Verzierter Dachziegel




Hallo,
beim aufräumen haben wir in unserem Haus (in den ältesten Teilen angeblich von 1680) einen handgeformten verzierten Dachziegel gefunden. Er trägt die Inschrift
H:I·W·Z:·I:·V:·
1751
Dazu ist er mit Sternen verziert.
Kann mir jemand sagen was er bedeutet?
Ein Bild schicke ich auf Wunsch gerne zu.

Vielen Dank!

Klaus Dannenberg





In den sogenannten Feierabendziegeln haben sich oft die Hersteller dieser Ziegel verewigt! Er scheint also schon über 250 Jahre alt zu sein.

Googlen Sie mal.

Grüße Annette



oder hier...



Ziegel, die dekoriert, beschriftet oder datiert sind, bezeichnet man umgangssprachlich als Feierabendziegel. Der Name ist erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts bekannt. Er kommt nicht aus der Umgangssprache der Ziegler, sondern aus dem Volksmund. Dabei werden auch Ziegel mit Zufallsdekorationen wie Tierspuren oder Pflanzenabdrücken als Feierabendziegel bezeichnet. Seit der Römerzeit ritzten die Ziegler Zeichnungen in Dachziegel, die Böses abwehren und Gutes herbeiführen sollten. Mit dem Zeitalter der Industrialisierung werden Ziegel maschinell gefertigt, der handgemachte Ziegel gehört der Vergangenheit an. Der Feuchte Ton war das ideale Material für den Ziegler, um sich künstlerisch zu verewigen. Die vielen Symbole sind Wurzeln kulturellen Ursprungs und führen in die Vergangenheit. Doch auch heute noch finden sich ausgefallene Heilsbringer auf dem Dach.



Knochenarbeit statt Feierabend
Der Begriff Feierabendziegel ist irreführend. Aus einer historisierenden Sichtweise verklärt es die Knochenarbeit der Ziegler, die unter härtesten Bedingungen bis zu 14 Stunden, tausend Ziegel am Tag brennen mussten. Es war nicht immer der letzte Ziegel, sondern zwischendurch wenn der Ziegler mal Pause hatte, schrieb er auf dem noch ungebrannten, weichen Ton. Mit Feierabend hat die Bezeichnung also nicht unbedingt etwas zu tun. Häufig werden sie auch Glücksziegel oder Sonnenziegel genannt, weil seit dem 17. Jahrhundert das Sonnenmotiv auf ihnen zu sehen war. Der richtige Begriff wäre gestaltete Baukeramik.



Der Ziegel als Notizblock
Der Ziegel diente auch als Abrechnungsbeleg. Der Ziegler besaß kein Büro, sondern stand vielleicht vor Ort in einer Scheune und formte die Ziegel. Zudem hatte er entweder kein Papier zur Hand, oder war zu bequem welches zu holen. So musste der Ziegel als Quittung herhalten. Bevor sich der Ziegler Papier und Feder besorgt hatte, wurde auf dem nächstbesten noch feuchten Ziegel mit einem Griffel geschrieben. Der Ziegel war für ihn gleichzeitig Kaufvertrag und dieser ging nach dem Trocknen mit in den Brand. So liegen noch heute alte Verträge auf unseren Dächern.



Verzierter Dachziegel



Vielen Dank!
Mit dem Begriff "Feierabendziegel" lässt sich gut googeln!!
Vielleicht finde ich ja auch noch was in der Ortshistorie.

Klaus Dannenberg