Welchen Außenputz für Fassadensanierung ?

03.01.2013



Hallo,,

langsam weiß ich bei all den unterschiedlichen Putzarten und Sanierungsmöglichkeiten nicht mehr, was empfehelnswert ist und was nicht ! Insbesondere der Außenputz der Westseite unseres Hauses aus den 50er Jahren muss renoviert werden. Mehrere Fachbetriebe haben sich das Haus mittlerweile angeschaut und schlugen ganz unterschiedliche Vorgehensweisen vor.

Das hat mich ziemlich verunsichert und ich bin dann angefangen, mich zum Thema „Putz“ genauer zu informieren.
Ich weiß, dass dieses Forum das Fachwerk als Schwerpunkt hat. Damit geb ich etwas auf den Rat der Fachleute hier und würde mich riesig freuen, wenn ihr mir bei der Auswahl eines geeigneten und günstigen Verfahrens zur Putzrenovierung weiter helfen würdet, auch wenn es nicht um ein Fachwerkhaus geht.
„Geeignet“ heißt für mich zunächst, passend zum Untergrund (Hochlochziegel, Zement-/ heller, sandiger Kalk-Putz (?), Dispersionsfarbe soweit ich das beurteilen, Wandstärke insgesamt 33cm),
solide, haltbar und insbesondere mineralisch, ohne dass deswegen die Kosten explodieren.
Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass insbeondere bei Putzsanierarbeiten vergleichweise hohe Materialkosten auch bei fachgerechter Ausführung nicht gleichzeitig gut und dauerhaft bedeuten muss.

So weit ich das verstanden habe- und es kann sein, dass ich es falsch verstanden habe - gibt es folgende Möglichkeiten der Putzrenovierung:

1. übliches Verfahren (Ruckzuck-Methode): Fassade Dampfstrahlen, lose Putzstellen abschlagen, ausbessern, (teuren) Armierungsmörtel-,Gewebe, Armierungsmörtel, Anstrich auftragen. Das mag zwar „einfach“ und schnell gehen, ob die dann häufig empfohlene Gewebeeinlage zur Spannungsreduzierung mit dem dann erforderlichen Armierungsmörtel das Mauerwerk wirklich dauerhaft schützen, stelle ich mal in Frage. Kann es ein, dass dieser Mörtel, der ja auch beim WDVS eingesetzt wird, in puncto Feuchtgkeitsverhalten-/Sorption und wegen der Gewebeeinlage, die wohl bei diesem Verfahren unbedingt, erfolgen sollte nicht erste Wahl ist, oder sehe ich das falsch ?

2. wie oben, allerdings werden „Fehlstellen“ mit einem faserarmierter, hydrophobierter Kalk-Leichtputz ausgebessert . Dieses „Kalk-Putz-Derivat“ gibt es z.B. von zwei großen Putzherstellern als „natürlich-mineralischer“, spannungsarmer Kalkputz mit Zuschlägen (EPS oder Perlite?),dann Silikat-(wenn möglich) oder anderen Kalk-Zementoberputz auftragen, wobei beim weißen Silikatputz nicht unbedingt gestrichen werden muss, richtig ?

3. wie oben, allerdings wird die gesamte Wand mit dem genannten Leichtputz und eventuell mit eingebettetem Gewebe überzogen, kein weiterer Putz, nur (Silikat-)Anstrich.

4. Putz komplett abschlagen (wie von einem Bauunternehmer vorgeschlagen) zumindest an der Westseite mit vielen Ausbesserungen, feuchten Stellen im Giebelbereich und (geringfügigen) Farb-/Putzabblätterungen. Anschließend Grundputz Kalk-Zement-Leichtputz oder hydraulischer Kalk mit Zuschlägen (Perlite, Zellulose) anschließend Weißkalkhydrat-Scheibenputz oder Silikatputz.

Welche dieser Kombinationen am sinnvollsten ist, oder nicht ratsam ist, weiß ich nicht. Deswegen meine Anfrage. Ich habe zumindest, den Eindruck, dass der vorhandene, vor über 50 Jahren aufgebrachte Scheibenputz bis auf die Spannungsrisse sehr gut gewesen sein muss. Das gilt insbesondere für den Oberputz, bei dem ich nicht genau weiß, worum es sich genau handelt. Irgendwo habe ich gelesen, dass dafür bis in die 80er Jahre Kalkputze verwendet wurden. Von der Farbe her (hell, wie die Farbe von Umweltpaier im Gegensatz zur grauen Schicht darunter) und der sandigen Konsistenz könnte das auch hier zutreffen. So weit ich das einschätzen kann, wäre dieser Putz eine kostengünstige und gute Lösung. Allerdings macht das wohl nur Sinn, wenn der Altputz abgetragen wird ? Wie seht ihr das ?
Schon mal vielen Dank für Antworten.

