Badezimmer im Keller mit Innenwanddämmung

17.02.2021 Jahr Boerner


Hallo zusammen,

Folgende Problematik liegt vor:

In unserem Haus, BJ 1929 befindet sich im Kellergeschoss ein Badezimmer, das saniert werden soll. Aktuell befinden sich Dusche, Waschbecken und WC an der Südwand (AW gegen Erdreich, überbaut mit beheiztem Wintergarten und deshalb nicht von außen dämmbar, keine Frostgefahr an AW). Aus Gründen der Raumaufteilung muss dies auch so bleiben.
Im Rahmen der energetischen Sanierung des Gebäudes möchte ich aus Kostengründen einige Arbeiten in Eigenleistung erbringen. Dazu gehört die Dämmung der besagten Wand von innen sowie Dämmung des Kellerbodens, zunächst in diesem Badezimmer.
Ich habe mir das folgendermaßen gedacht und würde mich über Feedback bzw. Eure Ratschläge dazu freuen:

1. Bad Entkernen inklusive Entfernen des Betonbodens, mindestens 12-14cm

Wand

2. Zementputz auf Südwand, 2cm
3. Bitumenanstrich auf Südwand
4. 120mm PUR Dämmung vollflächig auf Südwand verkleben, z.B. Kingspan BaseLine XR WLS 023 Fussbodendämmung alukaschiert

Boden

5. Je nachdem, was vom alten Boden nach Abtragen von 12-14cm noch an tragfähigem Material übrig ist:
- entweder Ausgleichsmasse gießen und Abdichtung einziehen und bis Oberkante Fußboden überstehen lassen (EPDM Folie?)
- oder bis zum Erdreich weiter graben, 5cm dicke Betonplatten auf gestampftem Boden sauber in Verlegesand betten, Abdichtung einziehen (siehe oben)
6. 120mm PUR Dämmung vollflächig auf Abdichtung verkleben (Material siehe oben); Abflussrohr bodentiefe Dusche in Dämmplatten einbetten und Hohlräume ausschäumen (?)
7. Fermacell Platten (20mm? 25mm?) in Nut und Feder verkleben und verschrauben (2 Schichten); Aussparung für WEDI Duschelement

Wand
8. Installation Rohre und Kabel an der Südwand
9. Vorwandverkleidung mit OSB Platten, Tiefe 5cm, nicht zusätzlich hinterdämmt

Wand und Boden

10. Fliesen

Was haltet Ihr davon, insbesondere von den Fragezeichen? Wo schlagen bei Euch Alarmglocken oder wo habt Ihr Alternativvorschläge?

Vielen Dank vorab für Eure Antworten!



Schwer zu sagen



Hallo.

Sowas ist schwer zu sagen, ohne die örtlichen Gegebenheiten zu kennen.
Ich versuch es mal zu raten.
Das Haus ist Bj 1929, von daher gehe ich mal von einem Bruchsteinkeller aus. Vermutlich von aussen keinerlei Abdichtung bzw. Drainage.

Punkt 1.
Warum muss bei der Entkernung des Bades der Betonfussboden raus? Probleme mit der Höhe, oder sollen einfach neue Leitungen verlegt werden?

Punkt Wand:
Zementputz wäre im Bad nicht meine erste Wahl, vor allem nicht unterirdisch. Ich würde hier eher einen Kalkputz nehmen.
Bitumenanstrich hat innen nichts zu suchen und die FußbodenDämmplatten würde ich auch nicht an die Wand machen. Das problem wäre das folgende, (vorrausgesetzt keinerlei Abdichtung von aussen und keine durchgehende Bodenplatte) das Wasser würde durch das Erdreich von aussen ins Mauerwerk eindringen und da von innen gesperrt ist (bitumenanstrich), würde es in der Wand bleiben, bzw sich aufstauen nach oben. Sie hätten eine dauerhaft nasse Wand.

Punkt Boden.
Erstmal siehe oben. Ein Fussbodenaufbau braucht einen tragfähigen Untergrund und das sind die 5cm Betonplatten im Sandbett definitiv nicht. Machen sie einen neuen Betonboden wieder hinein (wenn der alte wirklich raus soll). Ihre ganze Abdichtung wird nicht funktionieren, wenn sich der Untergrund bewegt.

Vorwandverkleidung:
Lieber grüne Riggipsplatten, aber auch gilt. Ich kenne die örtlichen Gegebenheiten nicht.

Etwas mehr Info zum jetzigen Ist-Zustand oder auch ein paar Bilder wären gut. Dann kann man mehr sagen.

