Ziegel ausgepickt - wie ersetzen? (mit Foto)

27.05.2009



Liebe Forumsmitglieder!

Wir haben das Problem nur auf der einen Giebelseite, da dort früher ein Buch war und so die Vögel super die Ziegel auspicken konnten :-(

Wie kann ich die teilweise halben Ziegel am Besten ersetzen, welcher Mörtel ist dazu geeignet? Was sollte ich beachten?



Als erstes



sollte überprüft werden, ob irgendwelche Abstützungen und Sicherungsmassnahmen erforderlich sind. Zum Beispiel im Bereich der Stürze.
Dann werden die porösen und nicht mehr tragfähigen Steine vorsichtig ausgestemmt, der alte Mörtel entfernt. Jetzt kann man aus geeigneten Steinen das Mauerwerk wieder herstellen. Am besten Steine von passendem Format und Festigkeit. Auch das Wasseraufnahmevermögen der Steine sollte in etwa dem der alten entsprechen. Als Mörtel ist der Mörtel ideal, der auch bei dem alten Mauerwerk eingesetzt wurde.
Vor dem mauern den Staub gut entfernen, die Kontaktflächen gut vornässen und die jeweiligen Anschlussfugen nach oben mit relativ steifem Mörtel auf die volle Fugentiefe fest einfugen.
MfG
dasMaurer



Vögel ???????????????



Hallo,

als Hobbyornithologe muß ich doch gleich mal nachfragen, welches gefährliche Tier denn da seinen Schnabel gewetzt haben soll. Wie kommen Sie auf Vögel ?
Das sieht eher nach einem Handgranatenangriff aus.

Grüße



Ziegel fehlen



@Mauermeister: vielen Dank für die Antwort! Das Haus ist noch mit Kalkmörtel u. Kalkputz.

@Dietmar Beckmann: wie gesagt wuchs an dieser stelle ein schöner Busch und lt. "Augenzeugen" waren es Vögel die bei den Steinen immer gepickt haben... Zeit hatten sie genug dazu und die Ziegel sind weich (Amsel, Meisen, diebische Elster... gibt es hier zumeist). Wenn diese Theorie nicht stimmen kann, was könntes sonst die Ursache sein (nehme an das der "Handgranatenangriff" wohl eher als Scherz gemeint sein durfte?!)



Vögel ???????????????



Hallo,

nein, ein Kriegsschaden ist durchaus nicht von vornherein ausgeschlossen.
Wenn es der nicht gewesen sein soll, käme noch permanent ablaufendes Wasser, Überflutung oder ein Erdbeben in Frage, weiter Wasser und scharfer Frost.
Vielleicht werden die Steine ja auch aus einer Mischung von 9 Schippen märkischem Sand und einer Schippe Luftkalk "zusammengehalten".

Grüße vom Niederrhein



Moin,



das sieht mir ganz nach einem Befall der überaus selten gewordenen Steinlaus aus. Die Steinlaus ist bekannt dafür sich hauptsächlich von Ziegelsteinen zu ernähren und das Frassbild ist meines Erachtens eindeutig.....



hilfe...



Dietmar Beckmann: Überflutungen sind auszuschließen (steht quasi am Kamm des Hügels), gleich wie Erdbeben. Permanent ablaufendes Wasser hätte ich noch nicht gesehen und zwecks Kriegsschäden müsst ich alte Fotos besorgen - aber auch eher ausgeschlossen.

Olaf Bernhardt: wie geschrieben war ich bisher überzeugt (da es mir so vom "Vorbesitzer" erzählt wurde) das es Vögel gewesen wären... kannst du mir mehr zur Steinlaus erzählen. Hab es noch nicht gehört und im I-net (google) rein gar nichts gefunden. Wie sieht es mit der Verbreitung aus und wie mit der Bekämpfung???





Die Stadt Zürich ist die erste europäische Stadt, die eine kompetente Beratung zur Bekämpfung der Steinlaus anbietet. Telefonische und persönliche Beratung gibt es beim Umwelt und Gesundheits Departement, das Merkblatt findest Du hier:

http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/gud/Deutsch/Gesundheit/Gesundheitsschutz%20und%20Hygiene/Beratung%20Schaedlingsbekaempfung/Merkblaetter%20und%20Formulare/steinlaus_0308.pdf

Gruß aus Wiesbaden,Christoph Kornmayer



Steinlaus



Also mir ist bekannt das die Steinlaus von einem Vogel, dem Pirol, verbreitet wird.
In Meklenburg-Vorpommern heißt er auch "Vogel Bülow" (steht jedenfalls bei Wikipedia).
Der hat bestimmt damit was zu tun!

