Dämmung / Dampfsperre

10.11.2012 Stef124



Wir bezogen kürzlich einen Hof und wollen die Zwischendecke zum immerkalten
Dachgeschoss dämmen. Von unten nach oben sind Gipskartonplatten, verputze
Schilfmatten und darüber Latten von unten an den Balken angebracht. Die
Dämmung zwischen den Balken wird 160 bzw. 180 mm betragen.

Der alte Schutt, der zwischen den Balken gelegen hat, ist schon raus und die
Mineralwolle soll stattdessen dazwischen geklemmt werden. Teilweise soll das
ganze mit OSB Platten begehbar gemacht werden.
Mittlerweile bin ich mir aber überhaupt nicht mehr sicher, ob das ganze fruchtbar
sein wird, weil ja von unten die Dampfsperre fehlt. Was, wenn in der Wolle die
Feuchtigkeit kondensiert? Oder unter den Platten? Ist das möglich? Oder besser gesagt, wie
wahrscheinlich?
Wäre es sinnvoll, von oben Folie zwischen die Balken zu Kleben und darauf die
Dämmung zu legen oder würde das die Balken noch mehr gefährden?
Wahrscheinlich wäre es völlig unmöglich, die Folie an jeder Stelle völlig dicht
einzubauen, weil die Gipskartonplatten mit hunderten langer Schrauben befestigt
wurden und die Folie zerstechen werden



Ohne dichte Ebene...



... oben (OSB, eben nicht flächig) wird das auch ohne Dichtbahn unten klappen.
Der Einbau einer Dichtbahn zwischen den Balken ist Quatsch, wie ja schon selbst vermutet...

Die Alternative besteht in einer flächig dicht verlegten Dampfbremse/-Sperre unten, dazu müsste der GK runter und neu...

Gutes Gelingen,
sh



Decke



Hallo Steffi,erst mal zu Ihrer Aufzählung:
Ist die Gipskartonbekleidung DIREKT an die bestehende verputzte Decke geschraubt worden oder gibt es eine Traglattung?
Zur Problematik Kondensatbildung:
Dampfsperren bzw. -bremsen sind entwickelt worden wenn die Oberseite der Dämmung nicht blüftet ist und so nicht abtrocknen kann. Bei einem klassischen Kaltdach wie bei Ihnen besteht diese Gefahr nicht, es hat ja so auch ohne Dampfsperre funktioniert.
Nur bei Räumen mit hoher Feuchtebelastung wie Bäder oder nicht zwangsbelüftete Küchen halte ich einen Dampfsperre für sinnvoll.
Zum Neuaufbau der Decke:
Der "alte Schutt" der auf dem Zwischenboden bzw. Einschub lag hatte mehrere wichtige Funktionen. Es wäre besser gewesen Sie hätten ihn belassen.
Mein Vorschlag für einen Neuaufbau:
Rieselschutz auf den Zwischenboden,
Dämmschüttung aus Lehm-Hobelspangemisch oder Liapor einbauen,
Zusätzliche Dämmung aus Mineralwolle aufbringen,
Laufbereich aufständern.
Ich empfehle Ihnen die Mineralwolle mit einer Unterspannbahn lose abzudecken. Sie wirkt als Winddichtung, hält Staub und Schmutz von der Dämmung fern und mindert die Möglichkeit von Faseremissionen.
Falls Sie den Dachboden als Lager nutzen wollen dann sollten die Balken aufgedoppelt werden, dazwischen die Mineralwolle und als Fläche Rauspund aufgenagelt. Keine OSB- Platten da die zu diffusionsdicht sind!
Kritische Punkte sind die Übergänge der Deckenzwischenräume zur Außenwand bzw. zur Traufe und der Zugang zum Dachboden.
Die sollten sorgfältig gedichtet und gedämmt werden.


Viele Grüße



Zwischenboden



Es wird zwar von einer Zwischendecke geschrieben und dass der Schutt zwischen den Balken entfernt worden ist. Ist der darunter befindliche Zwischenboden tatsächlich noch intakt?

Als Alternative zu Lehm-/Hobelspan + Mineralwolle wäre noch die leichtere Lehm-/Hanfschüttung von Hanffaser Uckermark zu nennen. Diese gibt es mit 200 oder mit 300kg/m³. Dann bräuchte es die MiWo nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de