Gruß

Renate



hallo



die ruckzuck-methode ist die beste wahl, auser es sind wirklich sehr viele fehlstellen dann lohnt es sich den restliche putz auch noch abzuschlagen und neu zu Verputzen mit kalkzementleichtputz das erspart ihnen unnötiges ausgleichen mit teuren armierungskleber welcher ebenfalls der mörtelgruppe II genau wie Kalkzementputz entspricht und somit ihre bedenken hinsichtlich der feucheregulierung nicht bestätigen, auch das armierungsgewebe ändert daran nichts. im sockellbereich empfehle ich, auch wenn es mir bereits in einem anderen beitrag hier angekreidet wurde, reinen Zementputz bzw. armierungskleber der mörtelgruppe III wie z.b. sockelsm von maxit oder knauf.
von reinem kalkputz würde ich im ausenbereich abraten wohlwissend das hier einige personen wieder anderer ansicht sind :-). auf dauer hält dieser den umwelteinflüssen nicht so lange stand wie ein kalkzementputz.

p.s.der weiße oberputz muß nicht bedeuten das er auf kalkbasis beruht, es giebt auch Weißzemente welche aus sehr eisenarmen Rohstoffen hergestellt werden. aber um genaueres zu sagen müßte man es sehen.

mfg alex



Moin Renate,



hast du bei der Gelegenheit mal über eine Aussendämmung nachgedacht?

Mein Nachbar z.B. hat sich im nachhinein etwas geärgert bei dem was er nur für Putzreparatur und Anstrich gezahlt hat.....

Dann kann der alte Kram im zweifelsfall so wie er ist draufbleiben und dass du kein Holz in der Wand hast, macht die ganze Geschichte etwas einfacher.

Gruss, Boris



hallo



die lösung von boris sollte ebenfalls in betracht gezogen werden wenn schon mal ein solcher aufwand betrieben wird.
das darunter alles bleiben kann wie es ist stimmt zwar nicht ganz, die wände müssen deshalb auch abgekärchert werden und loser putz muß ab, weil der Kleber ja halt finden muß auch wenn die Dämmung noch gedübelt wird. aber der mehraufwand hält sich in grenzen.



hallo,



ich persönlich rate zu einem entfernen des vorhandenen altputzes und einem neuen auf kalkbasis...hat im übrigen auch dämmwirkung,ist ein natürlicher Baustoff etc...und im übrigen bleibt der umwelt einiges erspart dadurch...was die kosten angeht liegt man mit dem aufbringen eines neuen putzes eh weit unter den kosten für eine dämmung wie sie vielleicht angedacht werden werden könnte...wie auch immer,das thema ist auch viel zu breit um hier alles anführen zu können...

fazit bis hierhin: putz ab,neuer putz drauf!



hallo



es wäre idiodisch wegen 2 oder 3 qm fehlstellen eine ganze fasade abzukloppen, da wäre ich schneller wenn ich ne dämmung drauf klebe. das kalkputz dämmwirkung hat ist doch ein märchen erzählen sie doch so was bitte nicht ahnungslohsen leuten, und wenn kalkputz ein natürlicher baustoff ist dann ist es Beton auch, den in dem zustand wie der kalk im putz ist kommt er ebenso wenig in der natur vor wie zement auch.
wenn kalkputz doch so gut ist im ausenbereich, frage ich mich warum neubauten heutzutage fast nur noch mit kalkzement- bzw kalkzementleichtputz verputzt werden. hängt sicherlich mit der Gewährleistung zusammen, glaube kaum das eine firma auf einen kalkputz im ausenbereich gerne mehrere jahre gewehrleistung giebt.

mfg alex



achherrje,



bevor ich mich hier niedermachen lassen muss sollten bei negativen aussagen,die dazu noch unrichtig sind,erstmal ein fundiertes hintergrundwissen erlangt werden...ich glaube kaum das man auf einem weiterbildungslehrgang dinge erzählt bekommt die schlichtweg nicht zutreffen...wie auch immer,man geht in so einem forum nicht lächerlich mit der meinung und dem wissen anderer um nur weil man vielleicht seine produkte an den mann bringen will...

von mir aus kann jeder dämmen und machen was er will,aber das ändert nichts an vorliegen,und bewiesenen fakten und zahlen...freund google hilft da weiter...beispiel gefällig?...

ruhig mal zeit nehmen und anschauen,nur einer von vielen berichten...wie gesagt ansichtssache...jeder wie er meint:

http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/haushalt_wohnen/minuten667.html





Werden mehr als 10% der wärmeübertragenden Außenbauteile, hier Aussenputz der Fassade, saniert, sind die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) einzuhalten.
Ein Fassadenanstrich zählt nicht dazu.