Viele Grüße



kraft meiner Wasserbrühe:



würde ich mal folgendes ausschliessen:
- Vögel (, vielleicht doch nur Insekten rausgepickt?)
- Steinlaus (Grüße an Vicco von Bülow)
- Kriegsschäden (hatte ich schon den ein oder anderen, sieht ähnlich aber doch anders aus)

Mein Favorit ist eher Wasser und Salze in erheblichen Mengen:
Wie wurde/wird der Raum hinter der Wand genutzt? Gibt es oder gab es Veranlassung für erhöhte Belastungen durch Nitrate, Chloride oder Sulfate? Sei es durch Belastungen an das Bauteil selber (Stall, Pinkelecke, usw.) oder in den Materialien (Ziegel, Mörtel, Putze mit falscher Zusammensetzung oder bei Steinen: wiederverwendet aus salzbelasteten Bauteilen).
Last not least: Gibt es Wurzeldurchwachsungen in Mauerwerk und Gründung?
Vereinfacht ausgedrückt: Salze reichern Feuchtigkeit an, Feuchtigkeit reichert Salze an, Salzkristalle vergrößern sich dadurch, Wasser vergrößert sich im gefrorenen Zustand ebenfalls, ergo Abplatzungen, Frostschäden, etc.
Das wäre mein Senf.
Womit wir wieder bei Vorschlag 1 von Ulrich Warnecke in Kombination mit Vorschlag 4b (scharfer Frost) und 4c (märkischer Sand (mit hohem Salzgehalt)) von Dietmar wären: Mauerwerksaustausch mit geeignetem Material und unter Weglassung ausgebauter Steine.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



...



Danke für die bisherigen Antworten.

Martin Malangeri: also an dem Raum ist Schätzungsweise mindestens die letzten 40-50 Jahre sicher nichts mehr geändert worden. Innen war die Nutzung wohl als "Wohnzimmer". Der Raum wurde noch nie beheizt (daher auch kein Schlafraum), war auch kein Naßbereich und auch keine Unterbringung von Tieren. Ob die Steine davor wo anders waren, kann i ch nicht sagen :-(
Es ist ausschließlich der Bereich der auf dem Foto ist betroffen. Kenne den "märkischen Sand" leider nicht, das Haus steht in Österreich. Es dürften auch keine neueren Materialen (Zement) verwendet worden sein. Auf der Innenseite sieht man auch nichts besonderes (bis vor kurzem war dort noch der ursprüngliche Putz + Farbe und Holzboden (der jedoch zur Wand grenzend kaputt ist (Mäuse...)).
Wurzeln schließe ich eigentlich aus, bisher noch keine gesehen.
Meinst du mit Mauerwerksaustausch die gesamte Wand (Stärcke ca. 60 cm) und mit welchen Steinen wird es ausgetauscht (diese Art haben wir nicht mehr, vielleicht kann ich in der "Umgebung" noch ein paar ähnliche finden, denke wird schwieriger...)

Ratlose Grüße



Ferndiagnosen...



sind immer heikel und Sanierungsvorschläge ohne Kenntnis der Ursache könnte man auch als fahrlässig bezeichnen.
Besser ist es einen örtlichen Sachverständigen ranzuholen und noch mal genau auf Suche gehen.
Dies voran gestellt.
"DasMauerer" versteht mehr davon als ich, möge er mich verbessern, aber m. E. Austausch aller angegriffenen Steine mit Vollziegeln auf kompletter Wanddicke. Sollten jedoch keine Klinker sein, daher nicht hartgebrannt.
Grüße
Martin Malangeri
P.S.: Auf Österreich hätte ich mit einem Klick auf Dein Profil auch selber kommen können, den Märkischen Sand habe ich eher als Beispiel für Sand mit hohem Salzgehalt gesehen.



Ob der gesamte



Bereich ausgetauscht werden muss,oder ob ein ersetzen der Fehlstellen ausreicht,lässt sich aus der Ferne nicht sagen.
Das kann nur ein Fachmann vor Ort bei Betrachtung der Gesamtsituation feststellen. Aber in beiden Fällen sollte von den bauphysikalischen Eigenschaften her möglichst ähnliches Material verwendet werden.
Und zur Ursache, die Vögel werden wohl am wenigsten angerichtet haben. Und Steinläuse sind durch die übermässige verfütterung an die Wolpertinger ausgestorben.
Ich denke mal, dass durch den Busch die Wand nur unzureichend abtrocknen konnte, durch die permanente Feuchtigkeit und Frost wurden die Steine mürbe und durch die Bewegung der Zweige abgerieben. Den Rest wird dann das an der Fassade ablaufende Regenwasser erledigt haben. Das hat der Herr Beckmann mit (Mikro-)Erdbeben durch die Sprengwirkung der Wasserkristalle und Überflutung schon gut erkannt ;-)).
MfG
dasMaurer



...



Vielen Dank für die Antworten.

Aber wenn die Wand wirklich viel zu feucht war und daher im Winter (Frost) abgeplatzt ist, müsste man nicht Salzausblühungen sehen, bzw. wenn etwas abplatzt sind die Kanten nicht scharf?

