Bodenaufbau ohne Geotextile / nur mit natürlichen Baustoffen

Diskutiere Bodenaufbau ohne Geotextile / nur mit natürlichen Baustoffen im Forum Sanierung allgemein im Bereich - Aktuell erneuern wir die Schwellen unseren Fachwerkes, also da wo es sein muss, Schwelle neu + neues Fundament und dann höher gelegt (über...
C

chris.b

Beiträge
202
Aktuell erneuern wir die Schwellen unseren Fachwerkes, also da wo es sein muss, Schwelle neu + neues Fundament und dann höher gelegt (über Fußbodenniveau. Dazu werden wohl auch einige Innenbalken erneuert werden müssen. Dann haben am Ende hoffentlich die Balken auf gleicher Höhe und im Trockenen.
Nun überlege ich aber schon, wie man den Fußbodenaufbau anstellen soll. Wir hatten uns jetzt dazu entschieden, möglichst nur mit Naturstoffen bauen zu wollen. Zumal unter einigen Zimmern, wo Wasser drunter her lief, auch gammlige Folien lagen und wir kein Kunststoff bzw. verfallende Materialien haben wollen. Also wie vorgehen, ohne das man erneut Probleme mit Schimmel, Feuchtigkeit oder sonst was hat?!
Zusätzliches Problem ist, dass wir 2 Zimmer unterkellert haben. Eins mit Beton und Stahlträgern, ein anderes mit Holzbalken, die die Konstruktion tragen (siehe Bilder, das letzte mal zum Vergleich des vorherigen Bodenaufbaus in einem Zimmer wo Wasser herein lief). Die restlichen Zimmer sind Erdlöcher.
Angenommen ich hab Grundsätzlich den folgenden Aufbau, kann ich den Erdboden, wenn rundum ein Fundament ist und seitlich durch die Sickergrube quasi kein Wasser eindringen kann, einfach mit Schaumglasschotter auffüllen, oben dann Balken auflegen (Zwischenräume wieder mit Schaumglasschotter füllen) und darauf dann den Holzfußboden verteilen, ohne dass ich die Gefahr von Schimmel habe? Dort würde ich dann, zwecks möglicher aufsteigender Feuchtigkeit zur Wand hin ggf. überall eine kleine Kante von 1cm frei lassen und mit einer Fußleiste bedecken.
1704330865363.png

Die größeren Gedanken mache ich mir aber wegen des Kellers. Der ist zwar eher trocken, aber auch nur wegen offener Kellerlöcher, wo derzeit bei Starkregen Wasser eintritt. Auf dem dritten Bild kann man noch leicht die Deckenkonstruktion zu Bild 1 gehöhrend sehen. Die tragenden Balken liegen dort jeweils zur Hausmitte als auch zur Außenwand mit Beton verputzt auf recht neunen Mauersteinen bzw. alten Bruchsteinen. Dort ist zwar alles trocken, jedoch habe ich akut Angst, dass man dort mit Dämmung das Holz mittels Schimmel beschädigt. Auch sollten die Kellerlöcher zwecks Wärmedämmung irgendwann mal verschlossen werden, was dann aber auch eher wieder die Feuchtigkeit im Holz erhöht. Sollte man dort vllt eine massive Decke einsetzen, ganz ohne Holz? Früher wurden die Kellerdecken doch auch mit Holzbalken gebaut? Worauf muss man da achten, wenn man das möglichst natürlich erhalten will? Wie gesagt: Holzbalken im Kellerbereich, dazu noch in die potenziell feuchten Wände verbaut... das gefällt mir nicht. Handwerker und Architekten haben aber bislang auch nichts negatives sehen können.
Das Zimmer auf Bild 2 mit der Kellerdecke aus Massivbeton + Trägern kann man wohl am schlechtesten Dämmen. Dort sieht die Unterseite genau wie die Oberseite aus. Wenn man den Schwellbalken dort ggf. 10-15cm mit den restlichen Balken anhebt, hätte man eben diese Höhe zur Dämmung. Auf der Kellerdecke würde ich ungern Schaumglasschotter verdichten. Gäbe es da eine sinnvolle ökologische Alternative?

Hier erzählt auch jeder Handwerker irgendwie etwas anderes. Sicherlich gibts verschiedene Lösungen. Vertraut man eher dem Maurer, der Denkmalpflege studiert hat und im Architektenbüro arbeitet, oder eher einem Lehmbauer, der viele praktische Erfahrungen bei solchen Häusern hat (erwähnte als erster das Anlegen einer Drainage), oder doch eher der ausführenden Firma (die aber kein Wort über eine entsprechende diffussionsoffene Schicht zwischen Balken und Bitumenbahn erwähnt hat)?

Ich möchte nichts falsch machen und in unserem Buch zu Fachwerkrestaurierungen von Wolfgang Lenze steht vieles nochmal ganz anders.

Danke fürs Lesen und etwaige Tipps und Ratschläge.
 

Anhänge

  • PXL_20231008_142410689.jpg
    PXL_20231008_142410689.jpg
    538,4 KB · Aufrufe: 72
  • PXL_20231130_103903398.jpg
    PXL_20231130_103903398.jpg
    585,4 KB · Aufrufe: 79
  • PXL_20231014_142243927.jpg
    PXL_20231014_142243927.jpg
    738 KB · Aufrufe: 81
  • threema-20230824-164615998.jpg
    threema-20230824-164615998.jpg
    640 KB · Aufrufe: 81
"Naturfreunde" schaffen am Bau oft Biotope statt ein dauerhaftes Bauwerk. Wer gerne das selbst Gebastelte nach wenigen Jahren wieder abreisst, ist mit dem obigen Aufbau gut beraten. Ich habe solche Abrisse durch fehlgeleitete Bauherren schon begleitet.

Ein Geotextil hat im Fußbodenaufbau lediglich die Funktion, dem Unterbeton eine Auflage zu bieten, damit er nicht in das Kies- oder SGS-Planum sickert. Es dichtet nicht gegen aufsteigende Feuchte, und hat schon mit dem Erhärten des Unterbetons seinen Dienst getan.

Was genau ist an SGS "natürlich"? Das wächst nicht auf dem Baum, und wird auch nicht bergmännisch gewonnen. Es ist ein industrielles Produkt. Im Fußbodenaufbau ist es nicht erforderlich. Das notwendige Verdichten belastet manches Bauwerk. Schotter als kapillarbrechende Basis für einen Unterbeton oder Leichtbeton tut es auch. Und auf diesen Unterbeton gehört eine Sperrschicht. Als Schweißbahn oder bessere PE-Bahn. Wenn man auf SGS ohne Sperrschicht mit Holz weiterbaut, wird dieses Schaden nehmen. SGS ist nämlich kapillarbrechend, aber nicht dampfdicht. Ausserdem ist eine Sperrbahn direkt auf SGS nicht fachgerecht, SGS bietet keine solide Basis dafür.

Die Dämmung, z.B. mit Holzweichfaserplatten, wird auf der Sperrbahn verlegt, darauf z.B. die Dielung.

Alles in Allem: Das Auswahlprinzip "Natürlich" ist untauglich. Jeder Baustoff kann richtig oder falsch verbaut werden.

Grüße

Thomas
 
@chris.b
Sorry, wenn ich es so hart ausdrücke. Du bist auch einer von denen die erst ohne Plan machen und dann, wenn sie merken dass sie nicht weiter kommen, fragen.
Lies und informiere dich bitte bevor du anfängst (den nächsten Teil) deine(r) Hütte zu zerlegen.
Exakt deine Fragen wurden hier im Forum in den letzten Wochen mehrfach gestellt und detailliert, teilweise über mehrere Seiten hinweg diskutiert und beantwortet. Die aktuellsten Antworten findest du hier unterhalb dieser Beiträge unter "Ähnliche Themen".

Gruß,
KH
 
Sorry für die späte Antwort. Also ich habe jetzt hier und da mal nachgelesen... aber so eine richtige Lösung habe ich immer noch nicht gefunden. Ich bin jetzt soweit, dass ich halt wirklich den Boden trocken haben will... also scheinbar dann die Räume nach unten irgendwie abisolieren muss.
Im Ergebnis muss ich dann zu den Schwellenfundamenten dennoch eine "Lücke" lassen. Soweit ich jetzt die Firma verstanden habe, gießen die ja nur die Schwellenfundamente und die offenbar auch ohne Sperrbahn nach innen. Eine solche muss ich dann von außen per Hand anbringen? Die Schwelle selbst liegt ja dann auf der Bitumenbahn + Estrich unter der Schwelle zum Zwischenstopfen. Oder sollte man da selbst nochmal ein Klinkerbahn drunter setzen mit Quellmörtel unter dem Klinker und zwischen Klinker und Schwelle gar nichts?

