Schimmbelbildung trotz Kalk-Zementputz + Silikatfarbe auf Sandstein

11.06.2013 jango881



Hallo,

ich habe einen Altbau fertig saniert und vor kurzem bezogen. Das Haus steht am Hand, und an einer Wand drückt das Wasser in die Hausmauer. Eine Drainage wird in den nächsten zwei Jahren realisierbar sein (Kosten).

Diese Wand ist zum Teil im Erdreich, und auf einem Sand/Naturstein Sockel gestellt. Obwohl ich innen gern die Steine hätte sichtbar haben wollen, ging es einfach vom Aufwand zunächst nicht. Daher wurde die komplette Ziegelwand, in der sich auch die paar Sandsteine befinden mit Kalk-Zementputz verputzt und später mit Silikatfarbe gestrichen. Am gesamten "Sandstein-Bereich" habe ich gestern Abend Schimmelflecken gefunden. Wie kann das sein? Die Wand ist doch Diffusionsoffen. Ich muss dazu sagen, die Farbe hat fast 3 Wochen nicht getrocknet, weil die Wand immer feucht war.

Hat jemand einen guten Rat für mich? Weiss jetzt auch nicht, ob ich bis zur Drainage damit warten soll. Freilegen wird auch nicht viel bringen denke ich.

Viele Grüße

Micha



war hier schon mal Thema



lies dich mal hier rein
http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/lueften-schimmel-61202.html



Leider ist



dieser Putz nicht in dem Maße diffusionsoffen wie das z. B. ein reiner Kalkputz ist.

Freilegen ist auf jeden fall schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Grüße



feuchte Wand



Können Sie ein paar Fotos von der Situation außen und innen einstellen?



kalk kann Physik nicht überlisten



Auch auf Kalkputz mit Kalkfarbe kann es schimmeln.
http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/schimmel-fenster-114249.html



falsche Erwartungen



Ich staune immer wieder darüber, was manchen Baustoffen zugedichtet wird.

Sicherlich kann ein Kalkputz Feuchtigkeit aufnehmen und ist alkalisch, wodruch Schimmel weniger gut gedeihen kann. Wenn ein reiner Kalkputz aber andauernd Feuchtigkeit bekommt und keine Möglichkeit hat, diese auch wieder abzugeben, wird sich auch dort irgendwann Schimmel bilden...ein Kalkputz ist keine stormlose Entfeuchtungsmaschine! Ein Kalkzementputz ist weniger diffusionsoffen, aber ich denke an der beschriebenen Stelle ist nicht das Putzsystem die Ursache. Die Wand wird vermutlich 2 Probleme haben...den Feuchtigkeitsnachschub von aussen durch die Hanglage (vermutlich wird bindiger Boden in dem Bereich direkt an der Wand liegen) und zum anderen wird dieser Wandbereich durch den Kontakt aussen zum Boden relativ kühl sein, sodass die derzeit warme und Feuchte Luft raumseitig dort kondensiert...

Nun sollte man entweder die Wand erwärmen, damit der Taupunkt dort angehoben wird und/oder aussen etwas machen.

Ob eine Dränung dort notwendig ist, müssen Fachleute vor Ort klären. Oft ist es einfach schon hilfreich, den direkten Kontakt zwischen anliegendem Boden und der Wand zu trennen. Manche stellen einfach Perimeterdämmplatten vorübergehend zwischen Boden und Wand...



Erstmal danke..



für die hilfreichen Antworten, vorallem das umfassend besprochene Thema eines ähnlichen Problems.
Anbei wie gewünscht ein Foto.
Ich muss zur Situation sagen, dass die Mauer viele Staubablagerungen aufweist. Die Wand war schon länger fertig, und es hat sich noch bestimmt 8 Wochen Bau-Staub abgesetzt. Habe gelesen, dieser kann feucht werden und auch schimmeln.
Die Wand ist übrigens die eines ehem. Ziegenstalles, wodurch ich mir den Salpeterflaum erkläre. Nach einem abbürsten sah die Wand wieder ganz gut aus - alles nur oberflächlich (noch??!!)

Joerjen, es ist vielleicht ein bisschen Wunschdenken :-). Ich bin mir schon bewusst gewesen, dass die atmungsaktiven Baustoffe keine Feuchtigkeit beseitigen, oder die Wand austrocknen kann. Ich wollte eigentlich nur das schimmeln vermeiden. Würdest Du also erstmal die Wand nur freilegen (aussen)?


Zusammenfassend ist es wohl so, dass die ewig feuchte Farbe, vereint mit Baustaub und einer ewig kalt-feuchtenwand neben der auch noch ein Heizkörper steht eine gute Vorlage für Schimmel gebildet hat.

N.S. Bin jetzt als Jango881 angemeldet, nicht wundern.


Gruß Michael



Wand trocknen



Der Staub bildet natürlich auch die Grundlage für Schimmel, Auslöser ist aber die vorhandene Feuchte. Diese muß erstmal ergründet werden...

Ist denn der Heizkörper angeschlossen? Wenn ja, temperiere doch mal die Wand...schaden tut es nicht.

Und wenn aussen vielleicht feuchter Boden anliegt, wird dieser sicherlich zum einen die Feuchtigkeit auch an die Wand geben, zum anderen auch die kühle Temperatur, wodurch die Kondensation innen verstärkt wird...

Wenn möglich, würde ich die Aussenseite der Wand mal erforschen und freilegen. Ob die Variante mit den Perimeterdämmplatten an der Wand fachmännisch ist, kann ich nicht sagen, allerdings habe ich das schon einige Male als Provisorium gesehen und es schien einleuchtend zu sein....



Schimmel



Sandstein hat eine höhere Masse und eine bessere Wärmeleitung wie Ziegel. Da muß es nicht verwundern wenn bei hoher Luftfeuchte zuerst am Sandsteinuntergrund Kondensat ausfällt.
Bei von außen eindringender Feuchte läuft das umgekehrt. Zuerst wird der Ziegeluntergrund feucht, da Sandstein im Gegensatz zu Ziegeln so gut wie keine Kapillarität besitzt.
Ich bat Sie um Fotos innen und außen, wie sieht es damit aus (das Foto mit dem Schimmel ist für eine Beurteilung der Ursachen nutzlos)?

Viele Grüße