Fußbodenaufbau über Lehmbodenkeller

12.08.2007 el



Hallo,
Ich möchte einen Fußbodenaufbau diff.-offen über einen Keller aufbauen.
Der Raum wird zukünftiger Wohn- Esszimmerbereich.
Im Keller sind die Wände nur leicht feucht, je nach Jahreszeit.
Der Keller ist, bzw. kann gut gelüftet werden.
Unter die Balkenkopfauflagen und da wo die Balken an der Wand anliegen wurde eine Dachpappe gegen Feuchtigkeit angebracht.
Mein Fußboden(aus-aufbau sähe "von unten nach oben" so aus.
1. Balken 140x200mm, Auflage länge max. 3m, lichte zwischen den Balken max. 80cm
2. Fehlboden mit ca. 120- 140mm Trockenlehmfüllung
3. Auf den Balken eine Weichholzfaserplatte 40-60mm (Parvatex)
4. 25mm OSB- Platte oder ähnliches.
5. Eiche oder Esche Dielenboden verschraubt.
Frage:
F1. Soll der Lehm bis an die Unterkante der Weichfaserplatte anliegen oder 1-2cm Luft sein?
F2. Gibt es für die OSB-Platte eine bessere Lösung da diese ja nicht Atmungsaktiv sind?
F3. Muss ich zusätzlich etwas gegen Schimmelbildung tun, z.B. Kalkanstrich?, wenn ja wo?
F4. Sollte der Aufbau komplett anders gestaltet werden.

Vielen Dank im vorraus



bei einem bodenaufbau



über keller würdeich weder OSB noch weichfaser noch Lehmschüttung verwenden!
Die Balken kommen mirauch etwas dick vor
für was die Dachpappe??

Aufbau - kommt darauf an, wie die gesamte Bausituation sich darstellt!

mfG

FK



(Dicke Balken)



Zu der Dicke der Balken: Alte Balken waren zwischen 150(hoch)x200mm breit - 150x150mm, Balkenköpfe waren teilweise kaputt, Balken selber vom Holzwurm befallen. Neue Balken stammten aus abgerissenen Lagerhaus, bekam ich geschenkt.
Zu Füllung (Lehmboden): Das Haus wurde ~ 1850 gebaut und hatte Fehlboden mit Lehmfelder, darauf Sand und Schlackefüllung, der Bodenbelag bestand aus Dielen. Der Sand war total trocken und der Lehm nicht vom Schimmel befallen oder sonst irgendwie schlecht.
Ich möchte auch wieder in ähnlicher Weise so aufbauen, da bei Freunden mit ähnlichen Gegebenheiten ein neuer Aufbau mit Dampfsperre, Glasfaserdämmung usw. zu Schimmel, Feuchtigkeit geführt hatte. (Aufbau wurde von einer Sanierungsfirma vor ca.15. Jahren durchgeführt, aber das nur zur Begründung)





Spricht was gegen Estrich?
Habe ähnliches Probleme und bin mir am überlegen ob ich einen Estrichboden reinmache...Gruß Thomas



man muss immer wissen



was man tut und vor allem, was die Feuchte macht, wenn man irgend etwas "abdichtet"
Wenn man da falschen Gedanken oder falschen Ratschlägen glaubt, faulen Balken, werden alte Steine mürbe, werden Wände nass / feucht ...

Die einfachen und sinnvollen Konstruktionen sind denen vorzuziehen, die mit modernen Mitteln und Mittelchen versuchen "ökologisch", "sparsam", nachhaltig oder sonst was zu sein - die scheinen nur "gut" - sind es aber nicht.

mfG

FK



Estrich od. ä.



