Ziegelfassade vor einem Fachwerk möglich?

04.11.2015 Holger



Guten Tag,

habe da mal eine Frage.Ich habe einen Altbau ( Schwarzwald) erworben, mit Mischbebauung in der Fassade, 20% Stahlbetonwand, 35 % Bimsmauerwerk, und eben 45 % Fachwerk. Das ganze Haus soll gedämmt werden. Als Vorsatzschale bzw. Sichtmauerwerk soll eine Ziegelwand vor allen vier freistehenden Außenwänden kommen. Ich kann die Breite der Vorsatzschale frei bestimmen.
Meine Überlegung lautet: Da wo Fachwerk ist kommt 16 cm Weichholzfaserdämmung auf die Wand, mit 5cm Luftschicht, der Rest an Außenwänden bekommt 12 cm Steinwolle und 9 cm Luftschicht. Die Ziegelwand wird gut dimensioniert mit Lüftungsöffnungen aufgebaut. Laut Energiegutachten eines Schornsteinfegermeisters,und auch das OK eines Architekten reichen 12 cm Steinwolle bezüglich der EnEv in meinem Fall. Gibt es Verbesserungsvorschläge? Habe auch schon darüber nachgedacht, frei nach Konrad Fischer, die Ziegel direckt an die Wand zu vermauern, aber in 24 cm Wandstärke, ohne Dämmung und Luftschicht. Die Südwand ist 13,50 m Lang und frei zur Sonne ausgerichtet. Hier in Süddeutschland eine Option, wegen dem intensiven Wärmeeintrag.Die EnEV vernachläßige ich mal in diesem Fall. Innen ist alles Gut, kein sichtbarer Schimmel,etc.
Gruß Holger



Was soll



denn die Ziegelsteinfassade?

Grüße



Luftschicht ?



Wie dick wären dann Eure Festungswände nach dem Umbau?
Jede Luftschicht dazwischen ist kontraproduktiv. Da bekommt Ihr vermutlich erst das an Bauschäden, was was Ihr bisher nicht hattet.



Eine Ziegelfassade trifft nicht jeden Geschmack



Hallo,
danke vorab für die Rückmeldungen. Eure Einwände sind berechtigt. Eine Ziegelfassade trifft nicht jeden Geschmack.

OK,Ziegel direkt gegen die Holzfaserplatten-Steinwolldämmung vermauern(fürs Mauern sogar einfacher).

Meine Überlegung zur Luftschicht: Die Ziegelwand vor der Dämmung wie eine hinterlüftete Holzverschalung zu betrachten. Als zusätzliche Dämmung oder sorptionsfähiges Material war der Ziegel nicht gedacht.
Warum Ziegel?

1))Ich kann es selber machen, hab schon viele hundert qm gemauert.
2)Bis ins nächste Jahrtausend kein Streichen etc.Ich weiß, die Dämmung und ich selber halten nicht so lange
3) Robuste, feste,wertbeständige Fassade
4)(Ziegel-Fugen lassen sich einfachst auswecheln/ausbessern)
5) Speichert Wärme, nur ob diese auch nach innen abgeben wird?

Das Fachwerk ist nur 18-20cm dick

Gruß
Holger





Es ist bauphysikalisch ein großer Trugschluß, daß eine neue, davor gesetzte Ziegelmauer genau so arbeitet wie eine Holzverschalung. Das wollte ich oben schon andeuten. Der Hohlraum mit einer Art innerem Kamineffekt wäre dann mitten in der Wand.
Die Architekten und Bau-Ing.s hier im Forum können das besser begründen, weshalb das nicht geht.



Vorsatzschale



Sind Sie sich, neben der baupysikalischen Problematik, all der anderen konstruktiven Probleme bewußt die es zu lösen gilt?
Ich zähle einige als Beispiel auf:
Fundament
Treppenanschlüsse außen
Laibungstiefe Fenster
Dachüberstand, vor allem an den Giebeln
Ausführung der Laibungsanschlüsse
Fensterbretter
Verankerung der neuen Fassade
thermische Spannungen
Anschluß und Entwässerung der Fußpunkte
Trocknungsverzögerung bzw. Behinderung des Gefachholzes
Haben Sie, unter Einbeziehung dieser Punkte, den Arbeits- und Kostenaufwand einmal kalkuliert?



Es leuchtet mir noch nicht ein



Hallo,
erstmal vielen dank für die Antworten, die auch alle berechtigt sind, aber...
Ich habe schon ganze Häuser selber verblendet, auch Altbauten. All die Probleme, die Herr Böttcher genannt hat, treten tatsächlich auf. Wichtig, praktische Erfahrung sollte schon da sein. Dachüberstände werden in meinem Fall geschaffen.
Fundamente für die Ziegel liegen schon. Angedübelte Maueranker halten Dämmung und Ziegel. 55% der Wände können sowieso wie ein herkömmlicher gemauerter Neubau behandelt werden, sind kein Fachwerk. Die etwas kleineren Fenster (neue-ausgemessene) werden selbstverständlich an die Klinker/Ziegel herangeführt und fachgerecht eingebaut. Bei gleichgroßen Fenstern müssen die Leibungen ausgeschnitten werden, klar. Die Ziegel bekommen wirklich großdimensionierte Lüftungsöffnungen im Sockelbereich und oben, am Dachüberstand wird die letzte Lage weggelassen. Und glaubt mir, genau so haben wir es bei Neubauten oder Sanierungen gemacht. zichfach. Die Bauleitung hatten im Grunde immer Fachleute(Bauing-Architekten-Meister). Im Aachen-Heinsberger Raum werden fast alle Häuser verblendet. Putzfassaden sind hier eher unüblich. Diese Häuser sind in der Regel auch alle schick, modern, gesund.
Zugegeben, im Schwarzwald sind eher Klinkerfassaden unüblich. Die Fußpunkte könnten aber ein Problem werden.
Ich bin es gewohnt diese mit Hohlkehle, Schweißbahn abzudichten. Aber wenn die Horizonttalsperre fehlt?
In der Regel habe ich so ein relativ kleines Haus in 4-5 Wochen verblendet, mit einem Helfer. Die kosten liegen in meinem Fall bei 25-30 EUR/qm Ziegel/Klinker plus Mörtel, Fuge etc. nicht viel höher, als eine Holzfassade, die ich auch noch streichen muss. Das eine kann ich, das andere habe ich noch nie gemacht...

Warum kann ich eine vorgesetzte- super- gutbelüftete Ziegelfassade, nicht wie eine hinterlüftete Holzfassade behandeln? Das leuchtet mit noch nicht ein. Wir reden nur vom Fachwerkanteil.

Gruß Holger