Steinhaus Italien

Diskutiere Steinhaus Italien im Forum Sanierung allgemein im Bereich - Hallo, Ich habe ein Steinhaus in Italien mit ständig sehr hoher Luftfeuchtigkeit sowie Innen als auch aussen. Das führt im Haus an den kälteren...
M

Mischelin

Beiträge
7
Hallo,
Ich habe ein Steinhaus in Italien mit ständig sehr hoher Luftfeuchtigkeit sowie Innen als auch aussen. Das führt im Haus an den kälteren Wänden regelmässig zu Stockflecken und manchmal leichten Schimmel. Wir haben morgens im Winter oft Kondensat an den Fenstern. Ich habe versucht die Wände zu behandeln aber es ist praktisch ein Kreislauf. Ich versuche inzwischen mit Ventilation und heizen dem entgegenzuwirken was auch etwas geholfen hat. Es gibt aber ein paar kalte Ecken und Wände die ich schwer in den Griff bekomme. Was gibt es hier für weitere Möglichkeiten? Diese ganzen Streichzusätze für die Wandfarbe waren relativ erfolglos. Dämmen ist bautechnisch kaum möglich. Es ist ein Natursteinhaus
 
Was gibt es hier für weitere Möglichkeiten?
Du musst die Oberflächentemperatur der Wände über dem Taupunkt halten, damit kein Kondensat entsteht. Selbst eine Dämmung alleine nützt nichts, wenn es in dem Haus zu kühl/kalt ist. Es hilft nur dem entsprechend zu heizen. Egal wie.
Je nachdem wo das Haus in Italien steht, ist evtl. eine einfache, kleine Solaranlage schon ausreichend. Die muss tagsüber in einem Pufferspeicher Wasser aufheizen, das nachts durchs Haus zirkuliert und so die Wände erwärmt werden. In einer frostfreien Gegend ist das recht einfach machbar.
 
Du musst die Oberflächentemperatur der Wände über dem Taupunkt halten, damit kein Kondensat entsteht.
…. Es hilft nur dem entsprechend zu heizen. Egal wie.
Bei kontinuierlich hohen Luftfeuchten liegt die Taupunkttemperatur so minimal unter der Raumtemperatur, dass allein mit Heizen
dem Problem oft nicht begegnet werden kann.
Hier bleibt dann nur noch die Luftfeuchtigkeit dauerhaft auf ein normales Maß abzusenken, das sollte mit Klimageräten oder einer KWL am besten funktionieren.
 
Was für eine Heizung hast du denn überhaupt? Einzelöfen? Zentralheizung? Heizkörper? Flächenheizung? Heizlüfter?
Ist das Haus dauerhaft bewohnt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei kontinuierlich hohen Luftfeuchten liegt die Taupunkttemperatur so minimal unter der Raumtemperatur, dass allein mit Heizen
dem Problem oft nicht begegnet werden kann.
Hier bleibt dann nur noch die Luftfeuchtigkeit dauerhaft auf ein normales Maß abzusenken, das sollte mit Klimageräten oder einer KWL am besten funktionieren.
Ich habe unten im Haus einen grossen Holzofen stehen der hat das Problem unten so reduziert, dass dies nur noch in den Ecken zu Problemen führt. Dort habe ich mit zusätzlichen Ventilatoren das Problem fast unter Kontrolle (reine Raumventilatoren). Ich habe noch eine Gaszentralheizung das ist aber so als würde ich das Geld zum Fenster werfen.
Aktuell heizen wir unten mit Holz und es scheint so als würde die feuchte warme Luft nach oben ins Haus ziehen und sich an den kalten Aussenwänden niederschlagen.
Ich habe schon überlegt ob es besser wäre oben die Türe zu schliessen und das Haus oben auszühlen zu lassen. Als das Haus im Winter unbewohnt war hatte ich so viele Feuchtigkeitsflecken noch nicht gesehen. Kann natürlich sein, dass es in dem unbewohnten Jahr trockener war. Das Haus ist typischerweise am Dach ungedämmt und hat Räume mit einer Höhe bis zu 6m. Klimageräte scheiden deshalb meiner Meinung aus kostengründen aus.
Die Wände sind massive Steinwände mit etw 60cm bis zu 1m. Die Installation einer Lüftung nach aussen wäre mit erheblichem Aufwand verbunden.
 