Zum Thema Estrich habe ich mich auch informiert, kann nur sagen, bin wegen der daraus entstehenden Höhe (min 8-10cm lt. Auskunft) und wegen der daraus resultierenden Sperrwirkung bis jetzt nicht richtig überzeugt. Eventuell Trockenestrich kam noch in Frage, aber die bis jetzt am "wenigsten" zerlegte Antwort zum Aufbau, war der von mir oben beschriebene Bodenaufbau, allerdings ohne Weichfaserplatte und ohne OSB- Platten. Auf jedenfall gibt es mehr zweifelhafte Diskussionen bezüglich einer Dampfbremse "Sperre", egal ob Keller- oder Raumseitig angebracht.
Mein Problem mit meinem Bodenaufbau habe ich vor allem mit der OSB- Platte, da ich nicht weis, welche Alternative es sonst noch gibt, oder ob es besser ist, nur eine Dielenlattung unter den Fussbodendielen zu nageln (OSB soll Diffusionsdicht sein!??). Die Weichholsplatte von 40- 60mm soll bei mir als Dämmung wirken, egal ob sie gleich auf die Balken kommt oder erst nach der ersten Bodenschalung (z.B. OSB).

"Die meisten mir zu Ohren gekommenen Probleme gibt es bei Fehlern mit gesperrten (Diffusionsdichten) Böden" jedenfalls kommt es mir so vor :-)



ist es wirklich so schwer?



Hallo,
ist es wirklich so schwer, dass keiner eine Antwort auf meine Fragen findet?
Gibt es keinen Bodenaufbau, der für solch einen Fall einfach zu realisieren ist?

Freue mich auf Antworten.
R.D.

"Früher war alles einfach, was heute verkompliziert wird"



Sie rufen beim Arzt an ...



und der soll Ihnen sagen, was für eine Krankheit Sie haben und welche Medikamente sie brauchen?

Ist das Ihr Ernst?

Eine Altbausanierung mit Patentrezept gibt es nicht!

... und wenn Sie es einfach machen wollen,warum dann
- Trockenlehmfüllung
- OSB-Platten
- Dachpappe

mfG

FK



Fußbodenaufbau



@ FK
Lehmtrockenschüttung: Weil ich einen natürlichen Baustoff wollte der atmen kann, außerdem war vorher auch Lehm drin.
OSB- Platten: Ich brauche doch einen Untergrund um darauf meine Dielen zu verlegen, da die reinen Balken mit Tockenlehmfüllung angeblich keine ausreichende Isolierung sondern nur Dampfbremsend und Geruchssperrend wirken, sollte auserdem noch eine Dämmung in Form einen z.B. Weichholzfaserplatte über/unter die OSB-Platten gelegt werden.(So die Information von einem "anderen Experten"?!
Dachpappe: Oder auch Mauersperrbahn, möchte ich gerne unter die Balkenkopfauflagen auf den Mauervorsprüngen und an den Wänden verlegen, bei denen die Tragbalken mit der Mauer in Berührung kommen um keine Feuchtigkeit aus der Mauer auf die Balken zu übertragen.

MfG

R.D



Info-Mischmasch



Sie schreiben

Lehmtrockenschüttung: Weil ich einen natürlichen Baustoff wollte der atmen kann, außerdem war vorher auch Lehm drin.

Aberkeine "Trockenschüttung" - die wird über kurz oder lang auch feucht - ist ein physikalisches Prinzip
OSB- Platten: …(So die Information von einem "anderen Experten"?!
Warum bleiben Sie nicht bei dem "Konzept" des einen "Experten"

Dachpappe: … um keine Feuchtigkeit aus der Mauer auf die Balken zu übertragen.
- Was passiert zwischen Pappe und Holz? bleibt das auf ewig trocken?

Diffusion, Sperren, Dämmung, Mauerfeuchtigkeit - alles viel und nichtssagende Schlagworte, die bei falscher Anwendung viel Geld kosten und einfach nichts bringen.

Vielleicht ist es Ihnen möglich in meinen Antworten zu stöbern hier im Forum - da hab ich sicher schon Bodenaufbauten beschrieben ....

mfG

FK



Meine Variante



Legen Sie den Einschüb möglichst tief, verwenden Sie einen Rieselschutz, der diffusionsoffen ist, und dämmen Sie den Zwischenraum komplett mit Blähton (Liapor o.ä.). Blähton ist versintert, nimmt also nur in sehr geringem Maße Feuchtigkeit auf. Die Einschubbretter würde ich vorsichtshalber beidseitig mit einem Boraxpräparat Streichen (und vor dem Einbau auf Lagerhölzern wieder trocknen lassen) oder imprägnierten Rauspund verwenden.

