Ziegelkeller "sanieren"

06.03.2019 Kati



Hallo und guten Tag zusammen,

kurz zu unserer Vorgeschichte: Wir sind eine 3-köpfige Familie und haben uns im letzten Jahr unseren Traum vom Eigenheim erfüllt. Seid November sind wir dabei langsam aber stetig das Haus zu sanieren. Es ist Baujahr 1930 und es wurde seiddem nur das nötigste daran gemacht. Wir erneuern nun die komplette Elektrik, Wasser&Abwasser, die Heizungsstränge und Heizkörper (der Brenner ist mit Bj. 2015 noch gut). Vieles stammte aus den Anfang 70er.
Die alten original Dielenböden von 1930 sind (soweit bisher erkennbar) gut in Schuss und wollen wir erhalten, ebenso den original Steinboden im Flur.

Nun zum Keller:
Im Keller gibt es 1 Flur mit Tür zum Garten, 1 großen und 1 kleinen Kellerraum und einen großen Heizungsraum. Gebaut ist der Keller aus Ziegelsteinen. Die Decke ist aus Beton mit Stahlträgern. Der Boden ist, so vermute ich mal, ebenfalls aus Beton. Evtl. könnte auch ein Estrich darauf sein, er sieht sehr glatt aus.
Insgesamt ist der Keller nicht klatschnass, aber auch nicht furtztrocken. Finde, für das Baujahr macht er einen guten Eindruck.
Da 3 von 4 Fenster sehr mitgenommen waren und teils defekt haben wir sie austauschen lassen. Das alte Fenster im Heizungsraum wurde drin gelassen, da es zwar alt aber intakt war und der Fensterbauer meinte, dieses wäre wegen der Belüftung für die Heizung besser.
Wir wollen den großen Kellerraum als Büro nutzen und der kleine Kellerraum soll meine Waschküche werden. Die Wäsche soll im Großen und Ganzen (von Einzelstücken abgesehen) mit einem Trockner oder im Garten getrocknet werden. Im Flur, sowie im Büro und in der Waschküche sollen daher Heizkörper angebracht werden um ein gewisses Maß an Wärme zu halten.

Nun geht es darum die Räume zu "sanieren". Sie müssen nicht pikobello gerade verputzt und tipitopi auf Hochglanz renoviert sein, es geht vielmehr darum den schmuddeligen Gruselkellercharme in einen vorzeigbaren ordentlichen Zustand zu bringen.
Hierfür habe ich überlegt die Wände vom losen Putz (nicht alle Wände sind verputzt), loser Farbe etc zu befreien, die Fehlstellen in Steinen und Fugen zu füllen und anschließend alles zu weißen. Man darf ruhig sehen, dass es ein Ziegelsteinkeller ist.
Eine Wand in der Waschküche möchte ich auch gerne als rote Ziegelwand erhalten.
In einem anderen Thread bin ich auf auf Kalkmörtel gestoßen den man selbst anmischt oder Alternativ Putz- und Maurermörtel, welchen wir für andere Maurerarbeiten schon im Haus hätten.
Im Büro möchte mein Mann zudem einige Rohre mit Gipskarton verkleiden.

Können wir das so umsetzen oder könnte es langfristig zu Problemen führen?
Welche Farbe wäre zum weißen geeignet?
Mit was kann man die Ziegelwand behandeln? Eine Freundin hat ihre Wand in der Küche mit Orangenöl behandelt, wäre das geeignet?
Müssen wir beim Lüften was speziell beachten? Kellerräume soll man ja eigentlich nur lüften wenn es draußen trockener ist als drinnen, aber die Räume werden ja beheizt. Macht das einen Unterschied?
Und womit könnte man den Boden etwas auffrischen? Ginge da Estrichbodenfarbe? Oder sollte man den Beton lieber frei lassen? Im Büro hätte mein Mann gern auch einen Teppich, zumindest am Schreibtisch.

Sorry für den vielen Text. Aber nach den vielen Recherchen, Texten, Meinungen bin ich inzwischen ziemlich konfus ...

