Zum xten: Wieder mal Fußbodenaufbau

27.12.2014



Hallo liebe Experten,

nachdem ich mich nun die letzten Jahre selber (erfolgreich :-))durchgeschlagen habe, könnte ich mal wieder einen Meinungsinput brauchen.
Also: Ein Zimmer im 1. Stock soll nun endlich mal genutzt werden können und braucht einen Bodenaufbau (die alten Bretter waren nicht mehr zu retten und wurden ausgebaut. Das Füllmaterial (Sand?) war nur noch bäh - z.B. Entenköpfe, Schweinekiefer... Da wurde früher wohl geschlachtet und - der Wand neben dem Kamin nach zu urteilen - auch geräuchert...)
Es wird eine Werkstatt, bekommt also einen einfachen wischbaren Bodenbelag.
Der Raum drunter ist das "Waschhaus", also ein Raum im EG mit Waschmaschine drin und und Wäscheständern (ich bin da selten, hahahaha). Wärmedämmung also eher uninteressant, da beide Räume geheizt. Trittschall auch nicht so wichtig.
Der Raum ist 4,50 x 3,80 (plus eine Nische vorne rechts, nicht im Bild).
Das Problem ist, dass die Balken auf die 3,80m Raumbreite um 12 cm nach innen abfallen.

Meine Idee ist es nun, das Niveau mit einer gebundenen Schüttung (welche? im Moment bin ich bei Paraffinharz-Perlit) herzustellen. Zunächst hätte ich die Zwischenräume (im Schnitt 25cm breit und 12 cm hoch) mit Schüttung aufgefüllt und mit Handstampfer verdichtet. Um teure Schüttung zu sparen und etwas Gewicht zu bekommen, wollte ich in die Schüttung Gehwegplatten legen.
Nun den Rest (von 1cm links bis 13cm rechts) mit Schüttung nivellieren, Fasoperl-Platten drauf und darauf Nut-und Feder-Platten, die am Stoß verklebt werden. Darauf ein wischbarer Bodenbelag.

1.) Geht das so?
2.) Alternativ-Ideen? (dabei sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich kein "Hardliner" bezüglich der Baustoffauswahl bin. Ich kann die Vorzüge althergebrachter Baustoffe durchaus nachvollziehen, aber ich brauche auch Materialien, die selber und einfach verarbeitbar sind).

Dankeschööön!
Rainer



Schüttung



...egal wie, die Schüttung zwischen den Balken kannst Du nicht belasten, da du dann die Einschübe oder die Deckenschalung belastest, die dafür nicht gedacht ist.

Üblich wäre, seitlich Bohlen an die Balken zu schrauben, die dann nivelliert sind.



Fehlboden



Doch... kann man machen... wenn der Fehlboden das nachweislich abkann...



Belastung



War doch vorher auch belastet - will zwar nicht wissen, was das war, aber leicht war es nicht....



Last



Nee, das will ich auch nicht wissen... aber das war die „Vorspannung“ für die Balken, die eigentliche Last wurde dann über die Balken abgetragen... das ist schon ein Unterschied



ausgleich durch seitliches Anlaschen



Hallo,

also, ich würde den Ausgleich durch seitliches Anlaschen von Bohlen vorziehen(140 mm). Und vielleicht nicht bis auf Nivau, sonder eine leichte Schräge einkalkulieren. Dannach einen 28er Rauspund und deinen Belag oder versiegel. Den Zwischenraum kannst du zuvor dämmen/Verfüllen.



Das kann ich nicht...



Das Problem mit dem Anlaschen ist.....

.... dass ich mir das nicht zutraue :-(



Ach, keine Sorge,



ist nicht so schwierig mit dem Anlaschen:

Quer zu den Balken an beiden Wänden entlang je eine Schnur straff gespannt, so dass sie den höchsten Punkt der Balkenlage berühren. An die Balken, die nun unterhalb vom Niveau der Schnur liegen, auf beide Seiten je eine Bohle fest anschrauben; am besten Holzschrauben mit Sechskant-Kopf, vorbohren und darauf achten, dass die Schrauben in festem Holz fassen. Die angelaschten Bohlen (Oberkante) haben somit alle das selbe Höhenniveau. Selbstverständlich darauf achten, dass die beiden Schnüre auf einer Höhe laufen. Auf die Bohlen Rauspund durch die Federn mit Dielenschrauben aufschrauben. Bei Rauspund-Brettern von mindestens 27 mm Stärke mit Nut und Feder würde ein lichter Abstand zwischen den Bohlen von etwa 80 cm genügen. Nach dem Foto scheinen die Deckenbalken so dicht zu liegen, dass dann nur jeder zweite mit Bohlen verstärkt werden müsste. Die Zwischenräume mit Dämmschüttung ausfüllen (Blähton, Perlite, Hanf-Lehm). Sie können die Höhen freilich auch mit einem Laser-Messgerät oder einem wirklich geraden Richtscheit ermitteln.

