Was sind das für Steine im Fachwerk?

01.05.2012



Hallo,

mein Fachwerk ist mit den im Bild abgebildeten Steinen ausgemauert. Was sind das für welche? Klassiche Ziegelsteine sind es ja nicht.
Ich muss demnächst noch ein paar Felder ausmauern. wären Ziegelsteine besser/ haltbarer?

Viele Grüße
Silvio



Also auf dem Bild



ist das nicht so richtig zu erkennen ob Lehm oder Ziegelsteine, aber wie kommen Sie darauf, dass es keine klassischen Ziegelsteine sein können?

klassische Ziegelsteine haben sehr oft ein Färbung von gelblich-hellrot bis Ziegelrot kommt immer auf den Brand an.

Gewissheit bekommen Sie mit einer vor Ort Analyse eines altbauerfahren Maurers oder Stukkateurs.

Grüsse Thomas



Thüringer Kalkstein ?



bei einem Jena-Besuch vor einigen Monaten ist irgendetwas von einer Merktafel an einem (Naturkunde-)Lehrpfad in einer entfernten Ecke meiner Erinnerung haften geblieben :
Hattet ihr da nicht was spezielles an Gestein ?
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www,fensterecke-minden.de



Klassische Ziegelsteine



... sind nach meinem bisherigen Verständnis rot. Diese sind weiß-gelblich und bröseln sandig ab. Rote Ziegelsteine platzen eher in größeren Stücken und nicht so fein.
Hatte auch schon an Kalkstein oder Kalksandstein gedacht.



Hallo,



ob der Ton weiß, Grau, Gelb, Rot(, Blau) oder Braun ist, liegt nicht am Brand, es sind die natürlichen Grundfarben. Brenntemperatur und -dauer bestimmen die Härte und tlw. Farbintsität, z.B. Ziegelrot oder "Schwarz". Die Farben können auch durch Reduktion oder Oxydation beeinflußt werden.
Bei Ziegelsteinen wurden weiße / graue Tone meist für thermische Mauerungen beigemischt.
Ziegelfarbe und Format sind auf dem Photo nicht klar zu erkennen.
Wenn Du in der Bestimmung nicht weiterkommst, suche nach einer Ziegelei oder Maurer welche viel Erfahrung im Industrieschornstein- / -ofenbau oder Hausschornstein- / (Gemeinde-)Backofenbau haben.
Wenn das auch nicht klappt, mach mir ein besseres Photo mit einer ziemlich genauen Formatangabe. Die Farben kommen besser raus, wenn Du eine Fläche gut anfeuchtest.
Gruß Walter



Was sind das für Steine im Fachwerk?



Hallo Silvio!

Die Steine sehen aus wie die in unserem Haus. Die Leute hier in der Region sprechen immer von "Tuffsteinen". Soweit ich weiß, wurden die früher aber Luftsteine genannt, weil sie wahrscheinlich an der Luft getrocknet wurden. Das Material ist nämlich ein Kalkmergel, der in Formen gebracht und getrocknet wunderbare Steine ergibt. Gebrannt werden diese Steine dann nicht mehr, sondern so verbaut, wie sie sind. Sind sie stark der Witterung ausgesetzt, lösen sie sich allmählich auf und bröseln ähnlich wie Lehm langsam vor sich hin.... Dann sieht es so aus, wie auf Deinem Foto.

Gruß Steffen



Hier mal ein Stein aus der Nähe...



...



"Wären Ziegelsteine besser/ haltbarer?"



Hallo Silvio,

ich - als Laie - würde beim Ausmauern der Gefache Lehmsteine und Lehmmörtel nehmen. Gebrannte Ziegelsteine & Zement sind nicht gut fürs Fachwerk. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf wie Lehmsteine, sondern geben die Feuchtigkeit ans Holz ab.

Viele Grüße

Dirk



Luftsteine…



… werden sie wegen der Lufteinschlüsse genannt.

In der Eifel werden Tuffsteine vulkanischen Ursprungs noch heute produziert, das wäre somit auch eine Option für den Austausch einzelner Klinker.

Da früher überwiegend mit regionalen Baustoffen gebaut wurde, dürfte wird es sich hier aber um Sediment-Kalktuff handeln, der früher tatsächlich bei Jena (Kernberg) abgebaut wurde, wie Tante Google weiß.



