Suchen u.a. empfehlenswerter Zimmerer PLZ 42366 u. Umgebung

19.01.2007



haben kürzlich ein altes sanierungsbedürftiges Backsteinhaus erworben BJ 1898(nicht unterkellert),das zumindest teilweise (OG + nicht ausgebauter,nicht isolierter Speicher) in Fachwerkbauweise erstellt ist.Wir dachten wir erwerben ein gemauertes Haus!Ausfachungen mit Steinen+ Lehm an einer Stelle im Speicher sichtbar.Holzbalkendecken ,nicht -sichtbares Gebälk.Alle Zimmerdecken und Wände haben alten Stroh-Lehmputz.Ungewöhnliche Architektur des Hauses: ca.17,60 Meter Hausbreite und 4,80 Meter Tiefe.Haustechnik noch brauchbar,bzw. komplett neue Elektrik wird gerade installiert.Nach Entfernung sämtlicher Wand-Decken-Belägen:zig Schichten Venyltapeten,darunter dann 2-4 cm Steroporplatten"all-over".Unter den Styroporplatten wiederum Tapeten, die teilweise leichten Schimmelbefall hatten.Unter den zahlreichen übereinandergeschichteten Bodenbeläge PVC,Teppichen u. Teppichböden befinden sich rote Holzdielen.Alle Dielenböden des OG scheinen sich in Schieflage zu den darunterliegenden Balken zu befinden.Nach probeweiser Entfernung einiger Dielen in 3 Räumen konnten wir keine Holzschäden erkennen(aber wir sind nur Laien!)Für genauere Beurteilung der Balken und möglichem neuen Fußbodenaufbau möchten wir einen Zimmerer zu Rate ziehen.Außerdem gibt es teilweise einen dicken Spalt (bis ca. 4 cm) an der Schnittstelle Boden/Wandder mir große Sorgen bereitet.
Uns ist nicht bekannt,wie die Balken in den Wänden möglicherweise"verankert" sind.Kann dieser Spalt ein Indiz für Einsturzgefährdung sein? Wir können uns leider keinen Bauingenieur leisten.Hoffen aber,daß ein Zimmerer das auch beurteilen könnte. Kennt eine/r von Ihnen einen solchen aus eigener positiver Erfahrung. Vielen Dank im voraus.



Hallo Marlies



Für mich als Laien klingt das stark nach einer Versteigerung! Da bekommt man meist die Katze im Sack! Habt ihr euch schon mal gefragt warum Häuser eigentlich versteigert werden? Wohl weil keinem anderen Käufer das Haus die gewünschte Summe wert war. Klingt schon mal verdächtig, oder? Muss aber nicht.
Zurück zu eurer Frage mit dem Spalt. Ist das eine tragende Wand? Also liegen(ja die liegen da nur drin) die Balken in der Wand oder nicht. Bei einer tragenden Wand sollte das sich ein Fachman vor Ort mal ansehen. Kann aber auch bei einer nicht tragenden Wand nie verkehrt sein. Aber nicht so viele Sorgen machen. Bei meinem Elternhaus(1883) ist sowas seit ca. 50 Jahren da haben sie 1,5m neben dem Haus eine Straße gebaut und damit wohl auch eine Änderung am Grundwasserstand verursacht. Jedenfalls hatte mein Opa gesagt, dass seitdem der Brunnen einen anderen Wasserstand hat. Darauf hat dann wohl auch das Haus reagiert. Auch mit ca. 4cm Spalt an der tragenden Wand und steht heute noch.

Aber das mit dem Dielen schief zum Balken habe ich nicht so richtig verstanden! Meinst du, dass sie nicht im rechten Winkel zueinander liegen? Wenn das Haus in den Außenwänden keine großen Risse hat ist da wohl nur ein optisches Problem.