Jetzt muss mich nur nochmal jemand erleuchten, wie man bei den verschiedenen Räumen bei mir die Fundamente aufbaut? zumindest dort wo Erde ist, muss man ja gut abisolieren. Kann ich da auf den Lehmbauer mit Fachwerkkenntnis vertrauen, oder so wie die Firma es machen würde?

Wenn mir jemand ungefähr sagen könnte wie man die Fundamente von Erde an 100 Jahre feuchtigkeitsdicht aufbaut, dann wäre das ggf. hilfreich.
Und kann ich das mit Beratung und Anleitung selbst hinbekommen bzw. einiges sparen?

Also Ziel ist jetzt erstmal, dass die Schwellenfundamente auf zwei Außenseiten (Wetterseiten) wieder hergestellt werden, so dass die vor Feuchtigkeit geschützt sind. Dann gehts mit den Innenschwellen weiter und den Zimmerfundamenten. Ich hab im Frühjahr viel Zeit, daher möchte ich es mit der Firma so tackten, dass ich viel schaffe.
 
Edit: Nun hab ich noch folgendes gefunden:

In den relevanten Zimmern werden wir ja auch ähnlich wie im Video Erdboden haben. Ist das im Video jetzt verkehrt, weil dort eben nach unten keine Feuchtigkeitsbrechende Schicht vorhanden ist?
Wenn ich es jetzt halbwegs verstanden habe, würde ich wie folgt vorgehen:
Zuerst eine kapillarbrechende Schicht um aufsteigendes Wasser abzuhalten. Einfach wäre das Schotter, teurer dann Schaumglas (+Isolierung).
Über diese Schicht dann eine Folie zur Abdichtung und darauf dann die Estrich/Betonschicht -> darauf dann Holzgestell für Dielenboden. Dazwischen dann Isolierung... aber natürliche Stoffe gehen da ja nicht?! Oder ist es da dann egal, weil man ja eh nach unten abisoliert hat?
Es hat doch seit dem Bau des Hauses bis 70er Jahre oder so auch mit dem Boden geklappt. Kann man da gar nichts mit natürlichen Materialen machen bei dem der Boden 200 Jahre gut überlebt?
Und wie Isoliere ich das dann zu den Schwellenfundamenten ab? Folie hochziehen und hinter der Fußleiste enden lassen? Wobei Schwellenfundamente bei uns wohl deutlich ansteigen und durchaus ne Kältebrücke bilden, wenn ich das richtig verstanden habe. Scheint preiswert jetzt nicht viel anders zu gehen!?

PS: letztlich war der Bodenaufbau bei dem vierten Bild oben (mit Folie und Balken + Glaswolle) doch gar nicht so verkehrt? Aber der war maximal 50 Jahre als und total im Eimer. Ich möchte halt für 150-200 Jahre Ruhe damit haben, wenn ich es jetzt einmal angehe.

Im Bereich der Keller scheint der Boden weitestgehend trocken zu sein. Da waren die Holzböden komplett in Takt. Ein Zimmer hat einen Betonboden mit Stahlträgern. Dort habe ich nur etwa 10cm Platz für den Bodenaufbau. Über die Stahlträger kämen dann die Traghölzer, dazwischen ggf. eine Schüttung?! Kann man Schaumglasschotter auf einer Kellerdecke verdichten?

Der andere Raum ist über dem Originalkeller und hat Holzbalken im Keller durchgezogen auf denen der Fußboden aufliegt. Dort könnte man vom Keller her zwischen die Balken Hanfdämmwolle etc. anbringen (diffusionsoffen für den Holzboden) und von oben zusätzlich noch etwas an dünner Dämmung zwischen den Fußbodenaufbau, der etwas höher liegt als die tragenden Balken im Keller.

