Alten Kuhstall betonieren oder lieber doch nicht?

12.06.2020 Naniscola


Alten Kuhstall betonieren oder lieber doch nicht?

Liebe Community,
Wir haben 2016 einen Resthof gekauft und sind gerade dabei den alten Kuhstall zu sanieren. Das Gebäude ist mindestens 100 Jahre alt, hat einen Bruchstein Sockel und ist darüber gemauert mit Klinkern.
Den Putz haben wir abgestemmt, die Klinker mit Sand abgestrahlt, die Decke und die tragende Stahlkonstruktion ebenfalls.
Der alte Boden besteht aus alten Pflastersteinen, zum Teil auch als Betonplatten, die stand zum ablaufen der Gülle und der Jauche dienten. Unter den Steinen und den Platten befindet sich ein Lehm- Sandboden.
Der erste Ansatz für den Bodenaufbau bestand darin, den Boden komplett auszunivellieren und auf die gewünschte Höhe zu bringen, damit man ebenerdig hinein kann. D.h. für die Pflastersteine und die Betonplatten, dass sie raus müssen, weil man sonst zu hoch kommt mit den gesamten Bodenaufbau. Der Plan war eine Sauberkeitsschicht aufzubringen aus Schotter, darüber eine Plane zu Verlegen und darauf dann den Beton zu gießen. Darauf soll dann ein Holzboden mit Unterkonstruktion verlegt werden.
Der Raum soll als Partyraum benutzt werden und mit einem Holzofen nach Bedarf beheizt werden.
Nun hat es ein findiger Mann aus dem Dorf den Einwand erhoben, dass man mit dieser Maßnahme im Endeffekt die Feuchtigkeit zwar Daran hindert über den Boden aufzusteigen, sich Damit aber weiteren Ärger einhandelt, Weil sich die Feuchtigkeit dann ihren Weg unter der betonierten Platte in die Mauern sucht. Das könnte dann wiederum UnterSpülungen zur Folge haben.
Unabhängig von der Frage des Bodenaufbaus hatten wir erwogen in die Ziegelmauer eine Horizontalsperre einzubringen, wovon uns jedoch abgeraten wurde, da eine Dränage von außen nachhaltiger sei. Die Scheune steht aber nicht weit entfernt von einem Bachlauf, so dass das Gebiet tendenziell Hochwasser gefährdet ist. Probe Grabungen haben aber ergeben, dass kein stehendes Grundwasser in einer Tiefe von 50 cm zu finden ist, so dass man meiner Meinung nach ohne Probleme eine Dränage mit vorbeugenden Rückstauklappen einbringen könnte.
Was ist eure Expertise aus der Ferne, gab es ähnliche Fälle und welche Lösung habt ihr dabei gefunden?
Beste Grüße und vielen Dank,
Alex



Ein findiger Mann?



es trifft nicht zu, dass durch die Herstellung einer Bodenplatte die Feuchtigkeit in die Wände zieht, schon gar nicht kommt es zu Unterspülungen, da dazu ja fließendes Wasser nötig wäre.
Eine Drainanlage ist Unfug, weil Ihr keinen Keller habt und auch drückendes Wasser nicht der Fall zu sein scheint. Im Gegenteil besteht die Gefahr, dass Ihr erstrecht Wasser an die Fundamente zieht. Viel wichtiger ist es, an der Außenseite des Mauerwerkes das Oberflächenwasser wegzuleiten. Eine Horizontalsperre hilft nur bei aufsteigender Feuchte, gibt es denn Anhaltspunkte dafür? Leider ist der Sockelbereich auf dem Foto nicht ausreichend zu sehen.
Rechnet die Höhe Euren Bodenaufbaus aus und legt die OK Fertigboden fest.
Oben unter Lesestoff studiert Ihr die PDF-Dateien von Georg Böttcher zur Thematik " Bodenaufbau gegen Erdreich" bzw. gebt diesen Begriff in die Lupe ein. Dort finden Ihr Schritt für Schritt die Umsetzung. Überlegen müßtet Ihr noch, ob eine Dämmung eingebracht werden soll oder nicht.