Viele Grüße, Kati



Lieber nochmal überlegen...



Sollten Sie mit der Nutzung des Kellers.

Sie haben das Haus erst seit kurzem. Aussagen über die Feuchte im Keller sind auf Basis dieses kurzen Zeitraums nicht möglich. Im Winter sind die alten Keller durch die Lüftung, niedrige Außentemperaturen und ausbleibende Starkniederschläge deutlich trockener als im Sommer. Die Keller der alten Häuser wurden nur als kühlfeuchte Lagerräume gebaut.

Sie schreben nichts weiter zum Aufbau der Außenmauern.

Wollen Sie wirklich Ihren alten Keller als Büro nutzen, müssen der Fußboden und die Außenmauern des Kellers von außen abgedichtet und gedämmt werden. Erfolgt dies nicht, kommt es zum Tauwasserausfall und zum Eindringen von Feuchtigkeit.



Danke für die Antwort ...



Wir haben das Haus bereits Anfang Juli bei Spitzentemperaturen besichtigt. Wir waren da auch mit einem Sachverständigen drin, der die Wandfeuchte gemessen hat. Die Wände waren zwar nicht trocken wie bei den heutigen Neubauten, sie waren aber auch nicht nass. Gab auch keinen muffigen Geruch. Da waren die Keller in meinen bisherigen Altbaumietwohnungen wesentlicher Schlimmer dran, da konnte man den Sachen beim Schimmeln zuschauen.

Die Wände des Hauses sind schon eine Seltsamkeit für sich. Die Kellerwände bestehen aus einem 25cm Ziegelmauerwerk, Innen- wie Außenwände. Darauf thront eine Betondecke. Der obere Teil des Hauses wurde aus Porenbetonsteinen gemauert, welche innen Hohlräume haben. Decken und Böden ab EG aufwärts sind Holzbalkendecken mit nicht besonders schönen Blindböden, einer Lehm-Schutt-Misch-Füllung und Dielen obenauf.
Ab EG aufwärts ist das Haus mit einer hinterlüfteten Wandverkleidung bestückt, inwiefern hier Dämmung vorhanden ist kann nicht gesagt werden. Die Initiatoren sind tot und die Kinder und Enkel unwissend. Und für uns ist es erst einmal nachrangig, da diese eh langfristig gesehen weg soll.

Im Kellerbereich haben wir nach hinten raus ca. 3/4 hoch Erdreich, nach vorne raus ist eine Hälfte der Kellerwand frei zugänglich, da sich dort ein Stellplatz befindet. Diese wurde mit Bitumenschindeln "verschönert". Die andere Hälfte ist wie hinten auf 3/4 mit Erdreich angeschüttet und als Vorgarten gestaltet. Das Haus steht sozusagen Hochparterre.
Zum dämmen der Kellerwände von Außen müssten wir also erstmal reichlich Erde bewegen und ob das so gut ist?

Die Büronutzung ist ein Wunsch meines Mannes. Er hatte die Wahl, hätte auch den Spitzboden nehmen können. Aber den kühlen Keller findet er angenehmer.

Wenn wir den Keller ordentlich beheizen und entsprechend lüften, sollte es dann nicht möglich sein diesen als Büro zu nutzen? Er soll ja bis auf den Heizungsraum vollständig beheizt werden. Und die Wände sollen ja auch nicht mit Aktenschränken vollgestellt werden.

Ist das wirklich so kritisch zu sehen?

Viele grüße, Kati



Es bleibt eben ein Altbaukeller



... mit all seinen Vorteilen und auch Nachteilen. Das Heizen kann helfen, kann aber auch erst recht zum Schimmelwachstum und Befeuchtung der Wände führen.

Bsp.: bei 20 Grad und 50% rel. Luftfeuchte liegt der Taupunkt bei 10 Grad. Das heißt, dass stellen, die 10 Grad oder kälter sind, nass werden.

Des Weiteren war der Sommer ausgesprochen trocken. Wie sieht es aus, wenn ein richtiger Unwetterschauer niedergeht oder es einmal mehrere Wochen regnet?