Der Keller ist prinzipiell trocken, also der Boden ist wirklich staubtrocken, was aber auch daran liegt, das die 4 Fensterlöcher im Keller (2x Nord, 2x Westseite) immer offen stehen. Feucht wird es dort aber besonders an der Westseite im Fundament, da dort bei Regen alles rein läuft. Ziel ist es, von außen Süd- und Westseite (Nordseite eigentlich gleich mit zum Schutz von aufsteigender Feuchtigkeit) eine Drainage mit Kanal anzulegen, um das Wasser abzuleiten -> das soll Südseitig mit ins Abwasser geleitet werden. Die Nordseite soll mindestens eine Schottergrube erhalten, damit die Nässe nicht in die Schwellen zieht, wobei es dort eigentlich alles trocken ist.

Wenn auf der Ostseite der Dachanschluss zum Nachbarn gemacht wurde, dürfte das Waser dort auch eher weniger Probleme machen.

Ich versuche demnächst nochmal die einzelnen Fußböden mit Bildern in einen Grundriss einzubauen, ggf. zusammen mit einer Fundamentübersicht der Schwellen.



Dann ist ja der erste Punkt: Die Schwellen dürfen nicht unterm Fußboden liegen, gerade wenn der Boden
 
Zuletzt bearbeitet:
Irgendwie schreibst Du ein wenig sonderbar...

Also von Unten nach oben:

Schotterplanum (oder, wenn Geld weg muß, SGS)
Geovlies
Unterbeton (ggf. auch als Leichtbeton) 8cm +x nivelliert
Sperrbahn (Bitumenschweißbahn oder höherwertige PE - Bahn wie die selbstverklebende GEFITAS PE 3/300), an der Wand hochgezogen bis UK Dielung
Holzweichfaserplatten höherer Rohdichte (mind. 0,16, besser 0,25) mind. 60mm, mit zwischenliegenden Holzlatten (5mm flacher als Gesamthöhe HWPl)
(oder Lagerhölzer mit Schüttdämmung dazwischen)
Darauf Dielung geschraubt in N/F

Grüße

Thomas
 
Im Ergebnis muss ich dann zu den Schwellenfundamenten dennoch eine "Lücke" lassen. Soweit ich jetzt die Firma verstanden habe, gießen die ja nur die Schwellenfundamente und die offenbar auch ohne Sperrbahn nach innen. Eine solche muss ich dann von außen per Hand anbringen? Die Schwelle selbst liegt ja dann auf der Bitumenbahn + Estrich unter der Schwelle zum Zwischenstopfen. Oder sollte man da selbst nochmal ein Klinkerbahn drunter setzen mit Quellmörtel unter dem Klinker und zwischen Klinker und Schwelle gar nichts?
Wenn es um die Schwellen der Fachwerk-Außenwände geht, ist der sicherste Aufbau eine Ziegelrollschicht unter den Schwellen zu Mauern. Die Mauerwerkssperrbahn liegt unter dem Ziegeln. Die Fuge zwischen Ziegel und Schwelle werden mit einem geeigneten Mörtel verfügt.
Dieser Aufbau sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit von unten durch das Mauerwerk in die Schwelle zieht. Ohne Mauerwerkssperrbahn direkt unter der Schwelle wird auch die Staunässe auf der Sperrbahn direkt am Holz verhindert.
 
Wenn es um die Schwellen der Fachwerk-Außenwände geht, ist der sicherste Aufbau eine Ziegelrollschicht unter den Schwellen zu Mauern. Die Mauerwerkssperrbahn liegt unter dem Ziegeln. Die Fuge zwischen Ziegel und Schwelle werden mit einem geeigneten Mörtel verfügt.
Dieser Aufbau sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit von unten durch das Mauerwerk in die Schwelle zieht. Ohne Mauerwerkssperrbahn direkt unter der Schwelle wird auch die Staunässe auf der Sperrbahn direkt am Holz verhindert.

Ich hab bislang vertraut, dass die Firma das so korrekt macht wie sie es vor hat. Danach möchte sie ja den Aufbau so: Betonfundament, Bitumensperrbahn und dann Balken drauf. Laut Aussage der Zimmerleute dient der Mörtel zwischen Sperrbahn und Balken nur zum Ausgleich, damit alles richtig aufliegt.
Meine Befürchtung ist das von dir genannte. Bei zu wenig Mörtel und potenzieller Feuchtigkeit von außen fängt der Balken Feuchtigkeit und die geht nicht wieder weg bzw. ins Holz. Ich könnte Mal ein Bild machen wie es eine Ecke weiter umgesetzt wurde und bei uns gemacht werden soll.
Sollte ich das ggf. nochmal mit dem Architekten besprechen, dass man das zur Sicherheit doch mit Steinen Klinkern dazwischen macht?
Ich denke von den Kosten her dürfte das wenig unterschied machen, wenn ich das zwischendrin selbst mache. Es soll halt nur vernünftig sein und auch halten.
 