Bernd Kibies



Putzerneuerung: einfach und gut, aber wie ?



ich denke, diese Frage stellt sich für viele Besitzer älterer Häuser. Zunächst aber vielen Dank für eure Beiträge, über die ich mich sehr gefreut habe.
Eure Antworten zeigen mir, dass ich mit der Vielfalt der Putzrenovierungsmöglichgkeiten nicht ganz falsch lag.

Das macht die Sache unübersichtlich und es besteht dann u.a.wegen des schwierigen Vergleichs von Anbietern/Angeboten die Gefahr, dass es zu suboptimalen Lösungen kommt

Andererseits soll nicht an der falschen Stelle gespart werden, wenn es denn der Haltbarkeit und den Umgang mit Feuchtigkeit dient.

Der Putz soll darüber hinaus von kleineren (Riss-)Ausbesserungsarbeiten abgesehen schon mindestens so standfest und "pflegeleicht", wie der alte sein.

Bei einem WDVS mit seinen 4-5 Schichten habe ich da so meine Zweifel. Hinzu kommt, dass es mit einem Drittel Mehrkosten gegenüber einem normalen Putz nach meinen Recherchen zumindest bei Verwendung von Holzfaser, Vorhangfassaden (etwas Anderes käme nicht in Frage)getan ist.

Also bleibe ich bei der konventionellen Art, aber die soll dann auch (einfach)gut sein.
@Alex: Ich schätze mal, dass ein Drittel Putz auf der Wetterseite entfernt werden müssen.
Die Frage ist jetzt, wie hoch die Mehrkosten für den gesamten Putzabtrag ins Gewicht fallen. Das muss ich noch klären. Ich denke, das ist auch eine Frage der Ausstattung der ausführenden Betriebe.

Der volle Putzabtrag hätte den Vorteil, dass kein Riss unentdeckt bleibt und ich einen einheitlichen Untergrund habe, wodurch ich mir dann in Verbindung mit dem Leicht- oder Kalkputz das Gewebe und den teuren Armierungsmörtel sparen kann. Habe ich das so richtig verstanden ?

Bleiben „nur“ noch zwei grundsätzliche Fragen:
1. Ich habe immer wieder gelesen, dass der Putz normalerweise aus einem Unter- und einem Oberputz besteht. Wenn ich euch richtig verstanden habe, ist das nicht zwingend notwendig.
„Einfach“ einen Kalkzementleichtputz oder Kalkputz drauf – fertig ! Ist das so einfach und gut? Wenn ja würde mich das sehr freuen. Wenn nicht, kann ich dann auf einen Kalkzementputz einen Silikat- oder Kalkputz bzw. auf einen Kalkputz einen Silikatputz aufbringen ? Wenn ausschließlich Kalkputz, unterscheidet sich dann der Kalkunterputz vom Kalkoberputz ?

2. Kalkzementleichtputz oder Kalkputz (ich gehe davon aus, dass der Kalk-(ober-)putz als Scheibenputz ausgeführt kann) das ist die Frage.
Der Kalkputz ist ja wieder stark im Kommen: er ist günstig, relativ pflegeleicht, spannungsam und hat – wie Andreas schreibt auch noch eine Dämmwirkung. Das gefällt mir sehr. Dazu hätte ich gern erfahren, wodurch die (wünschenswerte) Dämmwirkung entsteht.

@Alex: du schreibst, dass die Kalkputze gegenüber Umwelteinflüssen nicht so dauerhaft sind, wie Kalkzementputze. Gilt das auch für die Kalkputze, die von den großen Putzerherstellern als hydraulischer Kalk mit Zuschlägen und z.T mit Faserarmierung angeboten werden ?

Kann es sein, dass diese Einschränkung lediglich die farbliche Oberfläche betrifft oder ist das Material insgesamt anfälliger ? Habe gelesen, dass es relativ einfach ist, einen Kalkputz farblich auszubessern.

Habe gerade deinen 2. Beitrag gelesen. Es scheint wohl so zu sein, dass es kaum einen „ökologischen“ Mörtelgibt, der nicht mit Zuschlagstoffen „verfremdet“wurde.