Ich würde an Ihrer stelle ersteinmal die Wände vom losen Putz befreien, ggf. neu verputzen, anschließend mit Kalkfarbe Streichen und, vielleicht sogar mit einem Hygrometer, das Raumklima beobachten.



Nochmals Danke an Holger



Hallo,

vielen Dank nochmals, dass sie sich die Zeit nehmen.

Wie es langfristig ausschaut bei verschiedenen Wetterlagen können wir natürlich aktuell nicht beurteilen. Vielleicht kann der Nachbar der anderen Hausseite da weiterhelfen. Die wohnen dort schon seid einigen Jahren.

Hygrometer aufstellen ist kein Problem. Werde dann mal am Wochenende die Geräte im Keller aufstellen und schauen was sie zum Raumklima dort sagen.

In welchem Bereich müssten die Werte den im besten Fall liegen?

Sollten wir beim beheizen speziell was beachten? Ursprünglich wollte der Heizungsmensch nur in der Waschküche und im Büro eine Heizung installieren. Ich denke aber, dass es nicht so optimal ist wenn der Flur dazwischen kalt bleibt. Wenn wir alle 3 Räume beheizen wäre nur der Heizungskeller "kalt".
Heizungskeller und Büro grenzen übrigens an die zweite Haushälfte und deren Keller.
Versuche mal einen Grundriss hochzuladen.

Aktuell hatten wir genau das vor, was sie schreiben:
losen Putz runter und mit Kalkfarbe streichen und schauen ob ggf. weitere Maßnahmen nötig werden. hatte evtl. auch an einen Sanierputz gedacht, aber da bräuchten wir wieder jemanden der uns das macht.



Bitte denken Sie noch einmal in Ruhe über Ihre geplanten Maßnahmen nach



Ich habe keinen wirklich fachlich fundierten Hintergrund, bin aber ebenfalls im Besitz eines Eigenheims aus den dreißiger Jahren.
Bitte überlegen Sie sich die wohnliche (Büro-) Nutzung eines solchen Kellers noch einmal sehr genau unter Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten und vielleicht mit Hilfe eines unabhängigen Fachmanns / Sachverständigen (mit Altbauerfahrung!!) und lassen Sie sich - falls notwendig - einen für Sie passenden Sanierungsplan mit den zu ergreifenden Maßnahmen, um die geplante Nutzung zu ermöglichen, erstellen.
Warnen möchte ich Sie hierbei etwas vor Anbietern von Kellersanierungen, diese verkaufen mitunter Maßnahmen, die nicht notwendig sind.
In unserem Fall hat ein Vorbesitzer den Altbaukeller unsachgemäß in einen Wohnraum verwandelt (u.a. unter der Verwendung von Gipsputz & Styroporplatten) und nur deshalb keine größeren Schäden an der Substanz verursacht, da der "Ausbau" nur kurze Zeit vor dem Verkauf des Hauses durchgeführt wurde. Gleichwohl haben durch das Styropor die alten T-Träger gelitten (sind korrodiert), so dass eine Maßnahme zu deren Ertüchtigung getätigt werden musste.
Ich kann mich noch erinnern, was wir alles für tolle Pläne mit unserem Keller hatten, der für einen Altbaukeller wirklich furztrocken ist. Wir haben uns zum Wohle unserer Bausubstanz eines Besseren belehren lassen.
Für den Anfang sehr ans Herz legen möchte ich Ihnen die Materialien, die vom verstorbenen Herr Böttcher hier auf dieser Website hinterlegt und herunterzuladen sind. Diese sind verständlich aufbereitet und bieten viele Informationen zu den Eigenschaften von Altbaukellern.



Die Werte



Vor allem die rel. Luftfeuchte ist wichtig. Diese sollte bei unter 60% liegen. Ideal sind werte zwischen 40-50%, je nach Messgenauigkeit des Hygrometers.