es scheint so als würde die feuchte warme Luft nach oben ins Haus ziehen und sich an den kalten Aussenwänden niederschlagen.
Kann durchaus sein. Jedenfalls kann die warme Luft in den geheizten Räumen mehr Feuchtigkeit aufnehmen und sie wird ziemlich sicher nach oben steigen. Und dabei die Feuchtigkeit mitnehmen.
Oben kühlt sie wieder ab, kann das Mehr an Feuchtigkeit nicht mehr halten. Die Feuchte fällt wieder aus und kondensiert an kalten Oberflächen. An den kältesten zuerst.
Ich habe schon überlegt ob es besser wäre oben die Türe zu schliessen
Wenn die Türen nicht luftdicht schliessen wird das nicht viel bringen.
und das Haus oben auszühlen zu lassen.
Je größer der Temperaturunterschied zwischen geheizten und ungeheizten Räumen ist, umso größer ist das Risiko, besser gesagt, umso sicherer ist es, dass in den kälteren Bereichen Feuchtigkeit kondensiert.

Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung vom anderen südlichen Ende Europas. Auch da läuft im Winter in vielen alten, traditionell ungeheizten, vor allem den verschlimmbessert "modernisierten" Häuser das Wasser an den gefliesten Wänden runter und Klamotten verschimmeln im Schrank.
In den Häuser, in denen Öfen nicht nur aufgestellt, sondern auch ordentlich benutzt werden, gibts das Problem nicht.
Als das Haus im Winter unbewohnt war hatte ich so viele Feuchtigkeitsflecken noch nicht gesehen. Kann natürlich sein, dass es in dem unbewohnten Jahr trockener war.
Vor allem entstand im Haus keine Feuchtigkeit. Durch Kochen, Duschen, Ausdünstungen, usw..

Nicht umsonst schrieb ich schon "je nachdem wo das Haus in Italien steht...".
Ich kenne einige Häuser im Süden, die im Winter tagsüber von der Sonne so viel erwärmt werden, dass es ausreicht sie trocken zu halten. Bei relativ geringer Anfangsinvestition und ohne Geld ausm Fenster zu werfen (s. o.).

Gruß,
KH
 
Hallo,
Ich habe ein Steinhaus in Italien mit ständig sehr hoher Luftfeuchtigkeit sowie Innen als auch aussen. Das führt im Haus an den kälteren Wänden regelmässig zu Stockflecken und manchmal leichten Schimmel. Wir haben morgens im Winter oft Kondensat an den Fenstern. Ich habe versucht die Wände zu behandeln aber es ist praktisch ein Kreislauf. Ich versuche inzwischen mit Ventilation und heizen dem entgegenzuwirken was auch etwas geholfen hat. Es gibt aber ein paar kalte Ecken und Wände die ich schwer in den Griff bekomme. Was gibt es hier für weitere Möglichkeiten? Diese ganzen Streichzusätze für die Wandfarbe waren relativ erfolglos. Dämmen ist bautechnisch kaum möglich. Es ist ein Natursteinhaus
Hoi, empfehlen würde die Räume innen mit Naturkalkdämmputz( ohne Kunststoffanteile) ein Produkt mit Volldeklaration ! zu regenerieren und dann mit Sumpfkalk bürsten.
Hast du Bilder ?
 
So nachdem ich oben geschlossen hatte mit doppelter Türe habe ich im oberen Teil des Hauses nur noch im Bad Probleme (je nach Nutzung). Im unteren bewohnten und beheizten Teil des Hauses (Holzofen) habe ich in den Ecken und im Badezimmer weiterhin Probleme. In den Badezimmern dachten wir an Wandfliesen um das Problem sicher loszuwerden. Die Fugen der Bodenfliesen im Bad sind ohne sichtbaren Schimmel. Blieben dann die Probleme in den Ecken.
Mein Versuch mit einem kleinen regelmässig betriebenem Ventilator das Problem zu beheben ist gescheitert. Anstelle des gelblichen Wandbereichs 30x30cm bildet sich jetzt eine grünlicher Bereich. Sumpfkalk hatte ich bereits im Badezimmer schon erfolglos versucht. Ich hatte inzwischen schon an Latexfarbe gedacht die ich einfach regelmässig abtrocknen könnte?
 
Dein Problem lässt sich leider nicht mit etwas Anti-Schimmel-Farbe lösen. Entweder besser dämmen oder mehr heizen. Und vor allem regelmäßig lüften. Haben die Bäder Fenster? Oder Lüfter?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mischelin,

auch ich habe ein Haus in Italien und kenne genau diese Probleme. Die Wände bestehen aus ca. 50 cm Naturstein und sind mit Kalkputz bekleidet, Baujahr 1750. Das Haus wird zwischen April und Mitte Oktober bewohnt und steht im Winter leer.