Hier nochmals ein Foto in Nahaufnahme.



Nun,



die wand wird wohl nicht klitschnass gewesen sein, und dann führt der Frost auch nicht immer zu Abplatzungen, sondern eher zu einer Zermürbung der Substanz. Und dann kommt es durch das ablaufende Regenwasser zu solchen Auswaschungen. Salze kristallisieren auf der Oberfläche und werden dann mit ausgewaschen.
Aber vielleicht hat ja noch jemand ´ne Idee.
MfG
dasMaurer



Verwitterung



"Verwitterung", würde ich sagen. Braucht zwar meist geologische Zeiträume, aber das war hier ja annähernd gegeben, oder?

stt





Schlecht, oder ungebrannte Steine?
Da hat der Brenner vielleicht grade einen gebrannt.



Ursächlich könnte ein "zu weicher Brand" der Feldbranntsteine



sein, also die "dritte, schlechteste Ziegelstein-Qualität" vom äußeren Ofenring. (Den Transport der Feldbranntsteine vom Ofen zu den Baustellen übernahmen damals ortsansässige Bauern mit ihren Pferdefuhrwerken. Dafür wurden Sie meist mit der v.g. 3.ten Ziegelqualität entlohnt.) Wahrscheinlich hatte der beim Ziegel brennen verwendete Lehm obendrein auch noch sehr hohe Kalkanteile.



oder doch der Busch?



wenn ein Busch sehr dicht am Haus steht, darf man das nicht mit einer gewollten Fassadenbegrünung vergleichen. Diese schützt das Haus vor Regen und schafft ein Mikroklima an der Wand. Ein Busch lässt Regen über die Zweige und Blätter an die Fassade spritzen, und trocknet nur schwer wieder ab. Wirkt ähnlich wie defekte Regefallrohre. Der Rest ist eine Frage der Zeit.
Bei der Sanierung muss der Sturz auf jeden Fall entlastet werden.Also keine Arbeit für Laien. Die Statik der Wand steht auf dem Spiel.
PS: märkischer Sand ist geduldig, der lässt sich nicht so einfach ausspülen.



Schadensbild



wenn ich mir das letzte Bild ansehe - die Fuge ist noch da und der Ziegel ist hin - liegt also sich zersetzenden Ziegel - habe solche Bilder eigentlich nur bei "Sonnenbrand" und Nässe/Frost gesehen. Die Vögel haben nur Beiwerk erledigt, vielleicht waren die auf Mineraliensuche.
Mein Vorschlag: Wand abtragen und neu aufmaueren, Sturz dann gleich neu - aber nichts für Bauunkundige ! Alles andere ist Murks und dauert länger.
Foto: trotz Schlagregen und Bewuchs - wichtig ist ein intakter Außenputz. Dann hälts auch länger !



Interessant - Mikroklima rettet Haus???



Hi, Herr Hunziger wie darf man das verstehen?





Hab auch so ein Bild ! :-)
Treppenhausaußenwand im Innenbereich einer ehemaligen Glasschleiferei, 40 Jahre unbewohnt, keine Fenster.



aufgelöste Ziegel



Hallo


Ich hab diesen Effekt bei einer innenliegenden Ziegelwand im Keller ebenfalls. In der Wand, die halbwegs trocken ist, lösen sich einzelne Steine auf.
Ich vermute weich gebrannte Steine oder Ziegel, die beim Mischen mit Sand zu wenig Lehm bekommen haben. Im Außenbereich so wie bei Dir geht ein Auflösen der Ziegel durch Bewitterung sehr schnell. Dem Bild nach sind das keine Klinker sondern ordinäres Reichsformat, also weicher gebrannte Ziegel, die dürfen nicht ohne Verputz längere Zeit dem Wetter ausgesetzt sein.
Die gesamte Wand brauchst Du nicht ersetzen, die losen und fehlenden Steine ersetzen.
Zum Mauern währe ein Kalkmörtel zu empfehlen, selbst anrühren, da gekaufter Zement enthält. Die sandenden Steine rauskratzen, da beim Stemmen der Rest nachkommt.
Wichtig ist, hinterher zu verputzen, da sonst alles für umsonst ist...


Andreas

Vögel kannst Du ausschließen, genauso wie Steinläuse und Flöhe im Kopf...



ziegel



Hallo Andreas!

Vielen Dank für deine Antwort.

Das was du geschrieben hast, ist auch meine Meinung zu dieser Wand und so werden wir es dann wohl auch machen.

Bei uns in der Gegend wurden keine Häuser mit Klinker gebaut, sondern eigentlich alle mit diesen weichen Steinen wie hier (sicherlich manchmal mit einer besseren oder auch schlechteren Qualität :-( ).

Diese Seite des Hauses ist der "neuere Teil" mit geschätzen 150 Jahren.