Ideal wäre eine Sockelheizung, da hier die geringsten Temperaturen an der Wand auftreten und das Tauwasserproblem am größten werden könnte.

Aber wie gesagt, denken Sie nochmals über Ihren Plan nach jnd übeddenken Sie vielleicht nochmals die Idee mit dem Dachboden. Denn dieser lässt sich wesentlich einfach für Wohnzwecke herrichten.



Ein Spitzbodenausbau ...



ist ebenfalls geplant und in Arbeit. Hier soll mein Büro entstehen und ein Gästebett untergebracht werden. Der Raum ist nicht sehr groß - ca. 8-10 qm² Wohnfläche, der Rest ist zu niedrig und ist für zusätzlichen Stauraum eingeplant.
Sollte doch noch ein 2. Kind kommen würde der Spitzboden auch als Schlafzimmer für uns herhalten müssen, da wir dann ja ein weiteres Kinderzimmer bräuchten. Mein Arbbeitsbereich würde dann wieder auf eine kleine Nische irgendwo im Haus schrumpfen. Mit meinem Mann zusammen in einem Büro arbeiten geht auf dauer nicht, da kriegen wir uns in die Haare.

Der Ausbau ist mittlerweile auch zu weit fortgeschritten um die Raumaufteilung nochmal komplett zu überarbeiten und zu verändern. Wobei die Räume auch nicht riesig sind und ein engeres zusammenlegen von Bereichen schon etwas klaustrophobisches hätte.

Wenn der Arbeitsbereich im Keller partou nicht funktioniert werden wir uns eine andere Lösung suchen müssen, wobei ich im Moment nicht wüsste wie diese aussehen könnte. Das Haus ist mit knapp 90 qm zwar nicht winzig, aber es gibt auch nicht wirklich Möglichkeiten neue Räume zu schaffen.

Die Idee eines Anbaus kam auch schon auf, aber das wird baurechtlich schwierig wegen der bereits vorhandenen Bebauung bei den Nachbarn. Das Haus nach hinten raus zu verlängern dürfte auch vom Kosten-Nutzen-Faktor nur wenig bringen. Vom nötigen Budget mal abgesehen. Der Gedanke ist aber noch nicht aus dem Kopf und ich werde sicher mal mit dem Bauamt über die Möglichkeiten sprechen. Aber auch das wäre nur eine Lösung für "mal irgendwann".

Das mit der Sockelheizung klingt aber durchaus interessant, das werde ich mir mal eingehender anschauen. Danke für den Tipp.



Möglich ist alles



Hallo,
Eine Nutzung des Kellers Bj. 1930 als Büro ist theoretisch möglich.
Wie schon in anderen Beiträgen beschrieben kann der Aufwand bei einer geplanten Nutzung als Büro zu erheblichen Kosten führen.
Wenn schon jetzt erkennbar ist, dass die Wände Feuchteschäden aufweisen, rate ich Ihnen ohne entsprechende Sanierung, von einer derartigen Nutzung ab.
Die aufgestellten und gelagerten Büroartikel werden bei zu hoher Luftfeuchtigkeit das Wasser der Raumfeuchte aufnehmen und dadurch Schaden nehmen. Auch eine alleinige Sockelheizung wird dann nicht zum gewünschten Erfolg führen, da bei einer nicht abgedichteten Wand das eindringende Wasser nur in den Raum hinein verdunstet. Diese Feuchte wird vom Papier oder sonstigen organischen Stoffen bis zur ausgleichsfeuchte aufgenommen. In den Sommermonaten wird die Sockelheizung sicherlich nicht in Betrieb sein. Weiterhin werden durch das Sickerwasser immer Salze, Nitrate usw. in das Mauerwerk eingebracht, welche dann im Innenbereich zu weiteren Schäden führen können. Bei abgeschlagenem Putz werden sich die Salze, wenn vorhanden, nicht im Putz auskristallisieren sondern im Mauerwerk selbst. Dies würde, über einen längeren Zeitraum, zu Schäden an der Grundsubstanz(Mauerwerk) führen.
Um weiter auf eine mögliche Sanierung oder Nutzung des Kellers einzugehen wäre es hilfreich einige Fotos der Wände hochzuladen. Nur dann können wir uns ein genaueres Bild von der jetzigen Feuchte machen. Fotos bitte mit einiger Entfernung zur Wand. Keine Detailfotos.

