Eichenbalken

20.08.2004


Die aussenliegenden Aussenbalken von unserem Fachwerkhaus sind vor 10 Jahren mit einer Lasur bearbeitet
worden. Sieht nicht mehr schön aus!! blättert ab!? Schöner fände ich, wenn
die Balken einfach natur bleiben. Gibt es dann Probleme???




Fachwerk außen Balken!!



Guten Tag Petra Zeuch
zu ihrer Frage mit den Fachwerk außen Balken würde ich Ihnen raten dass sie diese sauber Schleifen oder Bürsten und dann mit einem Leinöl behandeln oder auch gar nichts auf die Balken machen dann wird das Holz vergrauen und nichts weiter passiert aber man sollte bei dieser Variante auf den konstruktiven Wasserschutz achten!

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Anstrich



sehr geehrte Frau Zeuch,

ich kann leider die Meinung mit meinem Kollegen nicht teilen, die Balken unbehandelt zu lassen.Es kommt zu erhöhten Spannungen auf der Balkenoberfläche,und es bilden sich Risse.Eindringende Feuchtigkeit dringt nun tiefer und das ganze setzt sich weiter fort.
Warum die Farbe abblättert kann ich Ihnen nätürlich von hier nicht sagen, jedoch halte ich einen Anstrich nach Reinigung der Balken für erforderlich.Hiebei eine offenporige Lasur verwenden.
Zu einem Anstrich mit Ölen oder Ähnlichem möchte ich keine Stellung beziehen, da ich nicht hinter diesen Mitteln stehe wenn es um den Außenbereich geht.

mit freundlichen Grüßen

M.Bönneken



Womit ?



Hallo Frau Zeuch,

grundsätzlich möchte ich hier erst einmal Andreas Vollack recht geben. Mit Leinöl oder Tungöl können Sie ihre Balken bedenkenlos streichen. Bei Holz werden Sie aber immer - insbesondere durch UV-Einfluss - eine Vergrauung haben, die je nach Holz unterschiedlich stark ist.

@ Markus Bönneken
Könnten Sie bitte einmal darlegen, was Sie mit einer offenporigen Lasur meinen.

Gruß aus BS



Eichenbalken



Vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben.
Vom Gefühl her, denke ich auch, dass man entweder garnichts oder
mit Leinöl arbeiten sollte. Unser Haus erzählt ja von seinen Erfahrungen!
Sichtbare Eichenbalken, haben auch Risse, die ich nicht weiter schlimm
finde (Feuchigkeit ist auch nicht festzustellen) und Eichbalken, die Wasser
ausgesetzt waren sind regelrech verrottet. Konstruktiver Wasserschutz ist
da auch nötig! Ich werde mit Leinöl arbeiten, da ich auch meine Möbel
so immer behandelt habe.
Was eine offenporige Lasur ist, würde mich trotzdem interessieren.
Gruß
petra zeuch



Lasuren ?? !!



Hallo Frau Zeuch,

unter Lasur versteht man einen transparenten (lasierenden) Anstrich, d.h. es sind wenig oder keine farbgebenden Pigmente zugesetzt.

Je nach Art des verwendeten Bindemittels, der Rohstoffe und Verdünnungen gibt es natürlich "unendlich viele " Arten von Lasuren, angefangen bei den diffusions-offenen Öllasuren. Bei Lasuren auf Basis von Kunstharzen (Alkydfarben) wäre ich da schon vorsichtiger, da sie häufig schichtbildend sind. Auf den Töpfen wird zwar immer viel versprochen, aber i.d.R. sind sie nur im feuchten Zustand diffusionsoffen - und dieser Zustand dauert halt nur wenige Stunden. Die meisten dürfen auch nur unterhalb der Ausgleichsfeuchte des Holzes verarbeitet werden ;-).

In Ihrem Fall ist Leinöl oder ein bleifreier Leinölfirnis schon ok. Da Leinöl aber zum Vergilben neigt, käme hier ggf. auch Tungöl infrage - ist auch nicht teurer als Leinöl.

Vielleicht gibt es im Forum aber auch noch andere Experten-Meinungen.

Viel Erfolg und Gruß aus BS



@ Hr. Bönneken



Guten Tag,
prinzipiell ist eine Beschichtung auf außen verbautem Holz sinnvoll, um die Wasseraufnahme herabzusetzen. Bei einem Sichtfachwerk dringt das meiste Wasser jedoch über die planmäßige Konstruktionsfuge zwischen Ausfachung und Holz ein. In dieser Fuge kan man nicht nachstreichen (es sei denn man entfernt die Ausfachung). Hier ist der Anstrich also mehr eine trocknungsbehinderung las ein Feuchteschutz. Deshalb ist bei einem Sichtfachwerk aus Eichenholz (Eichen Kernholz Stiel-/oder Traubeneiche)durchaus der Rat von Andreas Vollack sinnvoll. Wenn streichen, dann evtl. mit Leinöl, sonst allenfalls, wie Sie ja auch richtig bemerkten, mit einer sehr diffusionsoffenen Lasur. Leinöl ist für außen auch nicht mein Favorit, da ich Problem z. B. mit schimmelpilzbefall sehe und nachfolgende andere Beschichtungen beeinträchtigt werden können, an Fachwerkhäusern funktioniert Leinöl jedoch in der Regel. Anstriche haben Warungsintervalle von ca. 2-5 Jahren. Die Wartung könen sich Leute sparen, die das Holz von vornherein nicht beschichten oder eine Altbeschichtung vollständig entfernen. Riskant kann es werden, wenn irgendwann in der Zukunft auf geöltes Fachwerk andere Beschichtungen (z.B. Acryl, Alkyd, Hybrid, ..) aufgetragen werden. Das zuvor ins Holz eingezogene Öl kann besonders unter Sonnenseinstrahlung zu Blasen und Abplatzungen der Neubeschichtung führen.
Wenn Laubholz beschichtet wird, muss es nach VOB-"Malerarbeiten" 12 % Holzfeuchte oder weniger haben. (Nadelholz 15 %). Es wird also Zeit wenn man noch Außenbauteile beschichten will, da die Holzfeuchte dem Klima folgt und bald zu hoch wird. Faustregel: streichen nur im Monaten ohne "R" und natürlich nicht bei "Regenwetter".
Eichenholz verliert durch Bewitterung Gerbstoffe, diese führen evtl. zu bräunlichen "Läufern" an der Fassade. Gerbstoffe lassen sich nur mit speziellem Sperrgrund absperren, bei einem historischeh Fachwerkhaus solte man Gerbstoffverfärbungen tolerieren.
Zusammengefasst: Ohne Anstrich geht es bei Sichtfachwerk aus Eichenkernholz.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold