Schimmel durch Sockelputz auf Natursteinsockel?

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Tunkali

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Hallo Allerseits,

ich hab mal wieder ein Problem. Uns ist von jetzt auf gleich ein akutes Schimmelproblem aufgetreten. Oberhalb der Sockelleisten blüht es plötzlich nur so an den Wänden. Die Sockelleisten und die angrenzenden Klickparkett-Elemente sind auch feucht, gerade das Parkett oberflächlich angeschimmelt. Kurioserweise ist hinter den Sockelleisten kein Schimmel. Ich mutmaße weil der Kontakt zur warmen Zimmerluft fehlt?

Wir haben als erste Notfallmaßnahne, alles abgerückt (Schränke etc. sind nicht verschimmelt, Dinge die direkten Wandkontakt hatten aber teilweise zumindest mit einem leichten Film übersäht. Dann haben wir alles mit Essigessenz eingerieben und die Sockelleisten sowie die stark befallenen Klickparkettelemente entfernt. Die Klimaanlage auf NanoX gestellt (da wird via UV die durchströmte Luft sterilisiert).

Wir haben hier ja ohnehin mit einigen Sanierpfusch zu kämpfen und versuchen diesen Stück für Stück Herr zu werden. Unter dem Clickparkett befindet sich lediglich alukaschierter Trittschall, darunter alter DDR PVC-Boden und darunter die alten Dielen. Da wir drin wohnen können wir aber alles nur stückchenweise anfassen.

So richtig dolle nass sind die Wände eigentlich nicht, aber sehr kalt im Sockelbereich und an den Ecken. Wir heizen ja nur mit Klimasplit, was eigentlich ausreichend ist vom Komfort. Ich mutßmaße aber durch den Sockelputz könnte dieser feucht sein und damit eine größere Wärmebrücke als nötig darstellen. Wäre das denkbar?

Befallen sind alle Wände zur Straße hin... also eigentlich Geländemäßig absteigend sowohl im unterkellerten Bereich als auch im nicht-unterkellerten Bereich.

Das Haus wurde erst im Jahr 2022 "saniert" und bekam fraglichen Sockelputz. Teilweise ist da Erde hingekarrt worden, auf welcher sich dieser weiße Split befindet. Man sieht aber. dass sich im Sockelanschluss noch Porphyrsteine etc. befinden. Ich denke mal die haben den Sockel "geschützt". Mein Plan wäre jetzt zumindest die Unterkanten etwas freizulegen und auch diese vorgelagerten Natursteine freizukartzen und da den gereinigten Split ohne Erde als "Spritzschutz" anzulagern.

Würdet ihr empfehlen den Sockel vom Putz wieder freizulegen?

Falls ja, wie gehe ich mit folgenden Problemen um: Ehemalige Eingangstür wurde mit Poroton vermauert und ist überputzt. Da bekomme ich ja keinen ordentlichen Sockel hin? Die Porotonsteine stehen mutßmalich auf einem Porphyrsturz, zumindest tun das der Teil von innen.
Da es sich um ein Doppelhaus handelt, bekomme ich zumindest mittig ein Problem, da wir uns den mittleren Hausteil quasi vertikal teilen. Unten ist unser Zimmer, oben das des Nachbarn (vermietet). Ich gehe nicht davon, aus, dass wir da kurzfristig eine Einigung finden... Kann daher nur eher "unsichtbare" Maßnahmen treffen auf meiner Hälfte...
 

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Achja, es fehlen ja noch die Fotos vom SchimmelPXL_20240128_150841218.jpg
 

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So richtig dolle nass sind die Wände eigentlich nicht, aber sehr kalt im Sockelbereich und an den Ecken.
Dann wird das wohl Kondensat sein, zumindest überwiegend.
Kurioserweise ist hinter den Sockelleisten kein Schimmel. Ich mutmaße weil der Kontakt zur warmen Zimmerluft fehlt?
Schimmelpilze brauchen Nahrung, Feuchtigkeit und eine, je nach Art, gewisse Temperatur.
Möglicherweise fehlt es ihnen tatsächlich, direkt an der kalten Wand, an der nötigen Temperatur.
Wie auch immer, ihr müsst wohl die Oberflächentemperatur der Wände anheben.
 