MfG

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs-und Bau GmbH



Absolut falsch ist - da hilft nur außen aufgraben!!



Wie so ist diese Meinung so oft vertreten?
Ich frage mich wie diese Abdichtung - nur seitlich, verhindern soll, dass dann das Wasser nicht von unten eindringt?
Abgesehen von den Kosten und den möglichen Schäden die beim auffüllen und verdichten entstehen können, ändert sich an der Situation innen zunächst nichts!
Es gibt zwar Menschen die denken, dass wenn von außen aufgegraben, abgedichtet und auch noch mit einer Wärmedämmung versehen wird, dass dann das Problem beseitigt ist.
Absolut falsch!
Eine Wärmedämmung macht doch nicht warm! Legen Sie doch mal eine Dämmung in den Kühlschrank und sie werden feststellen diese wird genauso kalt wie ihre Wurst.
Im Erdreich ist dies nicht anders, es ändert sich daran nichts.
Es gibt jedoch eine Verbesserung wenn innen der Raum beheizt wird - die Wärme geht dann nicht so schnell verloren. Ob sich dies jedoch von außen rentiert bleibt fraglich. Denn eine Dämmung kann auch von innen hergestellt werden. Natürlich muss so etwas nach bestimmten Regeln geplant werden - nicht immer so einfach.
Erfahrungen hierzu aus meiner Praxis finden Sie auf meiner Homepage unter Aktuelles.



Guten Morgen und Danke ...



an alle Antwortenden.

Nun, unser Keller ist wohl feuchter als von mir angenommen. Unsere Termohygrometer haben am Wochenende Werte in folgenden Bereich genannt bei einer Temperatur von 12-14 °C:
Waschküche, nach vorne raus liegend, ca. 65 % Luftfeuchtigkeit
Büro, nach hinten raus liegend, ca. 73 % Luftfeuchtigkeit
Das ist natürlich viel zu viel!
Die frühere Nutzung des künftigen Büros als Waschküche durch die Vorbesitzer war sicherlich nicht sonderlich förderlich. Und was das bauliche angeht werde ich gleich mal versuchen ein paar Fotos von meinem Handy hochzuladen. Dann können die Profis hier sicherlich etwas besser beurteilen wo die Probleme liegen und in welche Richtung Maßnahmen notwendig und sinnvoll sind.



Foto 1 ...



Vom Büro Außenwand

Das Fenster wurde mittlerweile ausgetauscht. Das alte Fenster war vom Rahmen her defekt und die Scheiben rausgeschlagen.

Beim betrachten des Fotos in groß sehe ich jetzt aber auch, dass es da einen Feuchtestreifen im unterem Sockelbereich gibt. Ist mir vorher ehrlich gesagt gar nicht so aufgefallen.

Am Wochenende habe ich begonnen die Farbe mittels Stahlbürste bzw. mit Topfbürste auf Bohrmaschine zu entfernen. Weit bin ich leider nicht gekommen, das ist echt ne Strafarbeit.
Es handelt sich bei dem gelblichen Anstrich vermutlich um Dispersionsfarbe. Darunter gibt es noch einen weiteren weißen Anstrich, vermutlich ebenfalls Dispersionsfarbe. Es wurden einige Löcher und Fugen auch mit Gips zugemacht ... Putz gibt es nur im Sockelbereich und der ist sehr hart, vielleicht Zement?



Foto 2 ...



Vom Büro Außenwand



Foto 3 ...



