Wandaufbau bei Wandheizung mit/ohne Dampfsperre/bremse

22.02.2013



Hallo an Alle,

ich bin neu hier, sicherlich ist meine Frage bereits diskutiert worden, aber ich finde momentan nicht genau das was ich suche. Deshalb mein Anliegen:
Ich bekomme in diesem Jahr ein Haus quasi geschenkt.

Akueller Istzustand:
Grundmauerwerk Bruchsteinmauerwerk mit teilw. aufsteigender Feuchtigkeit. Der Boden des 1.OG liegt auf der Grundmauer auf z.T. Gewölbe unter dem Boden es 1.OG
darüber Fachwerk mit folgendem Wandaufbau innen->außen aus dem Zeitraum ca.1980 Kalk/Zementputz->sog. Sauerkrautplatten-> 12cm mit Ziegel ausgesetztes Fachwerk (es wurde wohl Kalk/Zementmörtel verwendet, wobei der Zementanteil in der ehem. DDR wahrscheinlich eher gering war)->Brettverschlag

Problem 1
Jetzt zu meinem geplantem Wandaufbau des 1. OG wieder von innen->außen
Lehm oder Kalkputz->Wandheizung->Dampfsperre/bremse->Fachwerk mit Leichtlehmsteinen aussetzten->Dämmung mit Hanf, Schafwolle oder Flachs-> Unterspannbahn o.ä. darauf wie auf älteren Bildern Schiefer oder jetzt Brettverschlag mit einer Hinterlüftung mittels Lattung. Ist hier die Dampfsperre sinnvoll oder eher kontraproduktiv wie mir ein Freund sagte: Er meint die evtl. aufsteigende Feuchte sollte auch nach innen weg können. Ist hier eine sogenannte intelligente Dampfbremse das Mittel der Wahl?
Ist der Wandaufbau so günstig oder habe ich entscheidene Fehler in meinen Überlegeungen?

Problem 2
Den Zwischenraum zwischen Gewölbe und Boden des 1.OG möchte ich mit Schaumglasschotter dämmen. Oder gibt es bessere Alternativen?

Problem 3
Das 2. OG ist jetzt ein Kaltdach mit Blecheindeckung.
Da möchte ich den Kniestock auf ca. 1m setzten den Wandaufbau ähnlich dem 1.OG gestalten, sollte die Dämmung hinter dem Kniestock bis in den Letzten Winkel gehen? Wie gestaltet man da die Stelle: Decke 1. OG an der Außenwand zu dem Bereich hinter dem Kniestock ob nun gedämmt bis in den letzten Winkel oder als Hinterlüteteten Raum für div. Medien (Stromkabel o.ä.)

Problem 4.
Aufbau Decke, sowohl im bereich Schräge als auch waagerechtem Anteil, des 2.OG. Ggf. würden wir die Wandheizung noch etwas nach oberhalb des Kniestocks erweitern bis ca. 1,5m über Fußboden.
Innen->Außen Lehmputz/Kalkputz->Wandheizung->Dampfsperre->OSB-Platten (gibst bessere Alternativen?)->Untersparrendämmung mit Einlasdämmung oder Hanf/Flachs/Schafwolle. Zwischen den Sparren und der Spitzboden sollen als Hinterlüftung belassen werden. Das Blechdach ist mit einer Unterspannbahn als Dicht gegen Flugschnee etc. gesichert. Der Spitzboden bekommt Giebellöcher um ggf. mit Unterschlupfmöglichkeit für Schleiereule und Co..

Den gesamten ausgebauten Bereich möchte ich mit einer Lüftungsanlage austatten, um die Feuchtigkeit die im Raum entsteht abzulüften. Würde da evtl. doch das Weglassen der Dampfsperre im Wandbereich doch Sinn machen? Da könnte die aufsteigende Feuchte gleich mit weggelüftet werden?

Ups da ist jetzt ganz schön viel geworden!
Frage kann mir jemand, einen für diese Problembereiche geeigneten Bauingeneur im Großraum Dresden/östliches Erzgebirge empfehlen?

Ich Danke schon mal für alle Antworten! Gern auch mit Verweis auf ältere diesbezüglich geführte Disskusionen. Bitte auch gern Kritik an meinen Plänen schließch hab ich noch Zeit zu Umdenken und Verbessern!

Grüße Matthias



Heraklith, Hanfdämmung,...



Ich habe noch ca. 40m² Heraklith (Sauerkrautplatte) 25mm Stark und Hanfdämmung in versch. Stärken, ca. 70m² Dampfbremse ProClima DB+ und Hanf-Akustik/Trittschallvlies ca.15m² 3mm Stark da.

Die Sauerkrautplatten eignen sich sehr gut als Putzträger. (Bei uns im Dachgeschoss zB).

