Zu-und Ablauf bei Wandheizung

15.12.2014 Domi



Hallo liebe Fachwerker,

wir haben einen Pelletkessel von unserem örtlichen Heizungsinstallateur eingebaut bekommen. Nun sollen die Wandheizungsschlaufen an die Verteiler angeschlossen werden.

Der Anfang der Schlaufe für eine Wand beginnt unten von rechts nach links, das Ende der Schlaufe kommt dann entsprechend an einer Ecke der Wand gerade nach ganz unten, neben dem Zulauf runter. Wie auf diesem http://www.haustechnikdialog.de/SHKwissen/Showimage.aspx?ID=1467

Unser Architekt sagt, dass es sehr sinnvoll ist, die unterste Wandschlaufe (bei waagerechter Verlegung) als Zulauf zu nutzen, da bekanntlich die Wärme von unten nach oben steigt. Dies sehen wir auch so.

Unser Heizungsinstallateur hingegen behauptet, dass ein Zulauf der Wärme zuerst von unten, dazu führt, dass die Strahlungswärme die oberen Heizschlaufen zu stark warm hält und somit der geforderte Temperaturunterschied für Zu- und Ablauf am Kessel zu gering ist und dieser dann Probleme bereiten wird.

Das würde jedoch bedeuten, dass der Zulauf zuerst nach oben läuft und die kälteste Schlaufe unten wäre. Kann das sein ernst sein?

Wir wissen nun leider gar nicht mehr weiter. Kann uns jemand bei dieser Frage helfen?????



Anbindung von Heizkreisen



Die Verlegung ist weitgehend egal...

Die Begründung ist etwas an den Haaren herbeigezogen, das Rohr „strahlt“ ja nicht, sondern gibt über Wärmeleitung die Energie an den Putz ab, dessen Oberfläche (also die Wand) gibt dann „Strahlung“ ab.

Im Gegenteil: Der Beginn eines Heizkreises „oben“ birgt sogar einige kleine Nachteile...
Zum Beispiel wird die Temperaturschichtung ungünstiger. Auch eine Wandheizung heizt nicht nur allein durch Strahlungswärme, auch Konvektionswärme tritt auf, diese sorgt für eine Temperaturschichtung der Luft, tendenziell ist es zur Decke hin wärmer, das hat zur Folge, dass die Wärmeleistung der WH etwas geringer ist.
Weiterer kleiner Nachteil ist, dass das Heizwasser entgegen der Wirkung des geodätischen Umtriebsdrucks nach „unten“ gepumpt wird, also minimal höhere Pumpenleistung erforderlich wird.

Manche bevorzugen auch bifilare Verlegung... oder die Kopplung von kleinen Kreisen (oder Modulen) im Tichelmann-System...

Die Spreizung ergibt sich aus der Wärmeabgabe und der Durchflussmenge, die Rücklauftemperatur kann man also nicht direkt einstellen, die Vorlauftemperatur und die Durchflussmenge schon.



Vielen Dank. Dies bestätigt uns.



Könnte jemand noch einen weiteren fachmännischen Kommentar dazu geben? Der Heizungsbauer sieht das Problem in der zu geringen Differenztemperatur des Zu-und Ablaufs. Dieser würde dann bei der Heizung (ETA-Pelletkessel) Probleme bereiten.

Leider kennt sich offenbar bei ETA niemand mit dem Problem aus. Unfassbar eigentlich.



Wer hat denn die Gewährleistung?



Hallo

Wenn der A die Gewährleistung hat, machen Sie es so, wie der es sagt; oder Sie vertrauen dem Heizungsinstallateur …!

Wenn Sie dem sagen was er zu machen hat ist er wie er aus der Haftung!

Das könnte ungut sein!

Florian Kurz



Heizung



Fachliche Kommentare waren erwünscht, obgleich der Florian Kurz schon recht hat in Bezug auf Garantie/Gewährleistung/Haftung.

