Funktioniert die Dämmung unter einer Teerbahn? ...und anderes...

17.04.2011 Daniel



Hallo,

das Dach (Sparren, Holzschalung, (Teerbahn), altes Schindeldach, Dachlatten, Betonsteine) begeistert ertsmal nicht, aber der Dachdecker des Vorbesitzers hat das so gemacht. Nun soll das Dach ausgebaut werden.
Im Prinzip sollte das nur von Innen gemacht werden, also Holzfaserzwischensparrendämmung (ev. Unger-Diffutherm mit den entsprechenden Platten und/oder Einblaßvariante), da ich nicht das ganze Dach neu machen will.(Kosten)

Habe ein Angebot mit "Sparren sowie Holzständer aufdoppeln; feuchtevariable Dampfbremse; Isofloc-Einblasdämmstoff; Udi-climate Innenausbauplatten" da.

Kann das System überhaupt mit der Teerbahn funktionieren (Diffusion etc)?
Lohnen sich diese UdiClimate-Platten oder kommt man auch mit Fermacell gut aus?

Grüße



...



Hallo Daniel,

Enthält das Angebot auch einen Feuchtenachweis für den Aufbau? ...

Das Problem mit der Teerbahn bei dem von Dir geplanten Aufbau ist, daß Luftfeuchte die in die Dämmung dringt quasi nicht mehr nach Außen diffundieren kann. Somit wäre der Ansatz mit der feuchtevariablen Dampfbremse auf jeden Fall erstmal grundsätzlich richtig, und wird auch so z.B. bei Flachdächern praktiziert. Im Ernstfall steht und fällt aber alles mit der ordnungsmäßen Funktion besagter Dampfbremse. Viel Spielraum für Fehler ist hier nicht gegeben.

Eine etwas sicherere Variante wäre daher die Einbindung einer zusätlichen Hinterlüftungsebene zwischen Dämmung und altem Dachaufbau. Ob das technisch machbar ist, sollte nach den Gegebenheiten vor Ort von einem Dämmfachmann oder erfahrenen Handwerker entschieden werden. Es gibt hier durchaus ein paar Dinge zu beachten! ...


Was die UDIClimat Platten angeht, habe ich folgende Erfahrung bei meinem eigenen Bauvorhaben gemacht:

... Die Platten schienen dabei technisch vor allem aus folgenden Gründen interessant.

- Auf eine zusätzliche Traglatung wie bei Fermacell könnte auch noch bei recht großen Sparrenabständen verzichtet werden.

- Die Platte ist als Putzträger geeignet und bietet gegenüber Fermacell sicher die besseren bauphysikalischen Eigenschaften


Als Trockenbaualternative insbesondere bei Vorsatzschalen zur Schalldämmung denke ich somit durchaus eine interessante Alternative. Im Dachbereich macht aber auch sie die Verwendung einer Dampfbremse oder Dampfsperre nicht überflüssig, weshalb sie mir am Ende den deutlich höheren Preis einfach auch nicht Wert war. In deinem Fall hätte ich zudem, jeh nach geplanter Anordnung der Dampfbremse, zusätzlich noch etwas Zweifel, ob durch die eingebauten Luftkammern hier nicht etwa die Rücktrocknung nach Innen zusätzlich behindert würde. Ich würde mir das also auf jeden Fall noch mal von Deinem Handwerker oder UDI vorrechnen lassen, falls nicht schon geschehen.



...



Danke,

die Firma macht das angeblich nur noch mit rechn. Nachweis. Möchte sich eben auch absichern.

Das Problem scheint klar, aber:
Im Dach sind auf beiden Seiten riesen Gauben, dazu gibts noch die 2 Giebelwände. Diese 4 Flächen hätten eben nicht die Teerbahn. Bei 4 Zimmern hätte jedes eine dieser teerbahnfreien Wand.
Würde dieser Umstand das Diffusionsproblem relativieren?





ganz so problematisch ist es bei Bitumenschindeln nicht, da diese nunmal nicht vollflächig verschweißt sind, wie z.B. Bitumenschweißbahn es ist.
Bei Schindeln ist immer noch eine gewisse Luftzirkulation gegeben. Selbst die Teerbahn unter den Schindeln ist immer eine besandete Bahn, die nicht verklebt ist, eine Trennlage sozusagen.
Also funktioniert das auch mit der feuchtevariablen Dampfbremse.
So aus der Ferne würd ich dem Angebot vertrauen.



...



... um hier richtig verstanden worden zu sein! ... Habe nicht gesagt, daß es mit der feuchtevariablen Variante der Dampfbremse nicht funktioniert, sondern, daß der Aufbau absehbar anfälliger ist gegenüber Fehlern als ein Aufbau mit Hinterlüftung. ... An einer ausreichenden Dampfdurchlässigkeit eines Schindeldaches zur Verhinderung von Feuchteschäden bei fehlerhafter Anbringung der Dampfbremse im Inneren oder aber deren Beschädigung hätte ich zudem so meine Zweifel. Es kommt hier sicher auch auf die Menge des Feuchteeintrags an!

@Daniel ... Laß Dir die Berechnung auf jeden Fall auch aushändigen! Auf Zuruf und Vertrauen hast Du im Ernstfall gar nichts in der Hand.

Gruß aus Berlin,



und jetzt wirds doch noch ernst...



...nach dem nun endlich beschlossen wurde, dass ins Dach keine Bäder und Schlafzimmer kommen, sollte doch der Feuchtigkeitseintrag sich in Grenzen halten. Die 24er Giebel würde ich außen dämmen wollen, damit das (ehem. kalte separate Treppenhaus, was jetzt in die Wohnung integriert wird) auch mit umschlossen wird und es dort keine eiskalte, nahezu unbeheizte Ecke gibt.

Die Meinungen die es jetzt bisweilen gibt:
Dachdecker 2: auch für die Innendämmung müßte das Dach ab, Bitumenzeugs runter usw > klingt vernünftig
Dachdecker 3: Dampfsperre, Dämmung rein und gut


Das Bitumenzeugs runter hauen kann natürlich nicht verkehrt sein, erleichtert auch das Dach (und mein Geldbeutel).