Imprägnierung trotz Innenwanddämmung? Kalkmörtel für Außenfugen?

Diskutiere Imprägnierung trotz Innenwanddämmung? Kalkmörtel für Außenfugen? im Forum Fußboden, Wand & Decke im Bereich - Moin Moin, unsere Sanierung schreitet auch an der Außenwand voran. Viele alte Fugen sind lose, teils schelcht oder mit zu viel Zement versaut und...
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Moin Moin,

unsere Sanierung schreitet auch an der Außenwand voran.
Viele alte Fugen sind lose, teils schelcht oder mit zu viel Zement versaut und neue Fensterdruchbrüche sind enstanden.
Kurzum, ein neues Fugenbild soll erstrahlen. Dazu zwei Fragen...

Die erste Ausgleichsschicht vom Lehmputz (Außenwand von innen) ist leider seit August wieder recht feucht geworden, außer da wo zumindest innen Kalksandsteine vorgesetzt worden sind.
Der alte Klinker scheint also defintiv Feuchtigkeit von außen nach innen" zu ziehen", es ist auch die Schlagregenseite.
Daher die Überlegegung eine Imprägnierung der Klinker nach dem Neuverfugen durchzuführen, bevor wir dann die Innenwanddämmung (Steico Inernal, Holzfaserdämmung) drauf bringen.

23-11-21 18-12-01 5899.jpg23-11-21 18-12-08 5900.jpg

1.) Würdet Ihr eine Imprägnierung aber auch bei Innenwanddämmung machen, Stichwort "Diffussionsoffen"?

Wandaufbau:
1707650951126.png

Desweiteren ist die Suche nach dem richtigen Fugenmörtel im vollen Gange. Wir haben jetzt von Otterbein Histrorischen Fugenmörtel getestet, der ist farblich wirtklich schön und wäre ohne Zement.
Für die kleinen Verzierungen ist er etwas zu grobkörnig, da bräuchten wir dann Stellenweise noch anderen.

2.) Wie sieht es aber genrerell mit einem Zementanteil aus, würdet ihr komplett drauf verzichten oder ist es nötig für die Haltbarkeit auf der Wetterseite?

24-02-08 17-23-55 6774.jpg

Vielen Dank für Euren Input!

Liebe Grüße
die Landeier.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist ja erst mal nur eine Annahme von euch.
Ich halte an Hand der Fotos eine Versalzung des Mauerwerk für wahrscheinlicher.
Ihr solltet erst einmal ein Salzanalyse machen.
Wir haben in der Tat schon Salzaustritt an anderen Stellungen beobachtet, es handelt sich auch um alte Stallungen.
Aber alleine dadurch soll der Lehm derart feucht werden? Falls dem so wäre, was kann dagegen getan werden? Ist eine Imprägnierung nicht trotzdem sinnvoll, da Salz Wasser "zieht"?
 
Salz ist hygroskopisch, also kann es durchaus zu Feuchteanreicherung im Putz führen.

Multipordämmplatten sind bei Schlagregen- und Salzbelastung wahrscheinlich besser geeignet zur Innendämmung

Entweder geringen Zementanteil im Fugenmörtel oder hydraulischen Kalk verwenden
 
Zuletzt bearbeitet:
Finger weg von Imprägnierungen.
Hydrophobierte Baustoffe sind wasserabweisend. Die kapillare Wasseraufnahme wird unterbunden oder stark reduziert. Die inneren Poren des Baustoffes werden mit den hydrophoben

Wirkstoffen belegt, ohne diese zu verschließen ; die Diffusionsfähigkeit für Wasserdampf und damit alle gasförmigen Stoffe bleiben somit erhalten. Die Wirkstoffgruppen der Silane, Siloxane,



Siliconharze sowie deren Gemische haben grundsätzlich dieselben Wirkungsprinzipien.



Warum hydrophobieren? Hydrophobierungen werden als Materialien für Bautenschutz mit folgenden Argumenten angeboten und empfohlen:

Keine Wasserschäden; keine Frostschäden; geringe Verschmutzung; reduzierter Eintrag von Salzen; längere Gebrauchstauglichkeit der Oberflächen; einfachere Oberflächenreinigung; keine Algenbildung.

