Deckenbalken sichtbar machen

10.07.2008


...wir haben eine Fachwerkdecke im 1.OG komplett freigelegt. Problem waren Mäuse u.ä. die uns gestört haben. Der halbe Deckenbalken war mit Lehm verputzt und später unterhalb mit Heraklit abgehangen und tapeziert. Sichtbar wurden sehr gesunde aber auch sehr ursprüngliche Eichenbalken (handbearbeitet halt). Nachdem der Lehm entfernt und die Balken gereinigt und mit Holzwurmmittel proaktiv behandelt wurde, schauen wir nun auf den ehemaligen Fussboden des Dachgeschosses (nach oben nachträglich aufgebaut und trittschallgedämmt). In der Mitte des Raumes liegt übrigends ein kleine doppel-T Träger als Unterzug (soll auch sichtbar bleiben.
Lange Rede kurzer Sinn: wir möchten gerne die Balken sichtbar lassen, und in die Zwischenräume Lichtelemente (z.B.Halogenspots) einbringen. Wie kann man am besten zwischen den Balken eine Decke aufbauen? Die Balken sind so krumm zueinander, das dort eine ausgerichtete Trägerleiste für z.B. Rigips schwer anzubringen ist. Kann man auch die alten Fussbodendielen dazu heranziehen? Dann hätte ich zumindest eine einheitliche Höhe. Welche Werkstoffe bieten sich an, der Anschluss an die Balken muss ja flexibel sein?!
Wer hat schonmal ähnliches Umgesetzt? Bin dankbar für alle Anregungen!!!





Mit Halogen in Holzbalkendecken wäre ich mal sehr vorsichtig wegen der erheblichen Hitzeentwicklung.
Auf Abstände achten und mindestens Energy-saver verwenden !

Ich würde aber mal über LEDs nachdenken. Bei z.B. Osram gibt es LED-Lampen klassisch mit E 14 und E27 Sockeln wie auch mit Stecksockel oder als Lichtsystem für die Allgemeinbeleuchtung.

Da bald monatlich etwas neues hinzukommt, ist dies ein sehr innovativer Produktbereich.

Der Deckenaufbau zwischen Balken ist nur mit breiten Schattenfugen zu bewerkstelligen. Ich würde die neue Decke auch nicht linear befestigen sondern punktweise, dann genügen angeschraubte Anschlagstück an die Balken und über den Luftspalt ist die Kühlung der Lampen möglich.

Grüße vom Niederrrhein



...aber welcher Werkstoff



Mein größtes Problem ist, eine Werkstoff zu finden, mit dem ich zwischen den Balken eine möglichst ebenen Decke herstellen kann. Da die Balken kein Normmaß haben und teilweise nicht durchgängig sind (wurden auf dem Unterzug jeweils nach rechts und links überlappend nebeneinandergelegt). Ich befürchte, wenn ich mit z.B. Gipskarton oder -faserplatten arbeite, dann muss ich nahezu kurvige Schnitte machen. Keine Ahnung, wie ich das von der Decke auf die Platte sauber übertragen soll. Falls ich die Platten in kleinere Abschnitte aufteile, dann denke ich wieder das die Gesamtansicht uneben wird.
In einem anderen Raum war das kein Problem, da haben wir neue Deckenbalken eingezogen und konnten Rigipsplatten mit fixem Maß dazwischen Verarbeiten - da wurde die Decke entsprechend gerade...



Deckenbalken



Na ja, eben die Tücke des Objekts. Vielleicht sollte man sich vorher mit Karton Schablonen fertigen.
Anschluß an die Balken erfolgt bei einer Schattenfuge ja gerade nicht !
Nun weiß ich nicht, ob die Abmaße 2 oder 20 cm groß sind, kann dazu aus der Entfernung also nichts sagen.

Grüße
Dietmar Beckmann



Wie wäre es denn mit...



... Kalk- oder Lehmputz auf Putzträger ?

Haben wir bei einem Objekt direkt von unten in die Deckenfelder zwischen den Balken eingebaut. Der Putz lässt sich eben gut an das krumme Holz anpassen, im Gegensatz zu Platten.

Mit Drahtziegelgewebe als Putzträger hat es gut funktioniert.
Elektroflachleitungen können auch eingeputzt werden, nur Einbauleuchten werden schwierig - aber da gibts ja auch Aufbauvarianten.



so schauts aus:



vielleicht verdeutlich das die Lage:



und so:



die Balkenlage ist halt unterlegt, daher sind überall unterschiedliche Abstände zur Decke...



und nochmal:





wie wurde das drahtziegelgewebe befestigt?



