Zwischensparrendämmung

10.07.2014 Roland



Guten Tag, trotz umfangreicher Recherche u. Beratung durch einen Architekten habe ich noch keine passende Antwort für meine Dachisolierung. Mein Anliegen: Ich plane eine Dacheindeckung (Bj. Haus 1958) mit Erlus Tonziegeln u. Unterspannbahn proclima mento 5000.
Da ich bereits die abschreckenden Bilder von verschimmelten dämmstoffen auf der Hp von Konrad Fischer gesehen habe, möchte ich diesen Fehler gerne vermeiden u. Atmungsaktiv Dämmen. Allerdings wird der Dachboden zunächst nicht bewohnt . Hier liegt nun das Problem: wie bekomme ich Belüftung und Isolierung unter einen Hut ?
Den Vorschlag der Massivholz-Isolierung kann ich aus statischen Gründen nicht realisieren.
Freundliche Grüße, Roland



Dachdämmung



Platzieren Sie die Dämmung auf der Decke zur benutzten Etage bzw. auf dem Dachgeschossfußboden. Das lässt sich relativ einfach bewerkstelligen, z.B. mit Holzfaserplatten.
Falls Sie dann das DG ausbauen wollen können die Platten bei der Dämmung der Dachschrägen oder der Kniestockwände weiter verwendet werden.
Sie heizen sonst das gesamte unbenutzte Dachgeschoss mit.
Da das DG Kaltdach bleibt gibt es keine Kondensatprobleme an der Dachhaut.
Die Tür zum DG sollte unbedingt mit gedämmt und gedichtet werden.

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Grundsaetzliches_zur_Dachdaemmung_1_.pdf



Danke,



So wie auf Ihrer Hp beschrieben, habe ich mir das vorgestellt. Kann ich bereits jetzt, ohne den DB zu heizen, die Holzfaserplatten zwischen die Sparren einbringen, als sommerlichen Hitzeschutz ? Die Gipskartonplatten würde ich gerne erstmal weglassen bzw. Durch Osb ersetzen. Geht das ?



OSB-Platte statt Gipskarton



Ich vermute mal hier wird die Innenverschalung der Dachschräge mit Abdeckplatte von der liegenden Dämmung auf dem Boden verwechselt.

Auf den liegenden Holzdämmplatten macht eine Gipskartonplatte keinen Sinn. Eine OSP-Platte kann jedoch auch nicht eingesetzt werden, da der Sperrwert zu hoch ist. Es kann sich auf der Unterseite der Platte Kondensat entwickeln.

Deshalb entweder eine festere Holzdämmplatte wählen oder Bohlen auslegen, wo es nötig ist. Falls größere Flächen auf dem Dachboden genutzt werden, würde ich mir eine Rahmenkonstruktion aus Holz machen und Rauspund verlegen. In diesem Fall kommen dann weiche, nicht belastbar Holzflexplatten in Frage.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Zur Stabilisierung



der Holzbalkendecke sind 22 mm Esb Platten auf einer 20 mm Ausgleichslattung vorgesehen, dazwischen Perlite. Welchen Dämmstoff soll ich darauf nun legen ?
Zum UV Schütz der USB von innen muss ich eine Maßnahme treffen, am liebsten eine Zwischensparrendämmung mit Naturstoffen.
Macht das Sinn ?, da nicht bewohnt.



Dachausbau



Was für ein Durcheinander.
Wenn Sie das Dachgeschoss ausbauen wollen obwohl Sie den Raum jetzt noch gar benötigen (es ist Ihr Geld!) dann beheizen und belüften (von wegen diffusionsoffen bauen!) Sie diesen Leerstand auch. Das meine ich ernst.
Moderne USB sind UV- beständig, die brauchen nicht abgedeckt werden.
Die "Stabilisierung" der Decke (von der nie die Rede war) mit ESB ist nicht nur gefährlich da es zu Kondensatausfall an der Unterseite kommen kann sondern nutzlos. Eine nennenswerte Erhöhung des Widerstandsmomentes kriegen Sie aus diesen dünnen Lättchen nicht hin und später einen ordentlichen Fußbodenaufbau trägt das auch nicht.



Die Uv Stabilität



Von USB der neuen Generation ist weiterhin begrenzt. Ich habe von keinem Hersteller eine Freigabe zur Belichtung bekommen. Wegen möglicher Kondensatbildung nehme ich ja Esb u. Nicht Osb Platten,. Mein Architekt vor Ort hat 22 mm Platten empfohlen, die nun auch schon bereit liegen.



Dachdämmung



Die USB ist
1. nicht unmittelbar bzw. direkt der Sonne ausgesetzt(die scheint nicht auf Ihrem Dachboden, nur auf und nicht unter die Ziegel
2. sie wird irgenwann einmal zugebaut, wenn das Dach genutzt wird.
3. Nicht alle neu gedeckten Dächer werden ausgebaut.
Dort, bei Kalktdächern, funktionieren die USB auch, also warum nicht bei Ihnen.

ESB hat einen Diffusionswiderstand von 25, Kalksandstein oder Mörtel haben zum Vergleich 20, Vollziegel haben 10. So diffusionsoffen sind sie nun auch nicht. Das Hauptproblem ist aber nicht ihre Diffusionsfähigkeit sondern das sie wasserabweisend wirken (zugelassen für den Feuchtebereich NK 2, das entspricht etwa OSB 3). Kondensat das sich an der Unterseite bildet wird nicht kapillar aufgesogen und kann oberflächlich abtrocken sondern nur nach unten oder oben ausdiffundieren. Holzfaserdämmplatten haben einen Diffusionswiderstand zwischen 1 und 5, sind kapillaraktiv und dämmen.



Muss ich jetzt



die Esb Platten gegen Rauhspund austauschen ? Mein Holzhändler rät ab, da Rauhspund eher schimmelt u. die Bretter sich auch verziehen können. Durch die erhöhtte Fugenanzahl wird auch mehr Feinstaub (Perlite) rieseln. Bitte dringend um Rat.