Solange es sich um „Zuschläge“ handelt, die die Grundeigenschaften nicht verändern, aber den Nutzen (s.o.) verbessern ist das für mich ok. Nachdem zu urteilen, was ich gelesen habe, gibt es gute Argumente sowohl für den Leichtputz als auch auch für den Kalkputz (mit Zuschlägen). Letztendlich läuft es für mich darauf hinaus, wie sie sich in puncto Haltbarkeit/Pflegeaufwand und bei der Verarbeitung unterscheiden. Weiterhin sollte schon es so sein, dass ich in der näheren Umgebung Maurer/Putzer finde, die mit dem jeweiligen Material fachkundig und bezahlbar umgehen können. Nicht zuletzt geht es auch um das, worauf du hinweist: die Gewährleistung, möglichst über 5 Jahre hinaus.

So, ich denke, nicht nur ich, sondern viele Mitleser freuen sich in Ermangelung guter Ratgeber (zumindest habe ich bislang keinen gefunden), über Beiträge aus der Praxis, die auf diese häufig gestellten Fragen eingehen. Denjenigen, die sich die Mühe machen zu antworten, sei deswegen herzlich gedankt.

Gruß
Renate



Enev



@Bernd Kibies:ok, dann soll sich der Staat auch mit einem Drittel an den Kosten beteiligen, wenn ihm das so wichtig ist, dass ich dämme. Mir geht es darum, die Substanz zu erhalten. Eine UMWELTGERECHTE Dämmung ist - wie ich schon schrieb - eine andere Hausnummer, die finanziell für mich nicht in Frage kommt.

Oder soll ich das Haus verkommen lassen ?

Hier noch ein weiteres Bild von der Fassade auf der Wetterseite.



hallo renate,



es ist wie du schon bemerkt hast mit dem kalk wirklich so das er immer mehr im kommen ist und das nicht nur aussen sondern auch in vielen anderen bereichen...leider sehe ich hier nicht die möglichkeit ohne weitere negative kommentare da sachlich zu bleiben...gerne können wir per mail deine fragen angehen,oder auf andere weise kontakt aufnehmen...



@Andreas



danke für das Angebot, das ich gern annehme. Andererseits finde ich es schade, dass du hier nicht sagst, was deiner Meinung nach ok oder auch nicht ok ist, zumal es dann viele, die hier mitlesen und nicht so recht weiter wissen wie ich, nichts davon erfahren. Wenn deine Einschätzung (zur Sache) von anderen (vielleicht wenigen) nicht geteilt wird, ist es deren Problem nicht deins.

Bis auf Weiteres, vielen Dank für die bisherigen und für die vielleicht noch kommenden.

Renate



Mich würde...



... auch die überlegene wärmedämmende Wirkung eines Kalkaußenputzes interessieren...

Außendämmung kommt bei dem geringen Dachüberstand und dem wohl eher knappen Budget wohl tatsächlich nicht in Frage...

MfG,
sh



Das ist die Wetterseite !!



Die Verlängerung des Dachüberstandes ist das erste, was wir machen werden. Vielleicht noch ein letztes Wort zur Wärmedämmindustrie: wenn ich all das täte, was hier "propagiert" wird, müsste ich die Hütte streng genommen abreißen und neu bauen.Das wären dann unter rein rechnerischen Gesichtspunkten das Sinnvollste. Wer es sich leisten kann......
Aber erst einmal geht's mir um SINNVOLLE Bestandserhaltung.+

Würde mich freuen, wenn sich Fachleute fänden, die sich auf
meine Fragen noch einmal einlassen würden und die waren wie folgt:

1. Der volle Putzabtrag hätte den Vorteil, dass kein Riss unentdeckt bleibt und ich einen einheitlichen Untergrund habe, wodurch ich mir dann in Verbindung mit dem Leicht- oder Kalkputz das Gewebe und den teuren Armierungsmörtel sparen kann. Habe ich das so richtig verstanden ?

2. Ich habe immer wieder gelesen, dass der Putz normalerweise aus einem Unter- und einem Oberputz besteht. Wenn ich euch richtig verstanden habe, ist das nicht zwingend notwendig.
„Einfach“ einen Kalkzementleichtputz oder Kalkputz drauf – fertig ! Ist das so einfach und gut? Wenn ja würde mich das sehr freuen. Wenn nicht, kann ich dann auf einen Kalkzementputz einen Silikat- oder Kalkputz bzw. auf einen Kalkputz einen Silikatputz aufbringen ? Wenn ausschließlich Kalkputz, unterscheidet sich dann der Kalkunterputz vom Kalkoberputz ?