Trotz der unbestrittenen Vorzüge dieser Bautenschutztechnik ist es angebracht, die selten angesprochenen und eher verkaufshindernden Argumente zusammenzutragen und kritisch zu würdigen. Die absolute Aufmerksamkeit der Anbieter von hydrophoben Anstrichstoffen, Imprägnierungen und Deckputzen richtet sich auf die Verhinderung der Wasseraufnahme der Baustoffe.



Die Praxisrealität jedoch schließt Risse, Anschlussfugen und Materialübergänge nicht aus, und Meteorwasser kann hinter die Hydrophobierung gelangen.



Grundsätzliche Überlegungen Der Feuchtetransport im Verputz erfolgt einerseits durch Diffusion von Wasserdampf, andererseits durch Transport von flüssigem Wasser in den Kapillaren. Unterstützt von den kapillaren Saugkräften ist der kapillare Wassertransport um Grössenordnungen leistungsfähiger als die reine Wasserdampfdiffusion. Ein nasser Verputz saugt somit, ähnlich einem nassen Schwamm, nachfolgendes Wasser besser auf als ein trockener. Um die Benetzung des Verputzes über die bewitterte Oberfläche zu verhindern, wird häufig ein Anstrichsystem empfohlen, das, im Gegensatz zu rein mineralischen Bindemitteln, hydrophob ist. Die Hydrophobierung verringert das Eindringen von Wasser in flüssiger Form, erlaubt aber die Diffusion von Wasserdampf. Da das Meteorwasser aber dennoch über Verputzrisse und Gewändeanschlüsse eindringen kann, saugt sich der Verputz an exponierten Stellen von innen voll. Die hydrophobierte Oberfläche behindert nun das Austrocknen des Verputzes. Das flüssige Wasser staut sich in den Kapillaren hinter der Oberfläche, während die dünne Oberflächenschicht trocken bleibt, da sie nur für Wasserdampf durchlässig ist. Damit behindert die hydrophobierte Oberfläche die Austrocknung erheblich. Eine Karbonatisierung eines kalkhaltigen Mörtels ist nur zeitverzögert möglich, da wassergefüllte Poren das Eindringen von C02 verringern oder gar verhindern



Eisbildung unter der hydrophobierten Oberfläche Bei Frost kühlt die trockene Oberfläche relativ rasch unter den Gefrierpunkt ab. Dahinter, in den ersten, mit flüssigem Wasser gefüllten Poren, kommt die Abkühlung vorerst zum Stillstand, weil die Eisbildung sehr viel Kälte konsumiert. Es bilden sich auf einer Ebene parallel zur Oberfläche zahlreiche Eiskristalle, während die darunter liegende Schicht noch lange in einer Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt verharrt. Während dieser Zeit strömt über die Kapillaren Wasser aus dem Untergrund in die eisbildende Zone nach, wo sich die kleinen Eiskristalle parallel zur Oberfläche ausbreiten und damit die für Frostschäden erforderliche Sprengwirkung erreichen.



Konsequenzen Damit man zu einer für das Objekt optimierten Lösung zu kommt, muss die Absicht, durch Hydrophobierungen die Bausubstanz langfristig einer besseren Gebrauchstauglichkeit zuzuführen, die Evaluation der angesagten Vorteile wie auch der Nachteile beinhalten. Die werbetechnisch im Vordergrund stehenden Vorteile können die Entscheidungsfindung erschweren. Wenn hydrophobiert werden soll, gilt es folgende Punkte zu beachten: Unterliegen hydrophoben Oberflächen hydrophile Materialien, muss bedacht werden, dass eindringendes Meteorwasser hinter die Hydrophobierung zu liegen kommt und bevor es verdunsten kann, je nach Jahreszeit, diverse Frostzyklen erlebt. Ausdehnungspotential von flüssigem Wasser zu Eis entspricht etwa 10 Volumenprozenten. Durchfeuchtete Baustoffe verfügen über ein reduziertes, kapillares Wirkstoffaufnahmevermögen. Wirkungskonzentration und Löse- oder Verdünnungsmittel sollten objektspezifisch optimiert selektioniert werden. Die Eindringtiefe und der Wirkungsgrad sollten an einer Musterfläche untersucht werden. Eine Musterfläche kann auch Aufschluss über das notwendige Arbeitsvorgehen geben: über die Verarbeitungshinweise, die Auftragsmenge, die Kontaktzeit, die Anzahl der Arbeitsgänge und die Zeitabstände zwischen den Applikationen. Eine hydrophobe Oberfläche zu erreichen ist einfach, sie beeindruckt visuell, dagegen ist eine längerfristig schadfreie, funktionstaugliche Hydrophobierung wesentlich schwieriger zu realisieren.
 