Waschküche Außenwand



Fotos



Hallo
1. Foto Waschküche Außenwand
Dies sieht gar nicht so schlecht aus. Die Schmutzwasserleitung scheint auch schon einmal erneuert worden zu sein. In diesem Arbeitsabschnitt wurde wahrscheinlich eine vertikale Abdichtung( eventuell nur in diesem Teil) angebracht. Die Horizontalsperre (1. Fuge von unten) scheint zu funktionieren. Hier sind nur die ca. 7 cm bis zur Sperrung feucht. (eventuelle Abdichtung von innen, wenn störend).
2. und 3. Foto Büro
Hier sieht es vom Aufbau her anders aus.
Nach den Bildern zu urteilen besteht der untere Mauerwerksteil aus Beton. Erst mittig scheint das Ziegelmauerwerk zu beginnen. (Annahme) In jedem Fall ist hier die Durchfeuchtung der Außenwände im unteren Teil sichtbar.
Um diesen Raum in ein Büro zu verwandeln wird die Freilegung von außen mit entsprechender Abdichtung unumgänglich. Die Prüfung ob meine Annahme mit Beton im unteren Bereich richtig ist sollte zuerst geprüft werden.
Weiterhin sollte der Bodeneinlauf der alten Waschküche geprüft werden, inwieweit dieser noch an das Kanalsystem angeschlossen ist. Wenn ja. Muss diese Leitung gegen Rückstau gesichert werden, für den Fall dass sich der Keller in einem solchen Gebiet befindet. Es wäre schade wenn das Büro über diese Leitung geflutet wird.

MfG
Jens Zinke
Zinke Bausanierungs-und Bau GmbH



Abdichtungen gegen was und warum?



Es hält sich hartnäckig das Märchen - "außen aufgraben". Dies ergibt zwar Umsatz aber noch lange keinen dichten Keller!
Es sei denn - das Haus wird hochgehoben und dann von unten abgedichtet!!!
Könnte es auch sein, dass manchmal das Wasser nur seitlich eindringt?



außen Aufgraben



Es ist für mich schon befremdlich woher die Annahme kommt, dass man Wasser oder Feuchtigkeit aus dem Erdreich vor dem Eindringen in die Wand ohne dem Aufgraben und Abdichten abhalten will.
Keiner der Abdichtungsgegner würde ein neues Haus bauen ohne dieses im erdberührenden Teil abzudichten. Auch würde jeder der darüber nachdenkt eine Sperrung in das Mauerwerk einlegen um keine Feuchtigkeit Probleme durch aufsteigende Feuchte zu erhalten.
Daher, bitte keine Glaubenskriege beginnen, diese führen zu keiner Lösung für den Fragesteller.
in diesem Sinne

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs-und Bau GmbH



Das Abwasserrohr ...



in der Waschküche wurde von unserem Sanitärbetrieb gelegt. Hierzu musste eine Kernbohrung vorgenommen werden, wovon noch der Rest Wasser stammt.
Das alte Rohr war zum einen im wörtlichen Sinn durchgegammelt und zum anderen zu dünn im Querschnitt. Wir haben im Haus Waschküche (Keller), Küche (EG) und Bad (OG) übereinander liegend neu angeordnet, so dass die Versorgung zentralisiert werden konnte.
Vorher war alles Kreuz und quer verteilt.
Eine Horizontalsperre wurde hier von uns nicht eingebaut.

Ich bin froh, dass es hier scheinbar erst mal okay ausschaut. Dann dürfte es ja kein Problem sein den Raum von der alten Farbe und dem Putz zu befreien und mit einem Kalkanstrich zu versehen.

Anbei ein Foto der alten Leitung



Der vordere Hausbereich ...



Links wo es grünt befindet sich die Waschküche, rechts beim Stellplatz ist der Heizungsraum.
Die Verkleidung ist alles andere als schön, sie soll in einem zweiten Sanierungsschritt zusammen mit der Fassade gemacht werden.



Neben dem Büro ...



Ist der Flur im unteren Bereich eindeutig mit Ziegel gemauert. Daher gehe ich davon aus, dass auch das Büro gemauert ist und nur ein Putz im Sockelbereich aufgetragen wurde.