Irgendwie schreibst Du ein wenig sonderbar...

Also von Unten nach oben:

Schotterplanum (oder, wenn Geld weg muß, SGS)
Geovlies
Unterbeton (ggf. auch als Leichtbeton) 8cm +x nivelliert
Sperrbahn (Bitumenschweißbahn oder höherwertige PE - Bahn wie die selbstverklebende GEFITAS PE 3/300), an der Wand hochgezogen bis UK Dielung
Holzweichfaserplatten höherer Rohdichte (mind. 0,16, besser 0,25) mind. 60mm, mit zwischenliegenden Holzlatten (5mm flacher als Gesamthöhe HWPl)
(oder Lagerhölzer mit Schüttdämmung dazwischen)
Darauf Dielung geschraubt in N/F

Grüße

Thomas

Ja ich weiß... Es einfach sehr viel und Verunsicherung. Auf der einen Seite die Firma, auf der anderen Seite möchte ich alles verstehen, damit ich potenzielle Fehler erkenne bzw. Auch selbst arbeiten kann in Rücksprache mit dem Architekten.

Das heißt nach deinem Aufbau, wäre die Sperrbahn auf dem Unterbeton aufgelegt und geht bis zur obersten Dielung mit. So hab ich dann im gesamten Fußboden keine aufsteigen Feuchtigkeit.... Maximal ab Ende Fußboden von den Außenwänden, was ja dann nicht weiter relevant wäre.

Und ein Aufbau ohne Sperrbahn und SGS z.b. ist in keinem Fall angebracht, da ich mir so mittelfristig alles wieder zerstöre mit der Feuchtigkeit von unten?
 
Schotter statt SGS reicht.

Eine wirksame Sperre muss kapillare Feuchte ebenso draussen lassen wie auch Wasserdampf. Diese Funktion ist unverzichtbar und wird von den vorgeschlagenen Sperrbahnen dauerhaft übernommen.
 
Schotter statt SGS reicht.

Eine wirksame Sperre muss kapillare Feuchte ebenso draussen lassen wie auch Wasserdampf. Diese Funktion ist unverzichtbar und wird von den vorgeschlagenen Sperrbahnen dauerhaft übernommen.
Was hält denn länger? Eine Bitumensperrbahn oder diese selbstklebenden Folien?

Und etwas vergleichbar haltbares ohne diese Industrieprodukte gibt es nicht?
Also erst ab dieser Sperrbahn sollte man mit diffusionsoffenen Systemen arbeiten?
 
Herrgott, JA! Es muss DICHT sein.

Und bitte, vergiss die Diffusionitis. Das ist für den Fußboden eine hirnerweichende Seuche von Menschen, die "für alles offen" sind. Von unten her, also aus Richtung Deutschland, ist eine Diffusion nicht nützlich oder tolerabel, sondern schädlich. Und nein, Naturkautschukanstriche oder Schelllackbeschichtungen des Unterbetons sind nicht sinnvoll. Früher, also ohne Sperrschichten und schön zugiger Unterlüftung, hat's doch auch gehalten? Ja, aber nicht so lange...

Vergleichbare unindustrielle Sperrschichten sind mir nicht bekannt. Mineralische Dichtschlämmen sind nicht besonders gut dafür geeignet, natürliche Dämmaterialien daraufzulegen. Epoxidharzanstriche dürften dem Naturfreund mehr Probleme bereiten, als o.g. Sperrbahnen. Bitumenbahnen geeigneten Aufbaues könnten vielleicht dauerhafter sein. Kann aber PE dennoch in dieser Einbausituation uneingeschränkt empfehlen (selberbauerfreundlich).

