Zwischensparrendämmung die soundsovielte

02.02.2014



Hallo,

ich habe zwar fleissig hier gelesen, aber meim sehr spezielles Problem wurde leider nicht beantwortet.
Ich habe vor in nächster Zeit meinen Dachboden auszubauen. Dazu soll auch eine Zwischensparrendämmung eingebaut werden.

Momentaner Aufbau sieht wie folgt aus:

Von aussen nach innen
Biberschwanz,
Lattung,
Teerpappe (ursprüngliche Dacheindeckung) als Unterspannbahnersatz vom Vorbesitzer,
20mm Bretter,
Sparren (100x140).

Hatte heute einen "Spezialisten" da, der folgende Lösung empfohlen hat:
Auf die Sparren 60mm aufdoppeln,
180mm Mineralwolldämmung,
Dampfsperre/-bremse.
Über der Dämmung würden 20mm Hinterlüftung entstehen, Zirkulation würde durch Öffnungen in Traufe und First ermöglicht.
Konterlattung
Verbretterung

Ich fühle mich mit dieser Lösung aus mehreren Gründen nicht wohl.
1. ich mag keine Mineralwolle
2. ich traue grundsätzlich keiner Dampfsperre, vor allem wenn ich sich nicht selbst eingebaut habe und dazu habe ich momentan keine Zeit
3. ich fühle mich mit dem Gedanken den Dachboden völlig dicht zu machen nicht wohl. Darunter befinden sich das Bad und die Schlafzimmer mit feuchtigkeitsdurchlässingen Decken.

Ich habe mir folgende Lösung überlegt:
unter Ist-Zustand:
Sparren 60mm aufdoppeln
40mm Hinterlüftung über Öffnungen in Traufe und First
160mm Holzfaserflex
Konterlattung mit 20mm Holzfaserdämmung dazwischen
(Nut/Feder) Bretter

Ich würde mich über Input und Feedback zu meinen Gedanken sehr freuen.

Gruss
Stefan



Hinterlüftung sichern...



Das mit der Hinterlüftungsebene ist eine gute Überlegung. Allerdings sind die Holzflexplatten nicht sehr formstabil. Ich würde längs zum Sparren 4cm Latten anheften und dann eine festere 20mm dicke Holzdämmplatte als "Anschlag" für die Flexplatten einbringen.

Danach die Holzflexplatten und auf der Innenseite, durgehend unter die Sparren, eine festere Holzdämmplatte, die mit Nut- und Feder und mit Abklebung zu den Stößen eine Luftdichtung darstellt. Es geht hier nicht um Abdichtung - sondern um die Vermeidung von Kovektion. Alternativ gibt es auch Baupappen mit geringem sd-Wert.

Allerdings: Die Hinterlüftung muss mit Zuluft und Abluft ordentlich und sicher ausgelegt sein. Sonst gammeln dir die Bretter mit der Zeit.

Sicherer wäre eine Dampfbremse mit variablen sd-Wert.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Zu- und Abluft



wird über Traufe und First vom Fachmann eingebaut werden. Hier muss ich noch die richtige Dimensionierung rausfinden.
Die Holzfaserplatte als "Anschlag" halte ich auch für eine gute Idee.
Aber nochmal zur Dampfbremse:
Ich habe beide Variationen (Holzfaser und Mineralwolle mal in den U-Wert Rechner eingegeben und sonderbarerweise scheint es bei beiden auch ohne Dampfbremse keine Feuchtigkeitsprobleme zu geben. Habe ich da was falsch gemacht?
In der Simulation ohne Hinterlüftung bildet sich massivst Tauwasser.

Gruss
Stefan



Hinterlüftung nicht immer sicher ...



Unabhängig von solchen Programmen würde ich auf Nummer Sicher gehen. Es gibt schon die abenteuerlichsten Möglichkeiten, warum so eine, vom Fachmann verarbeitete, Hinterlüftung nicht funktioniert.

Die Dampfbremse würde in Deinem Fall auch ein besserer Schutz vor Konvektion sein. Die Hinterlüftung erzeugt ja einen Luftstrom. Jede Fuge würde da die Warmluft aus dem Raum ziehen und dann eben u.U. (ob mit oder ohne Berechnung) Kondensatschäden verursachen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dachdämmung



Beim Dachgeschossausbau geht es nicht ohne Luftdichtigkeitsebene innen.



Dann



wird es wohl doch eine Dampfbremse werden.

Vielen Dank für die Hilfe!!!

Gruss
Stefan