Vielleicht ist die Flächenversiegelung draußen am Haus mit Zementplatten ja mit ein Grund für die Feuchtigkeit. Siehe Foto von hinten.
Die Steine liegen vom Höhenniveau ca 10-15 cm höher als die Unterkante der Kellerfenster.
Wenn sie zum Haus hin geneigt sind läuft das Wasser ja an die Wand ran. Das könnte ich morgen mal nachschauen.



Aktuelles Foto



Vom Büro. Ein Teil der Farbe ist ja nun runter. Auch dieser Bereich ist mit Ziegel gemauert, eindeutig nach dem Schlitzen des Elektriker zu erkennen.

Die Luftfeuchtigkeit ist auch runter. Aktuell sind es 57% bei 12,8°C.



@ Herr Zinke es geht hier um ein Haus Baujahr 1930



Wieso vergleichen Sie das mit einem Neubau?
Sie verwechseln Äpfel mit Birnen. Natürlich wird jeder Neubau mit einer Abdichtung (je nach Lastfall) abgedichtet.
Sie sind auf meine Frage überhaupt nicht eingegangen warum das Wasser nur seitlich eindringt?
Auch nicht darauf was wieviel kostet und auch nicht darauf welche Probleme sich daraus ergeben können:
Ausschachten; abdichten; dämmen und dann schützen sowie anschließend verdichten der Auffüllung Gartengestaltung usw..
Sie dürfen mich gerne dazu anrufen um mit mir darüber zu diskutieren.
Dazu eine Skizze um das Thema etwas klarer darzustellen.
Erklären Sie mir doch wie Sie verhindern, dass das Wasser nicht von unten eindringt.
Bei mir bildet sich ein See immer waagrecht aus, dabei ist es völlig gleich ob der Wasserstand 1 oder 100 cm beträgt. Ich freue mich auf Ihren Anruf.



Ich möchte lösen...



1. Schritt:
Gehe hin und gewinne im Lotto.

2. Schritt:
Es müsste "allseitig" gesperrt werden (Herr Bromm hat m. E. hier recht):

- Horizontalsperre (nachträglich, möglichst weit unten), um ein Aufsteigen der Feuchtigkeit von unten zu verhindern
- Fußbodenabdichtung innen bis zur Höhe der Horizontalsperre, damit auch dort von unten nix mehr nachkommt
- Außenabdichtung, damit seitlich nichts mehr nachkommt (Anschluss an Horizontalsperre hierbei, damit ein "L" entsteht); hierauf könnte theoretisch verzichtet werden, wenn man absolut sicher wäre, dass Grund-, Schichten- und gelegentliches Niederschlagswasser niemals seitlich ansteht (das kann man eigentlich nie, daher hat Herr Zinke m. E. auch recht)
- einmaliges, vollständiges Austrocknen der Wände

Theorie:
Damit hätte man es innen trocken. Fußboden und Wandfuß (bis Horizontalsperre) bleiben "nass" - was aber nicht stört.

Praxis:
Wahrscheinlichkeit, dass sämtliche Arbeitsschritte handwerklich gelingen und wirklich nirgends mehr Feuchte reinkommt? Siehe Schritt 1.

Schritt 3:
Damit es auch nicht zur Bildung von Kondenswasser kommt, müssten die Kellerwände DAUERHAFT über Taupunktemperatur gehalten werden und (vorsichtshalber) so "offen" gehalten werden, dass gelegentlich entstehende Feuchte gut abgeführt werden kann (was nur noch nach innen geht). Also: Heizung und/oder trocknende Lüftung wohl auch im Sommer.

Ich fasse zusammen:
Es gibt eine Lösung. Sie passt aber nicht zur Realität!