Gruß

Marko



Teil-Fachwerkhaus sanieren/Empfehlung für Zimmerer



Hallo Marko, und hallo auch allen anderen Fachwerk-Forumsnutzer!
Vielen Dank für Deine Antwort.
1. Das Haus (rechtlich eigentlich Wohneigentum) haben wir im internet gefunden und regulär über Makler für "sehr kleines Geld" erworben.Eine Totalsanierung vor Nutzung, sprich Einzug,können wir uns nicht leisten.Wir müssen bis
Mitte März irgendwie schaffen 2-3 Räume bewohnbar zu machen(Mietwohnung vorwitzigerweise schon gekündigt).
2.ja, dort wo die Spalten sind(und vorher die Holzfussleisten waren) sind auch die tragenden Aussenwände.
Die unter den Dielen befindlichen Balken haben einen Abstand von ca. 55 Zentimeter.
3.Von aussen betrachtet haben Backsteinfassade und beide Giebel keine Risse.Rückseite des Hauses ist zu ca.90% angebaut von Nachbarhaus. Dort haben wir auch nur ein Fenster,ansonsten alle anderen Fenster zur Vorderseite.Alle Fenster sind neu, sprich doppelverglaste Kunststofffenster.
Im Gegensatz zu außen gibt es im Lehmputz der jetzt freigelegten Wände u. Decken schon Risse.In wie weit diese dramatisch sind, können wir nicht beurteilen.
4.Die Dielenböden von Schlafzimmer und Küche im OG "hängen durch",jeweils in Raummitte.Nach Augenmaß bis zu ca. 4 Zentimeter,
also erheblich.Wenn man "draufherumspringt" federt der Boden dort.Im Wohnzimmer (ebenfalls OG), gibt es eine Gefälle. Der Bodenbereich von Giebelwand zur Raummitte ist in Ordnung und fest, danach wird es dann abschüssig.Dort federt der Boden ebenfalls. Vermutlich gab es dort irgendwann mal zwei
2 Räume mit unterschiedlichen Bodenhöhen ( ? ).



Hallo Marlies



durchhängenden Boden sind normal aber 4 cm sind schon viel. Bei mir sind es nur 2 cm. Und federn tun Holzböden auch. Aber warum die eine Decke im OG nicht federn soll ist schon komisch. Kleine Risse in einer Fachwerksinnenwand halte ich für nicht problematisch. Aber es ist immer besser einen Fachmann vor Ort zu fragen.
Was heißt eigentlich Wohneigentum? Das Haus ist wohl euch aber nicht das Grundstück? Oder soll das heißen ihr seit zwar Besitzer aber nicht Eigentümer? Naja ist ja eigentlich auch egal.

Gruß

Marko



Sanierung Teil-Fachwerk /Zimmerer gesucht



hallo Marko,
1.das Haus ist schon Sonder-Eigentum,das übrige Grundstück mit Hof und Garten wird mit dem Nachbarn geteilt-also bestehen daran nur"Sondernutzungsrechte".
2.ja ,für das Problem mit den durchhängenden bzw. abschüssigen Dielenböden werden wir noch fachlichen Rat brauchen.Wir würden gerne über die Dielen Korkparkett legen.Aber ohne vorigen Höhen-Ausgleich des Unterbodens gibt das ja nix.
Wie ist das bei deinem Haus? Hast du bei den nur 2 cm Höhenunterschied etwas unternommen bei der unter den Dielen liegender Konstruktion ?
Wir wünschen allen einen schönen Sonntag.



Hallo Marlies



mit meinen 2cm Durchhang kann ich leben. Ich stehe nicht so auf Parkett oder Laminat. Meine Dielen waren i.O. müssten nur abgeschliffen werden. Aber ich steh da mehr auf Teppich auch wenn jetzt viele im Forum aufschreien werden.
Zu dem Durchhang nochmal. Das ist bei Holzbalzen normal, dass sie sich langsam leicht durchsenken. Holz ist anders als Menschen, holz arbeitet immer(kleiner Scherz). In der Technik heißt das Relaxation (ob's bei den Bauleuten auch so heißt weiß ich nicht). Das bedeutet aber nur, daß ein Stoff bestrebt ist innere Belastungen durch Formänderung abzubauen. Je höher die Belastung umso stärker die Verformung je Zeiteinheit. Manche Stoffe brauchen für 1% Verformung zig-tausend Jahre anders halt nur 10 oder 20. Lege doch einfach mal eine dünne Rolle Knetmasse über eine Kante.
Aber genug der Theorie. Ich habe schon durch einen befreundeten Bauing. von einem Lagergebäute gehört da hätten sich die Balken auf 5m 10cm durchgesenkt.

Was soll uns das nun aber sagen? Selbst wenn du heute alles eben machst. Kannst du damit rechnen, dass es in 20 Jahren wieder ein bischen durchhängt. Wenn du natürlich ein 200-Liter Aquarium im die Mitte des Raumes stellst geht es deutlich schneller. Ja, die alten Häuser zeigen Leben!

Nun musst aber du entscheiden was sich lohnt und was nicht.

Gruß

Marko



Kongret !



Zu Eurer Fragestellung hier ein guter Fachwerk.de-Kontakt:

Fachwerkzentrum Andreas Vollack
Andreas Vollack Fachwerkzentrum
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Die Handynummer nutzen und Grüße durchstellen.

Hier seid Ihr in sehr guten fachlichen Händen un d laßt Euch komplett beraten und betreuen.

Grüße Udo



Teil-Fachwerkhaus sanieren / u.a.Zimmerer



hallo und guten Tag allen im Forum.

@ Udo: vielen Dank für den Tip, danke auch fürs freundliche Willkommen an uns als Neulingen :-)



Danksagung



Vielen dank für das vorangegangene Lob, doc
Freundliche Schneegrüße

Udo