Zimmermannstracht im 16. Jahrhundert




Shakespeare war ja so freundlich, in seinem Sommernachtstraum auch Handwerker als Protagonisten auftreten zu lassen. Für eine größere Vorführung im Sommer diesen Jahres in Göttingen kam nun die Frage auf, was die Zimmerleute zu dieser Zeit für eine Tracht trugen?

(Das das ganze in Athen spielt, soll jetzt mal egal sein.)

Wenn jemand ein Foto hätte, wäre das toll ;-). Ein Gemälde, Schnittplan, eine Beschreibung oder ein lebender Zeitzeuge reicht auch.

Die Schneider warten ...

Gruß und frohes neues Jahr!

Hartmut



Kommt gut...



... das mit dem "Foto" und dem "lebenden Zeitzeugen"...

LG,
sh



zünftige Kluft



Hallo Hartmut,
im Ständebuch von Jost Amman müsste was zu finden sein.
Dann gibt es eine PDF- Datei , zu finden unter
www.Zimmerer-Westfalen.de. Sie stammt von Alfred Schotterer, der Titel heißt "Die zünftige Kluft der Zimmerleute". Es gibt darin ein Kapitel zur geschichtlichen Entwicklung der Zimmererkluft mit vielen Abbildungen.
Ich vermute die Arbeitskleidung der Zimmerer war ein grober, naturfarbener Kittel der vorn eine kurze Knopf- bzw. Knebelleiste hatte. Auf dem Kopf eine leinerne Haube mit Bändern oder eine lange, spitze Kapuze am Kittel. Dazu unverzichtbar ein breiter Ledergürtel, an dem Beutel mit Kleinutensilien wie ein Schleifstein, Kleingeld, Feuerstein, Zunderschwamm und Stahl, ein Talisman, Kohle, Kreide, Rötel also Zeichenstift und eine Knotenschnur als Messinstrument und Taschenrechner getragen wurde.
Jeder anständiger Kerl hatte damals noch ein Messer am Gürtel, je länger desdo besser. Als Schuhwerk war damals der Bundschuh üblich. Dann noch eine einfache Leinenhose, oft zweiteilig (zwei röhrenförmige Beinlinge die mit einem Strick um den Bauch gehalten wurden, darunter eine Art Tanga (wenn überhaupt). Damals waren geschlitzte Kniebundhosen mit andersfarbigen Futter groß in Mode. Ob sich ein einfacher Zimmerer sowas leisten konnte ist fraglich. Schon die gewirkten Strümpfe zur Kniebundhose waren sicher teuer.

viele Grüße



Vermutung...



...ist eher, dass es im England des 16. Jhdts. keine einheitliche Kluft gab, abgesehen von den erwähnten notwendigen Transportmöglichkeiten von Arbeitsutensilien wird es wohl übliche Alltagskleidung eines "freien" Menschen gewesen sein. Wenn es außer einer Sonntagskleidung noch einen Alltagswechselsatz gab, wird das schon einiger Luxus gewesen sein.

...Von der fiktiven Sagenwelt im altertümlichen Griechenland mal abgesehen.

Egal...

Ich würde den Zettel in heutige Kluft stecken, seine (fünf?) Mitstreiter auch entsprechend, dann wird es für die Zauschauer nachvollziehbar.

LG,
sh



Zimmerleute



Hallo Hartmut,

vielleicht so?

Kaiser Maximilian I bei den Zimmerleuten
(Holzschnitt aus dem "Weißkunig" 1516)

viele Grüße



Klasse, danke!



Ich staune immer wieder. Deine Beschreibung ist große Klasse, Georg. Danke dafür. Auch die PDF ist super. Das habe ich gesucht. Wer auch mal lesen will:

http://www.zimmerer-westfalen.de/x_pdf/zunftige_kluft_zimmerleute.pdf

>Ich würde den Zettel in heutige Kluft stecken,
>seine (fünf?) Mitstreiter auch entsprechend,
>dann wird es für die Zauschauer nachvollziehbar.

Das wäre ja nun wirklich zu einfach ;-)

Das mit dem Schuhwerk wird schwierig; diese Zimmerleute werden steppen, haben also die Schutzkappe quasi unter dem Schuh.

Gruß und nochmal danke für die superschnelle Hilfe!

Hartmut



@Robert



Hast gepostet, während ich schrieb.

Ja, genau das Bild hatte ich auch gesehen. Danke.

Gruß
Hartmut



Ich muss...



... den "Zettel" noch gegen den "Squenz" tauschen; Zettel ist der Weber...

sh



@hartmut - Jetzt bitte noch den Veranstaltungstipp ..



.. für uns arme Zimmerleute :
Wo steigt die Party ?
Kommen Zimmerleute in full schmese für lau rein ?
;-))
zimmlichen Gruß
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.zimmermeisterin.de



@Jürgen



Ich glaube, als Zimmermann zu kommen reicht nicht. Aber wenn Du Dir ein rosa Tutu anziehst und den Lattenhammer schwingst, sag an der Kasse bescheid, ich hole Dich dann rein ;-).

Gruß
Hartmut



selten so gelacht



Was trugen die Zimmerleute im 16. Jh
eine Tunika mehrb nicht..... die Zimmererkluft kam erst im Zuge der Hamburger Wassaerträger diese einheitskleidung wurde zunächst von den Hamburger Schiffszimmerleuten übernommen und wurde dann erst im 19. ten JH durch die Wandergesellen bekannt und dann als allgemeine Zunftkleidung bei den Zimmerleuten aufgenommen.

herzliche Grüsse

Thomaso