Fußbodenaufbau in einer Scheune auf gestampftem Lehm

05.06.2010



Hallo und guten Morgen,

wir planen den Ausbau einer kleinen und ausbauwürdigen Scheune, die Wände sind aus Ziegel, das Dach ist aus doppelt gedeckten Biberschwänzen und wird derzeit gerade unter Verwendung der originalen Ziegel umgedeckt. Eine ganz normale kleine Scheune also :-) Und wir versuchen, den Charakter so weit wie möglich zu erhalten, eben auch durch Verwendung der originalen Ziegel usw.

Der Boden besteht aus gestampftem Lehm, den wollen wir auch drin lassen, erstens weil wir nach oben hin genug Platz haben und zweitens weil wir auch gern wollen, dass das Fußodenaufbau etwas höher kommt.

Wie müsste nun der Fußbodenaufbau auf diesem gestampftem Lehm aussehen, wenn ganz oben entweder a) eine Dielung oder b) Fliesen verwendet werden sollen. Ob Dielen oder Fliesen weiss ich noch nicht, es hat beides seine Vorzüge.

Was ich hier im Forum gefunden habe, ist dieser Aufbau von unten nach oben:

- Schotterpackung
- Trennvlies
- Unterbeton eben und sauber abgezogen
- Bitumenbahn

Meine Fragen:
- Ist das so korrekt?
- Wie dick sollte Schotterpackung und Unterbeton sein?
- Und wie geht es nach oben hin weiter, wenn entweder Fliesen oder Dielen drauf kommen sollen?

Ganz herzlichen Dank im Voraus!

Bernd, das Brot



Kann man tun...



...aber ob's sinnvoll ist, das wäre die nächste Frage!
Zur Scheune bzw. dem, was Ihr daraus machen wollt, sollte es eine Harmonie geben.
Und für solche Gesamtlösungen sollte man sich vielleicht mal begleiten lassen oder mit ein paar Ideenfindern zusammen tun.
Hier mal ein guter Tipp an Euch aus Eurer Region.
Hat schon einige Scheunen im nördlichen Berlinraum zu neuem Leben mit verholfen:

Dritte Haut® Architekten
Peter Garkisch (Architekt, Dipl.-Ing.)
Bölschestraße 18
12587 Berlin
Tel.: 030-6409-1744
Fax : 030-6409-4469
eMail: garkisch@dritte-haut.de
WWW: Homepage


Viel Erfolg und wir stehen Ihnen auch gern mit zur Verfügung.

Nettes WE,
Udo



Fußbodenaufbau in einer Scheune auf gestampftem Lehm



Danke für die leider nicht wirklich weiterführende Antwort auf eine detaillierte Frage nach einem richtigen Fußbodenaufbau. Da fühlt man sich gleich dumm wie ein Brot. Okay, ich bin ja wohl eins.

Warum sollte es denn nicht sinnvoll sein? Und was spricht gegen die Harmonie bei meinem Vorschlag? Schöne Fliesen können harmonisch sein und eignen sich prima für eine Fußbodenheizung; eine schöne Dielung aus langen und breiten Schlossdielen ergibt eine fantastische Optik.

Beides haben wir im vorderen Wohnhaus schon gemacht, und sind für die Scheune noch hin- und hergerissen. Doch das war gar nicht die Frage, auch nicht die nach einem Gesamtkonzept oder einem Architekten.

Eigentlich wollte ich ja nur die Frage nach dem geeignetsten Fußbodenaufbau auf einem gestampften Lehmboden beantwortet haben ...

Bernd, das Brot





Hallo,

Generell ist das OK, der Teufel steckt allerdings im Detail.
Wenn Sie den Boden jetzt so Abdichten kann die Feuchtigkeit diesen Weg nicht mehr nehmen, das ist Sinn einer Abdichtung.
Aber:
Wie sehen die Wände, bzw. die Abdichtung derer aus?

Oder reicht Ihnen ein trockener Boden?



Grüße aus Schönebeck



Fußbodenaufbau in einer Scheune auf gestampftem Lehm



Hallo,

die Wände haben noch keine Horizontalsperre, werden aber eine bekommen.

Welches System weiss ich noch nicht, es gibt ja auch hier im Forum heftigste Diskussionen der verschiedenen Anbieter z.B. von drucklos einzubringenden flüssigen Horizontalsperren, wie Porofin oder anderen.

Ich habe übrigens zur Horizontalsperre schon unabhängig voneinander drei befreundete Architekten befragt, die sich alle mit dem Thema aus ihrer Praxis heraus auskennen - und zu meinem großen Glück sagt jeder etwas anderes, das sich wunderbarerweise auch in wesentlichen Teilen noch widerspricht :-(

Da hat man als Bauherr extrem viel Freude bei der Auswahl.