Ich "stimme für" oliS... :)
Auf den Fotos sieht man, dass eindeutig und scharf abgegrenzt, einzelne Steine feucht sind. Wenn auch in Summe viele.
Das lässt darauf schließen, dass diese salzbelastet sind und hygroskopisch feucht werden. Diese Feuchtigkeits-"Verteilung" findet man häufig in Wänden die mit Steinen gemauert sind, die vorher schon wo anders verbaut waren. Z. B. in einem feuchtebelasteten Sockel oder sogar als Bodenbelag auf Erdreich und deswegen voller Salze sind.
Da die Feuchtigkeit aus den Steinen auch kapillar, also flüssig, durch den Lehmputz wandert, bringt sie die Salze mit an die Oberfläche.
Der Lehmputz wird durch ebenfalls versalzen und somit hygroskopisch aufnehmend.
Diese Flecken werden niemals ganz verschwinden, nur je nach "Wetter", sprich Luftfeuchtigkeit im Raum, mal etwas heller und wieder dunkler werden.

was kann dagegen getan werden? Ist eine Imprägnierung nicht trotzdem sinnvoll, da Salz Wasser "zieht"?

Kurzfristig, außer die Steine auswechseln, nix.
Langfristig, d. h., wenn ihr viel Zeit habt, könnt ihr die Salze ausschwemmen/auswaschen. Indem ihr auf die betroffenen Stellen so lange immer wieder neuen Opferputz aufzieht und abschlagt, bis die Salze vollständig mit dem Putz aus den Steinen raus gezogen wurden.
Eine "Imprägnierung" wäre ein völliges Abdichten der Wandoberflächen. Und zwar so, dass auch keine Luftfeuchtigkeit mehr in die Wand rein und raus diffundieren kann.

Multipordämmplatten sind bei ....... Salzbelastung wahrscheinlich besser geeignet zur Innendämmung
Sehe ich auch so. Da durch die Salzbelastung das Mauerwerk permanent feucht ist und bleibt, besteht bei HWF-Platten das Risiko dass sie von hinten her anfangen zu verrotten.

Gruß,
KH
 
Ist eine Imprägnierung nicht trotzdem sinnvoll,
Die Antwort von @Fassadenreinigung
Hydrophobierte Baustoffe sind wasserabweisend. Die kapillare Wasseraufnahme wird unterbunden oder stark reduziert. Die inneren Poren des Baustoffes werden mit den hydrophoben ...
habe ich doch wortwörtlich von

"Nydegger / Hydrophobierte Mörtel - Fluch oder Segen?"
https://www.bwslabor.ch/fileadmin/content/pdf/publikationen/6_Hydrophobierte_Moertel_31.03.2005.pdf

gelesen.
Seltsam!
 
Danke für Eure teils sehr ausführlichen Antworten!

Wir machen jetzt defintiv erstmal einen Salz-Test.

Wenn es sich bestätigt, wäre die Alternative mit Multipoor gar nicht verkehrt.

Bei Steico sagen sie max. 80mm ohne Dampfbremse Innenwanddämmung. Die Multipoor Platten gibt es sogar bis 200mm, auch ohne Dampfbremse, da wäre die Überlegung sogar etwas mehr Dämmung zu nehmen.

Der Lehm(Ober)putz scheint ja genauso wie bei Holzfaserplatten zu gehen.

Würdet Ihr den Unterputz, der jetzt Feucht geworden ist und als reine Ausgleichsschicht zwischen Klinker und Dämmung dient, voher abschlagen und mit etwas anderem "ausgleichen" bevor die Multipoor drauf kommen?
Auf Dauer wird der Lehm unter der Dämmung ja wahrscheinlich schimmeln, oder?

Hat jemand noch schönen (hellgrau) und halbwegs feinen Histrorischen Fugenmörtel zu empfehlen?
 
Feuchter Lehm kann die Platten nicht halten und müßte entfernt werden
 
Thema: Imprägnierung trotz Innenwanddämmung? Kalkmörtel für Außenfugen?

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