Lehmoberputz auf Calciumsilikatplatte

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ChiiFii

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Hallo ihr Lieben,

ich mache in meinem Haus (BJ 1928, Vollziegelbau) die letzte Saniersünde Rückgängig und möchte die Wände mit Lehm verputzen, da ich damit bereits gute Erfahrungen auf dem Dachboden gesammelt habe.

Nun zu meinen Fragen:
1. Kann ich auf den Außenwänden Calciumsilikatplatten (3cm) drunter kleben um ein wenig Dämmung zu erreichen? Darüber dann Lehmarmierung und Lehmoberputz?

Mein Ziel wäre dann ein dreifach verglastes Fenster für mehr mehr Ruhe.

2. Ich wohne in einem Reihenhaus. Bezüglich der Schallreduzierung zu den Nachbarn. Gibt es da noch andere Tricks, außer eine Vorwand? Hilft da auch eine Bauplatte? Holzweichfaser, Kork etc. Kennt da jemand einen Trick? Oder einfach mehr Putz?
 
Statt Kalziumsilikatplatten besser Multipor verwenden- günstiger und besserer Dämmwert.

Zur Schalldämmung zB vollflächig Holzfaserdämmplatten an die Nachbarwände ansetzen-
alternativ Ständerwerk ohne Wandberührung davor setzen und verkleiden- es gibt div Konstruktionen v Gipskarton- und Gipsfaserplattenherstellern, wobei die Unterkonstruktionen auch mit Lehmbauplatten verkleidet werden könnten
 
Hallo!

Ist es tatsächlich so einfach? Das würde dem teureren Kalziumsilikat ja komplett die Daseinsberechtigung entziehen. Dieses hat jedoch in Bezug auf die Wasseraufnahme und Kapillarität ganz andere Werte. Zudem verfügt Kalziumsilikat in der Regel über eine wesentlich höhere Druckfestigkeit.

Bezüglich eines dreifach verglasten Fensters würde ich dessen U-Wert mit demjenigen der fertigen Wände (Ubakus) vergleichen und würde darauf achten, dass das Fenster einen schlechteren U-Wert erreicht um den möglichen Tauwasserausfall nicht an den Wänden zu haben.
 
Ist es tatsächlich so einfach? Das würde dem teureren Kalziumsilikat ja komplett die Daseinsberechtigung entziehen. Dieses hat jedoch in Bezug auf die Wasseraufnahme und Kapillarität ganz andere Werte.
Wenn man nur einen Parameter berücksichtigt dann ist das so einfach, in etwa so wie Äpfeln und Birnen zu vergleichen.
 
Es ging um die Beantwortung der jeweiligen Ausgangsfrage-
hier Massivgebäude von 1928 mit sicher relativ dicken Wänden,
bei denen der Wärmeschutz vermutlich wichtiger ist als die erhöhte Kapillarität/Sorptionsfähigkeit von Kalziumsilikatplatten.
In besonderen Fällen haben die ihre Berechtigung-im Normalfall eher nicht sinnvoll.
 
Statt Kalziumsilikatplatten besser Multipor verwenden- günstiger und besserer Dämmwert.

@Andreas Teich , kannst du bitte mal erklären, welche Kalziumsilikatplatten du meinst?
Die Multipor-Platte ist auch eine Kalziumsilikat-Mineralschaumplatte, mit ähnlichen Werten wie andere, z. B. die Redstone Pura.
Wobei, da hast du recht, die Multipor ist tatsächlich um einiges günstiger als die Pura.

Zudem verfügt Kalziumsilikat in der Regel über eine wesentlich höhere Druckfestigkeit.
Als was?

@ChiiFii
Wenn dein Häuschen trocken ist und es keine aus dem Untergrund/Fundament aufsteigende Feuchtigkeit gibt, würde ich an deiner Stelle auch die Außenwände mit Holzweichfaserplatten dämmen. Die sind nicht nur ein besserer Schallschutz, die sind auch wesentlich stabiler/druckfester als Kalziumsilikat- oder sonstige Mineralschaum-Dämmplatten.
Bedenke, durch die Kasi-Platten kann man mit dem Finger ein Loch durch stechen. D. h., einfach mal einen Nagel in die Wand schlagen, um ein Bild aufzuhängen, is nich. Der Nagel hält nur im Putz! In HWF-Platten kann man eine Spax-Schraube ohne Dübel, ohne Vorbohren einfach rein schrauben und selbst größere Bild dran hängen --> hält.
Woher ich das weiß?
Ich verarbeite beides regelmäßig.