Was spricht an dieser Stelle generell gegen ein "Industrieprodukt"? Dank handwerklicher und industrieller Produkte hat sich unsere Lebenserwartung mehr als verdreifacht, in weitaus höherer Lebensqualität. Mann muss ja die Bitumenbahn nicht in's Müsli reiben. Grundsätzlich kann man jedes Baumaterial, egal ob "industriell" oder "natürlich" richtig oder auch falsch anwenden. Davon ist auch in diesem Forum zu lesen.

Grüße

Thomas
 
Danke nochmal für die ausführliche Antwort dazu. Dann werde ich das wohl so machen, wenn die Schwellenfundamente drin sind.

Ich möchte nochmal auf den Beitrag @blauerpaulchen eingehen.

Ich mache morgen dazu nochmal Bilder vom Nachbarhaus wo die Firma die Schwellen bereits getauscht hat. Ich hab auch nochmal im Buch von Lenze gelesen, wie es dort vorgeschlagen wird.
Idealerweise soll man ja wohl zwei Horizontalsperrbahnen erstellen. Wobei man sich die untere im Fundament sicherlich sparen kann, da es ja ein massives Betonfundament wird.
Also muss ich vermutlich darauf bestehen, dass auf das Fundament und die dort aufliegende Sperrbahn noch zumindest eine Schicht Kanalklinker aufgebracht wird?!
Wichtig scheint laut Buch zu sein, dass die bekanntermaßen zurückstehen nach innen (Tropfkante) und zudem auch gerundet bzw. schräg sind, damit das Wasser gut ablaufen kann. Oder kann man die wie hier beschrieben längst so verbauen? Und wie müssen die Klinker gebrannt sein?

Mein Problem was ich da nur sehe ist wie folgt. Wenn ich jetzt wie auch immer Steine unter die Schwelle schiebe und die auf der Sperrbahn mit Mörtel aufsetze, wie bewerkstellige ich, dass über die über oder unter der Sperrbahn kein Wasser ins innere gelangt? Der Mörtel zieht ja dann auch Wasser. Und auf ebenem Beton würde ich zwischen Beton und Sperrbahn keinen Mörtel einbringen.

Oder was wäre dort das Mittel der Wahl?
Ich hoffe nur, dass das mit den Fundamenten noch entsprechend änderbar ist. Sicherlich müssen die dann in der Höhe etwas reduzieren. Na Montag werde ich den Architekten nochmal zu Rate ziehen. Der hat beim anderen Haus aber auch nichts weiter gesagt...
 
Ich hab jetzt mal ein paar Bilder gemacht wie es bei uns aussehen wird nach jetziger Planung. Gleiche Firma 2 Häuser weiter. Was meint ihr?
 

Anhänge

  • PXL_20240128_122156458.jpg
    PXL_20240128_122156458.jpg
    829,3 KB · Aufrufe: 53
  • PXL_20240128_122214220.jpg
    PXL_20240128_122214220.jpg
    774 KB · Aufrufe: 52
  • PXL_20240128_122201825.jpg
    PXL_20240128_122201825.jpg
    819,4 KB · Aufrufe: 48
Die Schwelle(n) auf den Fotos liegen viel zu tief, im Spritzwasserbereich. Dann auch noch direkt auf einem Betonsockel, womöglich noch mit einer Folie zwischen Beton und Holz. Da wird garantiert das Spritzwasser schön unter die Schwellen laufen und dort in aller Ruhe ins Holz einziehen können.

Was ich dazu meine?
Es gibt immer noch (zu viele) "Profis" die keinen Plan haben, von dem was sie tun.

Mein Rat: Suche dir eine andere Firma, die es besser macht und schau zu wie deinem Nachbar die neue Basis seiner Bude innerhalb weniger Jahre weg fault.

Gruß,
KH
 
@KHH

Danke dir für die offene Einschätzung. Nun haben wir uns ja mit verschiedenen Firmen besprochen und für diese entschieden. Für die Südseite werden wir die jetzt noch machen lassen und dann sehen.

Aber dann werde ich wohl die Zwischenschritte selber machen müssen.
Hier nochmal zum Vergleich 2 Bilder wie tief unser Fachwerk im Süden liegt. Die neue Schwelle wird um die Schwellenhöhe nach oben gesetzt und ich werde eine Drainage mit Schotter herrichten. Um einen spritz Schutz zu haben.
Morgen werde ich das ganze dem Architekten erklären und bitten das mit der Firma nochmal anzupassen bevor eingeschalt wird. Im Buch über Fachwerke von Lenze wird sogar empfohlen, dass das Fundament Wasserdurchlässig ist, 2 Sperrschichten erstellt werden und 2 Schichten Kanalklinker mindestens unter den Balken kommen.

