Fußbodenaufbau

07.09.2007



Noch mal guten Abend, nun eine Frage zum Fußbodenaufbau.
Im Erdgeschoß unseres Fachwerkhauses brauchen wir in fünf Räumen neue Fußböden.
Raum eins wird mein "Schmutzschleusenbadezimmer", günstige Fliesen rein und fertig.
Raum zwei wird Abstellkammer, günstige Fliesen rein und fertig.
In die anderen drei Räume möchten wir Holzfußböden legen, als Aufbau hatte ich mir gedacht, zunächst ca. 5 cm dünn Schotter 0/45, leicht verdichten, um etwas Stand in die Angelgenheit zu bringen. Dann ca. 20cm kapillarbrechende Schicht aus Kies der Körnung 8/16 oder 8/32, ohne Nullanteile. Darauf als Unterlage für die Balkenlage Waschbetonplatten (große Auflagefläche) und Ziegelsteine, dann die Balkenlage, darauf die Holzdielen.
Die Wände sind von innen mit Lehm und Holzweichfaserplatte gedämmt (Außenwände) bzw. mit Lehm verputzt (Innenwände).
Ist der Fußbodenaufbau so in Ordnung? Die Stärken könnten wir noch verändern, wir müssten "nur" noch mehr Lehm ausschachten, um dicker aufbauen zu können.
Ist es ratsam oder nötig, die Holzfußböden irgendwie von den Wänden oder der Balkenlage zu entkoppeln, wegen Schallschutz? Wenn ja, wie? moosgummistreifen oder ähnliches?
Wir leiden am Standort unseres Hauses an sehr hohem Grundwasserpegel, deswegen wollen wir auf eine Dämmung, die u.U. Wasser ziehen würde, verzichten.
Reicht die Luftschicht von ca. 15 cm aus, um Frieren durch Fußkälte vorzubeugen? Oder kann man auch anders dämmen, quasi wasserunempfindlich? Vor wenigen Tagen ist uns bei Hochwasser das Wasser einemal lang durch das Haus gelaufen, so was sollte die Dämmung aushalten können, gibt es da was?
Ich weiß, viele Fragen auf einmal, aber hier lesen und helfen ja auch viele hilfsbereite und schlaue Köpfe...
Danke mal wieder, und Grüße aus Ostwestfalen, Mario Albrecht



bei hohem Grundwasserstand empfehle ich Korkgranulat



als feuchtesicheren Schüttdämmstoff. Eine andere Variante wäre ein wärmedämmender Kork-Kalkestrich auf die geplante kappilar brechende Schotterschicht. Detailbeispiele finden Sie im Internet z.B. unter www.texbis.de.



Fußbodenaufbau



Eine 15 cm starke ruhende Luftschicht (wenn sie denn ruht) hat eine schlechte Dämmwirkung, da Wärmeströmung und damit Feuchtetransport durch Konvektion erfolgt. Besser ist der Einbau eier Dämmschüttung oder eines Leichtbetons als Unterbau.
Warum wollen Sie keine Abdichtung unter den Fußboden einsetzen?

Viele Grüße
Georg Böttcher



Schaumglas



Ein feuchteunempfindlicher Dämmstoff ist z.B. Schaumglas.

Hier zum Beispiel:
http://www.baustoffcenter24.de/schaumglasschotter/schaumglasschotter.html



Hallo, Herr Böttcher,



ob wie eine Abdichtung unter den Fußboden einbauen sollten, oder nicht, darüber sind wir uns auch noch nicht einig.
Folgende Überlegungen: ein Landwirt im Ort hat unter den Fußböden seiner Räume im Erdgeschoß eine Folie eingelegt, um die Fußböden trocken zu bekommen. Die Böden sind trocken, dafür steigt in den Wänden die Feuchtigkeit, die unter den Folie drückt, hoch, so daß die Tapeten sich lösen und schimmeln. Wie könnte man denn eine Abdichtung z. B. betonieren, die gewährleistet, daß 1. durch die Fugen Beton/Natursteinfundament keine Feuchtigkeit hochsteigt, und in den Wänden aufsteigt, daß 2. bei einem erneuten Hochwasser die Abdichtung durch den enormen Druck das aufsteigenden Grundwassers die "Scheibe" nicht hochgedrückt wird.
Wo sollte die Abdichtung positioniert werden, unter der kapillarbrechenden Schicht oder darüber?
Welchen Aufbau schlagen Sie vor? Im Moment haben wir auf ca. 55 cm unter fertiger Fußbodenhöhe ausgeschachtet, Platz genug haben wir also.
Was ist mit den vorgeschlagenen Schüttgütern zur Dämmung, schwimmen die oder sind die schwerer als Wasser?
Vielleicht äußert sich ja noch mal jemand? Danke und Grüße, Mario



machen Sie den Bodenaufbau besser ohne Folienabdichtung



mit kapillar brechender Schotterschicht. Ich kenne sehr viele Bauschäden an feuchten bis nassen Altbau-Wänden , entstanden durch nachträgliche Betonplatte oder Folienabdichtung. Bei einem Projekt mit hohem Grundwasserstand haben wir entlang der Außenwände im Schotterbett halb offene Drainagerohre verlegt, gekoppelt an einem Pumpenschacht als Sicherheitsmaßnahme für zu hohen Wasserstand.