Die transportierte Wärmemenge wird durch die Formel
Q=m*c*DeltaT bestimmt, also Massenstrom*Wärmekapazität*Temperaturdifferenz, bzw. durch
Q=V*c*rho*DeltaT, also Volumenstrom*Wärmekapazität*Dichte*Temperaturdifferenz

Die Parameter, die man am Wärmeerzeuger und/oder andere Regeleinrichtungen beeinflussen kann, sind die Vorlauftemperatur (durch die Ansteuerung des Mischers) und den Volumen- bzw. Massenstrom über die Pumpe und die Regulierventile am Verteiler.

Die zu transportierende Wärmemenge ist durch die Heizlast vorgegeben. Die Vorlauftemperatur wird vorgegeben, bzw. bei Teillast durch die Einstellung auf die Teil-Heizlast automatisch geregelt, bleibt als Stellgröße der Volumen/Massenstrom, der dann auch die Rücklauftemperatur bestimmt. Dies geschieht durch Drehzahlregulierung der Pumpe und, bei Abstimmung dieser, der Begrenzung von „überversorgten“ Heizkreisen durch Regulierventile.

Die ETA (PU?) sollte eigentlich anhand ihrer Regelung und Steuerungsmöglichkeiten für Mischer und Pumpe locker damit umgehen können, selbst wenn Spreizungen um die 5K und darunter auftreten.

Die Frage aller Fragen aber lautet: Ist ein Pufferspeicher vorgesehen? Z.B. mit FriWa-Modul? Wenn ja, dann ist die Fragestellung und sind die Bedenken des Heizungsbauers allenfalls akademischer Natur.

Wenn nein, dann könnte er unter Umständen sogar recht haben, rein technisch... obwohl die Begründung nicht, nunja, begründbar ist.



Danke für die nächsten Ausführungen!



Das Thema mit der Haftung ist das, was am Ende dieser Fragekette steht. Architekt sagt Zulauf von unten. Heizungsmann sagt Zulauf zuerst nach oben. Keiner steht für seine Meinung gerade. Wenn wir es nicht so machen wie der Heizungsbauer, dann übernimmt er keine Haftung. Wir glauben aber, dass er Unrecht hat. Es erscheint uns nämlich so, als wären wir die erste Baustelle dieses Ausmaßes für Ihn.
Vorallem die Art:
Fachwerksanierung mit Lehmputz- Celcoplatten- Wandheizung-Lehmputz.

Dieser Gedanke kam uns, als er auch zwingend "Schnecken"-Verlegung an den Wänden wollte. Auch hier haben wir uns geweigert. Das mag für den Fußboden gelten, aber nicht für eine Wandheizung. Sehen wir doch richtig?

Fakt ist. Er übernimmt keine Haftung wegen der anderen Verlegeart und will auch keine Haftung für die Zu-und Abläufe übernehmen. Leider entsteht dann bei mir ein unwohles Gefühl, da er sich die nächsten 20 Jahre immer wieder auf diese Dinge berufen wird, auch wenn es was anderes sein könnte.

Daher muss diese Zu-Ablauf-Frage geklärt werden;-(



Anschluss



Es gibt keine „Norm“ dafür... auch die Schneckenverlegung (bifillar) hat was...
Insofern ist das schon fast „Glaubenssache“, die Hintergründe sind beleuchtet worden... die Auswirkungen minimal...

Was ist mit dem Pufferspeicher?
Was sind Celco-Platten?



Moin,



einen Pufferspeicher gibt es nicht. Nur einen Warmwasserspeicher. Ist dass von so großer Bedeutung? Wir koennen uns einfach nicht vorstellen, dass eine Wandheizschlaufe oben an der Decke so stark von den unteren erwärmt wird, dass der Rücklauf zu warm ist.

Es so zu machen wir der Installateur sagt, wäre ja im Grunde machbar. Aber wir haben Angst, dass dann die Wärme unter der Decke hängt und nicht wohlig von unten bzw. von der Seite kommt.

Celco-Platten sind von Haacke aus Peine. Goolgle ,mal. Korklehmplatten in unterschiedlichen Dicken. Je nach bedarf. Und hart genug um einen Nagel fest zu verankern. Top Dämmwerte. So, jetzt aber genug mit Schleichwerbung;-).