Hallo,

der Beitrag ist zwar schon älter aber vielleicht könnte sich ja derjenige der die Lehmputzvariante bereits verbaut hat, nochmal äußern?
Ich finde die Idee mit dem Lehmputz ganz super.Die Wände des Raumes sind bereits mit Lehm verputzt worden.

Ich stehe vor dem gleichen Problem, welches kurz dargelegt wurde.
Unterschiedlich hohe rohe Deckenbalken, an diese wurde eine Schalung unten gegen genagelt.(Diese soll entfernt werden oder mittels Profilen eine Zwischendecke einziehen. Dies ist aber zu teuer)

Darüber befindet sich die Staakung.Ich hatte erst überlegt zwischen die Balken eine schöne Sichtschalung von unten anzubringen aber das sieht bestimmt ganz grausig aus, da ja nix wirklich gerade ist und viel angepaßt werden muß.
Sonst könnte man auch den ganzen Fußboden entfernen und Schalung oben auf die Balken aufbringen und darauf dann den gesamten Aufbau setzen dafür ist aber leider auch kein Geld da und der Fußboden ist auch noch ganz manierlich.

Die Frage ist, wie befestige ich das Drahtziegelgewebe? Am Deckenbalken oder eher an der Staakung? Oder sollte man noch eine Lage Latten anbringen und daran das Gewebe befestigen? Und mit welchen Mitteln befestigen? Nägel oder Klammern? Wie verhält sich der Lehmputz wenn die Decke schwingt? Die schwingt bestimmt ein wenig wenn man darüber läuft. Bröckelt da was oder entstehen Risse zwischen Deckenbalken und Lehm? Sollte man da auch eine kleine Fuge lassen oder einfach gegen den Balken putzen, beide Räume werden als Wohnräume genutzt.
Für einen Rat wäre ich dankbar!

Viele Grüße



Befestigung Drahtziegelgewebe


Putzträger Drahtziegelgewebe an Decken

Die Befestigung von Putzträgern erfolgt generell immer auf den Gefach, niemals an den angrenzenden Balken. In dem Projekt auf dem Foto wurde der Putzträger mit nichtrostenden Schrauben und Kunststoff-Tellerdübeln von unten an die starke Eichenbohlen-Lage oberhalb der Deckenbalken verschraubt.
Wenn noch eine Lehmstakung vorhanden ist, reicht bei nicht zu dickem Kalk- oder Lehmputz auch ein Aufrauhen der Lehmoberfläche. Ansonsten würde auch hier der Putztäger mittels Schrauben mit entsprechend grobem Gewinde in der Lehmstakung bzw. den Stakenhölzern befestigt werden.

Ja, es entsteht sicher eine kleine Fuge zwischen Gefachputz und Balken. Ein "Kellenschnitt", wie oft gefordert, funktioniert bei krummen Balken nie so richtig und ist bei Verwendung von reinem Kalk- oder Lehmputz ohnehin nicht nötig, da das Material ohne sonstige Zusatzstoffe (wie Kunststoffdispersionen etc.) nicht am Holz Kleben kann und daher dort ohnehin zuerst abreißt, statt im Feld zu reißen.

Sehr viel rieselt aber aus diesen Fugen meist nicht raus, es sei denn, oberhalb der Lehmstakung wurde eine Ausgleichsschüttung ohne Rieselschutz eingebracht...

Beste Grüße aus der Pfalz,

Marc Sattel





Vielen Dank für die Antwort. Ich muß nochmal nachfragen, nur um sicher zu gehen, daß ich daß verstanden habe.

Das heißt ich kann den Putz bis zum Balken ziehen und den Putzträger direkt and die vorhandene Staakung schrauben?
Sollte die Staakung zu schwach sein, empfiehlt sich eine Art Zwischenboden, also Lattung +Staakung, unter der vorhandenen Staakung, als Untergrund für den Putzträger?

Was würde sich denn als Putzträger sonst noch eignen?
Ich habe gehört sowohl Träger als auch Armierung aus Glasfaser eignen sich gut.In einem Forum hat jemand beschrieben, daß er Ziegelgewebe als Träger genutzt hat, die Schicht Putz dementsprechend dicker aufgetragen werden mußte und nach ein paar Jahren haben sich Teile gelöst.
Wie groß ist denn die Chance, daß sowas passiert?

Und wie kann man die Fugen denn am besten machen? Ich lese oft von diesen Fugen aber noch nie hat jemand genauer erläutert wie man am besten vorgeht. Daß die Fachung am Balken zuerst reißt, leuchtet mir ein aber kann man das nicht von vornherein verhindern durch Armierung und einer Fuge beim anputzen?
Ich habe gelesen einölen der Balken kann eine Alternative sein. Welches Öl eignet sich? Leinölfirnis?