3. Kalkzementleichtputz oder Kalkputz (ich gehe davon aus, dass der Kalk-(ober-)putz als Scheibenputz ausgeführt kann) das ist die Frage.
Der Kalkputz ist ja wieder stark im Kommen: er ist günstig, relativ pflegeleicht, spannungsam und hat – wie Andreas schreibt auch noch eine Dämmwirkung. Das gefällt mir sehr. Dazu hätte ich gern erfahren, wodurch die (wünschenswerte) Dämmwirkung entsteht.

Danke
Renate



so,einen hamma noch:



Prinzip: Unterputz grob,Oberputz fein!

Luftkalkmörtel wird nach einem mehrlagigen Aufbringen zu einer art ‘‘Mörtel-Kapillarpumpe‘‘: das abbindungsfördernde und schwundrissvermeidende Prinzip der Mehrlagigkeit kombiniert mit nach außen abnehmenden und dadurch feuchtetransportierenden Mörtelporen.


Dazu muss lediglich der Korndurchmesser des Zuschlags für jede neue Lage etwas verringert werden. Werden die äußeren Feinporen durch Regen bewässert , stoppt der Kapillartransport nach innen – es gibt kapillaren Wassertransport von Grob- nach Feinporen aber niemals umgekehrt. Kalkgebundener Putz nimmt Wasser auf, trocknet aber schnell wieder ab. Das Vermindert außen die Feuchtelast auf Problembereichen wie nässegefährdeten Fassadenbereichen ( Wetterseite).
Durch einen Selbstheilungsprozess schließen sich sogar entstandene Risse durch Nachversinterung seiner freien Kalkbestandteile durch kapillar eindringendes Wassers.

Darauf dann einen schönen Anstrich auf Kalkbasis und schon haben wir die Lösung die auch die meine wäre.

P.S.: Das ist alles nur ein kleiner einblick und nun warte ich auf erneute Einschläge!



Kein Einschlag !



dafür ein Dankeschön. Da hat sich meine Mail mit deinem Beitrag genau überschnitten. Ok, dann machen wir hier weiter:

Du beschreibst die (guten) Eigenschaften von Luftkalkmörtel:
Unterscheidet sich dieser Mörtel von den industriell angebotenen, bereits beschriebenen Kalkputzen ?

Erfordert das Aufbringen spezielle Erfahrung und Kenntnisse oder kann das in der Regel ein Maurer/Verputzer ?

Kann ich den Oberputz als Scheibenputz aufbringen ?

Danke für dein Interesse

Gruß

Renate





"Werden mehr als 10% der wärmeübertragenden Außenbauteile, hier Aussenputz der Fassade, saniert, sind die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) einzuhalten. Ein Fassadenanstrich zählt nicht dazu."

Das hätte uns Angela zwar gerne so, kriegt se so aber nich durch.
Putz iss nämlich kein Bauteil sondern “nur” eine für den Feuchteschutz wichtige Schicht eines (Außen)bauteils.



Wie wäre es…



… für die notorischen Zeigefingerheber, einfach mal ein Autoforum zu besuchen und in allen möglichen Threads mit klugen Profi-Ratschlägen à la "Sie wissen aber schon, dass Sie in Deutschland zum Führen eines Kraftfahrzeugs im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sein müssen…" zu glänzen?



Gute Idee !



Dann kann es nicht nur hier weiter zur Sache gehen.



hallo



hier mal ein kleiner link zum thema kalkputz
http://www.keimfarben.de/fileadmin/pdf/vortraege_denkmal/script_erfurth.pdf



hallo



hier noch ein link
http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege/Neue-Erkenntnisse-zur-Verwendung-von-Kalkputzen-in-der-Denkmalpflege/2001017108940
der die unrichtigkeit meiner aussage aufgrund nicht fundierten hintergrundwisses nicht bestätigt.

mfg alex



interessante Links



die zeigen, dass man bei Kalkmörteln genauer hinschauen muss, und "Reinheit" nicht unbedingt von Vorteil ist. Entscheidend scheint danach zu sein, welche Art von Kalkmörteln in welcher Region aufgebracht werden soll. Grundsätzlich "reine" Kalkmörtel eher nicht.

Ohne den Anspruch zu erheben, alles genau verstanden zu haben,versuche ich das mal auf die Praxis und die Anwendungssituation eines Hausbesitzers in Norddeutschland zu übertragen: die Kalk-Leichtputzen der Mörtelindustrie mit ihren mineralischen Zuschlägen scheinen demnach durchaus eine gute Putz-Option zu Kalk-Zementputzen u.a. zu sein.
Oder ist das falsch/zu einseitig geschlussfolgert ?