Pufferspeicher



Im Teillastbereich/Übergangszeit ist die Heizlast eines Gebäudes deutlich reduziert. Ein Wärmeerzeuger, der die abgegebene Wärmeleistung nicht entsprechend kontinuierlich anpassen kann („modulieren“), muss das also durch „An-Aus“ richten („takten“).
Die ETA-Geräte können zwar modulieren, allerdings nur in vergleichsweise (gegenüber modernen Gasheizungen) geringem Umfang. Das hat zur Folge, dass das Gerät ins Takten kommt und zwar den wahrscheinlich überwiegenden Teil der Heizperiode.
Was bei einem Gasgerät noch zu tolerieren wäre (Ventil schließt, Gaszufuhr ist abgesperrt, Gerät heizt nicht), geht bei einer Holz-/Pelletsheizung nicht so ohne weiteres, da löscht niemand das Feuer.
Genauso sieht es beim Wiederanfahren aus: Beim Gas ist innerhalb von Sekunden der Heizbetrieb wieder hergestellt, die Pellets hingegen müssen erst relativ (elektro-)energieintensiv entzündet werden und brennen während der Zündphase nicht optimal, d.h. emissionsarm. Weiterhin sinkt der Wirkungsgrad im Teillastbereich deutlich ab.
Ein weiteres „Problem“ stellt das (bei der PU-Baureihe von ETA) eher geringe Kesselwasservolumen von „nur“ 27l dar, welches ansonsten zusammen mit dem Volumen der Restanlage gewissermaßen als „Puffer“ wirken könnte. Allerdings fällt der „Rest“ auch eher bescheiden aus, da hier trotz eher großem Volumen aufgrund der geringen Systemtemperaturen nur wenig Energie „gepuffert“ werden kann.
Der Kessel bekommt dann einfach die Wärmeenergie nicht „weg“ und taktet, fast schon „liebevoll“ dann auch „Kuhschwanz-Heizung“ genannt... zuckt halt hin und her.

Statt mit vielen kurzen An-Aus-Zyklen zu fahren, macht es eher Sinn mit wenigen langen Brennzeiten einen Pufferspeicher zu „füttern“, aus dem dann die Wärmeanforderung bedient wird. Das ist bei einer Holz/Pellettsheizung trotz Modulation meist effektiver im Sinne von Brennstoffeinsparung.

Ich will keineswegs die Fa. ETA schlechtreden, ganz im Gegenteil... aber ich rate zum Einsatz eines Pufferspeichers...

Es würde Sinn machen weitere Daten, wie die berechnete Heizlast, den genauen Kesseltyp, Hausgröße, Auslegungsdetails, usw. zu posten...

Die konkrete Rohrführung ist, wie schon geschrieben, eigentlich weitgehend egal...



Vielen Dank!



...für die sehr kompetenten Beiträge. Genauere technische Daten wollen wir gar nicht besprechen, da wir uns bereits für einen Kessel entschieden haben. Die Diskussionen um den richtigen Hersteller können einen ja in den Wahnsisnn treiben. Wir sind der Überzeugung, dass von langjährige erfahrenen, namenhaften Herstellern die Dinger einfach funktionieren müssen.

Berechnungen, etc. muss der Heizungsmensch drauf haben. Auch da wollen wir gar nicht so tief einsteigen.

Heute entscheidet sich, ob er den Zulauf, wie wir wünschen, von "unten", also in die erste waagerechte Schlaufe einlässt. Die bisherigen Kommentare haben uns in unserer Meinung bestätigt und wir wollen das nun durchsetzen.



Ergebnis?



Was hat sich denn nun ergeben? Fände ich schon ganz spannend...

Nochmal zum Thema Pufferspeicher: Der interne Mischer der ETA PU kann „nur“ bis 30° runter, die Pumpe hat bei der Regelfähigkeit auch irgendwann Grenzen. Bei Teillastbetrieb kann das durchaus Probleme verursachen, insofern hat der Heizi nicht ganz unrecht... so prinzipiell... die Begründung ist nach wie vor nicht wirklich stichhaltig...

Ich fände einen Pufferspeicher sinnvoll...



abwarten



Der Termin mit dem Heizi ist am 27.12.....als ermal heißt es abwarten...