Zustand der Holzbalken für Altbausanierung

13.12.2008


Hallo,

wir wollen uns ein altes Fachwerkhaus kaufen und sanieren.
Einige haben wir angesehen, aber irgendwie war das Ständerwerk, also die Holzbalken hinüber oder schon morsch, so daß wir weitersuchen.

Frage: Wie kann ein Laie erkennen, ob das Fachwerkholz noch
okay oder zu retten ist (viele Fachwerkhäuser sind ja mehr als einhundert Jahre alt), denn da hängt auch die Statik dran und damit die Frage eines neuen Bauantrages).

Danke.





Hallo,

der erste Gesamteindruck ist mir wichtig: Steht das Haus schief, kippen Wände oder gibt es sonstwie nicht hinnehmbare Verformungen ?
Womit ist das Holz gestrichen ?
Wie sehen die schadensträchtigsten Stellen aus: Wetterseite, Schwelle, Riegel unter Fenstern, Wand zum Stall ?

Und dann kann man immer mal wieder mit dem Opinel einstechen, wenn man keins hat, tut es zur Not ein Schraubenzieher oder sogar der Autoschlüssel .

Das gibt schon einen ersten Eindruck.
Wenn Sie dann o.K. sagen, sollten Sie einen Fachmann zum 2. Termin mitbringen.

Grüße vom Niederrhein



Hallo Christian!



Meine Empfehlung ist, die Invetition zu tätigen und einen Fachmann zur Beratung hinzu zu ziehen. Einen Fachmann ihrer Wahl finden sie unter anderem in der "Zentralkartei der Handwerksbetriebe in der Denkmalpflege" des Fraunhofer IRB.
Aber versuchen sie doch mal anders an die Sache zu gehen.
Nicht immer am Zustand der Holzkonstruktion festmachen, dies ist meist reparabel.
Lassen sie sich vom Haus finden oder fragen sie sich welches Haus ist für Sie "Ideel" am wertvollsten.

Gruß Ronny





Hallo Christian,

ich denke auch, dass es eine gute Investition ist, einen Fachmann mit zunehmen. Allerdings würde auch ich ihn erst bei einem zweiten Termin, also wenn schon ein Haus in die engere Auswahl gekommen ist, hinzuziehen.
Man kann ihn ja nicht zu jeder Hütte "schleifen" die interessant wäre.

Für einen ersten Eindruck des Balkenzustandes (z.B.an einer Schwelle) ist auch das Abklopfen mit einem Hammer sehr hilfreich.
Schadhaftes Holz "klingt" anders als intaktes.
Nebenstehenden Schaden hätte man mit einem Schraubendreher nicht bemerkt, da die Balkenoberfläche noch völlig intakt und hart war.

Wenn Interesse besteht, kannst du gerne mal zu einer "Höhrprobe" vorbei kommen. Wohne auch im Bereich Göttingen/Kassel.

Eine "normale" Baugenehmigung ist meines Wissens nicht notwendig wenn Balken getauscht oder instand gesetzt werden.

Sollte der Denkmalschutz eine Rolle spielen, ist jedoch eine denkmalschutzrechtliche Baugenehmigung erforderlich.

Gruß
Martin



Mal so gesagt,



wenn euch ein Objekt grundsätzlich zusagt, nehmt jemanden vom Fach mit. Das rechnet sich mit Sicherheit. Denn vieles, was für den Laien schlimm aussieht, ist relativ einfach und kostengünstig in Ordnung zu bringen. Auf der anderen Seite sieht der Laie manche Dinge nicht, die einem Totalschaden gleichkommen.
MfG
dasMaurer



Interessant, interessant,...



...mal wieder die Bewertungen.

Wenn Derjenige den Mumm hat, soll er mir mal erklären, was an meinem Beitrag und dem von Ronny Herbst den Forumsregeln wiederspricht.

Aber vermutlich wird sich der Heckenschütze als Weichei outen und nichts dazu schreiben.



Holzbalken



Hallo Christian,
Wenn Sie Balken an einem Fachwerkhaus erneuern , brauchen Sie nicht unbedingt eine statische Berechnung.

Eine zimmermannsmäßige Sanierung ist eigentlich die Regel.

Wenn Unterzüge und Deckenbalken erneuert , oder verbessert werden müssen, dann brauchen Sie den Tragwersplaner.

Wenn Sie das nächste Fachwerkhaus besichtigen , melden sie einfach bei mir , ich könnte Sie dann begleiten.

Viele Grüße



Martin...