Leider rieselt es auch ein wenig durch, das haus ist alt, also Rieselschutz gibt es nicht.Wie groß kann denn so eine Fuge unter Umständen werden oder sollte sie sein?

Grüße
schmi



Stakung?



Was für eine "Stakung" ist denn zwischen den Deckenbalken?
Ist das eine Lage dünner Brettchen auf einer am Balken angenagelten Latte, oder sind das echte Lehmwickelstaken bzw. Lehmweller(Strohlehm um Eichenbrettchen in Balkennut gewickelt und unten verstrichen).

es gibt einen Unterschied zwischen "Putzträger" und "Putzarmierung": Der Putzträger trägt den Putz, also muss er selbst befestigt sein. Klassische Putzträger sind Schilfrohrmatten (mit Abstand), Spalierlättchen, Ziegeldraht, Rabbitz. Neuere Putzträger sind z.B. Streckmetall, Distanet etc.
Putzarmierung muss nur den Putz am reissen hindern, hält ihn aber nicht am Putzgrund fest. Klassische Putzarmierung: Tierhaare, Stroh. Moderne Putzarmierung: z.B. Glasfasergewebe

Das Problem bei Decken- und Gefachputz ist weniger das Reissen des Putzes an sich als vielmehr das Ablösen vom Putzgrund. Daher wird gerade bei schwierigen Putzgründen wie Lehm oder Holz mit Putzträgern gearbeitet.

Was ist der funktional bedeutende Unterschied zwischen einer natürlichen Fuge zwischen Putz und Holz und einer künstlichen Fuge durch Kellen- oder Messerschnitt ? Ich kenne keinen.





Da ist eine ganz normale Bretterstaakung drin, also hübsches Leistchen am Balken und Bretter oben drauf.

Es gibt sicherlich keinen Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Fuge.
Ich denke mir nur, daß die Gefahr von Rißbildung größer ist wenn man bis an den Balken putzt. Trocknet schön, bei Luftfeuchtigkeit dehnt es sich aus,Schwingungen gibt es auch.
Ich bin kein Fachmann auf dem Lehmgebiet aber ich denke mir, daß erst Risse entstehen und mit der Zeit bilden sich Fugen aus.
Ziehe ich gleich, bevor der Lehm trocknet,eine Fuge und lege eine Armierung mit rein, ist die Gefahr von Rißbildung an Rändern kleiner....denke ich mir so! Es gibt ja keine Brücke mehr, die Vibrationen direkt vom Balken auf die Lehmdecke übertragen können.

Vielen Dan für die deine Antworten, das hat mir wirklich sehr geholfen!
Sehe ich das falsch?


Wie ziehe ich denn nun eine schöne Fuge?
Erst antrocknen lassen oder gleich nach aufbringen des Lehms.

Ich habe natürlich von den verschiedenen Putzträgern gelesen, ich war nur neugierig was die Erfahrungswerte so gezeigt haben. Was in der Theorie schön klingt muß ja praktisch nicht unbedingt tauglich sein und oft zeigen sich ja gerade beim Bau die Schwachstellen erst nach ein paar Monaten.
Der Markt ist wie immer voll mit Innovationen und guten Ratschlägen, was man heute unbedingt alles Neues braucht.



Decke verputzen



Sind Sie wirklich sicher, das Ihr Vorhaben zu einem gestalterisch befriedigenden Ergebnis führen wird, egal wie Sie die Deckenfelder ausfüllen?
Ich würde mir das nochmal überlegen. Ein originaler halber Windelboden sieht anders aus.

Viele Grüße





Oh Entschuldigung, vielleicht hätte ich mal dazu schreiben sollen, daß das kein Fachwerkhaus ist. Ich kenne Staakung auch als rohe Bretter.
Lediglich die Bausituation ist ähnlich. Eine Deckenbalkenlage an diese sind gerade grob behauene Latten befestigt, die früher als Putzträger fungierten.

Aufbau wie folgt: Putz, grobe Lattung, Deckenbalken(dazwischen Staakung mit Schüttung) darüber der Fußboden)

Wie gesagt, die Idee war, die Decke abzuhängen aber die Kosten und der Aufwand um das alles auszugleichen sind viel zu hoch. Also warum nicht einfach alles ordentlich abschrubbeln und dann dazwischen verputzen.In den oben gezeigten Bildern wurde ja auch nichts anderes gemacht als als ein Putzträger aufgeschraubt und der Lehm dann aufgebracht.


Was würden Sie denn empfehlen Herr Böttcher?