Wie muss ich vorgehen um aus einem "normalen Zimmer" ein Badezimmer zu machen?

01.12.2008



Also jetzt ist es dann soweit dass wir starten können. Wir haben am Freitag die Schlüssel bekommen. Unser Haus ist Baujahr unbekannt und lt Gutachter wohl eher so 300 bis 400 Jahre alt. Der Vorbesitzer hat sich offensichtlich nichts aus Fachwerk gemacht denn alles ist zugekleistert oder zugenagelt, leider.
Nun zu meinem Problem: Die Badezimmer sind von der Lage her und der Größe etc. absolut nutzlos und ich hätte gerne auf jedem Stockwerk (unten sind die Kinder) jeweils ein Badezimmer in das kleinste "normale" Zimmer gemacht. Zimmer haben wir ohne Ende, an der Zahl 11 Stück. Es sollte auch noch bezahlbar sein bzw. wir möchten so viel wie möglich selber machen. Die Böden sind einfach mit Spanplatten zugenagelt (war wirklich ein scheußlicher Teppichboden drauf den wir heute mal in einem Stockwerk soweit entsorgt haben) Ich habe hier viel von Bodenaufbau gelesen verstehe aber leider nicht besonders viel davon :) oder garnichts. Wenn ich die Böden Fliesen würde auf was muss ich achten um dem Haus nicht zu schaden? Die Wände sind einfach vergipst und dann Rauhfaser drauf. Ich dachte ich vielleicht nur im Dusch / Wannenbereich und Waschbecken etwas natursteinmäßiges und den Rest verputzen. Ich habe hier bei euch ein paar Sachen gesehen die mir wirklich gut gefallen haben.
Würde mich sehr über eine Antwort freuen weil ich wirklich nicht so recht weiß wo ich anfangen soll.

Lhiannon



Feuchtzellen...



...in alten Häusern mit Balkendecken sind so eine Sache. Ich hatte da so meine eigenen Philosophie.
Wichtig ist aus meiner Sicht, daß Wasser einen kleinen Kopf hat.
Mein Bad ist komplett aus Naturstein und Putz, die Balkendecken sind mit U-Profilen aus Stahl ertüchtigt, die dann ausgeglichen und mit 25er OSB belegt. Darauf Trockenestrich. Danach sämtliche Anschlüsse und die Flächen, die auch nur einen Hauch von Wasserbelastung haben, vor dem Fliesen ordentlich gedichtet.
Hier bei uns im Forum wird auch die offene Dielenvariante empfohlen, war aber für mich als Granitfan indiskutabel.
Auf jeden Fall, denke an meinen Wahlspruch (Wasser hat einen kleinen Kopf) und schau vielleicht mal bei mir vorbei. Die Rems ist ja nicht sooooo weit weg.
Ich habe auch Revisionsmöglichkeiten berücksichtigt, vielleicht habe ich ein paar gute Tips.

Gruß Patrick.



feuchtzellen :)



Danke Patrick, habe nicht erwartet so schnell eine Antwort zu bekommen. Ich bin mir wirklich nicht ganz sicher. Zuerst dachte ich Fliesen. Aber nach all den Beiträgen die ich gelesen habe traue ich mich fast nicht irgendetwas in dem Haus dicht zu machen. Andererseits sind die Küchen schon seit den 60ern gefliest und das Haus steht immer noch... Mir würde ein Dielenboden andererseits rein optisch wirklich zusagen. Also bin ich am Überlegen ob ich die Platten abmachen soll und sehen was darunter ist. Der Makler meinte Ausgleichsmasse draufzukippen wäre die beste Idee. Scheint nichts gerade zu sein.
Da wir noch nicht drin wohnen wissen wir auch noch nicht wie es wirklich drin aussieht. Das einzige was ich bis jetzt sicher weiß ist das ich die Wandflächen die Nass werden mit Naturstein haben möchte und den Rest einfach verputzt.
Dieser Trockenestrich, kann man den auch zum Ausgleichen benützen? und was ist mit dieser berühmt berüchtigten Dampfsperre. Braucht man das oder nicht?
Das Bad oben ist über einem Schlafzimmer und das Bad unten wird über einer Ladenfläche sein. Also weder das eine noch das andere sollte eine Dusche bekommen...
Ich muss mir die Platten nochmal genauer anschauen, könnten OSB Platten sein. Auf jeden Fall sind die wohl nicht so toll verlegt da der Teppichboden oben richtig Falten wirft. Der muss auf jeden Fall auch raus.

Gruß Lhiannon



Bei Interesse



kann ich ja mal vorbei kommen und einen Blick drauf werfen!



Fliesen



Fliesen sind sicherlich machbar. Du solltest aber bedenken (sowohl an den Wänden wie auf dem Boden) dass Fliesen wegen der Fugen nicht wasserdicht sind! D.h. heutzutage verlegt man unter den Fliesen eine wasserdichte(!) Schicht.

Dann denke bitte an die Lüftung. Langdauernde Feuchtigkeit im Bad ist der Horror (wegen Schimmel).

Viel lesen, bevor man anfängt!



Soviel Lehm, wie möglich!



.. ausser im direkten Spritzwasserbereich. Egal ob Lehmputz oder Lehmplatten. Das hilft dem Raumklima, und die glatten Flächen (Kacheln, Fenster) beschlagen nicht mehr so schnell.



Wenn die Badezimmer übereinander liegen,



dann kann man ja mal Folgendes andenken:

Mittels Schwalbenschwanzplatten wird in jedem Zimmer ein Zementestrich eingebracht. Gegebenenfalls ist die Balkenlage darunter zu verstärken. Der Estrich wird mittels Gefälle ausgeführt, so dass ein Bodenablauf integriert werden kann.
Dieser entwässert via Installationschacht im darunterliegenden Badezimmer.
Damit hat man die Auswirkungen eines massiven Wassereinbruchs durch Rohrplatzer und dgl. bestmöglich reduziert.
Das übliche Spritzwasser, was in einem Bad so anfällt ist normalerweise nicht der Rede Wert.

Die genauen Details müssen natürlich vor Ort geklärt werden.

Ich konnte es leider bei mir nicht so ausführen, da mir der Installationskanal drunter fehlt :-( Bei 'nem Wasserschaden säuft mir die Bude ab...