Ich würde jetzt sagen die erste Horizontalsperre ist ja schon iwie der Betonsockel. Darauf möchte ich jetzt die Sperrbahn legen + Mörtel + 2 Bahnen Klinker, wobei die obere Reihe dann den 1cm zuruckspringen soll und der Balken ohne Mörtel auf dem Klinker aufliegen soll.
 

Anhänge

  • Screenshot_20240128-184521_Fotos.png
    Screenshot_20240128-184521_Fotos.png
    1,6 MB · Aufrufe: 35
  • Screenshot_20240128-184532_Fotos.png
    Screenshot_20240128-184532_Fotos.png
    1,9 MB · Aufrufe: 40
Die neue Schwelle wird um die Schwellenhöhe nach oben gesetzt und ich werde eine Drainage mit Schotter herrichten.
Diesem Foto nach liegt die jetzige Schwelle direkt auf Erdniveau, sie ist geschätzt 16 - 20 cm hoch. Wird die neue Schwelle nur um diese Höhe höher gesetzt. liegt sie immer noch voll im Spritzwasserbereich. Der ist nach gängigem Standard MIND. 30 cm hoch.
In deinem Fall kommt die alte Schwelle raus und die Fachwerkständer werden unten abgeschnitten, um sie auf eine Höhe zu kürzen.
Ob der Zimmerer die Balken um 1, 2, 3 cm oder um 10 - 15 cm oder gleich um 20 - 25 cm kürzt, bleibt vom Aufwand das Gleiche.
Was du unterhalb der Schwelle an Höhe mehr drunter bauen musst, sparst du dir in der ersten Gefachreihe wieder ein. Insgesamt bleibt die Arbeit ziemlich gleich.
Von daher macht es m. E. überhaupt gar keinen Sinn, die neue Schwelle so tief einzubauen, dass andere halbseidene Maßnahmen, wie "Antispritz-Schotter-Drainagen" und dergleichen Notbehelfe ergiffen werden müssen, um das Holz konstruktiv zu schützen (was damit eh nicht funktioniert).
Setzt die Schwelle einfach 40 - 50 cm hoch über das Hofniveau dann seid ihr ohne sonstiges Gedöns auf der sicheren Seite.
Bedenke, auch von einem Schotterbett spritzen herabfallende Regentropfen nach allen Richtungen weg....

Gruß,
KH
 
Da liegst du ganz richtig. Irgendwie um die 16-20cm. Die Schwelle lag 2-3 cm. Unter Hof Niveau. Laut Denkmalschutz soll wieder eine Holzschalung vor. Aber man könnte es auch ggf. in der Höhe des Erdgeschosses offen lassen. Genau weiß ich es noch nicht. Mit Behang wäre der Schutz ja gegeben. Nur möchte ich die Option noch haben es offen lassen zu können.
Sähe das denn dann noch aus? Man sieht ja die Höhe des Geschosses. Gut, man kann die Riegel ja auch umsetzen damit es besser aussieht. Die Fenster sollen auch raus und könnten angepasst werden.
Aber wie macht man das von innen? Dann hat man ab Fußboden halt 30cm Betonsockel da sichtig.
Der Fußboden soll ja zumindest halbwegs gerade sein.

Ps: Eine Abtropfkante am Balken finde ich beim Nachbarn aber auch nicht, oder sehe ich das falsch?

Bei uns an der Nordseite liegt der Balken zu einer Ecke vllt 15 cm über Bodenniveau, könnte aber trocken sein, da kaum Regen und es dort unterkellert ist (wo es dann die Wand runter läuft). Kann man sowas in Eigenregie bearbeiten? Also Meterweise die Schwelle frei legen mit Fummelei zumindest das Fundament mit Sperrbahn belegen und neue Ziegel ohne Mörtel zur Schwelle Unterbringen, also Quellmörtel dann etwa drunter?
 
Zuletzt bearbeitet:
Thema: Bodenaufbau ohne Geotextile / nur mit natürlichen Baustoffen
Zurück
Oben