Fußbodenaufbau



Da jetzt so nebenbei herauskommt, das Sie im hochwassergefährdeten Bereich stehen und schon Hochwasser hatten, ist die Situation eine völlig andere.
Die Frage, ob man auf diesem Höhenniveau einen Fußboden bauen muß, lasse ich einmal außer acht.
Ich rate Ihnen jetzt zu einem geschlossenen Leichtbeton als Dämmebene und Fußbodenunterbau, Dichte etwa 1,1 bis 1,2; Ausführung als WU- Beton, Stärke ca. 20 cm.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Wenn denn das Wasser



des öfteren durch das Haus läuft, würde ich schweren Herzens auf den Holzboden im EG verzichten. Hochwasser und Dielung passen nun wirklich nicht zueinander.

Grüße

Thomas



Herren Böttcher und Böhme



Zu Ihren Beiträgen: die Bemerkung, ob man dem Fußboden auf diesem Niveau bauen muß, verstehe ich nicht. Die höhe des Fußbodens ist doch nun einmal durch die bauliche Situation vorgegeben, und Fußboden- oder Deckenhöhen dürfe wir aus Denkmalschutzauflagen auch nicht verändern. Also gilt es, aus der gegebenen Situation das Beste zu machen.
Was die Art des Fußbodens angeht, ist unsere Überlegung folgende: ein Nachbar, der durch das Hochwasser ebenfalls betroffen war, leidet immer noch, nach ca. 14 Tagen, unter feuchtem bis nassem Estrich, ob der nicht letzten Endes entfernt werden muß, ist noch fraglich. Wenn wir jetzt einen Fußbodenaufbau mit Beton, Dämmung und Estrich und Fliesen wählen, und das alles einemal richtig naß geworden ist, besteht die Gefahr, daß alles komplett raus muß. Der noch vorhandene, alte Massivholzboden hat die Überschwemmung hingegen fast schadlos überstanden, selbst, wenn er nicht mehr zu retten gewesen wäre, scheint es mir doch weniger Arbeit zu sein, '"nur" die Dielung zu entfernen und zu erneuern oder schlimmstenfalls die kapillarberechende Schicht herauszuschaufeln und zu erneuern.
Deswegen tendieren wir zu Massivholzdielen. Die Sache mit der Folie ist dann wohl endgültig vom Tisch, so hatten wir eigentlich auch überlegt.
Noch einmal nachgefragt zu der Leichtbeton"scheibe": wie verhält es sich mit dem Risiko, daß sich die Feuchtigkeit neben der Scheibe/durch die Fugen hochrückt, und in die Wände steigt. Ich vermute, daß WU-Beton wasserundurchlässig bedeutet, richtig? Aber bekommt man das auch wirklich dicht gegen drückendes Grundwasser?
Was den Schaumglasschotter anbelangt, haben wir uns mal im Netz umgetan, das scheint eine überlegenswerte Alternative zu sein, die die Anforderungen erfüllt.
Wir kommen also langsam voran, danke schon mal dafür, Mario



Wenn's denn unbedingt Holz sein soll,



dann zur Minimierung der Schäden welches, das etwas weniger arbeitet und gegen holzzerstörende Organismen besser geschützt ist, also Eiche oder Douglasie, möglichst raumlang, aber eher schmal als breit (max. 12cm).

Ich würde aber hier eher zu einer Abdichtung tendieren, darauf Foamglasplatten, dann ein Estrich, ggf. als Heizestrich. Darauf Terracotta. Damit wäre ein Schutz gegen aufsteigende Feuchte gegeben, und im Hochwasserfall kann der Estrich nach oben zu austrocknen. Es wäre zu klären, ob die Foamglasplatten gegen eventuelles Aufschwimmen auf die Abdichtung geklebt werden können.

Grüße

Thomas



Fußboden



Sowohl foamglas als auch WU- Leichtbeton sind wärmedämmend und wasserabweisend, also nicht kapillar leitend.
Nur die benetzten Oberflächen können nass werden.

Was die Abdichtung der Wände betrifft, das ist wieder ein völlig anderes Thema.
Wenn der Fußbodenunterbau (egal ob Unterbeton mit Abdichtung, Foamglas oder WU- Beton) auf einer kapillarbrechenden Schotter- oder Kiesschicht aufgebaut wird, ist die Gefahr von direkten Durchfeuchtungen durch aufsteigende Nässe beseitigt.
Mit den Wänden hat es nichts zu tun, ob der Fußboden diffusionsdicht ist oder nicht. Wenn es dort feucht wird, ist das entweder kapillare Feuchte aus dem erdberührten Bereich oder/und andere Ursachen wie Kondenswasser usw.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Korkgranulat als Schüttdämmung hat sich in Hochwasser gefähdeten



Gebieten sehr gut bewährt. Das Wasser kommt, der Kork schwimmt unter den Dielen leicht auf. Das Wasser geht, der Kork bleibt liegen und dämmt sofort weiter, da Naturkork kein Wasser aufnehmen kann. Jegliche Abdichtungen wie Folien oder Zement/Betonestriche führen unmittelbar zu Feuchteschäden.