Ziegelsteinboden- Nachbehandlung

26.06.2014 Oberbayer



Wir wohnen in einem 1930 gebauten Haus, in dessen ehemaligem Stall die Vorbesitzer einen wunderschönen - aber sehr unebenen- Ziegelsteinfussboden verlegt haben. Diesen habe ich mit einem großen Diamantschleifer eben geschliffen und dann mit Handschleifer jeden einzelnen Ziegen geglättet. Nun werde ich ihn mit Kaliwasserglas einlassen. 1-2 mal 1:3 verdünnt. Dann sollte es ca. 10 Tage einziehen??
Wie sieht die Endbehandlung aus? Wachs, Hartöl, Klinkeröl, Steinöl??? Ich möchte einen leicht wischbaren Boden, da er auch strapaziert wir- als Tierarztpraxis.
Ich freue mich über einen Hinweis von jemandem der damit schon seine Erfahrungen gemacht hat!



Fußboden



"Ein leicht wischbarer Boden"...
Ich glaube nicht das der Boden diese Eigenschaft danach besitzen wird.
Fußböden werden mit Cottoplatten belegt, deren Oberfläche erhält durch eine spezielle Vorbehandlung und das Brennen eine glatte, wasserfeste Oberfläche.
Ziegel- darunter verstehe ich Mauerziegel- haben nur zwei Schmalseiten die geglättet sind. Die anderen beiden Seiten sind sehr rauh, uneben und porös. Die großen Lagerflächen sind noch rauher und poröser da sie beim Herstellungsprozess in der Strangpresse geschnitten werden. Ein Schleifen kann also die Qualität der Oberflächen hinsichtlich Härte und Wasseraufnahme verschlechtern.
Ob Kaliwasserglas da Verbesserung bringt bleibt abzuwarten. Damit es verkieselt braucht es Calciumcarbonat. Klinker und Ziegel sind Gemenge aus Tonen und Sanden, möglichst kalkfrei.
Sie können ja mal an einem Stein eine Probe machen. Falls Kaliwasserglas reagiert und verkieselt entsteht Pottasche als Nebenprodukt, ein wasserlösliches Salz das ausblühen wird. Als ehemaliger Stallboden können bei Wasserkontakt noch andere Salze ausblühen.
Meine Empfehlung: Entweder alles raus und gute Klinkerplatten neu Verlegen oder, wenn die vorhanden Fläche eben und gerade ist, einen neuen strapazierfähigen Belag aufbringen (Gußasphalt- Verbundestrich oder Kaustschukbelag). Vorher können Sie noch eine Probe mit einem guten Steinöl machen. Vielleicht hält das eine Weile.



Bodengedanken



Hallo

Glatte Böden anschleifen und dann mit Zaubermitteln wieder "dicht" zu bekommen … Na Georg hat das ja schon beschrieben und seine Zweifel angemeldet … 

Die Tatsachen sind vollendet … der Schaden am Stein getätigt … und jetzt macht man sich Gedanken, wie man es "dicht" bekommt … 

Mit einer Schicht aus Chemiekunststoffen … sicherlich … aber der Reiz des Bodens ist schlicht hinüber …

Dann auch noch mit erschwerten Beanspruchungen … Tierarztpraxis … Blut, Keime, Reinigung mit "scharfen" Mitteln …

… ein Konzept schaut anders aus … nun "möchte man" aber "kann nicht mehr" … 

… Zitat: Meine Empfehlung: Entweder alles raus … oder …

Florian Kurz



Klinkerboden



Vielen Dank für die beiden ermutigenden Antworten, die mir aber nicht wirklich weiterhelfen.
Wenn man immer allles wie seine Vorväter macht gibt es keine Entwicklung.
Ich habe auch Fach-MÄNNER vorher draufschauen lassen, deren Vorschlag schleifen und Kunsstoffversiegeln für mich indiskutabel ist. Epoxidharzversiegelung kommt für mich nicht infrage, damit ist der Boden tot.
Einen geschleckten Cotto möchte auch ich nicht!
Es ist der ehemalige Stall, ja, aber die alten gebrannten Ziegelsteine wurden von Abbruchhäusern gesammelt und mit der Breitseite nach oben verlegt. Kein Kontakt zu Urin etc. Für die 15 jährige Nutzung als Verkaufsraum (ohne Tiere) waren die Unebenheiten nebensächlich.
Nun ist der Boden eben, aber offenporig. Meine Formulierung war vielleicht etwas missverständlich. Ich möchte die schmutzanziehende Kapillarwirkung der offenen Ziegel behandeln, dass nicht jeder Tropfen Wasser oder Öl sofort Flecken hinterlässt.
Vielleicht gibt es ja noch erfahrungsbasierte Antworten.
Fotos folgen.



Fußboden



Alte Abbruchziegel als Flachschichtpflaster und geschliffen?
vergessen Sie es.
Foto: Auch ein Cottoboden, nicht abgeleckt.



Ich würde ea mal mit einen



Grundieröl z. B. der Firma Kreidezeit an eine Ecke versuchen.

Grüße aus Koblenz



Lebendiger Boden?



Ich hoffe doch sehr dass der Boden nicht lebt. Rustikaler Look hin oder her, an allererster Stelle sollte beim Bodenbelag die Nutzbarkeit stehen, nicht die Optik. Und ganz besonders in einem gewerblich genutzten Raum. Ich hoffe, das soll nur das Wartezimmer werden und kein Behandlungsraum.

Angeschliffenen Ziegel wirst du nur mit Chemie in einen Zustand versetzen können, der deinen Ansprüchen genügt. Es ist ja ein Unterschied ob ich sowas in meinem Wohnzimmer hab, dass ich einmal die Woche mit handelsüblichem Reiniger wische, oder in einer Praxis die ich uU mehrmals täglich desinfiziere und wo weitaus fieseres als O-Saft auf den Boden kleckert.



Tina



Wenn ich mit meinem Dalmi-Rüdes zum Tierarzt gehe, bin ich erstaunt, wieviel Feuchtigkeit in solch einem Pelztier enthalten sein kann. Da reicht eine Rolle Küchenkrepp nicht, um den Warteraum wieder trockenzulegen....
Ich würde bei der vorgesehenen Nutzung auf "Leben" bei der Optik verzichten und den Boden mit Kunstharz-klar versiegeln lassen.
Sonst geht in diesem Warteraum nach einem Jahr die Luft aus....


Andreas



Fußboden



Ich habe noch ein Bild von einem "geschleckten Cotto" gefunden.



Andreas



Natürlich wird auch der Warteraum eines TA eingesaut, aber das ist meist nur "normaler" Dreck. Dafür wäre der Zeigelboden zwar auch nicht ideal, aber ich muss das ja auch nicht putzen. Als Wartezimmer könnte ich mir zumindest vorstellen dass es da eine Kompromisslösung geben könnte. Das kann und muss ja nicht klinisch rein sein.

Für die Behandlungsräume sieht das aber ganz anders aus. Da wird das nicht funktionieren. Da hätte ich selbst bei Versiegelung mit Harz und Co. Bedenken, ob das auf Dauer hält.