Einfluß inkl. Besuch von einigen sechsbeinigen Holzliebhabern)
Zwar ist alles wieder trocken und der Delikatessenladen ist auch wieder geschlossen, aber das Dach hat sich an besagter Stelle um ca. 15-20 cm gesenkt (so eine Art Kuhle wenn man von außen schaut).
Zur Unterstützung wurde, wann kann ich nicht sagen, ein "Fichte-Balken" eingebaut. Nun ist das mit dem Balken so ne Sache, erstens ist es mehr ein geschälter Stamm und zweitens (ohweh, ohweh) hat der einen so gewaltigen Drehwuchs, dass er sich nach und nach aus seiner ursprünglichen Position herausgedreht hat. Ein Dachdecker / Zimmermann, hatte gemeint, dass das Dach wohl noch halten wird, (geplant sind ca. 10-15 Jahre bis die finanziellen Mittel für eine ordentliche Ausbesserung zur Verfügung stehen).
So weit alles i.O., aber nachdem ich die Decken ausgetauscht habe und dabei die die nördliche Außenwand geöffnet wurde, sehen die Seitenbalken ebenfalls mehr oder weniger stark angegriffen aus. Mein Archi. sagte, wenn ich schon dabei sei, solle ich die Balken gleich mit austauschen. Prinzipiell kein Problem, da ich inzwischen recht gut mit der Fachwerkkonstruktion vertraut bin und mir auch viel selbst helfen kann (Material ist auch genug Vorort).
Aber,
wenn ich die Seitenbalken rausnehme, liegt das Dach (Kaputte Halbfette) mit dem vollem Gewicht (auf den besagten 6m) auf der Fußfette. (Ich glaube ich muß nicht sagen, dass die ebenfalls an einer Stelle recht traurig daher schaut).

So ich hoffe ich konnte die Problematik verständlich formulieren / beschreiben.

Meine Frage:
Kann ich die Seitenbalken austauschen, ohne Gefahr zu laufen, dass mich das Dach auf der Straße besuchen kommt?
Die Fußfette soll drin bleiben und an der besagten traurigen Stelle unterstützt werden (gute deutsche Eichebalken drunter zimmern).

Danke und Gruß

Stephan



Dachdelle



Moin- Ferndiagnose ohne Bild unverantwortlich. Archi oder besser Statiker vor Ort ranholen und entscheiden lassen.
Gruß M.L.





Sehr geehrter Herr Herr,
meinen Sie mit Halbfette eine Mittelpfette? Da sich das Dach in einem Teilbereich um ca. 15-20 cm gesenkt hat, würde mich auch einmal interessieren, wie sich die Sparren einschl. aller Anschlüsse
verhalten. Sind dort auch Schäden sichtbar? Im Prinzip lassen sich gebrochene Mittelpfetten reparieren, die Örtlichkeiten sollten allerdings berücksichtigt werden.
Diese Reparaturmaßnahme sollte dann von einem Statiker gerechnet werden.
Zum besseren Verständnis sollten Sie vielleicht ein Foto einstellen. Die Bezeichnung Seitenbalken
Ist mir nicht ganz klar.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



@ Bernd Kiebies



Danke für die bisherigen AW

@ Bernd Kibies

Hallo Bernd,

die Sparen sind in etwa in höhe der Mittelpfette (wie es richtig heißt ;-)) "geteilt", naja wie beschreibe ich es am besten? Nimm zwei Kanthölzer und mache eins draus, das eine vor Kopf schlitzen und da das gezapfte Kopfstück des zweiten drauf und mitten durch einen Holznagel.
Aber es sind auch teilweise nur zwei Sparen zusammengenagelt. Alles recht willt.

Den Archi. nochmals befragen, hatte ich auch vor, blos wollte ich zuvor meine Eigenleistung abschätzen, da ich mir momentan wohl keine Fachfirma leisten kann.
Mit Seitenbalken meine ich die seitlichen Balken in der Fachwerkwand, im einzelnen: 2 schräge Stützen, 1 seckrechte Stütze, sowie die waagrechten Querbalken.
Wenn ich vor der Wand stehe, habe ich den Eindruck, dass diese Balken nicht Original sind. Da sind Zapfenlöcher wo kein anderer Balken weit und breit zu finden ist. Dann sind die schrägen Balken auf voller Länge genutet, wie ich es sonst nur bei Deckenbalken gefunde habe (da wo die Lehmwickel eingesteckt waren).

Das mit den Bildern werde ich morgen mal ausprobieren sie ins Netz zu stellen.

Gruß

Stephan



Seitenwandaustausch?



Dachog, Sie führen oft "meinen Archi" an. Wozu ist er denn da, wenn nicht zur Problemlösung? Das geschilderte Problem hätte zumindesten von ihm erkannt werden müssen. Schlitze, Zapfenlöcher usw. in alten Fachwerkbalken ist nichts Ungewöhnliches. Wurden alte Gebäude abgerissen, verwendete man die Materialien für andere Baumaßnahmen. MfG ut de Ole Mark.