Dann haben wir alles mit Essigessenz eingerieben und die Sockelleisten sowie die stark befallenen Klickparkettelemente entfernt.
Schimmel liebt saure Untergründe. Essigessenz ist also contraproduktiv. Die nun saure Fläche würde ich dingend mit einer entsprechenden Lauge neutralisieren. Wasserstoffperoxid oder hochprozentiger Alkohol ist zum Reinigen besser geeignet.
So richtig dolle nass sind die Wände eigentlich nicht, aber sehr kalt im Sockelbereich und an den Ecken. Wir heizen ja nur mit Klimasplit, was eigentlich ausreichend ist vom Komfort.
Tja - Klimasplit ... ich schreibe besser hier keine Verallgemeinerungen dazu aber die Häufigkeit von Schimmelbefall bei der Beheizung ist augenfällig. Entscheidend ist, welche Temperatur erreichst du an den befallenen Bereichen?

Davon ab finde ich die Bilder von außen, dafür das dies so frisch gemacht ist, auch nicht unauffallig. Bevor man hier aber zurückbaut erst mal fachmänisch die Feuchtigkeit des Mauerwerks feststellen lassen.
 
Also an den betreffenden Stellen beobachte ich die Temperatur ja schon länger, auch wegen kalter Füße. Aktuell nachts bei den Minusgraden komme ich auf ca. 8-10 °C an den betroffenen Bereichen... also schon unter dem Taupunkt. Aber es ist jetzt erst plötzlich aufgetreten. Mutmaßlich, weil unser alter Hund gerade sehr oft abends unterwegs ist und die Tür zum kalten Flur öfters offen bleibt...
Allerdings machen wir auch nachts die Heizung aus, aber das erscheint mir grad nicht mehr so sinnvoll.

Der Tip mit der Laugenneutralisierung ist gut, daran hab ich überhaupt nicht gedacht. Vielen Dank.

Offenbar ist überall Gipsputz angewendet worden? Könnte der auch ein Problem sein? Ich hab das schon an den Gipskartonplatten festgestellt, dass die sich gern vollsaugen und ewig feucht bleiben.

Die Klimasplit ist nicht primär die Wunschheizung als einzige Wärmeerzeugungsmittel gewesen. Es fehlt allerdings völlig an einer wasserführenden Infrastruktur. Ich würde aber lieber Geld auf (sinnvolle) Dämmung schmeißen als jetzt isoliert Bauteile elektrisch beheizen zu müssen. Wir wurden ja leider bei sämtlichen Angaben über Dämmung getäuscht (weder auf dem Dachboden, noch in den Wänden. Aber das ist ein anderes Thema... deshalb liegt mein Augenmerk erstmal darauf die Mängel zu beseitigen anstatt die Symptome zu bekämpfen. Aber kurzfristig mehr Heizen ist natürlich sinnvoll...

Wir hatten ohnehin vor, im unterkellerten Bereich noch eine Kellerdeckendämmung anzubringen und darüber den Dielenboden herauszunehmen und mit gebundener SChüttung und gedämmten Trockenestrich neuzumachen. Allerdings wollten wir uns dafür noch etwas Zeit lassen.
Der nichtunterkellerte Bereich hat einfach nur einen Betonboden drunter, auch sehr kalt. Da wollte ich die egalisieren zur Innenwand und Katja Sprint zur Abdichtung darauf machen und ebenfalls gedämmten Trockenestrich aufbringen.

Haltet ihr das für erfolgsversprechend oder sollten wir schon vorab jemanden holen?

Davon ab finde ich die Bilder von außen, dafür das dies so frisch gemacht ist, auch nicht unauffallig. Bevor man hier aber zurückbaut erst mal fachmänisch die Feuchtigkeit des Mauerwerks feststellen lassen.
Falls es konkret um die Schadstelle am Fallrohr geht, dort hat man um den alten Keramikanschluss herum geputzt... den habe ich entfernt, weil der kaputt und voll mit Erde war. Ich habe das neuangeschlossen und die kaputte Keramik entfernt und nun bleibt da die Stelle offen.
Ich hab da nur nix dran gemacht, weil ich nicht sicher war, ob es überhaupt zielführend ist, dass zu "füllen" oder doch gänzlich zu entfernen.
 
Schimmel liebt saure Untergründe. Essigessenz ist also contraproduktiv. Die nun saure Fläche würde ich dingend mit einer entsprechenden Lauge neutralisieren. Wasserstoffperoxid oder hochprozentiger Alkohol ist zum Reinigen besser geeignet.
Grad nochmal nachgeschaut. Sowohl Wasserstoffperoxid als auch Ethanol sind doch ebenfalls sauer?
 