Gruß



Badezimmer im Keller mit Innenwanddämmung (Präzisierungen)



Vielen Dank für die Antwort, Waldkater! Ich versuche Ihre Fragen so gut wie möglich zu beantworten.

Zunächst vorab: ich habe mit der Sanierung des Bades noch nicht begonnen. Die Fliesen sind noch an der Wand und auf dem Boden. Auf Bildern würde man also nichts erkennen. Es geht mir vor allem darum, mögliche Szenarien vorab zu diskutieren, damit ich vorbereitet bin, je nachdem was ich hinter den Fliesen vorfinde.

Derzeit habe ich eine Raumhöhe von 2,27m. Wenn ich nun 12cm PUR Dämmung auf den Boden lege, bekomme ich ein Problem damit, das Ganze noch als Wohnraum zu deklarieren. Mit Freuden rühre ich den Betonboden nicht an. Laut Energieberater komme ich aber wohl nicht drum herum. Ziel ist es einen U-Wert auf Boden und Wand von 0,25 zu erreichen. Ach ja, für Vakuumdämmung fehlt leider das Kleingeld.

Der Keller ist trocken. Eine Abdichtung wurde Anfang der 90er Jahre gemacht und hält. Es gibt auch eine Dränage. Beides wird demnächst für die AW Ost, West und Nord erneuert. An AW Süd komme ich im Perimeter wie gesagt nicht ran, da ich darüber den Wintergarten habe. Dort wurde beides (Abdichtung und Dränage vor 20 Jahren nochmals erneuert als der Wintergarten angebaut und davor ein Gartenteich errichtet wurde.
Wegen der vorgenannten Punkte davon aus, dass das Wasser weg kann und wir von innen dichten können. Was meinen Sie? Haben Sie nach wie vor dieselben Zweifel bezüglich der Materialwahl Wand? Falls ja, welche Alternative schlagen Sie vor, damit ich diese Wand gedämmt bekomme?
Ihre Antwort zum tragfähigen Untergrund werde ich mir zu Herzen nehmen!

Danke vorab für Ihre Antwort!
Gruß



Wandputz



an den Wänden, die später mal gefliest werden, ist Zementputz angeraten. Die Fliesen dichten eh alles nach innen ab, daher ist einem Höhersteigen der Feuchte, wenn die das unbedingt will, nichts entgegenzusetzen. Auch kannst Du eine Perimeterplatte zur Dämmung benutzen, ich würde hier eine sogenannte "Waffelplatte" empfehlen bzw. eine Wedi-Platte.
Allerdings halte ich 120mm Dämmung für übertrieben, angesichts der " unter Tage" herrschenden Erdreichtemperatur von ca. 8-10 grd.
Ich persönlich würde auf eine Vorwandinstallation von Waschtisch und WC in dieser Situation verzichten, das wären mir zu unkontrollierbare Hohlräume ( ich vermute, das meinst Du mit Vorwandverkleidung).



Re:Wandputz



Danke Pope!
12cm PUR Dämmung (oder 4cm Vakuumdämmung) sind die einzig gangbaren Wege, um in diesem jetzt schon relativ kleinen Raum (knapp 7m²) einen Dämmwert an der Wand von U = 0.25 W/m²K zu erreichen (KfW75 --> geplante Installation einer Wärmepumpe). Mit der WEDI Platte allein schaffe ich das leider nicht oder nur mit einer unverältnismäßg dicken Schicht.

Die Vorwandinstallation hatte ich im Sinn, damit ich die Rohre irgendwie vor die Dämmung aber hinter die Fliesen bekomme. Auch muss ich die Duschwand irgendwie verschrauben. Mir ist bisher noch keine gangbare Alternative eingefallen. Euch ? Vielleicht könnte ich statt der Vorwandinstallation WEDI Platten direkt auf die Dämmung aufbringen und die Rohre in von mir ausgefräste Aussparungen in der Platte legen? Das klingt aber irgendwie auch nach Binsenbau...

Zum Thema Putz: hier bin ich gerade komplett verloren. Kalkputz? Zementputz? Der Energieberater meint Zementputz unter Bitumen als erste Schicht auf der Wand - quasi um eine ebene Fläche zum Verkleben der Dämmelemente zu schaffen.

Ich danke Euch schon vorab für weitere Kommentare!
Gruß



Am Besten...



suche 'mal hier nach dem Community - Mitglied Edmund Bromm.

Der hat die geeignete Lösung für Dich entwickelt.

Mir scheint, Dein Energieberater versteht von der Angelegenheit nichts.

Grüße

Thomas



Re:Wandputz



Danke Thomas! Ich werde Herrn Bromm kontaktieren!




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