trittschallgedämmter fußbodenaufbau....

24.11.2007



hallo,
wir sind gerade dabei, einen neuen, möglichst trittschallgedämmten Fußbodenaufbau im ersten stock unseres bauernhofes zu planen. das problem hierbei ist, daß wir in der höhe des aufbaus eingeschrenkt sind.momentan liegt eine alter Dielenboden (35mm) direkt auf den deckenbalken.von der dielenboden oberkante zur Fensterbrett unterkante ist die höhe nur 75cm. die höhe eines "normgerechten" trittschallgedämmten fußbodenaufbaus wäre aber mindestens 10 cm. die Fenster hochzusetzen, evtl zu erneuern (vollwärmeschutz etc.) sprengt unseren finanziellen rahmen und würde die optik der Fassade zerstören. die Decke tiefer zu stezen ist auch nicht möglich, da die Raumhöhe in diesen bereichen im erdgeschoß nur 2,15 m beträgt.
meine idee um einen möglichst geringen fußbodenaufbau zu erreichen wäre folgende: zwischen die Balken eine Holzschalung mit fichtenbrettern, Folie ,kiesschüttung und Wärmedämmung bis oberkante balken. dann dämmstreifen auf die balken, verlegespan 16mm, Trittschalldämmung 15-20mm, osb Verlegeplatte 16mm, laminat.
so käme der Aufbau nur ca. 30mm höher.
lieg ich da völlig daneben? gibt es sinnvollere lösung, die ähnlich kostengünstig sind?



Der Baumarkt läßt grüßen!



Klingt arrogant, doch die meisten von Ihnen dargelegten Schichtenaufbauten resultieren aus dieser Schiene.
Laminat, Folien, Verlegespan etc.
Eine gute und vielleicht auch sinnvollere Lösung wäre hier mit Masseeinbau (Lehmbaustoffe) und Holzweichfaserelementen mit integrierter Holzleiste für den Dielenboden zur mechanischen Befestigung.
Folgendes könnte da ausgeführt werden:
Zwischen die Balken einen Blindboden bringen, Rieselschutzvlies komplett überlaufend, schwere Füllung (Lehmschüttungen, Kalksplitte) balkenbündig, darüber dann die DHD-Doserplatten (50 mm) Verlegen und darauf dann eine ca. 27 mm Dielung.
Difussionsoffen und guten Trittschall.

Zu weiteren Details sind wir gern bereit, mit Ihnen zu sprechen.

Grüße

Udo



konstruktiv oder ästhetisch?



erstmal danke für die schnelle antwort. hat der dielenboden auf den dhd platten einen "trittschalldämmenden grund" oder ist das eine reine baumarktphobie was den Laminat angeht ? (wobei ich nicht ganz verstehe, was laminat mit Baumarkt zu tun hat)
könnten sie mir einen ungefähren preis für die dhd platten schreiben?(ohne integrierter lattung)

grüße, tino



Alternativ??



Löle....
googel mal nach Phonewell(Wolf Bavaria GMbH)... vielleicht wäre das ja was

Gruß Lacerta



Trittschalldämmender Fußboden



Wer hat Ihnen eigentlich erzählt, das ein "normgerechter" Aufbau 10 cm hoch sein muß?
Trittschalldämmung definiert sich nicht über die Dicke des Aufbaues, sondern über die Dämmung gegen Luft- und Körperschall.
Dagegen hilft möglichst viel Masse in der Decke, also eine Schüttung. Die sollte bereits unter Ihren alten Dielen zwischen den Balken liegen. Die Masse kann durch Einbau schwererer Materialien erhöht werden, wie Lehm, Sand, Betonplatten oder -Steine.
Körperschall kann durch schwimmenden Aufbau der Nutzschicht gedämmt werden. Dabei wird der Fußboden, also Estrich oder Dielung ohne starren Kontakt zur Decke bzw. zu den Wänden verlegt.
Ein gutes Beispiel für beide Prinzipien steht im Beitrag vom Lehmhandwerk.
Der Aufbau ist deutlich niedriger als 10 cm.
Die Fensterbrüsungen sind übrigens das geringere Problem, schwieriger wird es beim Fußboden, und zwar an den Übergängen zur Treppe bzw. Treppenhaus und den Türen. Selbst neue Türen (10 cm abschneiden ist zu viel) würden das Problem nicht lösen, wenn die lichte Höhe unter dem Türsturz nicht mehr ausreicht.
Wenn Sie auf Ihren Materialien bestehen,
dann lassen Sie die Dielung einfach drin, verlegen darauf trittfeste Schalldämmplatten, darauf OSB o.ä. (aber nicht nur 16 mm) und Laminat. Voraussetzung dafür ist die ebene Lage des jetzigen Dielung. Wenn die nicht eben ist, haben Sie auch mit Ihrer Variante das Problem, den alten Boden, also die Balkenlage, auszugleichen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Ich muß Georg und Udo beipflichten...