...hatte mich auch etwas gewundert. In einem anderen Beitrag erging es unserem Thomas W. so wie dir.
Dafür haste von mir einen zum Ausgleich bekommen.

Gruß Patrick.

P.S.: Mittlerweile sind die ja wieder weg.



Moin,



ich möchte zum Gebälk nichts mehr sagen, aber zu Ihrer Frage.
Ich zitiere mal: "wir wollen uns ein altes Fachwerkhaus kaufen und sanieren" und weiter "Wie kann ein Laie erkennen, ob das Fachwerkholz noch okay ......"
Sie wollen als Laie ein FWhaus sanieren? Sie glauben das funktioniert?
Wird dann später gejammert: der böse Verkäufer hat uns übern Tisch gezogen?
So geht das nicht.



@Olaf



Deine Aussage "So geht das nicht" ist doch recht pauschal.

Könntest Du da etwas präzisieren?
Das "charmante" am Fachwerkbau ist aus meiner Sicht gerade die Tatsache dass man auch als Laie sehr viel selbst machen kann (vorausgesetzt man hat nicht zwei linke Hände und nur Daumen dran ;-))

In meinem Bekanntenkreis gibt es sehr viele Fachwerkhausbesitzer, allesamt Laien, und jeder hat mit seinem Haus gelernt.
Einige machen tatsächlich alles selber, andere holen sich eben Fachunternehmen und steuern Eigenleistung bei.

Und andere wiederrum nutzen ein solch wunderbares Forum wie dieses hier zur Informationsgewinnung.

Warum soll das so nicht gehen?

Grüße
Martin



Olaf und Martin



Guten Abend, werte Herren,
ich finde, die Wahrheit liegt in der Mitte. Als Laie ein (Fachwerk-)Haus zu renovieren geht, aber nicht gut. Es kommt auf den Umfang an, die Zeit, die zur Verfügung steht, sowohl die eigene als auch die der Helfer. Finanzielle Reserven in Höhe von ca. 500% der geplanten Investitionssumme, evtl. reicht etwas weniger auch aus...
Wir waren Laien, und als Profis würde ich uns immer noch nicht bezeichnen, dafür muß ich hier viel zu oft nachlesen und -fragen ;-) . Nach fast 30 Monaten und Verbrauch aller Energien und Reserven kann ich nur dazu raten, gleich zu Beginn einen ausgewiesenen Fachmann zu Rate zu ziehen.
Und eine Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Instandsetzung: "mal eben" geht gar nix, und schon gar nicht für lau.
Aber gehen tut es schon, und es wird auch schön. Ob es gut wird, können wir wohl erst in einigen Jahren beurteilen.
Viel Glück und gut abwägen,

Mario



Christian



Hallo,
nach meiner Erfahrung eine Stichliste in Kurzform:

Außen: Dach und Dachstuhl. Dämmung. Giebelverbretterung. Traufenschalung. Schwellen. Art der Verglasung und Zustand der Fenster. Alle "Rahmen" um die Fenster, insbesondere, wenn um die Fenster noch Rahmen aufgesetzt ist, hinter den das wasser fliesst und stehen bleibt! Fundamente abgesackt? Eckverbindungen intakt? Dachrinnen dran und ausreichend groß? Fallrohre angeschlossen? Haustür dicht? Gefache abgängig, also "wackelig"? sind Gefache ausgebessert worden? Mit welchen Steinen? Welcher Putz? Welche Farbe auf den Balken? Optischer Eindruck insgesamt?

Innen: Fussböden trocken? Türen drin und dicht? Zwischenböden intakt? Trittschall wichtig oder egal? Bäder, Küche trocken oder muffig? Fenster ausreichend groß? Raumhöhen ausreichend? Treppen intakt? Geruch wahrnehmbar?
Spuren von glanzvollen Modernisierungsversuchen aus den 70er und 80er Jahren erkennbar? Erzählt jemand stolz von Dämmung mit Glaswolle, von nachträglich betonierten Bodenplatten im Zimmern? Dann Obacht!

Alles, was hiervon nicht pronto ist, kostet Geld, mal mehr, mal weniger.
Alles, was ich vergessen habe, und nicht pronto ist, kostet auch Geld.
Und alles, was pronto ist, Ihnen aber nicht gefällt, kostet auch Geld.
So, bei weiteren Fragen: wir wohnen in NRW, PLZ 59590, verarzten 260 m2 auf zwei Etagen aus 1870 und sind gerne bereit, nähere Auskunft zu geben.
mail: soma877@aol.com

Viel Glück und Grüße vom in jeder Hinsicht fast fertigen
Mario