@ Herr Bromm



@ Herr Bromm
Sehr geehrter Herr Bromm,
Als ich meiner Artikel verfasst habe war noch nicht klar ob es sich tatsächlich um Ziegelmauerwerk oder Beton handelt. Diese Frage ist nun geklärt. Ich gehe jetzt von Ziegelmauerwerk mit einer Fuge aus Kalkmörtel aus. (weiche Fuge)
Bei dieser normalen Art der Bauweise der 30iger Jahre empfehle ich, bei einer hochwertigen Nutzung des Kellers, das Freilegen der Außenwände, den Einbau einer nachträglichen Horizontalsperre im Sägeverfahren mit HM-Kette(Trockenschnitt) und einer äußeren vertikalen Abdichtung mit KMB gemäß WTA, je nach Lastfall. Idealerweise mit Glasfasergewebeeinbettung. Das Anbringen einer Dämmung ist gelegentlich, je nach Nutzung und Fassadengestaltung im Ganzen, notwendig.
Weiterhin ist der Fußpunktbereich von innen mit einer Negativabdichtung (Fußpunktabdichtung) zu versehen. Auf den Unterbeton ist mindestens eine Dampfsperre (Mindestanforderung V60 S4 +AL) einzubauen.
Natürlich muss das Erdreich, wenn einbaufähig, wieder eingebaut werden. Die Außenanlagen müssen wiederhergestellt werden usw. Idealerweise werden diese Arbeiten vor der Erstellung neuer Außenanlagen durchgeführt.
Nun zu Ihrem Hinweis und Skizze:
Wenn sich dieses Bild des Sickerwassers aufzeigen würde, so ist in jedem Fall eine Drainage vorzusehen.
Der Drainageeinbau richtet sich nach dem Versickerungsfaktor des Bodens. Ist der Versickerungsfaktor größer 10 hoch -4 ist eine Drainage vorzusehen. Diese Auskünfte sind durch ein Bodengutachten zu belegen.
Eine nachträgliche Abdichtung eines gemauerten Bestandskeller, egal welchen Baujahres, ist nicht gegen Druckwasser abdichtbar (hier insbesondere eine Abdichtung des von unten drückendem Wasser). Es sei denn, es wird innerhalb des bestehenden Kellerers ein neuer Keller als "Weiße Wanne" eingebaut. (Kommt sehr selten vor, wurde aber schon gemacht, Wahnsinn!)
Der ganze Spaß kostet Geld. Wieviel ist regional und Objektbezogen sehr unterschiedlich. Daher kann ich hier keine Angaben machen.
Anmerkung:
Auch ist die Beschreibung der Abdichtungsarbeiten nur grob umrissen. Die Details der Ausführung, dass die Abdichtung funktioniert, sind vielfältig. Daher sollten diese Arbeiten nur von erfahrenen Handwerkern ausgeführte werden.
MFG
Jens Zinke
Zinke Bausanierungs-und Bau GmbH



Alles klar Herr Zinke...



...ohne dabei an die Kosten bzw. Aufwand und Ergebnis zu achten.Sie machen es halt immer so.
Auf meine Fragen sind Sie auch nicht eingegangen. das passt dann schon.
Hoffentlich denken Ihre Auftraggeber auch darüber nach ob sich der Aufwand auch lohnt. Ich empfehle Ihnen mein Buch "Gesund wohnen in Altbauten" zu lesen.
Denken Sie mal darüber nach:
Was ist überhaupt trocken?
Ab wann wird die Feuchte im Baustoff problematisch?
Warum ist es unter dem Estrich und auch unter dem Haus feucht und ohne Schädigung - (mir sind Häuser mit hunderten von Jahren bekannt) ohne Probleme.
Es ist nicht alles sinnvoll was machbar ist!



Fragen, Herr Bromm?



Hallo Herr Bromm,
Meine Lösungsansätze für das Problem habe ich geschildert.
Ihre Lösungsansätze bleiben, bis auf Heizen/ Lüften aus.
Wenn Sie konkrete Fragen haben, dann bitte direkt an Zinke-Bausanierung@web.de oder rufen Sie mich einfach an. Dieses Forum ist nicht geeignet um Glaubensfragen zu diskutieren.
Erst nachdem alle Möglichkeiten zur Behebung eines Problems beim Fragesteller angekommen ist, soll dieser entscheiden wie dieser mit den Varianten umgeht.
In diesem Sinne
MfG

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs-und Bau GmbH