Gruß
Renate



interessante Links



die zeigen, dass man bei Kalkmörteln genauer hinschauen muss, und "Reinheit" nicht unbedingt von Vorteil ist. Entscheidend scheint danach zu sein, welche Art von Kalkmörteln in welcher Region aufgebracht werden soll. Grundsätzlich "reine" Kalkmörtel eher nicht.

Ohne den Anspruch zu erheben, alles genau verstanden zu haben,versuche ich das mal auf die Praxis und die Anwendungssituation eines Hausbesitzers in Norddeutschland zu übertragen: die Kalk-Leichtputzen der Mörtelindustrie mit ihren mineralischen Zuschlägen scheinen demnach durchaus eine gute Putz-Option zu Kalk-Zementputzen u.a. zu sein.
Oder ist das falsch/zu einseitig geschlussfolgert ?

Gruß
Renate



hallo



in den beiden artikeln wird ganz klaar empfohlen von kalkputzen, insbesondere den hier von andreas empfohlenen Luftkalkputz noch dazu mehrlagig (die folgen können sie im erste artikel nachlesen) abgeraten. unsere heutigen kalke sind mit den historischen nicht zu vergleichen und ereichen nicht die festigkeit. sein sie vernünftig und nehmen Abstand von kalkputz bei ihrer ausenfasade, sie werden nicht lange freude daran haben. nehmen sie lieber einen kalkzementleichtputz, dieser ist wesentlich wiederstandsfähiger bei witterungseinflüssen. versuchen sie doch bitte mal ob sie in ihrer region ein haus ausfindig machen können welches mit kalkputz Verputz wurde! sollte sich ein solches nicht finden müßte sich ihnen bereits die frage stellen warum das so ist.
aber letzten endes müssen sie selber entscheiden. ich kann ihnen nur einen ratschlag geben.
ich bin kein laie auf diesem gebiet, ich habe selber schon unzählige häuser verputz, unfundiertes fachwissen muß ich mir hier von gewissen personen nicht unterstellen lassen.
solche leute kenne ich zur genüge.

mfg alex



Hallo Alex



vielen Dank für deine Antwort und deinen Rat, den ich folgendermaßen beachten werde: solange ich nicht ganz genau weiß, was ich mir mit dem Kalkputz auf die Wand hole, werde ich den Kalk-Zementleichtputz wählen.

Du hast völlig recht: in der Region sind mir Kalkputze bislang nicht aufgefallen. Das könnte aber auch folgenden Grund haben:

Wenn ich das richtig verstand habe, benötigt das Aufbringen dieses Putzes allerdings spezielle Kenntnisse/Erfahrung und Aufmerksamkeit und Zeit.Insbesondere letzteres können sich die Bauleute wegen des Zeit-/und Kostendrucks kaum noch "leisten".
Mit "Chemie" wird dann versucht, diesen Mangel auszugleichen. Ein "normalen" Maurer/Verputzer/ auf dem Bau hat dann kaum eine Chance dem zu entkommen, es sei denn er spezialisiert sich.
Aber ich kann das alles nur vermuten. Bin mir aber ziemlich sicher, dass es schwierig wird, hier zwischen Minden und Osnabrück jemanden zu finden, der diese Arbeiten durchführen kann.
Da bin ich dann schon froh, wenn ich jemanden habe, der mit meinen Fragen aus seinem Kenntnisstand und vor allem seinen Erfahrungen heraus etwas anzufangen weiß und mir ehrlich Auskunft gibt und - wenn er denn nicht mit Luftkalk umzugehen weiß, sich zumindest mit den unterschiedlichen "üblichen" Produkten der Baustoffindustrie auskennt , sie richtig anzuwenden weiß bzw. für den jeweiligen Zweck geeignete Produkte auswählt und dabei - so weit das möglich ist - auf Produkte achtet, die sich bewährt haben und möglichst wenig die Umwelt belasten.

Wenn ich dann so etwas lese wie hier
http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?71349-Sanierung-Fassadenbeschichtung
bin ich schon ziemlich erstaunt: Da muss ein "mineralischer" Putz(was immer das heißen mag) "schon" nach 25 Jahren wieder saniert werden. 25 Jahre, so habe ich gelesen - das scheint gar nicht so unüblich zu sein, das der Putz dann wieder runter muss.
Im Vergleich zu unserem Putz ist das allerdings sehr früh. Trotz Wetterseite, feuchter Umgebund (Bäume, Buschwerk) ist dieser Putz seit über 55 Jahren auf der Wand !!!) Und es kommt noch besser. Drei Fachleute/Verputzer, die sich das angeschaut haben, meinten, der Altputz müsse nur ausgebessert werden !!