Auf den Holzboden dann z.B. Linoleum oder Korkplatten, dann haben Sie wenigstens Naturmaterial drin. Oder gleich eine vernünftige Dielung statt des Rauspunds.

Schaffen Sie!



hmmmm...



grübel grübel ...

Krieg ich wahrscheinlich doch hin!
Hab nie darüber nachgedacht, dass ich ja nicht jeden Balken beilaschen muss! Wie stark sollten denn die angelaschten Bohlen sein? (schließlich muss ja in deren Schnittkante die Schraube des Belages, oder?)

Komm' ich eigentlich in die Hölle, wenn ich statt Rauspund (ich trau's mich fast nicht sagen) Platten verlege - wiegesagt, es wird nur eine Werkstatt, und in anderen Zimmern erhielten wir sogar die Schüttung und den Boden, am Gang wurde tatsächlich Rauspund verlegt... Es ist doch nur ein Zimmerchen...



Boden ausrichten



Wenn der Boden relativ einheitlich auf einer Seite 12 cm tiefer liegt könntest du auch an dieser Seite einen 12 cm hohen Balken x 12 oder x 10 cm, quer zu den vorhandenen Balken an die Wand legen.
Diesen dann genau waagerecht unterfüttern.
An diesen Balken Balkenschuhe befestigen, sodaß die Oberkante deiner neuen Balken bündig mit der Oberkante dieses Balkens liegt und so, daß du an der anderen Seite die neuen Balken seitlich an die vorhandenen Balken schrauben kannst.
Die seitlichen Balken 6 cn breit und Höhe je nach Möglichkeit- auf der einen Seite evt die Unterseite schräg schneiden, daß er ins Feld paßt-

Zumindest wäre auf diese Weise das Ausrichten an einer Raumseite leichter.

Hohlraum dann z.B. mit Zellulose auffüllen.

Oben entweder gleich Massivdielen aufschrauben oder notfalls z.B. OSB Platten nehmen.

Andreas Teich



ausgleich durch seitliches Anlaschen



auf dem Bild ist der Höhenunterschied von 12 cm kaum zu erkennen. Ausgleichen mit schnur ist ok und als tip kann eine Zollstockblattstärke tolleranz sein. da dauert das alles nicht so lange
und probier mal ob du mit dem Schrauber ein 100 mm Schraube seitlich in den balken bekommst, bei 25cm Zwischenraum???

bei weniger als 80 cm kannst du einen balken auslassen oder nimmst bei jedem nur die bessere seite (würde ich machen)und dann eine 32er Diele und bist fertig.

Bei Platten sollte der stoß untergebaut sein.

Aus kostengründen hatte ich 4cm breites Bauholz (kein KVH) verwendet. die Breite sollt so sein, das an der "dünnsten" stelle mind. 1/3 am Balken anliegt.



Höchste Stelle im Raum



Hier sieht man die höchste Stelle im Raum.



Niedrigste Stelle im Raum



... und hier ist der Raum am niedrigsten.



"Bei Platten sollte der stoß untergebaut sein"



"Bei Platten sollte der Stoß untergebaut sein"
Was heißt das?

Ansonsten 4 cm Bauholz, möglichst weit überlappend, soweit klar. Etwas Toleranz möglich, auch prima.

Wenn ich nur jeden 2. Balken nehme, habe ich trotzdem nie mehr als 80 cm Spannweite, wieder prima.

Unklar ist:
- Jeden 2. Balken einseitig beilaschen, oder an jeder Seite?
- Viele Balkenseiten sind angeschrägt, da wird dann die Beilaschung auch schräg, wenn ich nicht unterfüttere. Muss ich aber machen, oder?
- Schrauber ansetzen: Geht nur schräg, wegen dem Balkenabstand. Sollte egal sein, oder?



Wenn Platten drauf sollen ...



... würde ich es anders machen als mit Anlaschen von Bohlen. Denn "Stoß soll unterbaut sein" bedeutet ja, dass dort, wo zwei Platten sich treffen, ein tragendes Element drunter sein soll, sonst treten sich die (OSB- oder was auch immer-)Platten durch.