Falls du Interesse hast. In der Nähe von Dresden.



Zunächst...



... "umdefiniere" ich mal Deinen Begriff "1.OG" in "EG", also überm Keller... denn sonst macht das alles keinen Sinn...

ad 1. Im Prinzip sinnvoll und OK, bis auf die Dampfsperre... die ist schlicht und ergreifend kontraproduktiv und überflüssig... statt der genannten Materialien könnte auch eine Holzfaserplatte sinnvoller sein... hinterlüftete Vorhang-Fassade ist ein gutes Konzept

ad 2. mehr Input bitte zum geplanten Gesamtaufbau... Schaumglas ist relativ teuer...

ad 3. hierzu ist hundertfach geschrieben worden...

ad 4. Dampsperre ist unnötig...

Die Giebellöcher würde ich denn doch gegen Untermieter abdichten, es kommt ziemlich schnell ziemlich viel Sch... zusammen...

Eine KWL-Anlage halte ich im Altbau für nicht sinnvoll, bzw. überflüssig...

MfG,
sh



Vielen Dank



erstmal für die schnellen Antworten!

zu 1. es ist wirklich das 1.OG gemeint das EG ist ein ehemaliger Stall der teilweise als Garage und teilweise als Abstellraum uä. genutzt wird und auch weiterhin so genutzt werden soll. Bis Oberkante des EG ein Bruchsteinmauerwerk. Die Holzfaserplatte könnte ich wofür verwenden: als Putzträger, zur Ausfachung des Fachwerks oder für die Außendämmung oder für alle 3 Zwecke?

zu 2.
Aktueller Aufbau von unten -> oben: Ziegelgebölbe (teilweise verputzt teilweise Kalktünche)->Hohlraum->aufliegende Balken->Dielen->Styrodur->OSB bzw. Spanplatten->Fußboden bzw. Laminat
Dort wo kein Gewölbe vorhanden, sind aktuell Sauerkrautpatten an die Balken geschlagen und verputzt. Ob und welche Unterkonstruktion vorhanden, ist mir noch nicht so ganz klar.
Ich hätte mit vorgestellt: Gewölbe->dämmende Schüttung->Dielen->Ausgleichsmasse (Estrich?)->Trittschalldämmung->Bodenbelag
Da wo kein Gewölbe vorhanden bin ich noch sehr ratlos. Könnte es funktionieren: Eine Zwischendecke einziehen, welche die dämmende Schüttung trägt.

zu 1. und 4.
Das die Dampfsperre evtl. suboptimal bzw. kontraproduktiv sein könnte, hab ich bereits geahnt. Könnte ich, um es zu verstehen, kurz begründet bekommen. Ich bin nicht vom Fach, sondern Krankenpfleger, möchte aber trotzdem oder gerade deshalb gern sehr detailiert Bescheid wissen. Um später ein möglichst gesundes Raumklima zusammen mit nicht zu hohen Energiekosten zu erhalten.

zu 3. Da mir die Fachbegriffe nicht so geläufig sind, wäre ich für paar Tipps, wonach ich am besten suchen sollte sehr Dankbar!

Nochmals vielen Dank für die Antworten und ich freue mich auf weitere wertvolle Tipps und Meinungen!!!

Grüße Matthias



Eine Wärmedämmung...



...ist direkt hinter der Wandheizung an besten aufgehoben.

Also von außen nach innen:
-Leichtlehmsteine im Fachwerk, sauber an dieses mit Dreikantleisten angebunden
-Vollflächig in Lehm angesetzte Holzweichfaserplatte Rohdichte o,25 (z.B. DOSER) mit implizierter Montageleiste
-Kammschiene, darin Heizleitung
-Lehmputz

Als äußere Verkleidung ist Schiefer sicher schön und regionaltypisch - aber das wäre eine Holzverkleidung auch, und dürfte deutlich preiswerter daherkommen. Saubere Detailausbildung, sonst wohnen hinterher schnell die Wespen hinter dem Verschlag.

Ein erfahrener Ansprechpartner wäre Matthias Heine, www.baubiologie-heine.de . Ein Fachmann wie Matthias sollte in möglichst frühem Stadium eingebunden werden, auch die Beseitigung selbst produzierter Bauschäden kostet schließlich später Geld...

Grüße

Thomas



Danke für weitere Antwort,



was ich gestern Abend noch vergessen hatte, was spricht gegen die KWL bzw. warum diese im Altbau unsinnig. Ich habe immer das Gefühl, das wir zu wenig lüften. Obwohl wir schon versuchen immer schön Stoßlüftung zu betreiben. Würde eine Entlüftung in Bad/Küche sinnvoll sein, um die selbst produzierte Feuchtigkeit raus zu bekommen?

Ich freue mich auf weitere interessante gern auch kontroverse Antworten!

Grüße Matthias