Wegen der Flickschustereien werde ich diesen Rat nicht befolgen. Wenn ich dann aber schon einen neuen Putz draufbringe, dann soll der möglichst nicht schlechter sein als der alte Putz. Und der scheint mir recht simpel zu sein.So etwas will ich wieder haben: einfach und gut, simpler Kalk, viel Sand und sehr wenig Zement, wie mir ein Nachbar sagte, der war in den 50er Jahren eher knapp.
Werden von den Verputzern solche Putz-Mischungen noch auf der Baustelle zusammengestellt oder wird in der Regel nur noch auf fertige Putzmischungen zurück gegriffen ?

Der Haltbarkeit des Putzes hat es offensichtlich gut getan, was nicht heißt, dass ich nun alle "Zuschläge" in Kalk-Zement-Putzen verteufeln will. Mir geht es lediglich darum, dass offen gelegt wir, um welche Art von Zuschlägen es sich handelt, dass es sich um echte mineralische Zuschläge handelt, die sich in der Praxis bewährt haben.

Bei den Kalkputzen gibt es eine Historie, die sich moderne Baustoffe erst erwerben müssen. Wenn derartige Kalkputze in den letzten Jahrhunderten "Ewigkeiten" gehalten haben sollen, dann ist das vor dem Hintergrund des oben erwähnten Links schon faszinierend. Allerdings scheint es kaum Fachleute zu geben, die genau wissen, um welche Art von Kalkputz es sich hierbei genau gehandelt hat. Wenn ich mich irren sollte, lasst es mich wissen.
Ein Hinweis darauf sind die Texte, auf die du verwiesen hast, aber auch die Vielzahl von unterschiedlichen Kalkputzen stiften viel Verwirrung.
Um nur einige Bezeichnungen zu nennen, die ich so gelesen habe:
Luftkalk, Sumpfkalk, trocken gelöschter Kalkmörte, Trasskalk, Naturkalkputze (was immer das heißen mag, Brannkalk, hydraulischer kalk, Weißkalkhydrat und die Mörtelindustrie setzt mit ihren Leichtkalk-Putz noch eins oben drauf. Dazu kommen noch - ich meine , es wäre in Verbindung mit dem Kalkanstrich gewesen - spezielle "Rezepturen" bei den z.B. Quark, Buttermilch und ähnliche Stoffe zum Einsatz kommen.
Da frage ich mich dann, wenn von Kalkputzen die Rede ist, was eigentlich genau gemeint ist.

Lange Rede kurzer Sinn. Als Laie zu verstehen, wie ein Putz genau funktioniert, was haltbar ist und was eher nicht, ist das Eine.
Das Andere jemanden zu finden, der das Ganze auch fachmännisch und für mich bezahlbar aufbringen kann.

Im Zweifelsfall bleibe ich bei dem, was hier üblich ist.
Würde mich über weitere Kommentare freuen und ganz konkret über eine Einschätzung der Kalk-Leichtputze, die von den großen Herstellern der Mörtelindustrie mittlerweile angeboten werden. Ist das eine Alternative zu Kalk-Zement-Leichtputzen ?
Wenn ja, welche Vorteile haben sie gegenüber den üblichen Kalk-Zementleitputzen oder sollte man lieber die Finger davon lassen ?

Gruß
Renate



hallo



ihre simple Mischung wie sie sie nennen mit kalk viel sand und wenig zement entspricht dem üblichen Rezept für kalkzementmörtel welcher zu 2T kalk 1T zement und 8Tsand besteht. baufirmen werden wohl kaum ihren putz selber anmischen das wäre heutzutage unbezahlbar, gerade bei großen flächen wie einer hausfasade wird der putz fertig im silo angeliefert und mit einer putzmaschine an die wand gespritzt. verteufeln sie bitte nicht solche fertigmischungen nahmhafter Hersteller wie maxit oder so, diese sind in keinster weise mit der ware aus dem Baumarkt vergleichbar. die sogenannten zuschlagstoffe dienen der besseren verarbeitbarkeit. wer sowas schon gemacht hat weis wovon ich rede.
p.s. mineralisch heist das anorganische Bindemittel wie zement, kalk oder Gips verwendet werden.
die 2. gruppe sind die organischen putze, hier bestehen die bindemittel aus kunstharzen.
aber können sie selbst lesen hier :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Putz_%28Baustoff%29

mfg alex



nein, es geht mir nicht darum, etwas zu verteufeln,



sondern zu verstehen und möglichst richtig einzuschätzen. Dabei hat mir deine Antwort geholfen. Vielen Dank dafür.