Gruß,
KH
 
Moin KH,

wir reden von Mineralschaumplatten in verschiedenen Ausformungen und Herstellungsprozessen.

ich zitiere mal von Ökologisch Bauen - Infos über Naturbaustoffe und Holzhäuser | Ökologisch Bauen
Eine besondere Bedeutung unter den Mineraldämmplatten kommt den Calcium-Silikat-Platten zu, die auch unter der Bezeichnung „Klimaplatten“ bekannt sind. Dieser naturnahe, mineralische Baustoff besteht aus Siliciumdioxid, Kalziumoxid, Wasserglas und etwa 5 Prozent Zellulose. Die Herstellung ist verwandt mit der von Porenbeton oder Kalksandstein. Das Besondere an der Calcium-Silikatplatte ist ihre ausgesprochen hohe Diffusionsoffenheit. Sie ist in der Lage, eine noch größere Menge an Feuchtigkeit aufzunehmen als Mineralschaumplatten. Durch eine zusätzliche, sehr hohe Alkalität (ph-Wert von 14) sind die Platten zudem resistent gegen Schimmelsporen. Das macht sie so interessant für bauphysikalisch schwierige Innendämmungen, beispielsweise bei denkmalgeschützten Fassaden oder zur Behandlung feuchter Außenwände. Allerdings ist die Wärmeleitfähigkeit gegenüber der Mineralschaumplatte höher, ihre Dämmwirkung also entsprechend schlechter."

Baunetzlexikon:
"Kalziumsilikat besteht aus Kalk (Calciumoxid),Quarzsand (Siliziumdioxid) und Porenbildnern. In einem ersten Produktionsschritt werden die Stoffe in Wasser aufgeschlämmt und reagieren zu einer Vorstufe des Kalciumsilikates. In einem weiteren Schritt der Herstellung härten die Platten unter überhitztem Wasserdampf und hohem Druck. Dabei entsteht eine feinporige offene Struktur mit hoher kapillarer Saugfähigkeit.
Kalziumsilikatplatten haben eine Rohdichte von >200kg/m³ und eine Wärmeleitfähigkeit von 0,06-0,07 WmK Druckfestigkeit >1000kPa
Mineraldämmplatten werden aus den Rohstoffen, Kalk, Sand, Zement und Wasser hergestellt. Durch einen zusätzlich beigemischten Porenbildner wird ein Porenanteil von über 95 % erzielt. Es entsteht eine massive, druckstabile Dämmplatte, die dampfdurchlässig und nicht brennbar ist."
Multipor z.B. (Zementanteil) hat eine Rohdichte von ca. 100kg/m³ und eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040-0,045WmK Druckfestigkeit: 300kPa

Und um durch eine Skamowall oder siccatio Klimaplatte mit Druckfestigkeit von 2800kPa durchzubohren braucht man schon einen sehr speziellen Finger. ;)

Gruß, ugly
 
Und um durch eine Skamowall oder siccatio Klimaplatte mit Druckfestigkeit von 2800kPa durchzubohren braucht man schon einen sehr speziellen Finger.
Da hast du recht.
Allerdings würde ich diese Platten mit einem Lambda von 0,06 - 0,07 eher nicht zu den Dämmstoffen im eigentlichen Sinn zählen. Das liegt dann schon eher im Bereich von hochdämmenden Mauersteinen.
 
Das liegt dann schon eher im Bereich von hochdämmenden Mauersteinen.
Ja, das ist wohl so. Auf der anderen Seite bringt schon eine 30er Platte eine 24 Ziegelwand von U 1,55 auf 0,91, mit einer immer noch sehr dünnen 50er auf 0,71. Und die Eigenschaften der Platten haben in solchen Gebäuden sicher ihre Vorteile um sich trotz Innendämmung auf der sicheren Seite zu wähnen. Und sie brauchen auf Grund der Festigkeit eigentlich nicht mal eine Armierung.
 
Ich habe 2 bestens funktionierende Horizontalsperren. Ich habe bisher sehr viel mit Holzweichfaser gearbeitet und mag diese Platten sehr.
Ubakus meint, dass ich mit 4cm Holzweichfaser definitiv die 3 fach verglasten Fenster einbauen kann.

Durch eure Hinweise habe ich Calciumsilikat aus meiner Ideenwelt gestrichen.

Um die Diskussion noch ein wenig komplexer zu machen, habe ich noch einen Vorschlag für den Aufbau:
(außen nach innen)
Mauerwerk - Grundputz - Lehmkleber - Korkplatte (+ Dammstoffdübel) - Schilfrohrputzträger - Lehmputz (armiert), Lehmoberputz

Wobei dieser Aufbau schallschutztechnisch interessant für die Wände zu den Nachbarn sein dürfte.
 
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