Grad nochmal nachgeschaut. Sowohl Wasserstoffperoxid als auch Ethanol sind doch ebenfalls sauer?
Wasserstoffperoxid ist nur schwach sauer - zerfällt aber rasch ohne das zu desinfizierte Material im PH-Wert signifikant zu beeinflussen.
2-Propanol, auch als Isopropylalkohol oder Isopropanol in >70 % Lösung ist gut geeignet und chemisch mit einem ph-Wert von 7 neutral.

Gips selber ist auch mineralisch und kann nur deswegen die Bildung von Schimmel fördern, weil eine Auffeuchtung und die Bindung von Feuchtigkeit, also hier ggf. Kondensat, erhöht.
Da verhält sich ein Kalk- oder Lehmputz natürlich besser, weil diese die Feuchtigkeit schneller wieder abgeben können. Aber jede Dispersionsfarbe oder Tapete machen die positiven Eigenschaften des Putzes rasch kaputt.

Wie in den meisten Fällen scheint hier nicht eine Sache alleine schuld an der Entstehung des Schimmels zu sein.
Erstes Ursache bekämpfen. Bei den genannten Bauteiltemperaturen ist Schimmel über Kondensatausfall zu erwarten und kaum zu vermeiden. Hier muss dauerhaft verhindert werden, dass bei diesen Bauteiltemperaturen feuchte Raumluft die Befallsstelle erreicht oder die Bauteiltemperatur ist zu erhöhen. Also die Auskühlung umfassend bekämpfen - die Beheizung und Belüftung an den Stellen signifikant verbessern.
Dann kann man die geschädigten Stellen reinigen. Den Gipsputz mehrere Milimeter abfräsen (Schimmel dringt in Gips ein). Feinreinigen und Putzfläche neu aufbauen. Dabei natürlich die persönliche Schutzausrüstung beachten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gips selber ist auch mineralisch und kann nur deswegen die Bildung von Schimmel fördern, weil eine Auffeuchtung und die Bindung von Feuchtigkeit, also hier ggf. Kondensat, erhöht.
Und, weil er auch chemisch sauer ist. Gips = Calciumsulfat --> Sulfat = schwefelhaltig = sauer.

Was mir auf den Fotos auffällt ist, dass sich der Schimmel vermehrt im Bereich der hinteren Kanten der Sockelleisten gebildet hat.
Genau da wo häufig die Sockelleisten mit Silikon gegen Unebenheiten im Putz abgedichtet werden.
Silikon ist, da essigvernetztend, ebenfalls sauer, sprich, "schimmelfreundlich".
Dazu kommen dann als Futter die organischen Bestandteile im Hausstaub, der sich auf den Sockelleisten anlagert.
 
Guten Abend,

in bewohnten und beheizten Räumen sollte beziehungsweise darf die Wandtemperatur nicht unter 12 °C fallen. Besser wäre natürlich eine höhere Temperatur.

Für das Pilz- und Schimmelwachstum reicht eine Luftfeuchtigkeit ab etwa 70-80% relativer Luftfeuchte aus. Liegt also die Temperatur im Sockelbereich bei etwa 10°C, wird die nötige Feuchtigkeit bereits bei 20 °C und 50 % relativ Luftfeuchte erreicht.

Ist die Wand einmal oberflächlich feucht, findet ein sich selbstverstärkenter Effekt statt, denn durch die Feuchtigkeit kühlt automatisch die Wand weiter aus.

Dass der Schimmel nun zeitversetzt auftritt hat als Ursache, dass erst eine gewisse Grundfeuchtigkeit erreicht werden muss, damit es zum Pilzwachstum kommt.


Lg Holger
 
Die Wandoberflächentemperatur ab der Kondensat und in der Folge Schimmel zu erwarten ist
hängt von der jeweiligen Luftfeuchtigkeit ab:

Je höher die Luftfeuchtigkeit umso höher muß die Oberflächentemperatur der Wand sein-
dazu wird meist ein Sicherheits-/Meßungenauigkeitszuschlag von 3 Grad addiert.

Bei ca 12,6 Grad Oberflächentemperatur tritt bei Raumluftfeuchte von 50 % kein Kondensat auf
Bei 60 % Raumluftfeuchte müßte die Wandoberflächentemperatur schon ca 15,3 Grad betragen,
um Kondensatausfall zu vermeiden.

Am besten mit Mineral- bzw Silikatfarben streichen, die ihre Alkalität und damit schimmelverhindernde Eigenschaft
viel länger behalten als Kalkfarben
 
Thema: Schimmel durch Sockelputz auf Natursteinsockel?

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