Zierrahmen außen - Fenster

17.06.2011



Hallo Fachwerker,

ich hätte da mal wieder eine Frage an Euch. … Leider lässt mich mein Fensterbauer hier gerade etwas hängen. Eigentlich sollte er mir einen brauchbaren Lösungsansatz präsentieren, aber das wird wohl nichts mehr! Es geht um Folgendes (siehe Skizze):

In meinem 1920er Ziegelbau waren die Fenster außenbündig eingebaut und mit einem Zierrahmen versehen. Fenster sind neu, Zierrahmen fehlt noch. In Bezug auf die Gestaltung habe ich nicht viel Spielraum, da Denkmal.

Der Zierrahmen war im Original aus zwei sich überlappenden Leisten (Stärke 1.5cm) aufgebaut und stand etwa 2cm gegenüber der äußeren Putzoberfläche zurück. An der oberen Rahmenkante war zusätzlich ein Wetterschenkel vorhanden der an der Oberkante mit einem Bleiblech als Wetterschutz versehen war.

Fenster sind wie gesagt neu und aktuell außen bündig mit der „nackten“ Mauerfläche. Nun geht es um die Rekonstruktion des Zierrahmens und meine Frage dreht sich darum, wie am geschicktesten dabei vorgehen?

Die ursprüngliche Überlappung zweier Leisten würde in meinen Augen ein zweigeteiltes Vorgehen nach sich ziehen. … Hieße also: … untere Leiste montieren, beiputzen, obere Leiste mit Wetterschenkel montieren, Endauftrag Außenputz. … Das eigentliche Problem ist wohl, daß das meinem Fensterbauer zu lange dauert und klar, das Problem der Feuchte vom Putzen.
Ich möchte ihm nun die zweite Variante als Alternative vorschlagen (rechte Skizze). Diese könnte in einem Arbeitsschritt angebracht werden, und der zusätzliche Vorteil wäre in meinen Augen, daß ich den Wetterschenkel dabei tiefer unter den Putz bekommen würde, womit auch das Überputzen des oben aufgebrachten Blechprofils leichter wäre. Auch wäre es einfacher hier noch eine vernünftige Armierung mit einzubinden, damit mir der Putz über dem Blech nicht wegplatzt. Die größere Breite der Profilflanken würde zudem ein einfacheres Abdichten gegenüber eindringender Feuchte (Anschluß Putz zu Holz ) ermöglichen.


Wie seht Ihr das:

- Wären hieraus zusätzliche Gefährdung für die Holzteile des Zierrahmens zu erwarten?
(Was sagt die Praxiserfahrung)
- Würde es Sinn machen unterhalb der Profilleisten einen Quellmörtel zu verwenden um etwaige Hohlräume
im Bereich Fensteranschluß zu vermeiden?


Danke schon mal für Eure Antwort,
Gruß, Friedrich



Zierprofile



zumindest würde ich den Beleg so schräg anschneiden, daß der "Wetterschenkel" gleich schräg liegend eingebaut wird.
Das Blech sollte hinten ein wenig hochgezogen werden, da es dort garantiert zu einem Riss und damit Kapilarwirkung kommt, da läuft das Wasser dann bis hinten. "Quellmörtel" ist kein Quellmörtel, sondern nur schwindarm.
Rechte Variante wäre ev. mein Vorzug, man muß dann aber mehr abkleben - Vertrau mal einem Putzer ....



ergänzend



zu den Datails und der Frage nach Hohlräumen:
Das Fenster sollte außen mit einer Winddichtigkeitssperre
zum Baukörper angeschlossen werden. Diese könnte dann eingeputzt und mit dem Zierblendrahmen abgedeckt werden.
Dessen Haltbarkeit kann man wesentlich erhöhen, wenn man die entsprechende Holzart wählt, z.B. Lärche.
Mann kann auch vorher über eine Putzlehre putzen und dann erst den Zierrahmen anbringen - spart das Abkleben und die trotzdem kommenden Wasserfahnen.Dann sähe es ber wie Var. 1 aus und das Blech muß in den Putz eingeschnitten und abgedichtet werden. Schmalere Bretter verwerfen sich auch nicht so.



Abdichtung



Hallo Olaf,

danke schon mal für deine Antwort!

Der Zierrahmen sollte aus Lärche bestehen. Winddichtung gibt es eine, aber eigentlich "nur" Innen. Außen gibt es ein mehr oder weniger gut sitzendes Kombriband. Habe damals vor dem Einbau durch den FB leider zu spät angefangen mich über das Thema zu informieren, und so nur die Standardvariante mit PU-Schaum dazwischen bekommen. Ehrlich gesagt wollt ich den Sch... schon fast wieder raus pulen! Aber dann wäre wohl auch meine Gewährleistung hin.

Ja, das Blech an der Oberseite sollte etwas nach oben gezogen werden (ca. 5cm, ist in der Skizze nicht so deutlich sichtbar). Reicht das, oder eher mehr? Hoffe jedenfalls, daß mit einer gewissen Putzstärke (Kalkputz 2cm) + Doppelte Armierung ein Reißen weitestgehend vermieden werden kann.

Über die Putzlehre werd ich nochmal nachdenken, allerdings befürchte ich, daß ich hier eher Probleme bekommen werde, daß Feuchtigkeit hinter die Profile kommt. Meine Vorstellung war es jedenfalls dies irgendwie durch eine elastische Abdichtung (z.B. mit Acryl oder einem Putzprofil) entlang der Anschlussfuge vermeiden zu können. Dazu würde ich dann im noch nicht ganz durchgetrockneten Putz versuchen rund um den Zierrahmen eine schmale, dreieckig zulaufende Kerbe ziehen zu lassen (max. 5mm breit) und die dann später mit einer Dichtmasse auffüllen.

... Meint Ihr das würde funktionieren?

Gruß, Friedrich

PS: Abkleben müßte ich dann freilich auch.
Aber ich will ja auch was selber machen dürfen ... ;)



eine



solche Abdichtung zwischen zwei Holzteilen würde ich mit VKP-Band 2 oder 4 mm ausführen. Das ist wasserdicht und die Hölzer bekommen automatisch etwas Luft als Abstand (2 Bänder parallel, dazwischen die Schraube setzen). Die 5 cm könnten ausreichen, kommt auf Gefälle der Abdeckung, Himmelsrichtung und Dachüberstand an. Ansonsten ensteht ein kleiner Spritzwasserbereich, der schneller schmutzig wird durch den Dreck, der sich zwischenzeitlich ablagert.
VKP-Band als äußere Abdichtung bei Fenstermonatge ist übrigens Winddicht, solange ausreichjend dimensioniert wurde