Zweischalige Mauer Bj. 1900 mit Holzbalkendecke im OG

01.10.2020 Hasu1905


Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich suche im Netz nach einer Antwort auf eine Frage, die mich beschäftigt. Leider nicht das passende gefunden.
Ich habe ein Haus aus dem Jahre ca. 1900 gekauft. Das Haus hat ein Zweischaliges Mauerwerk.
Außenmauer 115mm ca. 7 Luftspalt und eine Innenmauer 115mm.
Die Mauer hat an den Ecken Außen oben und unten Öffnungen (Hinterlüftung Aussenluft)
Mir wurde eine Einblasdämmung empfohlen, welche ich aber nicht machen möchte, da ich sorgen habe, dass die wunderschön trockenen Balkenköpfe verrotten könnten.
Meine Frage ist, kann ich die Hinterlüftung so umgestalten, dass sie mit Raumluft gelüftet wird? So dass ich den Taupunkt weiter nach außen bekomme und trotzdem meine Balkenköpfe schütze?
Oder wäre es unbedenklich, wenn ich die Hinterlüftung ruhend ausführe und einen Außendämmputz anbringe?

Freue mich auf rege Beteiligung.
mfg
S. A.



im Gegenteil



wenn Du den Hohlraum mit feuchtwarmer Raumluft belüftest, wird (zumindest in der kalten Jahreshälfte) an der kälteren Außenschale mehr Kondensat auftreten.

Dein System scheint ja über 100Jahre funktioniert zu haben.
Jede Änderung ist auch ein Experiment.
Auf Nummer sicher würde man vermutlich nur mit Außendämmung UND Kerndämmung gehen können.

Hatte eine ähnliche Situation BJ 1925 aber ohne spezielle Belüftung in der Außenwand.
Dafür ne Menge Risse und teils offene Mauerkrone.

Wir haben uns nach längerer Überlegung für Innendämmung mit Wandheizung entschlossen, da eh innen alles bis auf Balkendecken, Dachstuhl, Holztreppe und Mauern komplett erneuert wurde .
Alternativ hätten wir eben auf Fassandendämmung UND Kerndämmung gesetzt, weil der Hohlraum sonst nie wirklich winddicht werden kann.

Mit reiner Kerndämmung kommt man sicher auch schon ein Stück weiter, doch die ganzen Verbindersteine und Laibungen, Mörtel- und Schuttreste lassen einfach zu viele Wärmebrücken zurück.

soviel zu unserem Ansatz.
gruß



Altes bewährtes...



Hallo Mike,
danke für Deine Antwort.
Also wie Du es schreibst, ist es auch nachvollziehbar für mich.
Die Balkenköpfe sind einfach in einen super Zustand. Nach 120Jahren.
Mein Problem ist nur, wenn ich nichts mache, habe ich in der U-Wert Berechnung an der Innenwand raumseitig nur 9,6°C und 96,5% Luftfeucht (Bei -10 Aussentemp.)
Warum hat es dann bis heute keine Probleme gegeben? Weil die Räume per Heizkörper geheizt waren?
Ich baue das ganze Haus um und überall kommen Fußbodenheizungen rein.

Habe nur die Sorge, das, wie laut der U-Wert Berechnung, Feuchtigkeit und Schimmelbildung an der Innenwand Raumseitig entstehen könnte.

Eine Kerndämmung + WDVS würde meinen Rahmen einfach sprengen :(



meine vermutung



warum es bisher funktioniert hat ist: in Köln ist es nie lange kalt.
Der Rhein, die enge Bebauung und die Industrie tun Ihr übriges noch dabei.

Wer hat die Werte gerechnet? Du, bei ubakus, oder der einfache Energieberater, oder ein spezialist für Bauphysik?

Könntest mit WUFI mal gegentesten. Eine einfache Probeversion ist frei für ein Jahr.
Allerdings ist Kölner Klima dort nicht frei.

Es gibt auch Stimmen, die sehr Überzeugt von Kerndämmung sind... vielleicht sind meine Bedenken auch unbegründet.
Im Idealfall findest Du jemanden, der das mal vor Ort von allen Seiten beleuchtet und viel Erfahrung mit Kerndämmung hat, ohne von derselben zu Profitieren.(also unabhängig ist)



Mir macht



der Gedanke, dass ich mit einer Kerndämmung mehr Feuchtigkeit ins Mauerwerk bringe mehr sorgen.
U-Wert habe ich mit Ubakus, wie du angenommen hast, gerechnet.
Wobei ich WUFI noch gar nicht kannte. Danke für den Hinweis.
Ich denke ich werde einfach nichts machen und dafür mehr Heizkosten haben. Aber keine Feuchtigkeit und keinen Schimmel.
Werde mal schauen, wie es bei den kältesten Tagen mit der Temp. an der Innenwand aussieht. Solange ich heize, wird da ja keine 14,....°C herrschen.
Und wenn doch, dann muss eine Kerndämmung her :(
.