Weichfaserplatten können nicht flächig auf eine Balkenlage aufgebracht werden (WEICHfaser). Der Einschub ist mit ca. 150mm Liapor hinreichend gedämmt, Sie können die Dielung direkt auf die Balken verlegen.

Mit einer 24mm Dielenstärke Eiche kommen Sie gerade so hin, ich würde 28mm verlegen.

Der Borax- Anstrich schadet auch den Balken nichts, im Bereich der Auflager könnte an kritischen Stellen eine Bohrlochinjektage sinnvoll sein. Das Lagern auf Dachpappe ist sinnvoll, es sollte nicht gerade die dünnste Bahn sein. Der Balkenkopf sollte bis auf das Auflager überall frei liegen.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Zu meine Variante



Das hört sich schon sehr gut an!
Ich Streiche alle meine verbauten Holzteile (Balken, Einschübe) mit einer 15%-igen Bohrsalzlösung.
Die Balkenenden lege ich auf Dachpappe und lasse die Balkenköpfe links und rechts frei an dem Mörtel/ Mauer anliegen.
Werde mich dann vermutlich für einen Esche (gefällt mir besser) 28-xxmm Dielenboden entscheiden, den ich dann direkt auf die Balken aufnagle, dann ist auch meine Raumhöhe besser.
Nur schade, dass ich keinen Lehm mehr verwenden kann, irgendwie habe ich mich schon darauf gefreut.
Mein Lehmboden den ich vorher darin hatte, war nämlich total trocken, aber irgendwie kann ich hier niemanden dafür gewinnen :-(
Werde mich wohl für Ihre Variante der Füllung entscheiden.

Anbei Bilder, das eine zeigt einen Balken, der direkt neben einem Mauerwerk verlegt werden muss. Die reicht bis über den Balken und ist für den Nebenraum zuständig, zwischen Mauer und Balken habe ich dann ebenfalls eine "Dachpappe" gelegt.
Bitte sagen wenn das unnötig ist
MfG und Danke

Rolf Doege



Ist da nicht noch...



...ein Zentimeter Luft zur Mauer zu schinden? Dann wäre die Pappe überflüssig.

Alte Hölzer sollten vor dem Borsalzauftrag vorgenässt werden, sonst nehmen sie sehr wenig auf, dem Wasser zum Vornässen und der Borsalzlösung sollten ein paar Tropfen Spühlmittel beigefügt werden. Die Lösung gibt es auch fertig (z.B. Remmers Aidol Holzbau B). Dort wird neben Borax auch Borsäure beigesetzt.

Wenn Sie das Ganze selbst ansetzen, Wasser erwärmen. Borax löst sich nicht sonderlich gut in Wasser.

Grüße

Thomas



die Pappe



ist genau so überflüssig und schädlich für das Holz, wie der Zementmörtel der drunter ist!
Und die Dämmung im Fussboden wird auch das nicht bringen, was ihnen die Leute so versprechen und Rechnereien vorgaukeln ... aber dafür hat man Geld!

frohes Schaffen

FK



Richtig gemacht



hats nur,wer sein Haus in 100 Jahren als neu verkaufen kann.

@Thomas "ist da noch ein Zentimeter"..: leider ist die Mauer zu krumm, deswegen geht da ohne Künstlerisches Balkentuning gar nichts mehr. Das mit den Bor werd ich beachten. Danke

@FK "die Pappe"..: irgend wie hab ich das Gefühl sie können sich bei diesen Varianten mit gar nichts anfreunden.
Ich kann verstehen, dass Ferndiagnosen (auch für den Arzt) schlecht möglich sind, nur, könnte man doch trotzdem ein paar konstruktive (Beispiele) Vorschläge machen?
Trotzdem Danke für ihre Beiträge.

MfG
Rolf Doege

"Stelle alles in Frage, nur dann lernst du dazu"



Manche Dispute...



...wiederholen sich hier mit gewisser Hartnäckigkeit, es erinnert ein bisschen an das leicht sadistische Kinderlied: "Ein Mops kam in die Küche..."

Da dieses Forum eh keine "All inclusive-Lösungen" bieten kann, gilt eben immer: Fragen-nachdenken-selbt entscheiden.

Gutes Gelingen beim Bau wünscht

Thomas