Gruß
Renate



wer



redet hier eigentlich von simplen mischungen?...das ist ja wohl eher sache derer die die tüte aufreißen und ihrer erfahrung freien lauf lassen...wo ist die nachgewiesene dauerhaftigkeit der,mit in der toleranz befindlichen zuschlagstoffen,durchsetzten fertigmischungen?...dann die kostenfrage im verhältnis zur nachhaltigkeit: was kostet denn so ein sack?...eine menge im verhältnis zu den relativ günstigen materialien die ich für eine selbstmischung vor ort benötige...und sehr wohl machen das firmen noch auf der baustelle,so wie früher als es noch selbstverständlich war...

es hat auch keiner behauptet das die verarbeitung von bestimmten materialien nicht etwas länger dauert als bei den hau-ruck produkten,im gegenteil...alleine das ist doch auch ein zeichen dafür wie ich finde...ruck-zuck dran,ruck-zuck-ab...

jeder hat seinen glauben,den soll er auch behalten und weitergeben...aber man muss der tatsache ins auge sehen das sich hier zwei welten treffen...da gibt es nie übereinstimmung,nur fakten...und die sprechen im moment noch für den einsatz von altbewährtem das über jahrhunderte als system funktioniert hat...

abschließend möchte ich betonen das jeder das machen sollte was er für richtig hält und auch dafür einstehen wenn es denn doch nicht so ist wie es sein soll...

gruß



die Mischung macht's offensichtlich



und das scheint nach meinem Eindruck wegen der Zuschläge mittlerweile eine "Wissenschaft" für sich zu sein.
Ich denke, Aufklärung tut hier Not.
Deswegen würde ich mich freuen, wenn du mitteilen würdest, wie sich der Luftkalkmörtel, wie du ihn für die Fassade an meinem Haus verwenden würdest, zusammensetzt, ob du dazu selber mischen würdest (wenn ja was genau) und ob es dafür auch fertige Sackware gibt, die man dafür verwenden KANN, ab nicht muss, wenn auch selber mischen möglich ist.

Gruß
Renate



Kalkarten



Unter folgendem Link:
http://www.lichtarbeiter-forum.de/welcher-kalk-fuer-feuchten-keller-t1817.html
habe ich dazu folgendes gefunden:

"Die Eigenschaften von Kalkputzen hängen im Wesentlichen davon ab, welche Stoffe wie Kieselsäure, Tonerde oder Eisenoxid im Kalk enthalten sind.

Je nach Höhe des Anteils der v. g. Stoffe unterscheidet man folgende Kalkarten:

- Luftkalk – ohne hydraulische Bestandteile
- Kalkhydrat – mit sehr geringen bis geringen Anteilen an hydraulischen Bestandteilen
- hydraulischer Kalk – mit geringen bis mittleren Anteilen hydraulischen Bestandteilen
- hochhydraulischer Kalk – mit hohen Anteilen an hydraulischen Bestandteilen "

Weiter:

"Luftkalke sind sehr feinteilig. Sie ergeben einen sehr geschmeidigen und ergiebigen Putzmörtel mit einem hohen Porenvolumen, erhärten nicht unter Wasser und binden nur sehr langsam unter ständigem Luftzutritt ab.
Erst vollständig carbonatisierter, d. h. mit dem Kohlendioxid in der Luft reagierter Kalk ist wasserunlöslich.
Luftkalkputze und -mörtel erreichen nur recht geringe Festigkeiten (bis etwa 1 N/mm²)."

"Noch eine Besonderheit:
Kalke mit puzzolanischen oder latenthydraulischen Zusätzen (z. B. Trass) erhärten vergleichsweise langsam. Die hydraulische Erhärtungsreaktion dieser Stoffe kann dabei aber auch nur ablaufen, wenn ein entsprechender "Anreger" (hier der Kalk) vorliegt. Wichtig ist außerdem, dass die Reaktion weder durch zu niedrige Temperaturen noch durch Wassermangel unterbrochen werden darf.

Und wichtig zu wissen!
Aufgrund der geltenden normativen Anforderungen können bei den hochhydraulischen Kalken = HL 5 auch sehr kalkarme Produkte als Kalk bezeichnet werden. Diese HL 5 - Kalke haben dabei oft einen relativ hohen Zementanteil.
Selbiges gilt auch für die zu den HL 5 - Kalken zählenden Trasskalkbindemittel, in denen Kalk kein Hauptbestandteil ist."

Danach wäre ein hydraulischer Kalk mit Trassanteilen angebracht ?
Richtig ?

Gruß
Renate