Hallo Silvio,



diese Steine kenne ich scheinbar nicht.
Wenn´s in der Fsssade Lehm sein soll, wäre Lehmgeflecht recht haltbar und orginal. Durch die Komponenten und Verarbeitung kommt der Dehnungskoeffizient am weitesten an den von Holz `ran. Im Gegensatz zu "Lehmsteinen".
Moden sind als Klamotten und Deko manchmal possierlich. Am Bau aber nicht unbedingt sachdienlich.
Gruß Walter

An Dirk:
Hast Du mal gemessen, wie viel und schnell Baumaterilalien Wasser aufnehmen?
Gerbrannter Lehm, sprich Ton, speziell Irden- oder Schrühware. nimmt schneller mehr Wasser auf als Lehm. Und gibt es auch schneller wieder ab.



Hallo Christian,



seit wann hat Tuffstein einen vulkanischen Ursprung?
Sind Vulkangesteine sinnvoll für Gefache?
Walter



Uff...



@Walter: Wie gesagt: Ich bin nur Laie und kein Profi. Aber die Erklärungen zu Ausgleichsfeuchte, Lehm, Zement und co klingen für mich sehr plausibel. Und nein, ich habe nicht gemessen wie schnell welche Materialien Wasser aufnehmen. Darum geht es aber meineswissens auch nur bedingt, sondern darum wie viel Feuchtigkeit nach einer gewissen Zeit noch vorhanden ist. Und da wirkt sich Zement sehr schlecht auf die Fachwerkgefache aus - und Lehmsteine deutlich besser. Gefache mit Staken, Lehm und co auszufachen ist deutlich aufwändiger. Das habe ich schon ausprobiert - als Laie.

Sprich: Ich denke die professionellen Lehmbauer können hier deutlich besser weiterhelfen als ich. Und ich ahne, dass da Lehmsteine besser abschneiden als gebrannter Ton oder auch Tuff.

Dirk



Begriffsverwirrung



Der vulkanische Tuffstein aus der Eifel hat tatsächlich nur wenig mit dem Sediment-Tuffstein aus Thüringen zu tun.
Vor allem ist ersterer viel härter und witterungsbeständiger. Die Porta Nigra in Trier wurde von den alten Römern schon mit Eifel-Tuffstein gebaut.
Ob so ein Gestein auch in Gefachen verwendet wurde, glaube ich kaum, ich kenne in der Eifel bei Fachwerkhäusern jedenfalls nur die Ausführung mit Holzstaken und Lehmbewurf.

Der thüringische Sediment-Kalktuff, der hier im Fachwerk verwendet wurde, prädestiniert sich doch allein schon durch seinen historischen Einsatz, oder gibt es Bauschäden, bedingt durch diese Ziegel?

Es spräche ja somit nichts dagegen, wieder die alten Baumaterialien zu verwenden, so sie denn noch erhältlich sind. Nichts gegen Lehmbau/er, aber auch Kalk hat seine Berechtigung. Natürlich nur mit ursprünglichen Kalktuffziegeln aus Jena arbeiten, nicht mit vulkanischen aus der Eifel (da hbe ich mich in meinem obigen Beitrag missverständlich ausgedrückt).



Moin Silvio,



zu alten Ziegeln hab ich auf die Schnelle das hier gefunden:

http://www.elkage.de/src/public/showterms.php?id=2480

Für mich sieht das schon nach gebrannten Ziegeln mit Kalkputzresten aus. Ein Foto in höherer Auflösung von einer frischen Bruchkante wäre da vielleicht noch aufschlussreicher.

Tuffstein aus meiner Region ist wesentlich poröser und wurde auch in viel grösseren Blöcken geschnitten und verbaut.

Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass jemand freiwillig Naturstein in so kleine Formate schneidet - noch dazu, um ihn nachher zu verputzen!

Wieveiel qm musst du denn neu ausmauern und an was für einen Neuverputz hattest du gedacht?

Gruss, Boris



Resteverwertung



Die Ziegel werden nicht aus Naturstein geschnitten:
http://www.zeno.org/Brockhaus-1911/A/Tuffziegel



Habe die gleichen Steine...



...bei mir im Innenfachwerk. Habe ein Bruchsteinhaus von 1853 und die Innenwände sind aus Fachwerk und mit dem gleichen Stein gemauert. Letzte Woche hatten wir einen Lehmbauer da und der war der Meinung das es "Grünlinge" sein, d.h. getrocknete Lehmsteine.
Schönen Sonntag, Raimund