Zunächst wurde nur das obere Geschoss bewohnt, hier tauchten keine Probleme auf. Nach dem Ausbau des Hauses durch einen italienischen Kollegen zeigten sich gleiche Schadbilder nach dem Bezug. Unser toskanisches Haus steht auf einem Hügel und hat eigentlich keine wirkliche Staunässe. Eine Probeschachtung ergab neben dem feuchten Boden, dass die Natursteingründung nach etwa 40cm endet. Trotzdem: der Boden ist lehmhaltig und hält die Feuchtigkeit. Es ist nicht so schlimm, dass es die Wände hochzieht, doch eine grundhafte Feuchtigkeit war immer vorhanden. Eine leichte Schimmelbildung gab es in den Bädern. Konzeptionell blieben einfach alle Türen innerhalb des Hauses offen um keine unterschiedlichen "Klimazonen" zu schaffen. Soweit hatte das alles funktioniert, doch ab September beschlugen in jedem Jahr die Scheiben (2-fache Isolierverglasung, Holz, italienischer Dichtungsstandard ...).
Auch die Wände waren messbar feuchter, unten deutlich mehr, nach oben abnehmend.
Vor ein paar jahren entschieden wir uns den Boden grundhaft neu aufzubauen. Nach dem Abbruch des Bestandsbodens und etwas Niveauabsenkung wurde der Untergrund egalisiert und mit den in Italien gerne verwendeten "Iglos" von Ferracin ausgekleidet (siehe Bild). Die Igloebene ist belüftet, der Bodenabstand beträgt 30cm, darauf Schüttung, Dämmlage, Estrich und Fliesenbelag. Seit nun mehr 8 Jahren ist jegliches Feuchtigkeitsproblem - bei gleicher Nutzung - verschwunden.

Ein Jahr später bauten wir die Scheune zum Wohnhaus um. Hier kam das System ebenso zum Einsatz. Das Vermietobjekt wird von März bis Oktober nahezu durchgängig bewohnt, auch hier gab es noch nie ein Feuchtigkeitsproblem. => chianni.de => CasaNova

Die Entkopplung vom Boden und vor allem die leichte Belüftung des Unterbodens lassen keine Feuchtigkeit mehr nach oben durch, der Mauerfuß kann so auch auf der vorher in der Erde liegenden Seite abtrocknen.

Aber: Der Nutzer muss hier auch italienisch mitarbeiten: Im Sommer muss man etwas mehr darauf achten, wann man lüftet. Grundsätzlich sollte man nur lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen, am besten Nachts oder ganz früh morgens nach dem der Morgentau gefallen ist. Dann ist im Sommer die Luft besonders aufnahmebereit.
Die trockene, kühlere Luft strömt ein und kann Feuchtigkeit aufnehmen. Wichtig ist bei dem Prozedere nach etwa 30 Minuten nochmals zu lüften um die nun angereicherte Luft wieder nach draußen abzuführen.

Eine Oberflächenbehandlung der Wände führt zu nichts.

Gruß aus Wiesbaden
Christoph Kornmayer
 

Anhänge

  • Iglo.jpeg
    Iglo.jpeg
    506,4 KB · Aufrufe: 40
Zuletzt bearbeitet:
Das ist eine gute Beschreibung der Situation, die ich hier habe. Wir liegen in Hanglage. Die eine Seite des unteren Teil des Hauses ist der Keller. Dort fliesst praktisch Wasser des Hangs ab. Das heisst der Keller befindet sich unter der Treppe Richtung Hang. Wir haben aktuell aufgrund der Nässe mehrere Erdrutsche. Die Erde ist wie auch bei dir Lehm. Der Lehm ist derzeit voller Wasser und hat eine Konsistenz wie Joghurt. Die Lösung die du vorgeschlagen hast hat mir ein Geometer auch vorgeschlagen. Aufgrund des fertigen Ausbaus unten käme nur ein Anheben des Bodens in Frage. Danke für das Bild so kann ich mir die vorgehensweise genauer vorstellen.
 
Wo steht denn das Haus? Ich bin in vier Wochen wieder in Italien.
 
Das Haus steht in der Toskana Camaiore. In den nächsten Wochen bin ich allerdings selbst nicht vor Ort. Was würde denn passieren, wenn ich im unteren Teil des Hauses Wandfliesen anbringe? Würden sich die Probleme nur nach oben verschieben?
 
Thema: Steinhaus Italien

Ähnliche Themen

Zurück
Oben