Dann würde ich eher quer auf die Balken Lattung schrauben und so mit Klötzchen unterlegen, dass alle auf ein Höhenniveau kommen und dass die Latten so liegen, dass eine Latte jeweils unter den Stoß zwischen zwei Platten kommt. Dazwischen weitere Latten, Abstand klein genug wählen in Abhängigkeit von Plattenstärke! Platten versetzt legen, so dass es zwei abwechselnde Stoß-Linien gibt!

Schönen Gruß!



Deckenaufbau



Das sieht aus wie eine Bohlendecke!
Können sie mal ein paar Fotos vom Raum darunter und der Decke einstellen?



Nichts leichter als das!



Voila:




Das mit dem unterbauten Stoß leuchtet mir auch ein - dass ich auf sowas nicht selber komme :-(

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Zitat:
Dann würde ich eher quer auf die Balken Lattung schrauben und so mit Klötzchen unterlegen, dass alle auf ein Höhenniveau kommen und dass die Latten so liegen, dass eine Latte jeweils unter den Stoß zwischen zwei Platten kommt. Dazwischen weitere Latten, Abstand klein genug wählen in Abhängigkeit von Plattenstärke! Platten versetzt legen, so dass es zwei abwechselnde Stoß-Linien gibt!
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Oh weh. Jetzt steige ich aber dann doch aus.
Dann doch lieber Rauspund...

Meine zuerst beabsichtigte Lösung mit gebundener Schüttung und schwimmenden Platten mag niemand?



Balkendecke



Das ist, im Gegensatz zu den üblichen Einschub- oder Windelbodendecken eine wenn auch einfach gehaltene Bohlendecke. So was wurde in der guten Stube verbaut nicht in der Waschküche. Ein recht seltenes Stück also. Der Bohleneinschub war dafür gedacht Schüttungen zu tragen, im Gegensatz zu den anderen genannten Decken. Das könnten hier gebundene Dämmschüttungen sein, darauf ein Trockenestrich. Voraussetzung ist das die Verbindung Bohle-Balken oberhalb dicht ist, dann funktioniert auch so eine Schüttung als Höhenausgleich.
Auf die Bohlendecken kamen früher oft Fliesenbeläge auf Ausgleichsschüttung im Dickbett oder Gipsestriche.



Chapeau,



Georg Böttcher! Wieder was gelernt. Ja, von unten sieht die Sache anders aus. Und ja, wenn die Einschübe zwischen den Balken dicht und fest sind, kann man ihnen statisch was anbieten!

Sofern die Einschübe nicht mehr vertrauenserweckend sind > siehe oben, Rauspund oder Platten!

Allseits schöne Grüße und das Beste für 2015!



Zwischendank!



So, nun ist es an der Zeit, ein (Zwischen?)dankeschön an die Ratgeber zu richten!

Der Raum drunter war früher die (Wohn?)küche, ein sehr großer Raum (den wir allerdings in zwei kleinere aufteilen mussten), und nun haben wir eine Waschküche mit Luxusdecke, auch schön.
Allerdings ist die Decke nur über der Waschküche so gut (und sicher auch dicht und tragfähig). Auf der rechten Seite haben die Altvorderen die Decke grausam misshandelt, da war wohl ein Räucherofen, der sich vom EG bis nach oben zog.
Die Decke wurde an dieser Stelle vor 7 Jahren, als wir sanierten, nur "repariert", also tragfähig gemacht, nicht aber restauriert. Daher ist dort im unteren Raum die Decke auch verkleidet.

Da das aber nix mit meinem Deckenaufbau zu tun hat, also aktualisierter Stand der Dinge:
- Rieselschutz auslegen (Pappe)
- gebundene Schüttung
- Abdeckplatten
- OSB

Nun ist die gebundene Schüttung ja wesentlich leichter als die alte Schüttung. Deshalb hätte ich in die Schüttung Gewicht (Betonsteine) gegeben. Pragmatisch, billig, gut???



Schmuddelecke



Hier noch ein Gruselbild der genannten Flickschusterei. Dort muss ich vor dem Rieselschutz noch ein paar Leisen anbringen, damit auch wirklich alle Körnchen oben bleiben.



Detail...



... der Reparatur.



Fußbodenaufbau



Bei dem bisschen Spannweite, der Vielzahl von Balken und der untergeordneten Nutzung beider Räume sehe ich Schwingungdämpfung durch Masse bzw. Vorspannung als zweitrangig an. Schaden kann es nicht.