...laß deinen beschriebenen Aufbau. Ich hänge mich mal an Udo ran, Blindboden mit Rieselschutz. Trockensplitt (wichtig!! den Trockenen aus dem BigPack, nicht vom Kieswerk) eben (Abziehschienen einlegen) abziehen. Danach können auch etwas dünnere Platten von Pavatex verlegt werden. Wenn es denn unbedingt dann der Laminat sein soll, noch eine Lage OSB drauf, aber wie Georg schon gesagt hat, nicht bloß 15 mm. In Summe werden es schon ca. 60mm mehr Rohbodenhöhe werden.
Das gibt einen satten Aufbau. Trittschall braucht Masse...
Danach bleibt aber das Problem, das Georg schon beschrieben hat, Treppen, etc...

Gruß Patrick.



Billige und altmodische Loesung



Zu dem, was Udo, Georg und Patrick schon gesagt habe, moechte ich anregen:

Schuhe ausziehen, in Pantoffeln schluepfen oder barfuss laufen (geht wunderbar auf alter Dielung!)

Ist viel billiger, verursacht viel weniger Schmutz und kostet 100-1000x weniger.
Nur leider ist das altmodisch und der Baumarkt verdient daran nichts. Und DAS ist das Problem!



schüttung, gewicht etc....



nochmals vielen dank an alle...
vielleicht solte ich noch kurz erwähnen, daß es sich nicht um den kompletten ersten stock handelt, sondern um ca. 35 qm komplett entkernt( daher wäre das türproblem , sturzhöhen etc. zu vernachlässigen). auch aus diesem grund sehe ich ein großes problem bei den fensterbretthöhen, da ein höhersetzen der fenster den fensterverlauf der fassade doch erheblich stören würde.
also die idee mit dem blindboden plus schüttung überzeugt glaub ich alle.
wieviel gewicht an schüttung kann ich den Deckenbalken antun? balken sind ca.14 cm hoch, lichter Balkenabstand ist ca 90 cm ,auflager auf alter steinmauer ist ok. unter einem teil der decke befindet sich ein bad mit alter kappendecke. wie schaut es hier mit dem gewicht für die schüttung aus?
die sache mit dem bodenausgleich ab oberkante balken verwirrt mich leider noch. da es sich um einen alten hof handelt ,kann man sich vorstellen wie eben der boden ist...alllerdings seh ich das auch nicht wirklich als problem.wichtiger wäre uns ein vernünftiger luft und trittschall. da ich die dielen rausnehmen muß( meine freundin besteht drauf, sollen im EG wiederverwendet werden) muß ich mit einem aufbau ab balkenoberkante beginnen. wird diese erste lage auch schon schwimmend verlegt ,oder erst ab den dämmmatten....?
vielen, vielen dank im voraus
grüße tino



Wenn denn...



die Dielen eh 'raus sollen, und ein wenig Zeit für's Nivellieren ist, würde ich's so machen:

Zunächst: Masse zwischen die Balken. Wenn der Einschub tragfähig ist, schön, sonst einen neuen herstellen. Masse bringen auch alte (trockne) Ziegel, Lehmsteine etc., mit z.B. Splitt abgezogen.

Um Aufbauhöhe zu sparen, nun den Blindboden zwischen die Balken. Dazu Dachlatten seitlich an die Balken schrauben und nivellieren. Am höchsten Punkt der Balkenlage soll die Latte 24mm unter der Balkenoberkante sein. Auf die Latten 24mm Rauhspund (getrocknet) legen. Über den Balken wird jetzt teilweise etwas auszugleichen sein, vielleicht mit Mehabit-Schüttung.

Auf diese nun ebene Fläche könnten 6mm Holzweichfaserplatten verlegt werden, darauf schwimmend 20mm Mehrschichtdielung. Kein Verlust an Aufbauhöhe.

Mir wären massive Dielen lieber. Dann statt der 6mm HWPl das Thermofloor-System von gutex (40mm HWPl mit zwischenliegenden Holzlatten) oder die Doser-Platten (50mm) mit zwischenliegenden 48mm hohen Hölzern. Auf diese Lagerhölzer kann die Dielung geschraubt werden.

Wenn Sie das hinter sich gebracht haben, verderben Sie Ihren guten Boden nicht mit Lack. Ich empfehle die Verwendung von Bodenölen aus dem Naturfarbenbereich, ohne Wachsanteile.

Gutes Gelingen

Thomas