Gruß, Bernd das Brot



@ Bernd, das......



Sie werden genau diese Antwort hier nicht bekommen können.
Diese lässt sich leider nur am Objekt erarbeiten!
Und ob eine Horizontalsperre Sinn oder nicht Sinn macht, ist auch wieder die Frage der Fragen.
Fussbodenheizung?
Bin seit einigen Jahren kein Freund mehr davon.
Fussbodentemperierung dagenen ja!

Wollen Sie dicht bauen oder diffusionsoffen?
Solche Fragen sind an erster Stelle wichtig.
Und daraus lassen sich dann die weiteren Lösungen erst erarbeiten.

Schaumglasschotter wäre für Sie eine gute Alternative und sicherlich auch gut für die gesamte Bodenaufbaulösung.

Grüße ins Scheunenthema,
Udo





Und hier sind eben die Grenzen eines Forums.

Ohne genaue Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten kann hier keiner sagen was und wie gemacht werden muss oder sollte und was überflüssig ist.
Zur Horizontalsperre in Ziegelsteinmauerwerk kann ich Ihnen aber eins sagen.
Wenn eine Horizontalsperre rein muss, dann eine mechanische im Sägeverfahren.
Dann sollte auch sinnigerweise die Abdichtung des Boden dort herangeführt werden.

Grüße aus Schönebeck

[pubimg 19951]



und



um Deine Frage ganz korrekt beantworten: macht keinen Sinn !
Warum: Was willst Du mit Trennflies ? Unter einen U-Beton kommt eine Trennfolie, damit der Beton sich nicht in den Schotter "verdünniesiert".
Der U-Beton sollte mind. 10 cm stark sein, der Schotter (Frostschutz 8-45) sollte etwa 20 cm stark sein, wenn er kapillarbrechend sein soll, ansonst geht auch eine Sandschicht zum Ausgleich. Mögliche Schleusen und Leerrohr nicht vergessen!
Deine Bitumenbahn sollte eigentlich ein System mit der Wandsperre ergeben und sich mit Ihr als eine Ebene ausbilden. Das würde durch Mauerwerkaustausch und Durcführung der Sperre ergeben. Damit wären die Bedenken wegen der sich einen Weg suchenden Feuchtigkeit gegenstandslos, wobei dies nach meiner Meinung in der Sitation nicht die wichtigsten Bedenken sind.
Bei Fliesen baruchst Du noch eine Dämmung, Dampfsperre und Estrich. Der Aufbau eines Dielenfußbodens wurde schon beschrieben.

Und nehme Udo seine Antwort bitte nicht übel, er hatte weniger die technische Seite als mehr die denkmalpflegerischen Aspekte im Auge, was man anhand seines Mottos ja unschwer erkennen kannt- er nennt sich ja nicht Betonbauer .....
Als Brot will Dich hier keiner einstufen, verschiedene, teilweise gegensätzliche Meinungen wirst Du hier auch zu hören bekommen. Wenn Du kannst, stell doch mal ein Foto rein, damit auch andere sehen können, ob sie ein ähnliches Bauvorhaben haben. Es hilft auch denen, die erst mal recherchieren und natürlich denen, die dir antworten sollen.



Moin Bernd,



Lehmboden hat zunächst mal hervorragende, feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften, die du bei deinem Plan sorgfältig unter Beton verpackst....wozu?

Unser Scheunenboden ist staubtrocken und im Gelände so gelegen, dass auch bei Dauerregen da nix reinläuft, die umliegenden Wände sind ebenfalls trocken.

Falls es bei dir so oder ähnlich aussieht - wozu gegen was abdichten? Falls du dich für geölte Dielen entscheidest, kann evtl. auftretende Bodenfeuchte nach oben raus.....

Falls nicht - von wo kommt da Wasser ran?

Will sagen, lieber das Wasser vom Objekt fernhalten, als versuchen es innerhalb zu stoppen...

Eins nach dem anderen...

Gruss, Boris



@ Boris



Erdfeuchte ist allgegenwärtig, verdunstet auch aus Euerem Lehmboden und hat in Wohnräumen nichts zu suchen. Eine Sperre des Bodens ist nicht nur Stand der Technik, sondern auch ohne weiteres plausibel.

@ Bernd

Aufbau wie vorgeschlagen m.E. korrekt, als Unterbeton am besten Leichtbeton der Wärmedämmung wegen, wenigstens 10cm stark.

Bei Dielen: Auf der Absperrbahn weiterbau mit Holzweichfaserplatten, z.B. DOSER DHD 2x 25mm überlappend, und zwischenliegenden Lagerhölzern 50x50 für die Dielung.

Grüße

Thomas