Zierbemalung auf Holzgefach

19.11.2004


Ich möchte gerne die Zierbemalung, die es einmal auf den Holzgefachen im Giebel unserer Durchfahrtsscheune gegeben hat, erneuern. Ich werde die Formen und Schriften, die noch ganz zart auszumachen sind, auf ein Muster übertragen. Dann will ich die Platte von alten Farbresten befreien und das Eichenholz in der Fläche naturbelassen. Darauf sollen dann wieder die Inschriften und Motive weiß und z.T. farbig aufgemalt werden. Ich möchte diesen Vorgang allerdings nicht unbedingt alle paar Jahre wiederholen müssen. Welche Farbe von welchem Hersteller wäre da empfehlenswert? Gruß, Meike.



Bleiweiß war am besten



ist aber heute aus gutem Grund verboten.

Ich empfehle CONSOLAN Wetterschutz, wasserverdünnbar, da die Holzzierelemente am Putjatinhaus in Dresden-Kleinzschachwitz (vor 12 Jahren von mir gestrichen) immer noch aussehen, wie gestern frisch gemalt.

Mit farbenfrohen Grüßen
Malermeister Peter Seifarth



Mich würde an dieser Stelle interessieren



mit welchen Farben ursprünglich gearbeitet wurde. Will man alte Werte erhalten oder wieder herstellen, kann man das meines Erachtens nicht mit syntetischen Materialien. Ich glaube, dass solche Verschönerungen auch dadurch leben, dass sie einem Alterungsprozess unterliegen. Materialien, die nach 12 Jahren noch so aussehen, wie gestern gemalt, machen mir ein unbehagliches Gefühl.
Dinge die sich nicht verändern dürfen wirken steril und abweisend auf mich.
Ich bin immer wieder verblüfft, wenn ich Urlaubsbilder zu sehen bekomme, auf denen in alten Städten und bei alten Häusern gerade die abblätternden Farben von Türen und Fenstern, die verblassten Farben alter Bemalungen, die ungeraden Linien durch verbogene Holzkonstruktionen, die holprigen Kopfsteinpflaster und scheckigen Dachflächen gezeigt werden. Ach wie romantisch und schön! Dann kommt man nach Hause, versiegelt sein Grundstück mit Betonsteinpflaster, dass so eingebaut werden muss, dass man auch nach 50 Jahren noch keine Fahrspuren erkennen kann. Die Fassaden werden abwaschbar und die Dächer glasiert und Farbanstriche müssen nach 12 Jahren noch aussehen wie gestern gemahlt.
Ich finde hier stimmt etwas nicht.



Patina, lesbare Baugeschichte und gelebte Substanz sind liebenswert



für Dich lieber Fred, für mich und viele Liebhaber des natürlichen Leben.

Möglicherweise Meike und 99% der Gewerbekundschaft möchte (auf Grund hoher Kalkulationskosten im Handwerk) lange Renovierungsintervalle und eine möglichst lange Gewährleistung (am liebsten ewige Garantien). Weil Geld nicht vom Himmel fällt.

Das Denken in unserer Gesellschaft ist zur Zeit geprägt von "ich bin doch nicht blöd" Slogans, aalglatten Industrieprodukten und vom Wunsch persönlicher Ökologie. Alles unter einen Hut zu bringen ist nicht einfach und in der Regel immer mit Kompromissen (in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel) verbunden.

Meike will, das ihre vergegenständlichte Arbeit viele Jahre hält.

Unsere Vorfahren hatten oft keine Kenntnisse und Alternativen zu sehr gesundheitsschädlichen Materialien. Die allgemeine Lebenserwartung war früher entsprechend gering. Die Anstrichmaterialien entstanden individuell in der Werkstatt, welche durch Farbmühlen und Waagen geprägt waren. Heute sind viele Rohstoffe aus historischen Zeiten verboten und deshalb nur unter hohen Preisen schwer beschaffbar.

Alternativ (meine persönlichen Ansprüche werden damit sehr gut erfüllt) zum obengenannten Produkt empfehle ich für Liebhaber natürlicher Vergilbung und etwas Auskreidung KREIDEZEIT Standölfarbe oder ähnliche Produkte von AGLAIA, LIVOS und anderen Marken (von Mager zu Fett), erhältlich in einigen Grundfarbönen welche durch "Lack in Lack"-Mischung befriedigend im Farbton verändert werden können.

Mit farbenfrohen Grüßen
Peter Seifarth, Malermeister




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